Riptide von Douglas Preston & Lincoln Child

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

. ISBN-10: 3-426-61914-8, ISBN-13: 978-3-426-61914-8.

'Riptide' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Seit 200 Jahren liegt der Schatz des Piraten Edward Ockham in einem raffinierten Stollensystem auf der Insel Ragged Island versteckt. Unzählige Abenteurer versuchten ihn zu bergen – und bezahlten dafür mit ihrem Leben. Denn auf Ragged Island lastet ein tödlicher Fluch. Als der Mediziner Malin Hatch das Geheimnis lüften will, bringt er sich unwissentlich in höchste Gefahr.

Das meint Krimi-Couch.de: »Von Piraten, Schatzsuchern und giftigen Meteoriten ...« 65°

Krimi-Rezension von Michael Drewniok

1696: Der gefürchtete Pirat Edward »Red Ned« Ockham überfällt ein spanisches Schatzschiff, das auf den Weg zu den amerikanischen Kolonien ist. An Bord befindet sich der geniale Architekt Sir William Macallan, der seine englische Heimat verlassen musste und nun im Dienste des Königs von Spanien steht. Ockham metzelt die Besat zung nieder, verschont aber Macallan – er soll ihm ein Versteck für die Schätze bauen, die der Pirat auf seinen Raubzügen zusammengerafft hat. Vor der Küste von Maine beginnt Macallan auf der kleinen Insel Ragged Island sein Werk. Der geniale Baumei ster ersinnt eine gut gesicherte, mit Fallen gespickte Schatzgrube, die ohne Kenntnis des Schlüssels nicht betreten werden kann. Freilich ahnt Macallan, dass Ockham nach Beendigung des Werks keine Mitwisser dulden wird, und er rächt sich an seinem Peini ger, indem er sich heimlich einige ganz besondere Fallstricke einfallen lässt …

1971: Seit zwei Jahrhunderten bemühen sich Schatzsucher aus der ganzen Welt, das Rätsel von Ragged Island zu lösen. Die Insel ist inzwischen von Tunneln durchbohrt wie ein Schweizer Käse. Viele haben Hab und Gut oder gar ihr Leben verloren. Niemandem ist es jedoch gelungen, Macallans Grube zu ergraben. Insel und Schatz gelten längst als verflucht.

Seit dem Zweiten Weltkrieg ist Ragged Island im Besitz der Familie Hatch. Auch sie hat den Fluch zu spüren bekommen; der Grossvater ruinierte sich, sein Sohn trägt noch immer an den Schulden. Da schleichen sich die Brüder Johnny und Malin Hatch zur Insel. Sie finden einen bisher unbekannten Zugang zur Schatzgrube, doch Johnny fällt einer von Macallans Todesfallen zum Opfer. Die Familie kommt über die Tragödie nicht hinweg; der Vater stirbt kurz darauf auf Ragged Island, und seine Frau verlässt mit dem überlebenden Sohn die Küste.

Heute: Malin Hatch ist ein anerkannter Mediziner geworden, der sich in der Forschung einen Namen zu machen beginnt. Den Verlust seines Bruders hat er nie verwunden und weitere Schatzsuchen auf Ragged Island verboten. Da stellt sich ihm Kapitän Neidelman vor, dessen Lebenstraum es ist, Ockhams Schatz zu heben. Er verfügt über die Mittel, die Ausrüstung und die Leute, es zu versuchen – und er hat das geheime Tagebuch William Macallans gefunden, das dieser als Ockhams Gefangener geführt hat.

Nach anfänglichem Widerstreben schliesst Hatch sich Neidelman und seinen Bergungs spezialisten an. Nach anfänglichen Rückschlägen macht die Suche gute Fortschritte – bis sich zeigt, dass der schon dreihundert Jahre tote Macallan noch einige Asse im Är mel versteckt hält …Im bizarren Labyrinth der Schatzgrube gibt es bald die ersten To ten. Hatch rät zum Rückzug, doch Neidelman und seine Crew hat das Goldfieber ge packt. Allen Warnungen zum Trotz graben sie weiter, bis sich der Fluch schliesslich erfüllt: Macallans letzte Falle schliesst sich über dem Schatz und allen, die ihre Gier nicht zügeln konnten. Nur Malin Hatch und die junge Archäologin Bonterre können dem Inferno entkommen.

»Riptide« lehnt sich eng an eine reale Geschichte an. Auf der kleinen Insel Oak Island vor der Küste Neuschottlands in Kanada fanden drei Jugendliche, die hier Enten jagen wollten, im Jahre 1795 eine zugeschüttete Grube und zurückgelassenes Werkzeug, dessen Alter man auf etwa ein Jahrhundert schätzte. In den folgenden Jahren setzten aufwändige, letztlich aber ergebnislose Versuche ein, den vermuteten Schatz in der Erde zu bergen. Der Prolog, mit dem Preston und Child ihren Roman einleiten, ist fak tisch eine Zusammenfassung tatsächlicher Ereignisse. Dann wird die Geschichte aller dings fiktiv, denn bis heute ist es niemandem gelungen, auch nur in die Nähe des sa genhaften Schatzes zu kommen. Auch die Historiker tappen noch völlig im Dunkeln, was den wahren Erfinder der genialen Gruben-Konstruktion angeht.

Piraten, vergrabene Schätze, Labyrinthe voller Todesfallen, Skelette, uralte Flüche – kann man sich eine Ansammlung abgedroschenerer Klischees vorstellen? Wohl kaum! Gibt es etwas Spannenderes? Oh, nein! »Riptide« (das Wort bezeichnet eine gefähr liche Rückströmung auf dem Meer) ist ein Garn, gesponnen von zwei ausgefuchsten Meistern dieses Metiers (u. a.»Das Relikt«, eine Geschichte um ein Monster in einem Museum, sowie »Attic«, die Fortsetzung, und »Mount Dragon«, ein Medizin-Thriller, alle erschienen bei Droemer Knaur). Wie das häufig so ist, fragt man sich, nachdem man das Buch gelesen hat , wieso vorher noch niemand auf die Idee gekommen ist, das Rätsel von Oak Island als Aufhänger für eine Geschichte zu wählen, denn ein idea leres Fundament lässt sich schwer vorstellen.

Preston und Child bringen das ehrwürdige Genre des Abenteuer-Romans auf den neuesten Stand. Ihre Schatzgräber rücken der verfluchten Insel mit allen Wundermitteln zu Leibe, die Wissenschaft und Technik zu Beginn des 21. Jahrhunderts aufbieten kön nen. Die Autoren gelingt es, Geheimnis und High-Tech in Einklang zu bringen. Die entstandene Geschichte erinnert an Werke zweier weiterer Meister des modernen Wissenschafts-Thrillers: Michael Crichton (hier besonders »Congo«) und Philip Kerr (»Esau«).

Bei aller Hochspannung weist »Riptide« leider einige blinde Flecken auf. Wieso verwan delt sich Kapitän Neidelman, den die Autoren als besonnenen Bergungsfachmann mit jahrzehntelanger Erfahrung einführen, praktisch von einem Moment zum anderen in einen schäumenden, mordlustigen Irren? Ist es eigentlich eine unumstössliche Regel, dass, sobald irgendwo ein Schatz gehoben werden soll, ein fanatischer Priester auf der Bildfläche erscheint, der einen Feldzug gegen solches aus immer unerfindlich bleiben den Gründen sündhafte Tun anzettelt? Wie kommt Dr. Hatch zu seinem Ruf als Medi ziner, wenn selbst der dümmste Leser schon hundert Seiten vor ihm weiss, dass radio aktive Vergiftung die Schatzsuchern mattsetzt?

Ein wenig übel stösst einem schliesslich die allzu gefällige Auflösung des Abenteuers auf. In der zusammenstürzenden Grube kämpfen die »Guten« mit den »Bösen« und um ihr Leben, während unter ihnen Ockhams Schatz in einem gähnenden Abgrund versinkt und über ihren Köpfen ein Gewittersturm wütet. Auf der Leinwand wird das später sicher toll aussehen, aber eine Überraschung ist dieser Schluss nicht.

Doch von solchen Einschränkungen abgesehen, verfliegt die Zeit bei der Lektüre dieses Romans wie im Fluge. »Riptide« raubt seinen Lesern die Nachtruhe, weil es schwer ist, sich loszureissen, sobald einen die Geschichte erst einmal in ihren Bann gezogen hat.

Ihre Meinung zu »Douglas Preston & Lincoln Child: Riptide«

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Echolon308 zu »Douglas Preston & Lincoln Child: Riptide« 19.06.2009
"Riptide" war der erste Buch der beiden Autoren, das ich gelesen habe. Es folgten "Thunderhead", "Relic", "Attic", Mount Dragon", (...) bis hin zu "Credo". Mit "Hot Zone" von Michael(!) Preston hat dessen Bruder bewiesen, dass die Kunst, die Gehirne der Leser in ein suchtgefährdendes Dauervibrieren zu versetzen, in der Familie liegt. Mir gefällt zwar das neue Umschlagsdesign nicht, mein Hirn führt mich dennoch zielsicher in die nächste Buchhandlung, wenn das noch warme Exemplar im Schaufenser liegt. (...genauso, wie der Süchtige immer auch seinen Dealer findet.)
mase zu »Douglas Preston & Lincoln Child: Riptide« 25.09.2008
Dieser Abenteuerroman ist mit jeder Seite Durchschnitt. Eigentlich hat die Story alle Vorraussetzungen für einen spannungsgeladenen Schatzjäger-Roman. Warum sich allerdings das Autorenduo nicht auf die Schatzsuche in dunklen Tiefen mit lauernden Gefahren konzentriert, sondern sich lieber mit der 1. Liebe des Protagonisten und deren Ehemann beschäftigt, das Inselleben beschreibt und sich in überflüssigen Dialogen verliert ist mir schleierhaft. Vielleicht waren sie sich nicht schlüssig welches Genre sie bedienen wollen.
Denn jedesmal, wenn sich das Expertenteam auf die Suche nach dem Schatz begibt wird es zugegeben schon recht interessant, aber eben immer nur kurzfristig. Kein Wunder, dass mich dieses Buch so lange aufgehalten hat. 60 Seiten am Stück sind mir kaum gelungen, ohne dass mir die Augen zugefallen sind.

Gegen Ende nimmt die Geschichte Fahrt auf, aber ca. 100 Seiten Showdown war dann doch zuviel des Guten und konnte „Riptide“ auch nicht mehr aufwerten
1 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Uwe_Larisch zu »Douglas Preston & Lincoln Child: Riptide« 08.10.2007
Das Buch ist spannend und somit als Zeitvertreib lesenswert. Meiner Meinung nach enthält es zuviele Handlungsungstimmigkeiten (unbegründeter Wechsel der Verhaltensweise einiger Charaktere, Nichterkennung der Krankheitsursache bzw. die Auflösung) für eine Kaufempfehlung.
4ndi zu »Douglas Preston & Lincoln Child: Riptide« 14.02.2007
Gehört meiner Meinung nach eher in die Kategorie: Abenteuerromane. Ist zwar nicht schlecht allerdings, gibt es von Preston/Child mit Relic, Attic oder Der Codex weitaus bessere Bücher.
aerzteohnegrenzenfan zu »Douglas Preston & Lincoln Child: Riptide« 07.06.2006
seit ich zufällig auf riptide gestoßen bin, bin ich absoluter lincoln child und douglas preston fan. Ich habe mir jetzt das 8. buch von ihnen gekauft "ritual" ...bin schon gespannt wie das ist ...
bisher war eines besser wie das andere ...ATTIC kann ich jeden empfehlen ...das ist eines der besten
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Martina zu »Douglas Preston & Lincoln Child: Riptide« 08.01.2006
Die erste Hälfte des Buches ist etwas langatmig, aber dann wird´s richtig spannend - wenn auch mit den in der obigen Rezension angesprochenen Schwachstellen. Diese Besprechung ist allerdings auch unprofessionell, da in ihr viel zu viel über die Handlung verraten wird - das sollte wirklich nicht sein.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Swen Piper zu »Douglas Preston & Lincoln Child: Riptide« 27.09.2005
Was ist das? Ein Jugendabenteuerroman für Erwachsene? Die Schatzinsel im 20. Jahrhundert? Ein Thriller? Ein Krimi? Ein Liebesroman? Egal, der Roman hat von jedem Genre etwas und ist einfach megaspannend.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Joly zu »Douglas Preston & Lincoln Child: Riptide« 01.09.2005
Nunja per Zufall bin ich an dieses Buch geraten, habe es gekauft und nicht mehr losgelassen. Vom Anfang bis zum Ende unglaublich spannend und fesselnd zugleich. Mein Bücherregal enhält fast sämtliche Bücher der beiden Autoren und es ist noch für genügend Lesestoff gesorgt :)

PS: finde es persönlich sehr schade das es nicht alle Bücher der beiden als Hörbuch gibt!
Mario zu »Douglas Preston & Lincoln Child: Riptide« 31.08.2005
Das Buch hab ich mir nur so im vorbeigehen mitgenommen, da ich was zum Lesen für meinen Urlaub brauchte. Ich habe noch nie ein Buch so verschlungen wie "Riptide". Seitdem bin ich absoluter "Preston / Child" - Fan.

Wan kommt der Film zum Buch ?!?
Jochen Kuhr zu »Douglas Preston & Lincoln Child: Riptide« 26.07.2005
Das spannendste Buch, das ich in den letzten Jahren gelesen habe. Wer die Piraten-Thematik mag, wird dies Buch lieben. Von den Autoren hatte ich daraufhin noch andere Bücher gelesen, war aber enttäuscht. Vor allem "Ice Ship" ist erschreckend langweilig.

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