Denn keiner ist ohne Schuld von Elizabeth George

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1993 unter dem Titel Missing Joseph, deutsche Ausgabe erstmals 1994 bei Blanvalet.
Ort & Zeit der Handlung: , 1970 - 1989.
Folge 6 der Thomas-Lynley-und-Barbara-Havers-Serie.

  • New York: Bantam, 1993 unter dem Titel Missing Joseph. ISBN: 0553092537. 496 Seiten.
  • München: Blanvalet, 1994. Übersetzt von Mechthild Sandberg- Ciletti. ISBN: 3-7645-7959-5. 665 Seiten.
  • München: Goldmann, 1996. Übersetzt von Mechthild Sandberg- Ciletti. ISBN: 3-442-43577-3. 665 Seiten.
  • München: Goldmann, 1997. Übersetzt von Mechthild Sandberg- Ciletti. ISBN: 3-442-43831-4. 665 Seiten.
  • München: Goldmann, 1999. Übersetzt von Mechthild Sandberg- Ciletti. ISBN: 3-442-05271-8. 665 Seiten.
  • München: Goldmann, 2002. Übersetzt von Mechthild Sandberg- Ciletti. ISBN: 3-442-45489-1. 665 Seiten.

'Denn keiner ist ohne Schuld' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Eigentlich wollte Simon St. James und seine Frau Deborah im winterlichen Lancashire nur ausspannen. Doch statt dessen erwartet sie in dem kleinen Nest Winslough Erschütterndes: Der Pfarrer des Ortes wurde vergiftet. Nur ein tragischer Unglücksfall? Lynleys Ermittlungen bringen Licht in die Vergangenheit der Dorfbewohner. Und was dabei schließlich zu Tage kommt, läßt alle verstummen.

Das meint Krimi-Couch.de: »knallharte Karikaturen britischer Provenienz« 46°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Unfassbar, was sich in dem kleinen Dörfchen Winslough abspielt. Da soll doch Pfarrer Sage die hässlichste Ziege aus dem Stall derer von Townley-Young mit dem geilsten Dorfbock vermählen, weil er sie geschwängert hat, und dann taucht der Kirchenbruder einfach nicht auf.

Kann er auch nicht mehr. Sorry, aber Leichen nehmen keine Trauungen vor. Die liegen höchstens im Dreck des herbstlichen Hochmoores herum, vergiftet von der Gutsverwalterin der Townley-Youngs, die dem Bedauernswerten anstatt wilden Pastinaken Wasserschierling verabreichte. Immerhin hat sich Hochwürden ein wenig zu sehr mit dem erst dreizehn Jahre alten Töchterchen beschäftigt, deren größtes Hobby es ist, einem fünfzehnjährigen Mitschüler an und in die Hosen zu greifen und sich dort recht resch und frühreif zu bedienen.

Aber der Dorfpolizist lässt Mord Mord sein, und fabriziert in seinem Bericht einen Unglücksfall aus der Tragödie, immerhin hat er zur Verwalterin einen ziemlich lendenbewegenden Draht, der ihm und ihr nach der jahrelangen Askese ganz gut tut. Sie ist schon die längste Zeit ohne Mann und er hatte die letzte Zeit auch nicht gerade viel von seiner Angetrauten, die einem Krebsleiden zum Opfer fiel und die letzen Jahre ganz schön anstrengend war.

Dabei hätte es der Constable so leicht haben können, denn die beste Freundin seiner Frau, die auch gleichzeitig dem Pfarrer den Haushalt führte, hat der Verstorbenen die Krankheit ja angehext, damit sie selbst in die polizeilichen Bettlaken liegen könnte. Obwohl sie ja soviel Holz vor der Hütte hat, dass das restliche (männliche) Dorf vor ihrem Dekolleté Schlange stand und sie nur zugreifen hätte lassen müssen. Aber wie das Dorfleben so spielt, bekommt keiner die- oder denjenigen, den er oder sie eigentlich haben will. Und genau deswegen soll der geweihte Mann die Giftsuppe gelöffelt haben?

Deborah und Simon St. James, bekannt aus anderen Werken der Autorin Elizabeth George, können folglich in dem Buch »Denn keiner ist ohne Schuld« nicht glauben, was hier so offensichtlich quer durch die brünstige Dorfgemeinschaft getratscht wird und beginnen gemeinsam mit Freund Lynley die Untersuchung des Falles, obwohl sie ja eigentlich nur ein paar Tage Urlaub in dem Kaff machen wollten. Und so verstricken sie sich auf 666 Seiten in die erotischen, psychotischen und psychologischen Dorfprobleme.

Elizabeth George schafft es wieder mit ihrem Hang zum Britischen eine Handlung entstehen zu lassen, die nicht stärker an den Haaren herbeigezogen hätte werden können. Sämtliche Figuren, und derer gibt es wieder jede Menge, sind knallharte Karikaturen britischer Provenienz, gepaart mit einem Faible zur täglichen Perversion. Dabei versucht sich die Autorin als Hobbypsychologin, die jeden einzelnen Handgriff und Gedanken dreht und wendet, als wäre sie selbst Opfer ihrer Phantasie geworden.

Obwohl der Schreibstil ganz munter zu lesen ist, ertappt sich der Leser gelegentlich dabei, dass ein Anflug von Gähnen auftaucht, wenn wieder einmal dieselbe Vermutung zum x-ten Mal wiedergekäut wird und man schon wartet, wann und ob der nächste Beischlaf vollzogen wird. Auf Grund der zahlreichen Seiten des Buches mag er als Urlaubslektüre für Langsamleser durchaus ausreichend sein, für geeichte Krimifans ist dieses Buch allerdings nur bedingt geeignet, denn ab der Hälfte des Buches beginnt man zu ahnen, wo der Hase im Pfeffer liegt. Da mag der Roman noch so viele Kapriolen schlagen, er endet genau dort, wo die Autorin den Leser nicht gleich haben wollte und deshalb noch einige Sackgassen eingebaut hat.

Das Buch kann man nicht als schlecht bezeichnen, aber Frau George hat schon Besseres geschrieben.

Ihre Meinung zu »Elizabeth George: Denn keiner ist ohne Schuld«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Josefine zu »Elizabeth George: Denn keiner ist ohne Schuld« 11.09.2016
Barbara Havers kommt in diesem Buch
einfach zu kurz, Lady Helens "Probleme"
nerven eigentlich immer und hier besonders, und der ganze Plot ist auf
lange (!!) Strecken sehr weit weg, weil
alles und jeder breitgetreten wird, bis
ich als Leserin die Lust verliere...

Ist eher so eine Art britisches Sittengemälde
mit einem ab und zu an die Oberfläche
kommenden Kriminalfall.

Nicht mein Fall.
Eule Buer zu »Elizabeth George: Denn keiner ist ohne Schuld« 26.07.2015
"Denn keiner ist ohne Schuld" gehört für mich noch zu den Elizabeth George Büchern, die ich richtig gut finde. Das ist genau der Schreibstil, der mir bei Elizabeth George gefällt. Wie an anderer Stelle schon geschrieben, fängt es bei mir erst bei dem Buch "Am Ende war die Tat" an, daß mir der Schreibstil von Elizabeth George nicht mehr gefallen hat. Ab diesem Buch und bei allen anderen Büchern, die danach kamen hat mich die langatmige Erzählweise gestört. Ich habe nix dagegen, wenn ein Autor seine Bücher sozialkritisch schreibt. Aber Kettensätze müssen nicht sein. Und um es übertrieben darzustellen (meinerseits), ein Autor muß nicht 30 Seiten und mehr gebrauchen, um zu schreiben, daß irgendeine Romanfigur einen Furz quersitzen hat.
Joachmed zu »Elizabeth George: Denn keiner ist ohne Schuld« 26.07.2015
Zu Biancas Kommentar: Genau das isses: Alles ist durcheinander - ich blick einfach nicht durch! Menschen verlassen sich hauptsächlich auf das was sie real wahrnehmen können. Ihr Temperament ist eher zurückhaltend bis nüchtern, und ihre Aufmerksamkeit ist meistens auf das gerichtet, was machbar und verständlich ist. Sie haben einen guten Wirklichkeitssinn und überlegen bevor die aktiv tätig werden. Die Qualitäten dieses Elements zeigen sich in Geduld, Ausdauer, Zuverlässigkeit und Gründlichkeit. Sie haben die Fähigkeit, Dinge zu ordnen, zu strukturieren und zu einem praktisch verwertbaren Ende zu bringen. Das sind Qualitäten die zu beruflichen Erfolgen führen. Materielles wird mit praktischem Sinn und Ausdauer angesteuert und sukzessive verwirklicht.
Joachim Sommer zu »Elizabeth George: Denn keiner ist ohne Schuld« 26.07.2015
Ich finde es noch viel schlimmer. Ich blicke nicht durch, wer den Pfarrer nun umgebracht haben soll. Hat seine Haushälterin nun die wilden Pastinaken mit dem Schierling verwechselt, oder hat die Mutter von der frühreifen kleinen geilen Maggie den Pfaffen wegen sein starkes Interesse an ihrer Tochter ihn vergiftet. Frau George springt trotz der Länge in der Geschichte wirr umher, dass ich einfach nicht herausfinde was da eigentlich los ist.
Veggie-Man zu »Elizabeth George: Denn keiner ist ohne Schuld« 30.06.2013
Ganz schwache Kriminalgeschichte ohne jegliche Spannung - nur ca. 20 % des Romans beziehen sich auf das Verbrechen und die Ermittlungen. In der Masse werden hier langweilige Beziehungsprobleme abgehandelt und für die Story zum Teil auch nur als überflüssiges Beiwerk (siehe Anfang und Ende). Enttäuschend!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
sabrina13582 zu »Elizabeth George: Denn keiner ist ohne Schuld« 25.02.2009
Ich fand diesen Roman von Elizabeth George nur mittelprächtig. Das lag vielleicht daran, das mich alles mit Hexerei absolut nicht interessiert genauso wenig diese Kräutermischerei. Aber das ist nun mal Geschmackssache. Die eigentliche Mordgeschichte bzw. Mordaufklärung ist gut geschrieben und die Idee an sich ist auch nicht sooo schlecht. Aber diesmal fand ich, ging Elizabeth George, zu sehr ins Detail. Ich freu mich immer wenn man die Handlungsgänge gut nachvollziehen kann, aber bei diesem Buch wurde aber auch wirklich jede (teils unbedeutende) Kleinigkeit erwähnt und dies zog das Buch einfach zu sehr in die Länge.Die Characktere sind zwar wie gewohnt ausführlich dargestellt, aber die Handlung an sich hat mich nicht sonderlich überzeugt. Zwischenzeitlich musste ich mich echt zwingen das Buch weiter zu lesen, da die Spannung sich nicht hielt. Ich will jetzt nicht sagen, dass das Buch über garkeine Spannung verfügt, aber es kamen immer wieder Passagen wo ich mir das Gähnen echt unterdrücken musste. Aber immerhin war das Ende echt klasse, was meiner Meinung nach aber auch ruhig 200 Seiten vorher hätte kommen können. Was mir allerdings wieder super gefallen hat, war die weiterführung der privaten Geschichten der immer wieder kehrenden Figuren (Lynley, Havers usw.). Das ist immer wieder spannend und schön zu lesen.
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
jeanette1958 zu »Elizabeth George: Denn keiner ist ohne Schuld« 24.01.2009
Mein erstes Buch von Elizabeth George und habe es vor zwei Wochen ausgelesen und habe es nicht so schlecht gefunden wie es manche schreiben. Mir war zwar ziemlich schnell klar wer der/die Täter/in war, aber George hat die ganze Thematik gut beschrieben, nur glaube ich das es fast ein bißchen zu viel an Problemen war.
Emamju zu »Elizabeth George: Denn keiner ist ohne Schuld« 09.08.2008
Ich glaube ich habe noch nie so lange fürs Lesen eines Buches benötigt.
Denn zwischenzeitlich habe ich immer wieder andere Bücher vorgezogen.

Die Charaktere sind leicht überzeichnet, so viel steht fest.

Dennoch gab es auch immer mal wieder Passagen, die mir gefielen.

Hier handelt es sich um eine sonst gute Autorin mit mit diesem Werk einen kleinen Ausrutscher erleidet.
Verzeihen wir es ihr.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
WelpeMax zu »Elizabeth George: Denn keiner ist ohne Schuld« 31.07.2008
Also schlimm ist der Film, wenn man das Buch gelesen hat ! Die Geschichte ist vorhersehbar und nicht wirklich schlüssig aus kriminalistischer Sicht, ansonsten ist das Nebenbeiwerk interessant geschrieben, aber sehr düster und vollgestopft mit Themen die eher totgeschwiegen werden (Vergewaltigung, Missbrauch, hypersexuelle frühreife Kinder) ... mitfühlend ist es geschrieben und ich habe auch kein Thriller erwartet, aber etwas mehr kriminologische Schlüssigkeit hätte ich schon erwartet !
0 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Rüdiger Kerth zu »Elizabeth George: Denn keiner ist ohne Schuld« 21.07.2008
Ich lese das Buch gerade und finde es sagenhaft gut.
Mit welchem Einfühlungsvermögen die Autorin auf die Krankheit des Constable und die Behinderung von Simon St. James eingeht ist einfach grandios. Ich könnte, da ich selbst betroffen bin, echt mitfühlen.
Und wer einen Thriller oder Reisser möchte, der sollte eben nicht Elizabeth George lesen.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.

Dies sind nur die ersten 10 Kommentare von insgesamt 27.
» alle Kommentare anzeigen

Ihr Kommentar zu Denn keiner ist ohne Schuld

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: