Arme Leute von Dieter Paul Rudolph

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2009 bei Conte.

  • Saarbrücken: Conte, 2009. ISBN: 978-3941657069. 205 Seiten.

'Arme Leute' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Saarländisches Kleinstadtidyll mit toten Frauen. Die eine wird feierlich heimgeholt, zwei andere finden ihr gewaltsames Ende. Einem Maler wird ein Ohr abgeschnitten. Drei Jahre später kehrt Klaus Pirrmayer, der Ohrabschneider und Ehemann einer der ermordeten Frauen, aus dem Gefängnis in die Stadt zurück. Und provoziert die Honoratioren. In seinem Schlepptau die leichtlebige wie scheinbar ahnungslose Nachbarin Gelika als Helfershelferin. Dann läuft alles aus dem Ruder. Arme Leute sind sie alle. In ihren Köpfen sammeln sich Gedanken wie Spucke im Mund, werden in die Welt gerotzt. Während weiter gemordet, gelogen und betrogen wird. Auch wenn am Ende die Ecken der Vergangenheit ausgeleuchtet sind: Es bleibt dunkel, drum herum.

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Bio-Fan zu »Dieter Paul Rudolph: Arme Leute« 29.09.2009
Ich könnte jetzt so tun, als ob ich den Autor nicht kenne, dem ist aber nicht so. Wenn ich gleich meine Lobpreisung niederschreibe, könnte man meinen, dies geschiehe ihm zum Gefallen, auch dem ist nicht so.

Lieber dpr!

Mit "Arme Leute" ist dir ein kleines Meisterwerk gelungen. Ich bin leider viel zu sehr Laie, dass ich das in allen Einzelheiten analysieren könnte, da sind meine Eindrücke mehr gefühlt, denn verstanden.

Anfänglich hatte ich schon meine Schwierigkeiten, in deine Geschichte hineinzufinden, obwohl ich mich durch die Lektüre von "Menschenfreunde" an deinen Schreibstil gewöhnt glaubte. Du bist ein Freund des Kommas und nicht unbedingt des Punktes und Apostrophitis wird dir auch keiner vorwerfen können ;-)
Deine Schreibweise verlangt vom Leser viel Aufmerksamkeit und alle, die, die gerne einen Krimi "flüssig weg"lesen möchten, wirst du nur schwerlich erreichen. Ich fürchte, "Arme Leute" wird eher für den Deutschen Krimipreis nominiert, als dass es ein breites Publikum finden wird.

Eine kleine Stadt im Saarland oder anderswo. Menschen, die eine gemeinsame Vergangenheit verbindet und trennt. Nix Neues also?

Doch. Es ist die Art, wie sich dpr ihnen nähert. Die gemeinsame Geschichte wird aus den Perspektiven von drei Ich-Erzählern Stück für Stück, aber nur bedingt chronologisch, preisgegeben.
Der Ohrabschneider. Das Flittchen. Der Idiot.
Im ersten Teil ist man als Leser noch verwirrt, da man ja nicht weiss, in welche Richtung die Geschichte laufen wird. Mehr Klarheit erfährt man im zweiten Teil und man ahnt und fürchtet, dass das für einige nicht gut ausgehen wird. Dem Idioten wird es im letzten Teil zukommen, die Verstrickungen aufzuklären.
So wie sich die Geschichte spiralförmig bis auf einen Punkt verdichtet, so erging es mir als Leser, anfänglich noch unbeteiligt, dann aber emotional eingefangen und am Ende angenehm überrascht vom Wüten des Autors.
Ich zitiere gerne den vorletzten Satz:

"Sie gedeiht. Zu einem von Gerechtigkeit und Rache erfüllten Wesen, eine Herrscherin am Beginn ihrer zerstörerischen Karriere, sie wird nicht ruhen, sie wird kein Vergessen kennen, sie wird weiter ihre Waffen pflegen, ihren Körper, ihren Geist, sie wird ihre Feinde stellen und in die Ecke drängen, sie wird am Ende obsiegen oder untergehen, sie wird leben oder sterben."

95 Grad für mein Jahreshighlight
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