Der Todesflüsterer von Donato Carrisi

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2009 unter dem Titel Il suggeritore, deutsche Ausgabe erstmals 2010 bei Piper.
Ort & Zeit der Handlung: Italien, 1990 - 2009.

  • Mailand: Longanesi, 2009 unter dem Titel Il suggeritore. ISBN: 978-8830426443. 462 Seiten.
  • München; Zürich: Piper, 2010. Übersetzt von Christiane von Bechtolsheim. ISBN: 978-3-492-25770-1. 492 Seiten.

'Der Todesflüsterer' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

In einer Waldlichtung bergen Spurensicherer menschliche Gliedmaßen: die Arme von sechs vermissten Mädchen. Für Profiler Goran Gavila und Sonderermittlerin Mila Vazquez steht fest, dass sie es mit einem extrem kaltblütigen Serientäter zu tun haben. Aber sie ahnen noch nicht, wie perfide der gesichtslose Mörder zu Werke geht. Wie ein Marionettenspieler benutzt er andere dazu, seine grausamen Fantasien Wirklichkeit werden zu lassen. Und auch sie selbst sind längst Figuren eines beängstigenden Spiels geworden, in dem der Gesuchte allen seine makabren Regeln diktiert.

Ihre Meinung zu »Donato Carrisi: Der Todesflüsterer«

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€nigma zu »Donato Carrisi: Der Todesflüsterer« 13.10.2011
In einem Wald werden sechs kleine Gräber gefunden, die jeweils den linken Arm eines jungen Mädchens enthalten. Wo sind die dazugehörigen Leichen? Die mit der Ermittlung beauftragten Beamten bekommen Verstärkung durch den erfahrenen Kriminalisten Goran Gavila und die Spezialistin für Vermisstenfälle, besonders solche mit verschwundenen Kindern, Mila Vasquez. Relativ schnell wird eins der ermordeten Mädchen im Kofferraum eines Vertreters gefunden, doch die Hoffnung auf eine schnelle Lösung des Falls erfüllt sich nicht...

Im Folgenden kommt es zu einem rasanten, hochspannenden Handlungsverlauf, bei dem immer wieder neue Fährten auftauchen, die zwar zur Aufdeckung diverser Verbrechen führen, in Bezug auf den aktuellen Fall aber weitgehend im Sande verlaufen. Dabei greift der Autor meiner Meinung nach allerdings zu tief in die Trickkiste: einige Figuren werden mit quasi übermenschlichen Eigenschaften und Intuitionen ausgestattet, die schlichtweg unglaubwürdig sind. Auch im Hinblick auf manche Ermittlungsschritte hatte ich das Gefühl, dass der Roman den kritischen Lesern nachvollziehbare Erklärungen schuldig bleibt.

Innovativ und höchst interessant ist die Thematik des "Todesflüsterers". Der italienische Originaltitel "Il suggeritore" ist ideal gewählt für einen Krimi mit der zentralen Fragestellung, inwieweit jemand durch Suggestion/psychische Manipulation das "latente Böse" in einem anderen Menschen zum Ausbruch bringen kann und wie es in solchen Kriminalfällen mit der Verantwortlichkeit und Schuldzuweisung aussieht.

Für Freunde spannender Thriller ist dieses Buch unbedingt empfehlenswert, wer allerdings großen Wert auf grundsolide, realitätsnahe Ermittlerarbeit legt, ist mit diesem Buch nicht ganz ideal beraten.
lenchen_196 zu »Donato Carrisi: Der Todesflüsterer« 03.11.2010
Alle Lebewesen unterziehen sich der Evolution. Auch Monster. Hannibal Lecter ist nur die Vorstufe einer solchen Evolution. Als sein Nachfolger kommt etwas neues, absolut schreckliches und unbegreifliches.
Wenn man die von der modernen Kriminologie beschriebenen Serienmördertypen nicht kennt, so kann man nach dem Lektüre des Thrillers "Der Todesflüsterer" von Donato Carrisi diese Lücke schließen. Und gleichzeitig einen absolut neuen Typ kennenlernen, welcher noch auf seine wissenschaftliche Beschreibung wartet.

Von Beruf ist Donato Carrisi ein Profi im Bereich der kriminologischen Psychologie. Dabei auch ein talentierter Autor, der seine Sujets nach einer ungewöhnlichen Methode zusammenspinnt. Je reeller die Handlung ist, desto mehr Surreales versteckt sich darin. Sehr beeindruckend sind die Beschreibungen der modernen Mittel, die es möglich machen, den ungreifbaren Täter doch effektiv aufzuspüren und zu fassen. Obwohl die Technik schon vollkommen ist, haben es die Hauptfiguren nicht leicht, dem Mörder auf den Spur zu kommen, der sechs Mädchen entführt hat und seine Taten zu einem kolossalen düsteren Spektakel machte. Die Polizisten tappen praktisch bis zum Ende im Dunkeln, handeln blind. Jeder Schritt basiert auf intuitiven Vermutungen. Man sucht den Mörder in allen möglichen Richtungen und alle sind falsch. Nur eine ist richtig, trotz der Paradoxie - in sich selbst zu schauen, seine innere Welt zu durchsuchen...

Dem Leser, der schon hunderte moderne Krimis hinter sich hat, kommt auch der Schluss dieses Romans nicht besonders erstaunlich vor. Der Plot der meisten Thriller ist leider fast immer vorhersehbar. Aber "Der Todesflüsterer" hält die Spannung bis zur letzten Seite, bis zur letzten Zeile.
Wer ist es also, das Monster des 21. Jahrhunderts?
Kitkatkati zu »Donato Carrisi: Der Todesflüsterer« 12.09.2010
Die Geschichte beginnt mit dem grausigen Fund eines Gräberfeldes, in den Gräbern befinden sich jedoch keine Leichen sondern 6 linke Kinderarme. Als wäre das noch nicht schlimm genug wissen die Ermittler, die auf diesen Fall angesetzt werden, sofort wem diese Arme gehören. Nach und nach wird eine ergreifende Geschichte über Kindesentführung erzählt, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt.
Die Idee dieser Geschichte ist sehr interessant und auch das Wissen was hinter der Geschichte steckt ist sehr aufschlussreich und auch ich als große Leseratte habe wieder etwas über Kriminalität dazu gelernt. Es steckt sehr viel Psyche hinter der Geschichte und das begangene Verbrechen ist weit in die Vergangenheit hinein verwurzelt, was erst später klar wird.
Der Schreibstil ist sehr Bildlich und es fällt einem leicht sich in die Geschichte, Charaktere und auch in die Psyche eines kranken Menschen`s hineinzulesen. Auch in diesem Buch wird die Story aus verschiedenen Blickrichtungen gelesen. Mal liest man aus der Sicht einzelner Ermittler, wobei das Augenmerk hauptsächlich auf der zugezogenen Beraterin Mila Vasquez liegt und dann liest man zwischendurch auch aus einer anderen Perspektive, diese möchte ich hier nicht weiter benennen, da es einen großen Teil der Spannung aus der Geschichte klauen würde. Jedenfalls ist dieser Wechsel sehr gut gewählt und verleiht der Geschichte zusätzlich Spannung und tiefe.
Leider sind die Charaktere in diesem Buch leider zu kurz gekommen, scheinbar wurde sich mehr auf die Story selbst, als auf ihre Darsteller konzentriert. Viele Charaktere wirken übertrieben... übertrieben Ehrgeizig, übertrieben Zickig oder übertrieben Freundlich. Am schlimmsten jedoch war der eigentliche Hauptcharakter (neben Mila Vasquez) Goran Gavila, schon in der Leseprobe hielt ich ihn für ein bisschen neben der Spur und zu weit abgedriftet von der Welt, dieser Eindruck verstärkt sich über das ganze Buch. Ich bin schwer enttäuscht von den Charakteren, sie sind plump, leblos und völlig überzogen. Wäre die Handlung an sich nicht so genial ausgearbeitet hätte ich dem Buch weniger Sterne verliehen.
Nun zur Genialität des Verbrechens, alle Ermittlungen laufen anfangs ins Leere, es ist als würden die Ermittler treu doof dem Drehbuch eines Mörders folgen, sie gehen genau den Hinweisen nach die er ihnen Hinwirft. Das Verbrechen ist vielschichtig und auch zum Schluss muss ich sagen wurde es von mir nicht 100% durchschaut, als ich die Ermittlungen und den Fall bereits für abgeschlossen hielt überraschte der Autor mich mit weiteren Details und einem so was von unerwartetem Ende, dass ich mich Frage ob da nicht sogar noch ein Nachfolger von kommen könnte, entweder das oder der Autor hat zum Schluss wirklich viel zu viel der Fantasie des Lesers überlassen.
HelgaR zu »Donato Carrisi: Der Todesflüsterer« 26.08.2010
Zwei Jungs gehen mit ihrem Hund spazieren, wobei der Hund plötzlich eine Witterung aufnimmt und anfängt ein Loch zu graben und einen linken Arm zum Vorschein bringt. Nachdem die Kriminalpolizei und die Spurensicherung ihre Arbeit aufnimmt, werden insgesamt fünf dieser Gräber gefunden, jedes mit einem linken Arm. Offensichtlich handelt es sich um die fünf Mädchen, zwischen neun und dreizehn Jahren, die in letzter Zeit verschwunden sind. Doch dann wird noch ein sechster Arm gefunden, bei dem man aber nicht weiß, zu wem er gehört, daher wird vermutet, dass dieses Mädchen noch lebt.

Der Crew der Mordkommission werden noch der Kriminologe Goran Gavila, ein Spezialist, der sich in die Vorgehensweise eines Mörder hineinfinden kann, und Mila Vasquez, eine Spezialistin für Personensuche, hauptsächlich Kinder, beigestellt, da nun die Suche nach dem sechsten Kind vorrangig ist.

Der Mörder bekommt von der Mordkommission den Namen „Albert“ verpasst. Es dauert auch nicht lange, bis er sie die ersten Leichen finden lässt, an Orten, wo sie keiner vermuten würde. Alles ist von „Albert“ sehr gut konstruiert und durchdacht, er hinterlässt einfach keine Spuren. Im Gegenteil, man merkt im Verlauf an den Opfern, wie er immer sicherer wird. Und im Zuge der Ermittlungen stellt sich heraus, dass „Albert“ sich nicht ein Kind aussucht, sondern Familien, die nur ein einziges Kind haben und dafür will er sie bestrafen. Die Suche nach den Eltern des sechsten Kindes verläuft im Sande, es meldet sich niemand.

Die ganze Geschichte ist sehr raffiniert und verschachtelt, weil im Zuge der Ermittlungen zusätzlich noch andere Fälle auftauchen, die nicht gelöst waren. Man hat immer wieder das Gefühl, jetzt steht man „Albert“ gegenüber und dann ist es doch wieder nicht so und man wird wieder auf eine andere Spur geführt. Die Zeit drängt, da die Crew vermutet, dass das sechste Mädchen das Finale werden soll.

Durch die vielen Fälle, die zwischendurch eingebaut sind, ist es vielleicht etwas verwirrend, aber ich finde es trotzdem sehr interessant und der Verlauf hat nach wie vor eine gerade Linie, auch wenn es manchmal etwas überspitzt ist. Die Personen sind mir etwas zu oberflächlich dargestellt, obwohl man einige Hintergründe erfährt, wobei aber manche wiederum eine verkorkste Lebensgeschichte haben. In letzter Zeit frage ich mich immer öfter, gibt es überhaupt noch „normale“ Protagonisten, die keine Säufer sind, nicht vom Partner verlassen wurden, keine unaufgearbeitete psychische Vergangenheit und keine Depressionen haben?

Trotz der vielen Verschachtelungen, ist der Schreibstil sehr locker und gut zu lesen. Auch die einzelnen Abschnitte sind nicht zu lange und mir persönlich hat auch der Aufbau der Geschichte gut gefallen, auch wenn es vielleicht etwas überzogen ist. Das Böse hat eben viele Möglichkeiten sich zu zeigen, und spannend war es auf jeden Fall.
anyways zu »Donato Carrisi: Der Todesflüsterer« 10.08.2010
Die Ermittlerin Mila Vasquez hat eine beachtliche Erfolgsquote im auffinden vermisster Kinder. Ständig von ihren eigenen, inneren Dämonen getrieben, ist ihre Ermittlungsarbeit nicht immer regelkonform. In Erwartung eines Disziplinarverfahrens, wird sie zu ihrem Vorgesetzten beordert. Statt der erwarteten Abmahnung, delegiert sie ihr Chef als Beraterin.



Fünf Mädchen sind im Alter von 9-13 Jahren verschwunden, alles Einzelkinder, deren Eltern die Chance auf ein weiteres Kind durch das fortgeschrittene Lebensalter verwehrt bleiben wird.

In einem Waldstück nahe W. werden Leichenteile von sechs Mädchen gefunden. Sind es die gesuchten fünf? Und wer ist dann das sechste Mädchen?

Mila stößt zur Ermittlergruppe um Kommissar Stern, Boris, Rosa und dem Profiler Goran. Schnell wird klar, dass sie es mit einem äußerst perfide agierenden Täter zu tun haben. Ein Täter der ihnen immer einen Schritt voraus ist. Jedes Mal wenn sie einen Verdächtigen ermitteln, stellen sich weitere abscheuliche Verbrechen in deren Umfeld heraus und die Suche geht von neuem los.





Ein Thriller der einen die ersten 200 Seiten in Atem hält. Ein Ermittlerteam mit vielen starken aber auch eigenwillig bis leicht unsympathisch agierenden Persönlichkeiten. Eine unter die Haut gehende Spannung baut sich auf, bis zu dem Punkt, als die ersten Erfolge eintreten, die sich aber nur als Zug in einem mörderischen Schachspiel entpuppen. Von da an lässt das Interesse merklich nach, da immer mehr Täter und abscheulichere Taten auftreten. Teammitglieder stehen auf einmal berechtigterweise oder auch wahllos im Fokus der Ermittlungen. Die vielen, teils nicht nachzuvollziehenden Handlungsstränge hätten durchaus für drei Bücher gereicht. Manchmal ist weniger halt mehr. Deshalb war die letzte Hälfte des Buches für mich eher Quälerei, statt Lesegenuss. Das Ende wirkte dann auch dementsprechend bemüht noch eine Perversion oben draufzusetzen.
Roman zu »Donato Carrisi: Der Todesflüsterer« 30.07.2010
Es war schön mal wieder einen Krimi zulesen bei dem man nicht nach 50 Seiten wußte wo es einen hinführen wird bzw. wer der Täter ist.Schade fand ich nur, dass es um ein fiktives Land mit allerlei Einflüssen aus verschiedenen Ländern handelt, wie bei Hakan Nesser. Dies macht mir persönlich die Identifikation etwas schwerer.Aber dennoch ein aussergewöhnlich guter Krimi
schatzye zu »Donato Carrisi: Der Todesflüsterer« 27.07.2010
Ich fand das Buch SUPER! Eines meiner Lieblingsbücher!
Das Buch ist die ganze Zeit auf Spannung. Und wenn man dann doch irgendwann denkt: "Och, ich hätte jetzt gerne noch ein bisschen Blut und Brutalität." Dann wird dieser Wunsch auch schon erfüllt, weil - ich glaube, dass kann ich "verraten" - immer neue Fällte erzählt werden.

FAZIT: LESEN! Wenn man auf Serienmörder steht ;) aber auch sonst!
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