Das Mädchen seiner Träume von Donna Leon

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2008 unter dem Titel The Girl of His Dreams, deutsche Ausgabe erstmals 2009 bei Diogenes.
Ort & Zeit der Handlung: Venedig, 1990 - heute.
Folge 17 der Guido-Brunetti-Serie.

  • London: Heinemann, 2008 unter dem Titel The Girl of His Dreams. 352 Seiten.
  • Zürich: Diogenes, 2009. ISBN: 978-3-257-06695-1. 352 Seiten.

'Das Mädchen seiner Träume' ist erschienen als Hardcover Hörbuch

In Kürze:

Ein Mädchen treibt tot im Canal Grande und wird von niemandem vermisst. Brunetti aber geht die Elfjährige bis in die Träume nach. Aus einem venezianischen Palazzo kommt sie nicht, wohl aber aus einer Roma-Wagenburg auf dem Festland …

Das meint Krimi-Couch.de: »Das tägliche Allerlei des Commissario Brunetti« 50°

Krimi-Rezension von Ines Dietzsch

Donna Leons jüngster Roman um den venezianischen Commissario beginnt mit einem traurigen Anlass. Guido Brunettis Mutter ist verstorben und wird zu Grabe getragen. Tage darauf sieht sich der Commissario erneut mit dem Tod konfrontiert. Im Kanal wird die Leiche eines Mädchens angespült. Die Gerichtsmedizin stellt Tod durch Ertrinken fest und es gibt Schürfwunden an Händen und Beinen der Toten.

Was ist der Kleinen zugestoßen und warum wird sie von niemandem vermisst? Die Beamten ermitteln, dass es sich um ein Roma-Mädchen handelt, welches in einem Wagen-Lager vor der Stadt mit ihren Eltern und Geschwistern lebte. Anhand des bei der Toten gefundenen Schmucks lässt sich zweifelsfrei das Haus ausfindig machen, von dem aus das Mädchen in den Kanal fiel. Wurde sie bei ihrer Diebestour überrascht und verunglückte auf der Flucht oder hat das Mädchen jemand ins Wasser gestoßen? Brunettis Recherchen in der Wagenburg gestalten sich zäh, die Bewohner spucken nach dem Polizisten und sind zu keinem Gespräch bereit. Eine Spur, die der engagierte Commissario verfolgt, führt in höchste politische Kreise, in denen auch sein Vorgesetzter verkehrt.

Obwohl Brunettis siebzehnter Fall für mich die erste Begegnung mit dem Commissario aus der Lagunenstadt war, kamen mir die Personen und das Setting sehr vertraut vor. Das mag zum einen daran liegen, dass ich die Stadt gut kenne oder aber, weil die Geschichte mit einer längeren Szene aus dem privaten Umfeld Brunettis beginnt. Man lernt die Familie kennen und Donna Leon eröffnet an dieser Stelle einen Nebenschauplatz. Nach der Beerdigung von Brunettis Mutter erscheint Padre Antonin in der Questura und bittet Brunetti, sich über einen zwielichtigen Sektenführer zu erkundigen. Der Commissario stellt sogleich Nachforschungen über den vermeintlichen Scharlatan an und Signorina Elettra hilft Brunetti mit einigen Auskünften auch über den Padre.

Alltag in der Lagunenstadt

An Spannung mangelt es in diesem neuen Buch aus der Feder der erfolgreichen Autorin. Vielmehr plaudert Donna Leon über das tägliche Leben ihres populären Commissario. Familie Brunetti beim Essen, Familie Brunetti beim Einkaufen, Familie Brunetti beim Ausgehen, ein Kaffee hier, ein Prosecco dort, Gespräche mit den Kindern – alles ganz normaler Alltagskram vor einer romantischen Kulisse. Der eigentliche Fall des Mädchens, welches den Commissario bis in seine Träume verfolgt, beginnt erst nach 130 Seiten. Die Untersuchung ihres Todes ist gespickt mit kleinen Reibereien unter Kollegen und Brunettis Manipulationen des Vice-Questore.
Donna Leon spart nicht mit System-Kritik und prangert den Umgang der Italiener mit den nomadi an. Guido Brunetti funktioniert in seiner Rolle als sympathischer Held in einem harmonischen Leben.

Ein gewisser Unterhaltungswert ist dem Roman nicht abzusprechen, jedoch Krimi-Spannung? – Fehlanzeige. Bei den Fans von Donna Leon wird der Roman dennoch gut ankommen, denn die wissen wohl nach sechzehn Büchern, worauf sie sich einlassen.

Ines Dietzsch, Juli 2009

Ihre Meinung zu »Donna Leon: Das Mädchen seiner Träume«

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Jacqueline zu »Donna Leon: Das Mädchen seiner Träume« 18.02.2010
Als das tote Roma-Mädchen im Canal Grande gefunden wird, verfolgt sie ihn bis in seine Träume. Donna Leon zeigt wieder einmal, dass die Venezianer sich nicht für die Namens- und Schutzlosen einsetzen. Brunetti macht es sich zur Aufgabe, herauszufinden, was dem Mädchen passiert ist und beginnt sich in ihrer Familie umzuhören.

Ich finde, Brunetti ist in diesem Band etwas sensibler als in den anderen, gegen aussen zeigt er sich jedoch immer stark. Mir persönlich gefällt dieser Band nicht, da die Geschichte langatmig und langweilig ist. Die ersten 130 Seiten haben mit der eigentlichen Geschichte nichts zu tun, man liest und wartet nur, bis endlich etwas passiert. Bei einem Krimi erwarte ich etwas mehr Spannung. Ich bin auch vom Ende des Buches enttäuscht und hoffte, dass es sich wenigstens um einen richtigen Mord handelt, es war jedoch nur ein Unfall. Donna Leon führt meiner Meinung nach nicht mit Spannung zu diesem Schluss. Man merkt ziemlich schnell, zu was für einem Ende es kommt. Ich kann nicht verstehen, wie sie in einem Interview behaupten kann, es wäre eine ihrer besten Geschichten.
Ich kann dieses Buch definitiv nicht weiterempfehlen und stimme mit der Kritik überein, dass Brunetti an den Ruhestand denken sollte.
Jacqueline zu »Donna Leon: Das Mädchen seiner Träume« 18.02.2010
Als das tote Roma-Mädchen im Canal Grande gefunden wird, verfolgt sie ihn bis in seine Träume. Donna Leon zeigt wieder einmal, dass die Venezianer sich nicht für die Namens- und Schutzlosen einsetzen. Brunetti macht es sich zur Aufgabe, herauszufinden, was dem Mädchen passiert ist und beginnt sich in ihrer Familie umzuhören.Ich finde, Brunetti ist in diesem Band etwas sensibler als in den anderen, gegen aussen zeigt er sich jedoch immer stark. Mir persönlich gefällt dieser Band nicht, da die Geschichte langatmig und langweilig ist. Die ersten 130 Seiten haben mit der eigentlichen Geschichte nichts zu tun, man liest und wartet nur, bis endlich etwas passiert. Bei einem Krimi erwarte ich etwas mehr Spannung. Ich bin auch vom Ende des Buches enttäuscht und hoffte, dass es sich wenigstens um einen richtigen Mord handelt, es war jedoch nur ein Unfall. Donna Leon führt meiner Meinung nach nicht mit Spannung zu diesem Schluss. Ich kann nicht verstehen, wie sie in einem Interview behaupten kann, es wäre eine ihrer besten Geschichten.
Ich kann dieses Buch definitiv nicht weiterempfehlen und stimme mit der Kritik überein, dass Brunetti an den Ruhestand denken sollte.
Gökcen Cankaya zu »Donna Leon: Das Mädchen seiner Träume« 11.02.2010
Dieses Buch empfehle ich allen, die ihre Langeweile tot schlagen wollen und sich dabei noch mehr langweilen wollen, da gewisse Abschnitte meiner Meinung nach so lang gezogen sind, dass ich mich richtig überwinden musste, alles zu lesen.Gewissermassen war ich nie eine besonders begeisterte Krimileserin, aber Donna Leon hat den Begriff „eifriges Lesen“ meiner Meinung anders gewichtet.Ich gestehe, dass mich dieses Buch nicht in seinen Bann ziehen konnte. Mein Interesse lag nicht mehr darin, den Schluss zu erfahren, sondern das Buch zu Ende gelesen zu haben, damit ich wusste, worum es geht. Mit jeder Seite mehr, die gelesen wurde, dachte ich daran, dass es bald zu Ende sein wird.Ihr detaillierter Schreibstil ist mir persönlich nicht geheuer, da mir jegliche Art von Vorstellungsvermögen nicht mehr nötig erscheint.
rolandreis zu »Donna Leon: Das Mädchen seiner Träume« 09.02.2010
Nachdem ich die Brunetti-Reihe immer gern gelesen habe schleicht sich so langsam mit den letzten Fällen eine gewisse Lesemüdigkeit ein. Von spannenden Kriminalfällen kann man bei Brunetti ja sowieso selten sprechen, aber mir fehlt auch mittlerweile immer mehr der Charme der Romanfiguren, der mich in früheren Bänden so zum Schmunzeln brachte. Dieses Buch hatte ich schnell gelesen, aber es ist keines das mir in Erinnerung bleiben wird.
Biene0756 zu »Donna Leon: Das Mädchen seiner Träume« 19.12.2009
Habe mit relativem Vergnügen den 17. Fall mit Brunetti gelöst. Mittlerweile erwarte ich die neuen Bücher von D. Leon wie eine liebgewordene Vorabendserie: man kennt und liebt die Hauptdarsteller, leidet und freut sich mit ihnen, genießt das Bummeln durch Venedig und wird animiert, sich ebenfalls einen Espresso zu genehmigen, wenn ein Barbesuch ansteht. Da ist der Mordfall schon bald Nebensache. Am besten macht man es sich wirklich mit Espresso, Rotweinviertele, Cantuccini und Eros Ramazotti-CD auf dem Sofa gemütlich und läßt sich gedanklich nach Venedig tragen. Gänsehautkrimis schreiben andere Autoren.
Lisaa zu »Donna Leon: Das Mädchen seiner Träume« 25.10.2009
was passiert am ende ??? ich habe das buch gelesen aber nicht soo verstanden was überhaupt am ende mit dem mädchen ist oder mit brunetti ist mmmh. könnt ihr mit weiter helfen ??? das buch fand ich sonst ganz gut aber nicht soo gut fand ich das alles was mit dem mädchen war erst nach ca 100 seiten erst kam
Kasia zu »Donna Leon: Das Mädchen seiner Träume« 13.09.2009
Es wird wirklich immer ärgerlicher mit dieser Brunetti-Reihe! Nicht genug, dass sich die anfangs spannenden Details (das Essen der Familie, die Topografie Venedigs, die Hacker-Passion der Elettra oder die Strategien, mit der Patta auszumanövieren ist) sukzessive zu immer wieder den gleichen, und inzwischen vollständig vorhersehbaren und dadurch todlangweiligen Roman-Aufbau-Mustern gemausert haben. Vor allem die widersprüchlich beschriebenen Charaktereigenschaften der Protagonisten (mal ist Brunetti, mal Paola der ausgewiesene Morgenmuffel, mal blickt Brunetti "in jahrelanger Gewohnheit behende" über die Brüstung seiner Terasse, mal wagt er genau dies "trotz all der Jahre immer noch nicht") zeugen nur noch von schlechtem Handwerk. Offensichtlich interessieren den Diogenes Verlag nur noch die Verkaufszahlen...
Nicole K. zu »Donna Leon: Das Mädchen seiner Träume« 08.07.2009
Hallo,
ich hatte die Ehre, vor kurzem privat einen Plausch mit Donna Leon zu halten. Sie selbst sagt über dieses (und auch über das kommende) Buch, es wäre eins ihrer besten und es wäre sehr "dark" :-)

Ich selbst fand das Buch wirklich gut. Ist halt kein typischer Krimi, denn man sucht bei Donna Leons Brunetti-Fällen meist vergeblich nach dem Happy End...
Naela zu »Donna Leon: Das Mädchen seiner Träume« 26.06.2009
Ich bin als grosser Brunetti-Fan etwas enttäuscht vom neuesten Fall. Er ist relativ langatmig und wird nur durch die üblichen charmanten Passagen von Brunetti und seiner Gedankenwelt gerettet. Ich bin auch der Meinung, dass dieses Buch nur eingefleischten Brunetti-Fans zu empfehlen ist, da es einem anderenfalls als zu wenig fesselt...
Jürgen Uphoff zu »Donna Leon: Das Mädchen seiner Träume« 23.06.2009
Brunetti leidet unter dem Tod seiner Mutter, ganze 130 Seiten lang. Dann wird es ein wenig spannender. Aber so der große Brunetti von früher fehlt ein wenig. Vielleicht sollte er sich auf seine Pensonierung vorbereiten. Ich fand die Geschichte schon fast langweilig und bin enttäuscht. Daher möchte ich diese Buch nicht empfehlen außer an ganz eingefleischte Brunetti-Fans.

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