Der Hexer von Edgar Wallace

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

. ISBN-10: 3-442-05292-0, ISBN-13: 978-3-442-05292-9.

'Der Hexer' ist erschienen als Taschenbuch

Das meint Krimi-Couch.de: »Krimi aus der guten, alten Zeit – die soo wohl doch nicht war« 10°

Krimi-Rezension von Michael Drewniok

Inspektor Alan Wembury von Scotland Yard übernimmt den »R-Bezirk« im Londoner Stadtteil Deptford. Der ist ein unruhiges Pflaster, in dem sich diverse Größen der Unterwelt behaglich eingerichtet haben. Zu ihnen gehört der halbseidene Rechtsanwalt Maurice Messer, der Polizei bekannt und verhasst als höchst eloquenter Streiter weniger für als gegen das Gesetz, dem er seine zwielichtigen Klienten vor den Schranken des Gerichts immer wieder zu entreißen weiß.

Dass Messer selbst ein Verbrecher ist, blieb bisher unbekannt. Der junge Johnny Lenley ist da besser im Bilde, ist er doch gerade dabei, ein Geschäft mit dem Anwalt abzuschließen. Aus vornehmen Hause stammend, aber inzwischen völlig verarmt, will Johnny die Rückkehr in jene Kreise, denen er sich zugehörig fühlt, notfalls auf krummen Wegen erzwingen. Vor einiger Zeit hat er die berühmte Perlenkette der Lady Darnleigh gestohlen, deren Verkauf Messer als Hehler übernehmen soll.

Die Polizei ist misstrauisch, aber machtlos. Inspektor Wembury ist zudem privat in den Fall verwickelt. Er kennt Johnny Lenley seit Jahrzehnten, desgleichen dessen blutjunge Schwester, die hübsche Mary, für die Wembury mehr als freundschaftliche Gefühle hegt. Messer verfolgt dagegen weniger ehrenhafte Absichten. Die Geldnot der Geschwister ausnutzend, stellt er Mary als seine Privatsekretärin ein. Als Johnny ihn durchschaut, lässt ihn Messer in eine Falle laufen, die ihn direkt ins Gefängnis bringt. Zwischen der unschuldigen Mary und ihrem schurkischen Arbeitgeber scheint nur noch Inspektor Wembury zu stehen, aber der hält sich fern, weil er fälschlich glaubt, von Mary für die Verhaftung des Bruders verantwortlich gemacht zu werden.

Doch der lange Arm der Gerechtigkeit greift bereits nach Messer. Der hatte vor einigen Monaten Marys Vorgängerin vom Sekretärinnenstuhl auf sein Lotterbett gezogen, ausgiebig entehrt und dabei geschwängert. Erst (zu) spät besann sich Gwenda Milton ihrer Ehre und wählte (wie es sich gehört) den Freitod in der Themse. Das weckte den Zorn ihres Bruders, und der ist ein Gegner, den man ungern gegen sich aufbringt: Henry Artur Milton, genannt der »Hexer«, ist ein international bekannter und verfolgter Verbrecher. Als moderner Vigilant hat er es sich zur Aufgabe gemacht, die Bösewichter dieser Welt dort zu strafen, wo das Gesetz machtlos bleibt: Er bringt sie kurzerhand um und ist sehr erfolgreich dabei!

Messer weiß um Miltons Rachedurst, macht sich aber keine Sorgen. Der Hexer gilt als tot, gestorben vor Monaten in Australien auf der Flucht vor der Polizei. Allerdings war dies eine Falschmeldung, deren Richtigstellung Messer in Panik versetzt. Auch Scotland Yard ist alarmiert, denn dass Milton nach England kommen wird, gilt als sicher: Des Hexers Gattin Cora Ann ist bereits dort eingetroffen, und Milton wird nicht lange auf sich warten lassen. Aber der Hexer trägt seinen Spitznamen nicht ohne Grund. Er ist ein Meister der Verkleidung und der Täuschung und tritt unter vielen Masken immer genau dort auf, wo ihn seine Verfolger am wenigstens vermuten …

»Es ist unmöglich, von Edgar Wallace nicht gefesselt zu sein!« Mit diesen großen Worten warb einst der Goldmann-Verlag für die zahlreichen Romane dieses Autoren. Zur Dankbarkeit bestand genug Grund, denn über viele Jahrzehnte bildeten seine Werke nicht nur ein Standbein, sondern geradezu das Fundament des Hauses Goldmann. Die fünf Jahre nach dem II. Weltkrieg eingeführte und bis heute fortbestehende Reihe der »Roten Goldmann-(Taschen-)Krimis« gründete ihren Ruhm und ihren Erfolg auf Edgar Wallace; zeitweise stammte jeder zweite Band der Reihe aus seiner Feder.

Mehr als vier Jahrzehnte wurden diese frühen Goldmann-Krimis immer wieder aufgelegt. In den fünfziger und sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts konnte man in Deutschland die Begriffe »Wallace« und »Krimi« durchaus als Synonyme verstehen. In dieser Zeit entstanden auch die unzähligen Wallace-Kinofilmen, die noch heute einen festen Bestandteil in den Programmplänen deutscher TV-Sender bilden. Generationen von Lesern, Kinobesuchern und Fernsehzuschauern wurden von Edgar Wallace-Krimis geradezu geprägt.

Das ist heute kaum mehr verständlich. »Der Hexer« ist einer der bekanntesten Wallace- Thriller, doch die Lektüre lässt den Leser, der zuvor womöglich nie ein Werk dieses Schriftstellers gelesen hat, recht ratlos zurück. Nach einem recht verheißungsvollen Beginn, der das ganze nostalgische Inventar des britischen Kriminalromans zwischen den beiden Weltkriegen auffährt, tritt die Handlung bis zum spannungsarmen Schluss unverkennbar auf der Stelle. Sie verlässt bis auf wenige kurze Episoden nie die staubige Höhle des Übelfingers Messer, und die Protagonisten beschränken sich darauf, gern und ausgiebig zu reden …und zu reden …und zu reden. Kein Wunder, denn »Der Hexer« hat das Licht der Künstlerwelt nicht als Roman, sondern als Theaterstück (»The Gaunt Stranger«, 1925) erblickt, das vom geschäftstüchtigen Wallace später umgeschrieben wurde. Wie es seine Art war, hat er sich dabei auf die nötigsten Handgriffe beschränkt, das Honorar eingestrichen und zum nächsten Wettschalter getragen.

Während die (in jeder Hinsicht) blutleere Handlung besonders den irritiert, der die oben erwähnten Edgar Wallace-Kinofilme kennt (offenbar haben die viel gescholtenen Zelluloid-Handwerker des deutschen Kinos vor der bleiernen Zeit des Autorenfilms doch etwas von ihrem Job verstanden), ruft die schauerliche Figurenzeichnung echten Ärger hervor. Doppelt fremd muss uns heute die unglaubliche Popularität der Wallace- Krimis in Deutschland erscheinen, wenn wir mit den scherenschnitthaften Karikaturen konfrontiert werden, die der tiefsten Mottenkiste des Stummfilm-Melodrams entsprungen sind. Mary Lenley ist die hilflos-händeringende Schöne, die vom langweilig-edelmütigen Helden vor dem buschigbrauig-lüsternen Bösewicht gerettet werden muss. Nachdem er dies zum tausendsten Male versucht hat und sich doch wieder nicht getraut hat, dem Objekt seiner Bemühungen endlich seine Liebe zu gestehen, während dieses schlicht zu blöd ist, seine verzweifelten Anstalten zu deuten, hat man es einfach nur gründlich satt.

Der »Hexer« selbst kann da das Eisen erst recht nicht mehr aus dem Feuer reißen. Das angebliche Genie des Verbrechens, Schrecken der Polizei diverser Kontinente, ist ein selbstgerechter und eingebildeter Rächer, unsympathisch dort, wo Wallace ihn faszinierend erscheinen lassen wollte, und als dunkle Heldengestalt denkbar ungeeignet.

»Der Hexer« erfuhr übrigens eine Fortsetzung; in diesem Punkt war Wallace ganz modern. »Again the Ringer«/»The Ringer Returns« (dt. »Neues vom Hexer«) ist ein beinahe bizarres Werk; eine Sammlung von Kurzgeschichten um Henry Artur Milton, die der Autor durch schlampig formulierte überleitende Passagen notdürftig zu einem »Roman« zusammengeklittert hat.

Ihre Meinung zu »Edgar Wallace: Der Hexer«

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.... zu »Edgar Wallace: Der Hexer« 27.12.2009
Egdar Wallace schreibt fesselnd, man mag nicht mehr aufhören zu lesen und fiebert mit den Inspektoren mit - neigt aber durch das gerecht scheinende Handeln des Hexers (das ausschließlich auf Rache berührt) dazu, sich auf die Seite des Hexers zu begeben (bei "Neues vom Hexer" noch stärker spürbar); was aber ja kein Problem ist ;)
TOLLES BUCH! TOLLER AUTOR!
sahlmann zu »Edgar Wallace: Der Hexer« 18.04.2009
Viel Kritik für den armen Wallace. Mir gefällt der Hexer, und auch einige andere Wallace'. Natürlich sind sie völlig verstaubt. aber das sind die Buddenbrooks auch. Mir macht es ab und zu Spaß, Wallace zu lesen (Thomas Mann auch :-) ) Der Hexer ist einer meiner Liebsten.
Genau wie die heutige Musik ohne die Beatles und Elvis sicher ganz anders aussehen würde, so hat Edgar Wallace viel für den Krimi und Thriller getan.
Ein Klassiker wie Christie oder Sawyers, auf dessen Schultern all die Autoren stehen, die uns heute so sehr gefallen.
theredcircle zu »Edgar Wallace: Der Hexer« 08.03.2009
Ein guter Wallace mit sehr intressanten Charakteren. Er wirft ebenfalls die Frage der Selbstjustiz auf, wobei die Antwort bei jedem leser anders ausfällt.

Die Auflösung des Rätsels ist aber in diesem Wallace, verglichen zu anderen, recht einfach.

Der Film dazu ist aber meiner Meinung nach einer der Besten (neben "Die Toten Augen von London").
Michael Drewniok zu »Edgar Wallace: Der Hexer« 02.11.2007
Lieber Herr Beckmann,

wie schon gesagt, sehe ich keinen Grund, zornig zu sein. Abermals bestätigt sich, wie nützlich der Dialog ist, wo unterschiedliche Meinungen herrschen. In einem Punkt bleiben wir weiterhin konträr: Ich sehe "Klassiker" in der Tat nicht als Qualitäts-Prädikat, sondern hinterfrage Klassiker genauso kritisch wie Romane, die einfach nur alt sind. Sehr oft finde ich heraus, dass ein Roman zum Klassiker wurde, weil er in der Tat etwas hat, das ihn über die zeitgenössischen Werke hebt und bis in unsere Gegenwart trägt. Manchmal allerdings bin ich verblüfft, weil ich objektiv nicht nachvollziehen kann, wieso ein Werk zu diesem Status kam. Das gilt für den "Hexer", aber es schließt viele andere (Krimi-)Titel ein, von denen ich hier beispielhaft einige (ohne wertende Reihenfolge) nenne: "Die Wendeltreppe" von Mary Roberts Rinehart: "Casino Royale" von Ian Fleming"; die "Ironside"-Romane von Victor Gunn; die Romane von L. Weinert-Wilton.

In meine Besprechungen würde diese Verwunderung einfließen (und ist sie z. T. bereits) und begründet werden. Das Gute an der Krimi-Couch ist die Möglichkeit, Rezensionen ausgiebig zu kommentieren und sogar darüber zu diskutieren. Ich sehe deshalb die Kommentare als Ergänzung der eigentlichen Rezension an, denn sie machen etwas deutlich, das mir sehr wichtig ist: Selbst zu einem perfekt scheinenden Argument gibt es womöglich ein Gegenargument, das der Leser kennen sollte, um sich sein eigenes Bild zu machen - denn diese Aufgabe kann und will ich ihm als Rezensent nicht abnehmen.

Viele Grüße, M. Drewniok
Henry Beckmann zu »Edgar Wallace: Der Hexer« 02.11.2007
Sehr geehrter Herr Drewniok,

vielen Dank für Ihre offene Antwort. Sie haben auch völlig Recht, wenn Sie schreiben, dass man die Wallace-Bücher klar von den Filmen abgrenzen muss. Dies ist schon allein durch das andere Medium, allerdings auch durch die zahlreichen Änderungen an den Originalstoffen begründet.

"Der Hexer" verdient (nicht nur) meiner Meinung nach trotzdem mehr als 10°. Lassen Sie es mich wiefolgt begründen: Als Basis die von Ihnen gestellte Frage, ob und wieviel "Klassikerbonus" ein Buch bekommen sollte. Ein Klassiker verdient ganz klar einen Bonus (in welcher Höhe auch immer - das liegt im Ermessen eines jeden Einzelnen), da er es im Vergleich zu anderen Werken geschafft hat, sich über lange Zeit hinweg über Wasser und auf dem Markt zu halten, nach mehreren Jahrzehnten oder auch Jahrhunderten noch gelesen zu werden und Menschen zu begeistern oder zu fesseln.

Welche Gründe hat das, speziell auf den "Hexer" bezogen? Dass es nur eine Marketing-Strategie war, dass heute dieser eine Roman so weit über den anderen Wallace-Werken steht, glaube ich nicht. Weiterhin bin ich aber auch nicht der Meinung, dass er tatsächlich der beste ist (da wären "Die toten Augen von London" oder "Die Tür mit den 7 Schlössern" wohl erfolgreichere Anwärter). Allerdings ist dieser Roman spannend, temporeich, faszinierend und - wohl wieder ein Fan-Argument - recht typisch für Wallace. Ein weiterer Grund für den Erfolg des Romans dürfte sein, dass Wallace sich im Entstehungsprozess (den ich sicher nicht näher erklären muss) ein einziges Mal nach der Meinung eines anderen gerichtet und einen Tipp für seine Arbeit angenommen hat. Das kam dem Buch und wohl auch dem Theaterstück zugute, wie ich denke.

Zu keinem Zeitpunkt lag es mir nahe, Ihre Meinung als falsch darzustellen - mich wunderte lediglich ihre "schlechte" Bewertung im Vergleich zu den Meinungen hier im Kommentarfeld und auch denen, die man sonst liest.

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Alles, was in diesem Beitrag steht, ist, wie auch in der Beschriftung dieses Feldes vorgesehen, ausschließlich meine eigene Meinung.

MfG, Henry Beckmann.
Michael Drewniok zu »Edgar Wallace: Der Hexer« 27.10.2007
Dafür muss man sich wirklich nicht entschuldigen bzw. sollte sich von einer Rezension nie den eigenen Spaß an einem Buch oder Film verderben lassen.

Die Gleichsetzung von Roman und Film ist mir in den Kommentaren zum "Hexer" auch aufgefallen. Das bestärkt mich in der Vermutung, dass mein Text oft entweder gar nicht genau gelesen oder nicht verstanden wurde, bevor die "Rettet-den-Edgar!"-Keule zum Einsatz kam. Die Wallace-Filme würde ich deutlich positiver beschreiben, doch das ist ein anderes Kapitel, das nicht auf der "Krimi-Couch" stattfinden kann.
SukRam zu »Edgar Wallace: Der Hexer« 27.10.2007
Sehr geehrter Herr Drewniok,

vielleicht haben Sie Recht, was die Einordnung eines Klassikers betrifft. Oftmals ist es ja so, dass man dazu neigt, Bücher in den Himmel zu heben, die von anderen als klassisches Element der Literatur eingeschätzt werden und die man vielleicht noch in unversehrter Kindheit genossen hat.
Die Geschichten eines Edgar Wallace sind wirklich nicht gerade sehr origniell, was ihren Aufbau betrifft, doch zum Glück schafften es die Filmemacher mit einer ordentlichen Portion Humor, recht ansehnliche Kinofilme zu gestalten, die jedoch auch von vielen Fans mit den Romanen gleich gesetzt werden.
Meiner Meinung nach ist deshalb eine objektive Bewertung selten möglich, doch auch ich muss gestehen, dass mich der Roman vor vielen Jahren ein wenig gefesselt hat.

Meine Bewertung: 50°
Michael Drewniok zu »Edgar Wallace: Der Hexer« 27.10.2007
Nein, ich nehme es nicht übel. Konstruktive Kritik ist etwas völlig anderes als der kollektive Aufruf zum Lynchen des bösen Rezensenten durch hysterische Über-Fans und wird gern von mir zur Kenntnis genommen, selbst wenn sie meiner Argumentation widerspricht. (Ich fände es übrigens besser, wenn es die Möglichkeit gäbe, zu jedem Titel mehrere Rezensionen zu posten, was eine mögliche Meinungsvielfalt besser abbilden würde. Die Redaktion sieht das anders, und ich stimme zu, dass die Kommentarfunktion der "Krimi-Couch" eine Alternative bietet.)

Zu meinen Worten stehe ich freilich, denn ich habe sie begründet. Dem muss man nicht folgen, darf sich bzw. Edgar Wallace aber deshalb nicht angegriffen fühlen. Wieso hoch 'muss' denn ein Krimi wie "Der Hexer" eingeordnet werden, nur weil er ein 'Klassiker' ist? 50%? Oder besser gleich 90? Wieso sollte ich mein Urteil von Leuten wie Fuchsberger, Adenauer oder Kramp abhängig machen? Ich habe meine eigene Meinung, und die weicht vom Gros der im Wallace-Forum aktiven Leser offensichtlich ab. Muss sie deshalb falsch sein?

"Eindimensional" ist sie jedenfalls nicht, denn sie hinterfragt u. a. jenen Mechanismus, der angeblich die Leser dazu bringt, in die "wunderbare Wallace'sche Märchenwelt abzutauchen, sich von den Problemen des Alltags abzukapseln und sich einfach nur zu amüsieren". DAS ist auch nur ein Argument von vielen, und es muss zudem nicht zutreffen, nur weil die Mehrheit der Wallace-Aficionados ihm anhängt!

Die Liste der Wallace-Titel, die noch unbesprochen sind, ist beeindruckend lang. Wieso übernimmt nicht einer meiner Kritiker den einen oder anderen Krimi und legt dar, was ihn zu einem Glanzpunkt seines Genres macht? (Das ist nicht spöttisch sondern ernst gemeint - genauso ernst wie mein Stoßseufzer übrigens, man würde mir nicht immer wieder vorwerfen, ein Rezensent UND Doktor zu sein; bin es wirklich nur ich, der da gar keinen Zusammenhang zu sehen vermag?)
Henry Beckmann zu »Edgar Wallace: Der Hexer« 17.09.2007
Als Wallace-Fan und Kenner der Materie muss ich den Rezensionen von Dr. Michael Drewniok energischst widersprechen, der mit seinen Kritikpunkten gerade die signifikanten Merkmale der Edgar-Wallace-Romane, die altmodisch-einfache Amüsanz und Leichtigkeit, die Naivität und den übersteigerten Kontrast zwischen Schwarz, dem Bösen, und Weiß, dem Guten, die gerade eben für die Fans die "Magie" der Geschichten ausmachen und es zulassen, in die "wunderbare Wallace'sche Märchenwelt abzutauchen, sich von den Problemen des Alltags abzukapseln und sich einfach nur zu amüsieren" (wie es Joachim Kramp, Joachim Fuchsberger und Altkanzler Konrad Adenauer alle in diese Richtung gehend formulierten), ins Gegenteil verkehrt und sie als formale Unschönheiten deklariert. Die Wertung von 10° für einen Klassiker der Kriminalliteratur ist einfach nur lächerlich und in keinster Weise auf objektiven Fakten basierend, was auch die durchschnittliche Bewertung der Gäste von Krimicouch anzeigt.

Abschließend ein Post aus dem Wallace-Forum, der in etwa die Situation wiedergibt: "Doktor-Titel hin oder her, dies ist eindimensionale Betrachtung pur! Er mag Edgar Wallace nicht und das ist sein Recht. Diese Rezensionen (noch dazu auf tlw. stark gekürzte Ausgaben basierend) sind aber um ein Vielfaches mehr Schund, wie die Wallace-Romane seiner Meinung nach. Man braucht sich seine Kritiken, nachdem man den Roman kennt, ja nur mal durchzulesen..."

Ich hoffe, der Zitierte wird mir die Weitergabe seiner (recht korrekten) Meinung ebensowenig übelnehmen wie Krimicouch oder Herr Dr. Drewniok meine Einschätzung der Sachlage.
Shellingford zu »Edgar Wallace: Der Hexer« 06.01.2007
Hier muss man Christoph Cusnick eindeutig Recht zusprechen.
Obwohl viele Wallace-Romane nicht gerade einprägend sind, kann man sich doch sehr gut an Henry Arthur Miller und seine Frau Cora Ann erinnern.
Die Geschichte ist witzig gestaltet und weicht in seinem Schema deutlich von den anderen Wallace-Werken ab.
Auch zeigt der Roman: Helden müssen nicht immer `bei den Guten` sein. Das haben aber auch schon Arsène Lupin und viele andere bewiesen.

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