Herzlich willkommen beim Krimi-Couch-Blog

"Blog", das steht in aller Kürze für Web-Log und ist eine Art Internet-Tagebuch, in dem man kurz auflistet, über was man so alles im Web gestolpert ist oder was sonst beschäftigt.


Hier im Blog der Krimi-Couch geht es natürlich vor allem um Krimis, um News & Nonsense, Ansichten und Einsichten. Hier sind wir gnadenlos subjektiv und entsprechend meinungsfreudig. Und hoffentlich auch entsprechend unterhaltsam. Viel Spaß!

Liebe Leserinnen und Leser,

auf geht´s in ein neues Krimi-Jahr – leider mit einem äußerst traurigen Start: Mit Reginald Hill, der am 12. Januar verstarb, ist einer der ganz Großen des Genres (Diamond Diagger für sein Lebenswerk) von der Bühne abgetreten. Val McDermid fasste den Abschied von einem der originellsten englischen Autoren der jüngeren Literaturgeschichte in rührende Worte:

Heute ist einer der traurigsten Tage in meinem Schriftstellerleben. Mein guter Freund Reginald Hill ist in dem lächerlich jungen Alter von 75 Jahren gestorben. Ich sage »lächerlich jung«, da Reg einer dieser Peter-Pan-Typen war, die nicht in dem Maße zu altern scheinen wie der Rest von uns.

Peter Pan hat Neverland verlassen. Es grenzt zwar fast an Zynismus, aber vielleicht besteht jetzt die Chance, dass Reginald Hills Bücher in Deutschland wieder- und weiter veröffentlicht werden, vor allem seine Out-of-Print-Frühwerke, und so endlich einem breiteren Lesepublikum bekannt werden. Hill und sein Andenken wären es wert.

Ein weiteres Andenken und gleichzeitig Jubiläum steht in diesem Jahr an, das an Sir Arthur Conan Doyle und seine omnipräsente Figur des Sherlock Holmes, den es nun schon seit 125 Jahren gibt. Einer der ersten Serienhelden der Kriminalliteratur und sicherlich einer der berühmtesten. Diesen und das Gesetz der Serie nimmt Dieter Paul Rudolph in diesem Monat in seiner Kolumne unter die Lupe.

Und noch ein weiteres Jubliäum wirft seine Schatten voraus: Im Mai wird die Krimi-Couch zehn Jahre alt. Der Schampus steht zwar bei uns noch nicht kalt, dafür aber diesen Monat ganz bestimmt beim Pendragon-Verlag und bei C. Bertelsmann. Die dürfen sich nämlich über den Deutschen Krimi Preis 2012 freuen:

National:

1. Platz: Mechtild Borrmann: Wer das Schweigen bricht
2. Platz: Friedrich Ani: Süden
3. Platz: Elisabeth Herrmann: Zeugin der Toten

International

1. Platz: Peter Temple: Wahrheit (Truth)
2. Platz: Don Winslow: Zeit des Zorns (Savages)
3. Platz: Kate Atkinson: Das vergessene Kind (Started Early...)

Wir gratulieren herzlich!

Unser Volltreffer nimmt uns im Januar mit nach Südafrika, wo auch Post-Fußballweltmeisterschafts-Hype erwähnens- und lesenswerte Krimis geschrieben werden. Mike Nicols Auftakt einer Trilogie Payback hat unseren Redakteur Jürgen Priester vollendst überzeugt.

Die weiteren Krimi-Tipps zum Jahresbeginn liefern uns Elliott Hall mit Böses dem Bösen und Buddy Giovinazzo mit Cracktown, beide Autoren führen uns nach Amerika, doch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist in beiden Fällen ein ganz anderes. Patrick Pécherots Boulevard der Irren lädt uns nach Paris im Jahre 1940 ein, wo er eindrucksvoll beweist, dass Serienhelden auch aus der Feder eines anderen Autoren weiterleben können, ausgesprochen gut sogar. Und der junge Debütant aus Amerika mit dem klangvollen Namen Ben Berkeley zeigt uns mit Judaswiege, dass man aus der Basis »Serienkiller tötet hübsche Frauen« doch durchaus immer noch etwas Spannendes und Neues erschaffen kann.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen

Ihr
Lars Schafft

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