Pasewalk von Doris Gercke

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2009 bei Hoffmann & Campe.

  • Hamburg: Hoffmann & Campe, 2009. ISBN: 978-3-455-40188-2. 156 Seiten.

'Pasewalk' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Die junge Anwältin Lisa verachtet ihre Großmutter Dora, die wegen Mordes im Gefängnis sitzt. Damit ihre Enkelin die Tat versteht, schickt Dora sie nach Pasewalk, in die Stadt, wo die Familie seit Generationen gelebt hat. Hier wird die Vergangenheit für Lisa plötzlich zur schrecklichen Gegenwart. Lisa ist vierzehn, als ihre Großmutter Dora verhaftet und wegen Mordes verurteilt wird. Seither weigert sich Lisa, mit der alten Frau zu sprechen. Sie ahnt, dass die Tat mit Verbrechen aus der Nazizeit zu tun hat, und diese Zeit geht sie nichts mehr an. Dann aber fährt sie, auf Bitten Doras, nach Pasewalk. Die Stadt ist ihr fremd und gleichzeitig vertraut, ein Ort, wie gestorben und doch voll von heimlichem Leben. Hier erfährt Lisa, warum Dora den Mord begangen hat. Und sie muss sich entscheiden: Wird sie die Großmutter weiter als Monster sehen, oder kann sie die alte Frau verstehen und bei sich aufnehmen? Ist sie bereit, die Geschichte ihrer Familie anzunehmen?

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Darix zu »Doris Gercke: Pasewalk« 24.03.2014
Doris Gercke versteht es erneut mit ihrem Roman “Pasewalk“ eine besondere Lesestimmung zu erzeugen. Der Leser begleitet die junge Anwältin Lisa, welche sich widerwillig auf den Weg in den Heimatort ihrer Großmutter macht, um Informationen über ihre in Haft befindliche Großmutter und die eigene Familie zu erhalten. Die Nazivergangenheit der Angehörigen und die der Pasewalker, mit dem sie sich im Verlauf des Geschehens beschäftigt ist beängstigend realistisch. Eingeflochtene Rückblicke auf die Familie, das Geschehen im Dritten Reich und deren Auswirkungen auf ihr eigenes Leben unterstreichen dies eindrucksvoll. Die unterschiedlichen Handelnden erhalten die Möglichkeit ihr Handeln zu erläutern, darzulegen, teilweise sich zu rechtfertigen. Darin liegen die Stärke und die Spannung des Plots. Das Geschehen entwickelt sich aus der Vergangenheit heraus, mit Auswirkungen bis zur Gegenwart. Über den Roman liegt eine große Traurigkeit. Eine deutsche Geschichte?
J. Hoffmann zu »Doris Gercke: Pasewalk« 11.02.2013
Ich bin in Pasewalk geboren und habe 24 Jahre dort gelebt. Ich bin traurig darüber wie meine Heimatstadt beschrieben wird. Schön ist diese Stadt im eigendlichen Sinne nicht, aber sie war ja auch zu über 80 % zerstört. Doch die Menschen die dort wohnen sind nicht alle nur müde und traurig. Ich hatte eine schöne Kindheit in dieser Stadt mit ihren alten Stadttoren und dem Kirchenforst. Noch heute liebe ich den Geruch der Kiefernwälder und den unverstellten Blick bis zum Horizont. Im übrigen: ich bin im s.g. Patriotischen Viertel auf gewachsen. Ganz in der Nähe vom Lindenbad und der ehemaligen "Hitlergedenkstätte". Doch für mich (geb.1959) war dies ein ganz normaler Fußballplatz.
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