Moldawisches Roulette von Elfi Hartenstein

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2004 bei dtv.
Ort & Zeit der Handlung: Moldawien, 1990 - 2009.

  • München: dtv, 2004. ISBN: 3423244313. 277 Seiten.
  • [Hörbuch] Daun: TechniSat Digital, Radioropa Hörbuch, 2006. Gesprochen von Sabine Swoboda. ISBN: 3866670850. 6 CDs.

'Moldawisches Roulette' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Pia Ritter lebt seit kurzem als Deutschlehrerin in der moldawischen Hauptstadt Chisinau. Wolf – ihr Freund – ist weit weg, zu Hause in Deutschland. Sie telefonieren fast täglich, aber das ändert nichts daran, dass sie in diesem Land, in dem vieles nicht zu stimmen scheint, allein zurechtkommen muss. So fällt ihr eines Abends im Spielcasino auf, dass am Roulettetisch offenbar Geld gewaschen wird. Ein paar Tage nach einem Besuch in der berühmten staatlichen Weinkellerei Cricova meldet das Fernsehen, dass aus der Schatzkammer einige wertvolle Flaschen gestohlen wurden, die einst Hermann Göring gehörten. Kurz darauf wird Pia erpresst. Immer tiefer gerät Pia in den bis in höchste Regierungskreise hineinreichenden Sumpf aus Bestechung, Vetternwirtschaft, Autodiebstahl, Schieberei, Devisenschmuggel, Geldwäsche und politischem Mord. Zum Glück aber gibt es Tamara, Pias Kollegin – und Wolf, der herausfindet, dass die Spuren einer international agierenden Mafia auch nach Deutschland führen.

Das meint Krimi-Couch.de: »In Chisinau fehlt Wein« 68°

Krimi-Rezension von Thomas Kürten

Als am Ende des Romans »Moldawisches Roulette« Pia Ritter erschöpft und hungrig in der Mitte ihrer Freunde in einem jüdischen Restaurant feiert, blickt sie zurück auf ein erstes halbes Jahr in einem vergessenen Land, das in seiner Geschichte zu lange von seinen politischen Machthabern unterdrückt wurde. Moldawien ist das Armenhaus Europas und war eine der ersten Teilrepubliken der ehemaligen UdSSR, die während Glasnost und Perestroika ihre Unabhängigkeit erklärte. Elfi Hartenstein beschreibt in ihrem Debütroman nicht nur einen Staat in der Hand von Mafia und Korruption, sondern klagt zugleich die Weggucker-Mentalität der Moldawier an, die vor Verbrechen und Vetternwirtschaft ihre Augen offenbar nur zu gerne schließen.

Pia, Deutsch-Dozentin an der Uni von Chisinau, hat Probleme sich ihrem neuen Alltag anzupassen. Sie fährt lieber mit dem – für Durchschnitts-Moldawier – unbezahlbar teuren Taxi zu ihrem Arbeitsplatz und vermisst die vollen Regale der deutschen Supermärkte. Fremd ist ihr jedoch auch das Eine-Hand-wäscht-die-andere-Prinzip, das hier im Alltag mehr zählt als irgendein Gesetz. Tu was für mich und ich werde was für dich tun.

Hundert auf Rot, hundert auf Schwarz

In einem Casino beobachtet sie einen Mann, der offenbar am Roulette-Tisch Geld wäscht. Allerdings wird sie selbst bei ihren Beobachtungen entdeckt von einem Mann, den sie wenige Tage zuvor auf einer Führung durch die staatlichen Weinkellereien getroffen hatte: Ion Rusnac. Als Pia sich mit einem Reporter nochmals die Keller ansehen will, kümmert sich dieser Mann persönlich um die beiden. Dabei zieht er Pia beiseite, weil er sie um einen »Gefallen« bitten will, scheitert jedoch an ihrer Unbestechlichkeit. Kurz darauf meldet das staatliche Fernsehen den Diebstahl wertvoller Weinflaschen aus dem Museum der staatlichen Weinkellerei.

Pia berichtet ihrem Freund Wolf in Deutschland von den Geschehnissen und der kennt zufällig einen Steuerberater, der für eine große deutsche Winzergenossenschaft arbeitet, von der Rusnac erstaunlich hohe Summen Bargeld erhalten hat. Gefahr türmt sich auf für die junge Dozentin, denn ihr Ansprechpartner im Bildungsministerium soll urplötzlich eine Stellungnahme zu ihr und ihrem Besuch in den Weinkellern abgeben. Eine andere Kollegin will plump Informationen aus ihr heraus quetschen und schließlich explodieren Bomben und fallen Schüsse.

Den Krimiplot originell oder innovativ zu nennen, wäre eine gewagte These. Es ist solides Handwerk, was Elfi Hartenstein ihren Lesern serviert, überzeugend und flüssig geschrieben. Das sich Schwarzgeld (ob es wirklich welches ist, sei mal dahin gestellt) vorzüglich in Spielcasinos waschen lässt, ist lange schon kein Geheimnis mehr. Unterschlagung, Korruption und Vetternwirtschaft bilden dazu einen gelungenen Hintergrund, um die Geschichte rund zu machen. Auch Nervenkitzel ist vorhanden; wer jedoch plötzliche Wendungen und ein auf ganzer Linie überraschendes Ende erwartet, ist bei diesem Roman falsch.

In Moldawien ist´s kalt

Eher findet man hier eine Studie der Gesellschaft in einem ehemaligen GUS-Staat, der nach der Unabhängigkeitserklärung die typischen Probleme mit der gewonnenen Eigenständigkeit hat. Hartenstein schildert die Probleme des Alltags: die nicht funktionierende Heizung im bitterkalten Herbst, die Freude über warmes Wasser aus der Leitung, aber auch die vielfach willkürlichen Polizeikontrollen, bei denen versucht wird, von ihr als vermeintlich reicher Ausländerin Geld abzuzocken. Gleichzeitig ist es wohl eine Aufarbeitung eigener Erfahrungen der Autorin, für die die Protagonistin wohl als Alter Ego herhalten darf, und beschreibt die Probleme, sich in einem fremden Land anzupassen und sich in fremder Kultur zurecht zu finden. Pia bleibt fremd und baut nicht zuletzt darauf ihre Gesellschaftskritik auf, die letztendlich wirkungslos verhallt. Sie beobachtet Missstände und verurteilt sie nach ihren deutschen Maßstäben, anstatt zu versuchen, die Ursachen zu verstehen.

Am Ende bleibt Resignation: Pia mag sich im Kreis einiger Moldawier, die aufrechte und ehrliche Charaktere sind, wohl fühlen und sie alle mögen dafür gesorgt haben, dass ein Ganove gefasst wurde. Aber das bleibt nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Eine ganze Gesellschaft, die vor Ungerechtigkeiten und Vorteilsnahme die Augen schließt, kann von keinem couragierten Einzelkämpfer geändert werden. Auch nicht mit einem nett zu lesenden Roman, der in einem fernen Land wie Deutschland erscheint. Der Winter in Moldawien ist kalt und das wird er auch bleiben.

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Oleg Diordiev zu »Elfi Hartenstein: Moldawisches Roulette« 05.10.2008
Hallo ... Also meine Meinug ist folgendes:
Diese Pia Ritter schreibt so und meint so als wäre es wansinnig schwer in dieser Land zu leben ,das mag ja stimmen aber man muss es auch alles nicht so tragisch darstellen und besonders sie.Erstens, sie kommt als Deutschlererin hier in Moldawien und meint es ist sehr schwer in diser Land zu leben ja, aber sie die aus Deutschland kommt um die 2000-Euro in Monat Lohn vielleicht auch mehr, und sie meint es ist schwer hier? das ist vileicht für ein moldawier schwer aber nicht für sie. Mit 2000 euro sie lebt in Moldawien wie eine Königin, haben sie gemerkt sie besucht hier den Kasino, sie fährt jeden Tag mit dem Taxi zum Arbeit und wie sie schreibt für ein normale Moldawier das ist unbezalbar- blödsinn, immer wenn ich hier in Chisinau morgens mit ein Taxi fahren will ,sind fast alle Taxis besetzt ,dass heißt das viele moldawier mit den Taxis zum Arbeit fahren, nicht nur sie. So arm sind dieLeute hier auch nicht, der Staat mag sein das er arm ist und korupt aber die privat Leute sind nicht so arm wie sie schreibt und in Deutschland können sich auch nicht leisten jeden Tag mit Taxi Fahren,obwohl es ein reiches Land ist.Ich würde mal gern wissen ob Sie als Lehrerin in Deutshland sich jeden Tag ein Taxi leisten kann.Die Lehrer und Ärzte bekommen dort auch sehr wenig.Kann Sie mir sagen wo Sie in der Haupstadt ein Supermarkt mit leeren Regalen gesehen hat?In Deutschland sind alle Regalen voll mit Fastfood Produkten,mit Konsservierung und Farbstoffen und schmeken gar nicht,hier kann man auch Bio- Prudukte finden die sehr gut schmeken.Ich habe 8 Jahre in Deutschland studiert und ich kann euch sagen,dass nicht alles was glänzt Gold ist, das meine ich Deutschland.
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