Die Zukunft des Verbrechens. Warum gute Krimis Science Fiction sind

Von Dieter Paul Rudolph

Philip K. Dick, Isaac Asimov, Ron Goulart, Ray Bradbury …wer sich der zeitintensiven Aufgabe widmet, Geburts- und Sterbedaten für einen Krimikalender zusammenzutragen, stößt unweigerlich auch auf Autoren, die man weniger als Kriminal-, viel mehr als Science-Fiction-Autoren kennt. Und ist nicht auch Aldous Huxleys »Schöne neue Welt« in ihrem Kern ein (politischer) Kriminalroman? Was ist mit Orwells »1984«? Oder gar das große Spektrum von Science-Fiction-Filmen, »Matrix«, ja, Stanley Kubricks »2001 – Odyssee im Weltraum« …Antony Burgess’ »Clockwork Orange« oder …

Man merkt schon: Aus diesem Krimikalender hätte auch leicht ein Science-Fiction-Kalender werden können. Spannung als dramaturgisches Element, die beinahe zwangsläufige Verbindung von Zukunft und Verbrechen, all das liegt auf der Hand und ist geeignet, die Grenzen zwischen den Genres zu verwischen. Ein Krimi kann überall spielen, in jeder Epoche – auch zukünftigen -, an jedem Ort – sogar im Weltraum. Wenn also jeder Science-Fiction-Roman ein potentieller Krimi ist – wie sieht es dann andersrum aus? Sind viele Krimis potentielle Science-Fiction-Romane? Dieser Frage wollen wir ein wenig auf den Grund gehen.

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Im Gegensatz zum Kriminalroman, der seit Jahren auch eine kommerzielle Blüte erlebt, fristet die Science Fiction ein Schattendasein, auch in den Buchhandlungen. Ihre gelegentlichen Boomzeiten sind nur von kurzer Dauer, sie muss sich zudem von der populäreren Richtung der Fantasy abgrenzen und hat – wie auch der Krimi – ein Definitionsproblem. Es steckt bereits im Wort »science«. Science Fiction thematisiert wissenschaftliche Entwicklungen, technische Fortschritte und Errungenschaften, was Handlungen möglich macht, die jenseits der praktischen Vorstellungen unserer Gegenwart liegen. Es gibt technische Gedankenkontrolle, Raumschiffe mit mehrfacher Lichtgeschwindigkeit, Maschinen zum Unsichtbarmachen von Materie etc. – und die Romane spielen beinahe zwangsläufig in naher oder ferner Zukunft, selbst H.G. Wells’ Klassiker »Die Zeitmaschine«, dessen Aktzeit die Gegenwart ist, verlegt seine Handlung viele Jahre nach vorne.

Schon jetzt wird klar: Das Konzept von Kriminalliteratur steht dem der Science Fiction diametral entgegen. Oder was hielte wohl der Krimifreund von diesem Plot?: Ein Mord soll aufgeklärt werden. Der Ermittler befragt Zeugen und überprüft die Alibis mit Hilfe einer »Zeitmaschine«; die es ihm ermöglicht, sich bis an den Zeitpunkt der Tat zurückversetzen zu lassen. Auf diese Weise gelingt es ihm, den Täter zu entlarven. Oder noch gesteigerter: Der Ermittler reist zurück bis kurz vor den Mord und versucht, diesen zu verhindern …Klingt interessant und man könnte etwas daraus machen. Nur: Man befände sich unversehens in einem anderen logischen System, das der Krimiliebhaber gemeinhin NICHT schätzt. Die Krimilogik fußt auf solider, bodenständiger Deduktion, auf mit dem Alltagsverstand nachvollziehbaren Schlussfolgerungen, die ohne Unterstützung von Übernatürlichem oder nicht existenter technischer Gerätschaft zur Aufklärung des Falles führen. Für den Normalleser wäre also der eben skizzierte Plot eigentlich inakzeptabel, da er massiv gegen »die Regeln« verstößt. Bestenfalls würde er ihn als eine spannende Geschichte schätzen, aber kaum in dem Sinne, in dem er einen soliden Kriminalroman schätzt.

Jedoch – auch die Kriminalliteratur hat ein Definitionsproblem. Ihre im Wortteil »Kriminal« steckende Forderung – ein Verbrechen ist unter realistischen Bedingungen aufzuklären und genießt Priorität – wird von vielen Autorinnen und Autoren so nicht mehr hingenommen. Kriminalliteratur hat sich längst zu einem Vehikel für andere Themen entwickelt, sie reichen von der Beschreibung psychologischer Extremsituationen bis zur politischen Analyse, ganz zu schweigen von der momentanen Inflation von »Kriminalromanen«, die nur geschrieben wurden, um skurrile Typen möglichst witzig über 300 Buchseiten zu prügeln.

Behalten wir das im Hinterkopf und kehren zu den Problemen der Science Fiction zurück, ihren eigenen Gegenstand einzugrenzen. Es gibt einen anderen, weiteren Definitionsansatz, der nicht dieses »Science« in den Vordergrund stellt, sondern den Begriff der UTOPIE bevorzugt. Er stammt von dem englischen Philosophen, Schriftsteller und Staatsmann Thomas Morus, dessen 1516 erschienenes Werk »Utopia« in Dialogform eine ideale Gesellschaft entwickelt, eine Insel der Seligen gewissermaßen. Der Roman spielt zwar in der Gegenwart, weist aber in die Zukunft, denn Morus entwickelt seine Visionen aus den tatsächlichen politischen Gegebenheiten. Er schreibt also »Wirklichkeit« fort und überspitzt sie teilweise auch satirisch – ein Aspekt, der uns noch beschäftigen wird.

»Utopia« (was etwa so viel wie »Nicht-Ort« bedeutet) beschwört ein Ideal und ist somit im heutigen Verständnis eine POSITIVE Utopie. Sie hat durchaus eine Tradition – von H.G. Wells’ »A Modern Utopia« bis zu Ernest Callenbachs »Ecotopia« -, doch weitaus bedeutender für das Genre der Science Fiction wurde die NEGATIVE Utopie. Dazwischen gab es immer auch Werke, die das Moment der Satire benutzten, um auf die Schwächen im Hier und Jetzt hinzuweisen, beginnend mit Cyrano de Bergeracs Doppelroman »Mondstaaten und Sonnenreiche« (1657 / 1662, unter dem Titel »Reise zum Mond und zur Sonne« 2005 bei Eichborn neu aufgelegt) und auch in Edgar Poes »Das unvergleichliche Abenteuer eines gewissen Hans Pfaall« durchaus präsent, wo es vordergründig um eine Mondreise, hintergründig jedoch auch um eine satirische Beschäftigung mit der damaligen amerikanischen Gesellschaft geht.

Aber schon diese beiden Beispiele zeigen, wie sich die »utopische Literatur« immer mehr zu einer »phantastischen«, eben auf »science« aufgebauten entwickelt hat. Dennoch zieht sich die negative Utopie (auch als Anti-Utopie oder Dystopie bekannt) fortan wie ein roter Faden durch das Genre – und mit ihr beinahe automatisch auch das Verbrechen. Wenn wir also den Begriff der Science Fiction etwas weiter fassen, dann erzählen uns ihre »negativen« Texte Geschichten über die Gegenwart und lassen sich nicht allein über die Merkmale des technischen Fortschritts allein identifizieren. Klassiker wie Orwells »1984«, Huxleys »Schöne neue Welt« oder Bradburys »Fahrenheit 451« haben Ansätze von totaler Überwachung, Massenmanipulation und flächendeckender Verdummung konsequent in negativen Utopien fortgeschrieben – und unsere jeweilige Gegenwart bemüht sich, dem literarischen Zeitstrahl zu folgen und alles zu bestätigen, wenn nicht gar zu überbieten. Hier verwischen sich Genregrenzen, wenn es sich bei den Werken von Orwell und Co. auch nicht um »Krimis« handelt, ist ihnen doch das Verbrechen als notwendige Ingredienz eingeflößt worden. Dass es auch anders geht und unbestreitbare Krimis als negative Utopien daherkommen, zeigt das Beispiel von Per Wahlöö.

1964 respektive 1968 veröffentlichte der schwedische Autor zwei Kriminalromane, die zugleich negative Utopien sind. »Mord im 31. Stock« handelt von einem allmächtigen Zeitungskonzern, der die Menschen mit allerlei Desinformation und unnützem Gedankenmüll manipuliert und ruhigstellt, »Unternehmen Stahlsprung« porträtiert eine scheinbar »ideale Gesellschaft« (es gibt keine Verbrechen mehr – dafür beunruhigend viele Selbstmorde), die an allzu viel »Wohlfahrt« = Überwachung zugrunde geht. Wahlöö gibt uns weder Ort noch Zeitpunkt der Handlungen preis, aber jeder weiß, dass er vor allem seine eigene Heimat Schweden im Visier hat und die aktuellen Zustände dort, die bittere Wahrheit hinter den glänzenden Fassaden. Darüber hinaus weist er in der Tradition von Orwell, Huxley und Bradbury ins Allgemeine, zeichnet aus den Symptomen der Gegenwart ein Bild zukünftiger Entwicklungen. Ganz anders – und dennoch verblüffend ähnlich – geht Isaac Asimov in seinem Roman »Die Stahlhöhlen« von 1954 vor. Er spielt im 30. Jahrhundert, die Erde ist überbevölkert, die Menschen hausen wie Kaninchen in ihren Ställen, einige wenige Privilegierte, die sogenannten »Spacer« führen auf anderen Planeten gemeinsam mit intelligenten Robotern ein isoliertes, scheinbar sorgenfreies Leben. Mit Hilfe einer klassisch konstruierten Krimistory lässt Asimov die Kulturen nun aufeinander prallen und beschreibt eine Situation, die der, wie sie Wahlöö skizziert, in vielen Punkten ähnelt. In beiden Fällen sind Desinformation und übertriebene »Fürsorge« nichts weiter als Unterdrückungsmittel, die Menschheit teilt sich auf in Dahinvegetierende und Privilegierte. Eine besondere Rolle spielen bei Asimov die Roboter, was bei Wahlöö selbstverständlich nicht der Fall sein kann.

Bei allen Übereinstimmungen aber lassen sich die Romane von Wahlöö und Asimov noch den entsprechenden Genres zuordnen, obwohl die Schnittmenge bereits unübersehbar ist. Ein Grund: Asimov ist durch sein Gesamtwerk unbestreitbar ein Klassiker der Science Fiction – und Per Wahlöö ein Klassiker der Kriminalliteratur, denn seine gemeinsam mit Maj Sjöwall verfasste zehnteilige Reihe um Kommissar Beck und sein Team gehört zu den Höhepunkten des Genres und ist bis heute Dreh- und Angelpunkt des sogenannten »Schwedenkrimis«. Ja – und jetzt wird es erst richtig interessant.

Denn genau diese Reihe um Kommissar Beck ist eigentlich – Science Fiction! Zwar schrieben Sjöwall und Wahlöö ihre zehn Romane in der erklärten Absicht, die trübe Gegenwart der schwedischen Sozialdemokratie kritisch zu beleuchten; doch aus den eher nüchternen und bodenständigen Anfängen von 1965 (»Die Tote im Götakanal«) entwickelte sich bis zum Abschluss 1975 (»Die Terroristen«) ein visionäres und sehr schwarzes Bild westlicher Gesellschaften überhaupt, die negative Utopie einer von Paranoia, faschistoider Überwachungssucht und einer im Wortsinne atemraubenden sozialen Bevormundung geprägten Welt, die sich durchaus auch in den oben erwähnten »Stahlhöhlen« wiederfindet und natürlich auch in Wahlöös »Unternehmen Stahlsprung« und »Mord im 31. Stock«. Natürlich ist das weitab von den üblichen Methoden der Science Fiction. Es ist, wenn man so will, Science Fiction, die ohne die Ingredienzien dieses Genres auskommt, aber dennoch visionär ist. Etwas durchaus Vergleichbares geschieht in Jerome Charyns Reihe um den Polizisten Isaac Sidel, der es bis zum Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika bringt und ebenfalls durch eine immer grotesker in die Zukunft weisende Gesellschaft wandelt. Hier wie dort wird die satirische Überspitzung eingesetzt, was sich häufig beobachten lässt, wenn Krimi und Science Fiction aufeinandertreffen.

Bleiben wir noch eine Weile bei diesen bizarren und auf den ersten Blick schwer erkennbaren Mischungen der Genres. 1992 veröffentlichte Robert Harris seinen Roman »Vaterland«, der mit einer der berühmten »Was-wäre-wenn«-Fragestellungen operiert. Was wäre, wenn Nazideutschland den Krieg gewonnen hätte? Mit solchen Hypothesen beginnt genau genommen fast jeder Science-Fiction-Text. Indizien der Gegenwart, seien sie technischer, politischer oder allgemein soziologischer Natur, werden in die Zukunft fortgeschrieben. Kommen wir noch einmal kurz auf Asimovs »Die Stahlhöhlen« zurück (ich habe den Roman zur Vorbereitung auf diese Kolumne noch einmal gelesen), wo sich diese Hypothesen des Was-wäre-wenn? geradezu beispielhaft bündeln. Was wäre, wenn sich die 1954 noch in ihren Kinderschuhen steckende, aber in ihren Möglichkeiten schon absehbare Computertechnik stetig weiterentwickeln würde? Was wäre, wenn die mit der Industrialisierung und Verstädterung zunehmende Entfremdung von der Natur das gleiche täte? Asimov stellt noch eine ganze Reihe weiterer solcher Fragen, er sendet quasi einen literarischen Zeitstrahl aus der realen Gegenwart in eine aus dieser Gegenwart entwickelte Zukunft. Harris tut etwas Ähnliches, nur ist seine Gegenwart eine hypothetische – und ihre Zukunft ist unsere reale Wirklichkeit, ihr Umgang mit dem Holocaust vor allem. Die Prinzipien sind aber dennoch miteinander vergleichbar. Hingewiesen sei auch noch auf Michael Chabons »Die Vereinigung jiddischer Polizisten« von 2007, ein Krimi, der dem Harris-Muster folgt. Er gründet sich auf die – historisch natürlich »falsche« – Annahme, die von Nazideutschland bedrängten Juden hätten sich in Alaska angesiedelt und dort ihre eigene Kultur entwickelt. Auch hier geht es also im weitesten Sinne um den Holocaust und der Text mündet in einer »Zukunft«, die die Gegenwart des Jahres 2007 ist.

Wahrscheinlich werden sich nicht wenige Leserinnen und Leser dieser Kolumne jetzt fragen, wovon der Autor überhaupt redet. Er preist Sjöwall / Wahlöö als »Science Fiction«, nennt Harris und Chabon als Kronzeugen einer Theorie von »hypothetischer Science Fiction« und vernachlässigt all die anderen, sehr offenkundigen Beispiele der Vermischung der Genres, wo Detektive im Star-Wars-Ambiente ermitteln. Wir müssten reden von Ron Goularts parodistischen Ausflügen in eine kriminelle Hardboiled-Zukunft über Stanilaw Lems »Der Schnupfen«, einen Kriminalroman auf »utopisch wissenschaftlicher Basis« sozusagen, bis zu den Hörspielen von Michael Koser (»Der letzte Detektiv«). Man könnte sogar Arno Schmidts »Die Gelehrtenrepublik« von 1957 in diesen Kreis aufnehmen, einen Roman, in dem sich hochliterarische Sprachbeherrschung und munterste Kolportage aus Krimi und Science Fiction vereinen, plus offenen Referenzen an Jules Verne und Karl May. Matt Ruff nicht zu vergessen, dessen »Bad Monkeys« von 2008 mit seinen Kapriolen aus Krimi, Fantasy und Science Fiction in einen der überraschendsten Plots der letzten Jahre mündet und unbedingt lesenswert ist.

Aber darum soll es hier eben NICHT gehen (vielleicht in einer zukünftigen Folge dieser Kolumne). Wir wollen uns auf das konzentrieren, was die Genres jenseits sehr plakativer Kriterien verbindet. Eine zentrale Rolle spielt hier, wie eben ausgeführt, die Hypothese, die aus Fakten der Gegenwart ein zukünftiges Szenario entwickelt, wobei die Zuspitzung ein wichtiges Werkzeug darstellt. Tja – und hier hat die Wirklichkeit den Kolumnisten eingeholt, sogar überholt. Während ich an dieser Kolumne arbeitete, ereignete sich der Massenmord von Norwegen, eine Autobombe, die Exekution von jungen Menschen auf einer Ferieninsel. Es dauerte nur Stunden, bis die ersten Kommentatoren eine Verbindung zwischen den realen Ereignissen und den fiktiven aus nordischen Kriminalromanen zogen, darauf hinwiesen, in den Werken von Stieg Larsson, Henning Mankell und, natürlich, Sjöwall / Wahlöö seien diese Morde quasi »vorhergesagt« worden. Der Krimi war plötzlich anerkanntermaßen »Zukunftsroman«, Science Fiction.

Aber das greift viel zu kurz. Sowohl die AutorInnen der Science Fiction als auch des Krimis sind keine HellseherInnen, sie sagen nichts voraus, sondern warnen vor den Symptomen von Krankheiten, die gerade ausbrechen. Ein Verbrechen wie das in Norwegen hätte auch in Abu Dhabi geschehen können, vielleicht schon 1974, vielleicht erst 2089. Wichtiger sind die beiden Szenarien, in denen Krimi und Science Fiction tätig werden. Mit ihren spezifischen Mitteln – einer Hochrechnung von Gegenwart in eine mehr oder weniger ferne Zukunft respektive dem Verbrechen als Zuspitzung – sondieren sie den Alltag, das vorgebliche »Idyll« (das auch für Norwegen immer wieder und fälschlicherweise bemüht wurde) oder die allgemeine gesellschaftliche Situation. Sie denken voraus – was aber nicht heißt, dass sie über Ereignisse berichten, die erst noch passieren werden. In seinem Science Fiction-Krimi »Die nackte Sonne« zum Beispiel entwirft Isaac Asimov das Bild einer degenerierten Gesellschaft, der die Unmittelbarkeit der sozialen Kommunikation abhanden gekommen ist. Die Bewohner des Planeten Solaria ekeln sich davor, ihresgleichen zu »sehen«. Man »sichtet« sich mit Hilfe dreidimensionaler Projektionen, man ist sich nur als mediale Illusion, als Bild nahe, während man in Wirklichkeit Tausende von Meilen voneinander entfernt ist. Diese Gesellschaft, nach außen liberal, wohlhabend und fortschrittlich, ist in ihrem Kern psychotisch und traumatisiert, denn dieser Ekel davor, in einem Raum mit anderen Menschen zu sein, sie gar berühren zu müssen, ist nicht angeboren, er wurde bereits im frühesten Kindesalter anerzogen.

Was Asimov hier 1957 beschrieben hat, war kein unverbindlicher Ausblick in die Zukunft. Es war – durchaus vergleichbar mit den Romanen von Sjöwall und Wahlöö oder denen Jerome Charyns – die logische Schlussfolgerung aus den Fakten der Gegenwart. Hier liegt der gemeinsame Kern der beiden Genres. In ihren besten Momenten analysieren sie das Hier und Jetzt und präsentieren es uns spannend in zugespitzter Form. Was wir daraus machen, bleibt wie immer uns selbst überlassen. – Und was macht der Autor dieser Kolumne gerade? Er bereitet seine nächste Buchveröffentlichung vor. Einen Science-Fiction-Krimi, versteht sich, in dem die Zukunft die Vergangenheit ist, also die Vergangenheit die Zukunft und alles Gegenwart. Na denn …

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