Denn keiner ist ohne Schuld von Elizabeth George

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1993 unter dem Titel Missing Joseph, deutsche Ausgabe erstmals 1994 bei Blanvalet. 665 Seiten. ISBN-10: 3-442-05271-8, ISBN-13: 978-3-442-05271-4. Übersetzt von Mechthild Sandberg- Ciletti.
Ort & Zeit der Handlung: Großbritannien, 1970 - 1989.

'Denn keiner ist ohne Schuld' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Eigentlich wollte Simon St. James und seine Frau Deborah im winterlichen Lancashire nur ausspannen. Doch statt dessen erwartet sie in dem kleinen Nest Winslough Erschütterndes: Der Pfarrer des Ortes wurde vergiftet. Nur ein tragischer Unglücksfall? Lynleys Ermittlungen bringen Licht in die Vergangenheit der Dorfbewohner. Und was dabei schließlich zu Tage kommt, läßt alle verstummen.

Das meint Krimi-Couch.de: »knallharte Karikaturen britischer Provenienz« 46°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Unfassbar, was sich in dem kleinen Dörfchen Winslough abspielt. Da soll doch Pfarrer Sage die hässlichste Ziege aus dem Stall derer von Townley-Young mit dem geilsten Dorfbock vermählen, weil er sie geschwängert hat, und dann taucht der Kirchenbruder einfach nicht auf.

Kann er auch nicht mehr. Sorry, aber Leichen nehmen keine Trauungen vor. Die liegen höchstens im Dreck des herbstlichen Hochmoores herum, vergiftet von der Gutsverwalterin der Townley-Youngs, die dem Bedauernswerten anstatt wilden Pastinaken Wasserschierling verabreichte. Immerhin hat sich Hochwürden ein wenig zu sehr mit dem erst dreizehn Jahre alten Töchterchen beschäftigt, deren größtes Hobby es ist, einem fünfzehnjährigen Mitschüler an und in die Hosen zu greifen und sich dort recht resch und frühreif zu bedienen.

Aber der Dorfpolizist lässt Mord Mord sein, und fabriziert in seinem Bericht einen Unglücksfall aus der Tragödie, immerhin hat er zur Verwalterin einen ziemlich lendenbewegenden Draht, der ihm und ihr nach der jahrelangen Askese ganz gut tut. Sie ist schon die längste Zeit ohne Mann und er hatte die letzte Zeit auch nicht gerade viel von seiner Angetrauten, die einem Krebsleiden zum Opfer fiel und die letzen Jahre ganz schön anstrengend war.

Dabei hätte es der Constable so leicht haben können, denn die beste Freundin seiner Frau, die auch gleichzeitig dem Pfarrer den Haushalt führte, hat der Verstorbenen die Krankheit ja angehext, damit sie selbst in die polizeilichen Bettlaken liegen könnte. Obwohl sie ja soviel Holz vor der Hütte hat, dass das restliche (männliche) Dorf vor ihrem Dekolleté Schlange stand und sie nur zugreifen hätte lassen müssen. Aber wie das Dorfleben so spielt, bekommt keiner die- oder denjenigen, den er oder sie eigentlich haben will. Und genau deswegen soll der geweihte Mann die Giftsuppe gelöffelt haben?

Deborah und Simon St. James, bekannt aus anderen Werken der Autorin Elizabeth George, können folglich in dem Buch »Denn keiner ist ohne Schuld« nicht glauben, was hier so offensichtlich quer durch die brünstige Dorfgemeinschaft getratscht wird und beginnen gemeinsam mit Freund Lynley die Untersuchung des Falles, obwohl sie ja eigentlich nur ein paar Tage Urlaub in dem Kaff machen wollten. Und so verstricken sie sich auf 666 Seiten in die erotischen, psychotischen und psychologischen Dorfprobleme.

Elizabeth George schafft es wieder mit ihrem Hang zum Britischen eine Handlung entstehen zu lassen, die nicht stärker an den Haaren herbeigezogen hätte werden können. Sämtliche Figuren, und derer gibt es wieder jede Menge, sind knallharte Karikaturen britischer Provenienz, gepaart mit einem Faible zur täglichen Perversion. Dabei versucht sich die Autorin als Hobbypsychologin, die jeden einzelnen Handgriff und Gedanken dreht und wendet, als wäre sie selbst Opfer ihrer Phantasie geworden.

Obwohl der Schreibstil ganz munter zu lesen ist, ertappt sich der Leser gelegentlich dabei, dass ein Anflug von Gähnen auftaucht, wenn wieder einmal dieselbe Vermutung zum x-ten Mal wiedergekäut wird und man schon wartet, wann und ob der nächste Beischlaf vollzogen wird. Auf Grund der zahlreichen Seiten des Buches mag er als Urlaubslektüre für Langsamleser durchaus ausreichend sein, für geeichte Krimifans ist dieses Buch allerdings nur bedingt geeignet, denn ab der Hälfte des Buches beginnt man zu ahnen, wo der Hase im Pfeffer liegt. Da mag der Roman noch so viele Kapriolen schlagen, er endet genau dort, wo die Autorin den Leser nicht gleich haben wollte und deshalb noch einige Sackgassen eingebaut hat.

Das Buch kann man nicht als schlecht bezeichnen, aber Frau George hat schon Besseres geschrieben.

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sabrina13582 zu »Elizabeth George: Denn keiner ist ohne Schuld« 25.02.2009
Ich fand diesen Roman von Elizabeth George nur mittelprächtig. Das lag vielleicht daran, das mich alles mit Hexerei absolut nicht interessiert genauso wenig diese Kräutermischerei. Aber das ist nun mal Geschmackssache. Die eigentliche Mordgeschichte bzw. Mordaufklärung ist gut geschrieben und die Idee an sich ist auch nicht sooo schlecht. Aber diesmal fand ich, ging Elizabeth George, zu sehr ins Detail. Ich freu mich immer wenn man die Handlungsgänge gut nachvollziehen kann, aber bei diesem Buch wurde aber auch wirklich jede (teils unbedeutende) Kleinigkeit erwähnt und dies zog das Buch einfach zu sehr in die Länge.Die Characktere sind zwar wie gewohnt ausführlich dargestellt, aber die Handlung an sich hat mich nicht sonderlich überzeugt. Zwischenzeitlich musste ich mich echt zwingen das Buch weiter zu lesen, da die Spannung sich nicht hielt. Ich will jetzt nicht sagen, dass das Buch über garkeine Spannung verfügt, aber es kamen immer wieder Passagen wo ich mir das Gähnen echt unterdrücken musste. Aber immerhin war das Ende echt klasse, was meiner Meinung nach aber auch ruhig 200 Seiten vorher hätte kommen können. Was mir allerdings wieder super gefallen hat, war die weiterführung der privaten Geschichten der immer wieder kehrenden Figuren (Lynley, Havers usw.). Das ist immer wieder spannend und schön zu lesen.
jeanette1958 zu »Elizabeth George: Denn keiner ist ohne Schuld« 24.01.2009
Mein erstes Buch von Elizabeth George und habe es vor zwei Wochen ausgelesen und habe es nicht so schlecht gefunden wie es manche schreiben. Mir war zwar ziemlich schnell klar wer der/die Täter/in war, aber George hat die ganze Thematik gut beschrieben, nur glaube ich das es fast ein bißchen zu viel an Problemen war.
Emamju zu »Elizabeth George: Denn keiner ist ohne Schuld« 09.08.2008
Ich glaube ich habe noch nie so lange fürs Lesen eines Buches benötigt.
Denn zwischenzeitlich habe ich immer wieder andere Bücher vorgezogen.

Die Charaktere sind leicht überzeichnet, so viel steht fest.

Dennoch gab es auch immer mal wieder Passagen, die mir gefielen.

Hier handelt es sich um eine sonst gute Autorin mit mit diesem Werk einen kleinen Ausrutscher erleidet.
Verzeihen wir es ihr.
WelpeMax zu »Elizabeth George: Denn keiner ist ohne Schuld« 31.07.2008
Also schlimm ist der Film, wenn man das Buch gelesen hat ! Die Geschichte ist vorhersehbar und nicht wirklich schlüssig aus kriminalistischer Sicht, ansonsten ist das Nebenbeiwerk interessant geschrieben, aber sehr düster und vollgestopft mit Themen die eher totgeschwiegen werden (Vergewaltigung, Missbrauch, hypersexuelle frühreife Kinder) ... mitfühlend ist es geschrieben und ich habe auch kein Thriller erwartet, aber etwas mehr kriminologische Schlüssigkeit hätte ich schon erwartet !
0 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Rüdiger Kerth zu »Elizabeth George: Denn keiner ist ohne Schuld« 21.07.2008
Ich lese das Buch gerade und finde es sagenhaft gut.
Mit welchem Einfühlungsvermögen die Autorin auf die Krankheit des Constable und die Behinderung von Simon St. James eingeht ist einfach grandios. Ich könnte, da ich selbst betroffen bin, echt mitfühlen.
Und wer einen Thriller oder Reisser möchte, der sollte eben nicht Elizabeth George lesen.
silke zu »Elizabeth George: Denn keiner ist ohne Schuld« 22.02.2008
Mir hat das Buch gut gefallen.Die Story war interessant und mir war die Auflösung eigentlich so schnell nicht klar.Es war gut und flüssig geschrieben und ich hatte es recht schnell aus.Auch das Privatleben von Lynley und Co. fand ich so in Ordnung.Ich freue mich auf jeden Fall auf weitere Bücher.
BB zu »Elizabeth George: Denn keiner ist ohne Schuld« 27.07.2007
Den verhaltenen Kommentaren ist leider zuzustimmen: Ich habe das Buch bis etwa zur Hälfte gelesen, habe dann kurz die Auflösung der Geschichte, die weitestgehend schon klar war, nachgeholt und den Roman weggestellt. Ein bisschen zuviel Pseudepschodorfgeschwurbel für meinen Geschmack.
Bianca zu »Elizabeth George: Denn keiner ist ohne Schuld« 12.12.2006
Ich habe so viel gutes über E.George gelesen und dachte, so als Krimi-Fan, die müsste ich auch mal lesen. Habe mir dann dieses Buch , ein Glück, nur ausgeliehen. Ich habe wirklich alles versucht, aber ich bin nicht über den Anfang gekommen. Und ich hasse es, ein Buch nicht zu Ende zu lesen. Aber es kam für mich gar keine Spannung auf. Irgentwie fing es nicht an. Es kam keine Geschichte, alles war durcheinander Ich kann es gar nicht beschreiben, aber ich musste es zu machen und zurück bringen. Ich lese nichts mehr von ihr. Schade
Stefan zu »Elizabeth George: Denn keiner ist ohne Schuld« 07.06.2006
Ich fand das Buch gut und spannend zu lesen. Vielleicht erscheint es zuweilen einwenig zu konstruiert und verzwickt .

Ich kann mit einigen Meinungen nicht übereinstimmen.
Depressive Stimmungen gehören für mich zum leben dazu. Also warum soll das nich thematisiert werden.
Auch eine Vergewaltigung ist wohl kaum glaubwürdig, wenn sie schön und angenehm beschrieben wird.

Charaktere und Figuren machen doch nur Sinn wenn diese in die Tiefe gehen. Alles andere ist nur Abwaschwasser. Wieviel Details man den einzelnen Figuren gibt, ist halt auch Geschmacksache.

Ich finde das Buch nicht so weit weg, wies manche finden.
3 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Kay zu »Elizabeth George: Denn keiner ist ohne Schuld« 16.05.2006
Also so schlimm wie das Buch hier verrissen wird, finde ich es nicht. Es gehört nicht zu ihren Besten & und die schon erwähnte "negative Grundstimmung" macht alles noch düsterer. Aber ich fand das Buch spannend, und zwar grade weil irgendwie jeder gegen jeden kämpft, liebt, hasst, lebt etc. und sich nur langsam die Abgründe auftun.

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