Das Dorf der Mörder von Elisabeth Herrmann

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2013 bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Brandenburg, 2010 - heute.
Folge 1 der Sanela-Beara-Serie.

  • München: Goldmann, 2013. ISBN: 978-3-442-31325-9. 480 Seiten.
  • [Hörbuch] München: Der Hörverlag, 2013. Gesprochen von Eva Mattes. ISBN: 3867179840. 7 CDs.

'Das Dorf der Mörder' ist erschienen als Hardcover Hörbuch

In Kürze:

Ein grausamer Mord ereignet sich im Berliner Tierpark. Eine der Ersten, die am Tatort eintrifft, ist die junge Streifenpolizistin Sanela Beara: ehrgeizig, voller Tatendrang und entschlossen, dem Fall auch gegen den Willen ihres Vorgesetzten auf den Grund zu gehen. Denn die Schuldige ist schnell gefasst  zu schnell, wie Sanela glaubt. Während der Öffentlichkeit die geständige Mörderin Charlie Rubin präsentiert wird, hat Beara Zweifel. Zweifel, die auch den Psychologen Jeremy Saaler plagen, der ein Gutachten über Charlies Zurechnungsfähigkeit erstellen soll. Unabhängig voneinander haben beide den gleichen Verdacht: Der Mord im Tierpark hängt mit Charlies Kindheit in einem kleinen Dorf in Brandenburg zusammen. Ein dunkles, mörderisches Rätsel lockt sie nach Wendisch Bruch  direkt ins Visier eines Gegners, der die Totenruhe im Dorf um jeden Preis bewahren will.

Das meint Krimi-Couch.de: »Blutige Vergangenheit« 85°Treffer

Krimi-Rezension von Marcel Feige

Vergangenheit ist ein großes Thema in den Büchern von Elisabeth Herrmann.

In ihrem Krimi Das Kindermädchen, erst vor kurzem erfolgreich fürs ZDF verfilmt, war es ein dunkles NS-Kapitel, das den Anwalt Joachim Vernau schlaflose Nächte bereitet. In dem Thriller Zeugin der Toten, dessen Verfilmung das ZDF am 25. März ausstrahlt, muss sich die Tatortreinigerin Judith Kepler an wenig ruhmreiche Tage der DDR erinnern.

Auch in Herrmanns neuem Roman Das Dorf der Mörder – nach erfolgtem Verlagswechsel bei Goldmann erschienen – rücken längst verdrängte Ereignisse in einem alten, brandenburgischen Ort in den Mittelpunkt der Geschichte.

Dabei beginnt alles, nun ja, nicht harmlos, aber wie in so vielen anderen Thriller-Novitäten äußerst blutig: Im Berliner Tierpark muss eine Kindergartengruppe mitansehen, wie sich wilde Pekaris – mittelamerikanische Nabelschweine – über die Überreste eines Mannes hermachen. Eine der ersten Polizisten am Tatort ist die junge Streifenbeamtin Sanela Beara, eine ehrgeizige, aber leider auch einsame Seele, die schwer an einem nicht bewältigten Kindheitstrauma zu knabbern hat.

Im aktuellen Mordfall ist die Täterin schnell gefunden: die Tierfutterzüchterin Charlotte Rubin. Für das anstehende Gerichtsverfahren soll nun der Psychologiestudent Jeremy Saaler gemeinsam mit dem renommierten Psychologen und Professor Dr. Brock die Zurechnungsfähigkeit der Mörderin herausfinden.

Unterdessen plagt Sanela eine ganze andere Frage: Ist Charlotte Rubin überhaupt die Mörderin? Keiner will Sanelas Zweifeln Glauben schenken, weswegen sie, ehrgeizig wie sie ist, selbst zu ermitteln beginnt – dem erbitterten Widerstand des leitenden Kommissars Gehring zum Trotz.

Sanelas Spuren führen sie in das brandenburgische Dorf Wendisch Bruch, das von fast all seinen Bewohnern aufgegeben worden ist. Nur noch ein paar alteingesessene Frauen leben in den abbruchreifen Häusern  und hüten dort ein schreckliches Geheimnis.

In Das Dorf der Mörder ist es diesmal allerdings kein Ereignis von historischem Ausmaß, anders als in den vorangegangenen Romanen Herrmanns, in denen sie das Thema NS-Zwangsarbeit aufgriff, oder die Rosenholz-Dateien und DDR-Spionage, also wahre Begebenheiten.

Diesmal hat sich die Autorin mehr am vorherrschenden Thrillermarkt orientiert, der nach blutigen, aber fiktiven Verbrechen und vor allem nach hohem Tempo verlangt.

Aber so oder so, Das Dorf der Mörder ist ein echter Elisabeth Herrmann  mit liebenswert ausgearbeiteten Figuren, einer psychologisch ausgefeilten Story, dichter Atmosphäre, einem turbulenten Showdown sowie einer schlüssigen Auflösung.

Die trotzdem nicht auf alle Fragen eine Antwort liefert: Denn wie wird es weitergehen mit dem angehenden Psychologen Jeremy? Was hat es mit dem Kindheitstrauma Sanelas aufsich? Schafft sie den Sprung ins Kommissariat? Und ganz wichtig: Was wird aus ihrer Beziehung zu Gehring?

Elisabeth Herrmann lässt eine spannende Zukunft erahnen.

Marcel Feige, März 2013

Ihre Meinung zu »Elisabeth Herrmann: Das Dorf der Mörder«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

U. Mertins zu »Elisabeth Herrmann: Das Dorf der Mörder« 09.08.2017
Ich kenne zwar den Film, aber nicht das Buch von E. Plessen. Deshalb mein Kommemtar nur zum Film:
Er bleibt bis zum Schluss für den Betrachter m. E. nach unbefriedigend, da ohne Lösung, obwohl eine solche denkbar wäre. Es mangelt der Handlung an Stringens, an Logik. Er wirkt zwar einerseits beklemmend, wobei aber offen bleibt, worin das Beklemmende sich gründet: in der aufgezeigten Handlung oder in der Fanfasie des Betrachters? Insofern wirkt er eher wie eine langgezogene Kurzgeschichte: Ende vollkommen offen, aber nicht gelungen.
Ob das Buch wohl befriedigender ist? Es "reizt" mich allerdings nicht, es zu lesen, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass es mehr (innere) Logik enthält, mehr Abgründe des Menschseins erhellt.
Rolf Graudejus zu »Elisabeth Herrmann: Das Dorf der Mörder« 25.08.2016
Ufff. Die Kommentare meiner Vorredner sind ja sehr gemischt. Ich richte mich aber grundsätzlich nach meiner eigenen Meinung und meinem Leseerlebnis. Die ersten paar Dutzend Seiten ließen mich bezüglich der Charaktere auch etwas ratlos zurück, was sich aber im Verlauf des Romans geklärt hat. Grundsätzlich: Der Plot ist gut, aber Einzelheiten könnten besser ausgearbeitet werden. Wer hat Beara die Schaufel im Zoo übergezogen? Kann Wendisch-Bruch tatsächlich so vergessen sein, daß Renten für Tote kassiert werden? Wäre dieser Roman von einer US-Autorin geschrieben und schilderte die Erlebnisse eines weiblichen Cops aus NY in Kentucky, die Kritiken wären lange nicht so heftig. Das lässt Raum für Vermutungen offen. Der Krimi aus Deutschland scheint noch nicht überall angekommen zu sein. Ach ja, Kritik an der Eignung eines Autors, dazu müsste man ihn/sie erstmal kennen.
Kristof Nef zu »Elisabeth Herrmann: Das Dorf der Mörder« 30.07.2016
Es gibt Filme, da weiß man nach spätestens 20 Minuten, dass sie nicht besser werden und man umschalten sollte. Für dieses Buch gilt das ebenfalls. Nach 95 Seiten habe ich es weggelegt. Frau Herrmann ist ganz offensichtlich als Kriminalautorin Laie, der nicht nötig hat, sich entsprechendes Fachwissen anzueignen, sondern mal so drauf los schreibt, es wird schon was rauskommen. Sowohl die Polizeiarbeit als auch die Psychologie der Handelnden sind platte Konstrukte einer Laienschriftstellerin. Als ich in der Einbandklappe las, dass sie nach ihrem Abitur ein Studium absolviert hat, wurde mir bestätigt, dass es der Frau gehörig an akademischem Tiefgang mangelt, denn was sie studiert hat, wird wohl aus guten Gründen gar nicht erwähnt. Und dass sie den Radio-Bremen-Preis für dieses schlichte Werk erhalten hat, bestätigt mir mein Urteil über die Qualität dieses Senders. Das Buch ist bis Seite 95 ein Elaborat, das du und ich genau so gut hätten fabrizieren können. Es liest sich wie das bescheidene Ergebnis eines Nachmittags in einer Schreibwerkstatt.
ullasfrauchen zu »Elisabeth Herrmann: Das Dorf der Mörder« 23.12.2015
Anfangs hatte ich Probleme in das Buch rein zu kommen. Nachdem ich es dann geschafft habe, nahm es auch bald an Fahrt auf.

Spannend erzählt. Teilweise unnötig ausgebaute Erzählstränge. Die sexuellen Erlebnisse der Protagonisten muss in einem Krimi nicht so detailliert beschrieben werden - aus meiner Sicht.

Leider trennen die Figuren in dem Buch sich bis zum Ende nicht von ihren "Komplexen", die es mir am Anfang schwer machten, in das Buch rein zu kommen.
brigitte zu »Elisabeth Herrmann: Das Dorf der Mörder« 15.04.2015
Habe dieses Buch mit größter Begeisterung gelesen, die Spannung wird kontinuierlich aufgebaut und auch gehalten. Die Personen, vor allem Sanela Beara, bietet viel Potential und Hintergrundgeschichte, um Hauptfigur einer Serie zu werden.
Verstehe die Kritik mancher anderer Leser nicht, die Geschmäcker sind halt verschieden.
Sarajlic zu »Elisabeth Herrmann: Das Dorf der Mörder« 06.04.2015
Ich habe Elisabeth Herrmanns „Dorf der Mörder“ frisch ausgelesen und mag kein abschließendes Urteil abgeben. Auf jeden Fall keines, das so überschwänglich lobend wäre wie viele andere hier.
Ja, die Schilderung des aussterbenden Ortes Wendisch Bruch ist atmosphärisch gelungen. Ja, ab dem Punkt, an dem die Geschichte Fahrt aufnimmt, bleibt die Spannung auf einem durchaus angenehmen Niveau.
Ja... aber: Ich habe zu keiner der beiden Hauptpersonen einen echten Draht gefunden. Jeremy Saaler ist mal Psychologe in der Facharztausbildung, mal Psychiater, mal Psychologe - das geht so gar nicht in Deutschland. Was ebenso wenig geht, ist sein völlig unprofessionelles und unreifes Verhalten. Lieber Jeremy: Deine Hormone nerven! Ähnlich unreif verhält sich auch Protagonistin Nummer Zwei: die „Kroatin“ Sanela Beara. Ja, liebe Autorin, auf Wikipedia steht, Sanela sei ein kroatischer Name; es könnte einem aber auffallen, dass die Beispiele darunter alle bosnische Muslime sind. Das ist kein Zufall. Und ja, Vladimir Beara hat für Hajduk Split im Tor gestanden; ethnisch war er dennoch Serbe. Und das Vaterunser heißt auch bei den Kroaten „Vater unser“ (Oče naš) und nicht „Vada unser der“ („Otse nas koji“), und wer Kroatisch spricht, kann es auch schreiben, auch als SMS (danke, Vuk Karadžić). So toll auch die Idee einer Protagonistin mit Migrationshintergrund ist: Dafür sollte man diesen Hintergrund vielleicht besser kennen oder kennen lernen.
Und noch ein Aber: Die Story ist streckenweise relativ vorhersehbar. Nach dem Einstieg und den holprigen ersten Kapiteln wird klar, dass die Lösung im Heimatdorf der Verdächtigen zu suchen ist. Was könnte da bloß passiert sein... mmmh, das Buch heißt „Das Dorf der Mörder“... mmmh, ich komm nicht drauf. - Schade! Punkte gibt's für den schaurig-schönen Fläming. Der Rest wird hoffentlich im nächsten Band mit Sanela besser.
Harry zu »Elisabeth Herrmann: Das Dorf der Mörder« 19.03.2015
Ein KLASSE-Buch !!

Eigentlich bin ich bei deutschen Autoren etwas vorsichtig, man muss ja mittlerweile aufpassen dass man nicht versehentlich ein "Kochbuch" kauft, welches als Regionalkrimi deklariert ist.
In diese Schiene gehört Elisabeth Herrmann aber wirklich NICHT !

"Das Dorf der Mörder" hat mich sofort gefesselt. Personenbeschreibungen, Handlung, die kleine Liebesgeschichte so wie die Hauptdarstellerin , alles ist sehr stimmig und auf eine besondere Art sehr spannend.

Weiter so :)
Chrisu zu »Elisabeth Herrmann: Das Dorf der Mörder« 04.11.2014
Die Streifenpolizistn Sanela Beara ist gerade mit ihrem Kollegen in Berlin unterwegs, als sie zu einem Einsatz in den Tierpark gerufen werden. Als sie dort eintreffen ist großes Chaos, zwei Kinder haben bei den Schweinen eine Hand gesehen. Die Kripo wird gerufen und die Ermittlungen werden eingeleitet. Und da wird Sanela Beara, als sie auf Spurensuche war, von hinten überfallen und fast getötet. Daraufhin wird Charlie Rubin, die für die Futtertierzucht verantwortlich ist, verhaftet. Aber Beara glaubt nicht so wirklich daran, dass sie die Täterin. Sie hat sich, bevor sie verletzt wurde, mit ihr unterhalten und hat einen ganz anderen Eindruck gewonnen. Auch Professor Brock und dem Psychologe Saaler kommen Zweifel. Aber Rubin schweigt und will keine Aussage machen. Alles deutet darauf hin, dass der Ursprung in der Kindheit von ihr zu finden ist.
Das ist wieder ein Buch nach meinem Geschmack. Einfach herrlich darin zu lesen. Wie schön langsam die Ermittlungen Ergebnisse zeigen, aber ist das wirklich alles? Ist noch irgendwas anderes im Spiel? Und Langsam glaubt man, dass da eine andere Person der Täter ist. Ich war auf der falschen Fährte muss ich gestehen. Und man bekommt immer mehr Einblick in das ganze Geschehen.
Das Szenario ist wirklich hervorragend geschrieben, die Protagonisten so bildlich dargestellt und die Charaktere treffend beschrieben. Und bis zum Schluß ist die Spannung aufgebaut.
Echt super, wirklich.
jenvo82 zu »Elisabeth Herrmann: Das Dorf der Mörder« 08.10.2014
Ein wirklich spannendes Kriminalstück mit der richtigen Mixtur aus kriminalistischer Ermittlungsarbeit, psychologischer Studie und dramatischer Handlung. Die handelnden Personen werden umfassend beschrieben, mit menschlichen Stärken und Schwächen ausgestattet und mitten ins Geschehen geworfen. Die Lösung des Falles scheint mehrfach zum Greifen nah, bis dem Leser die gespannten Fäden wieder entgleiten. Daher ist es kaum möglich den Täter im Vorfeld zu entlarven. Die Geschichte wirkt durchaus realitätsnah und könnte sich so oder ganz ähnlich in unserer eigenen Umgebung ereignen – erschreckend, schonungslos, prekär.
Renate Helene zu »Elisabeth Herrmann: Das Dorf der Mörder« 22.01.2014
"Das Dorf der Mörder" ist das erste Buch von Elisabeth Herrmann, das ich gelesen habe und ich bin begeistert davon. Frau Herrmann hat interessante Charaktere erschaffen und diese in eine spannende Handlung eingebunden. Und sie hat meine Neugierde darauf geweckt, wie sich die Hauptpersonen weiter entwickeln werden. Ich bin schon voll gespannter Erwartung auf die Fortsetzung von Sanela Beara und Kommissar Gehring.

Dies sind nur die ersten 10 Kommentare von insgesamt 15.
» alle Kommentare anzeigen

Ihr Kommentar zu Das Dorf der Mörder

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: