Die drei ???

Kalifornische Junior-Detektive blicken auf fünfzig Jahre Krimi-Geschichte zurück

von Lars Schafft

Wenn eine Krimi-Reihe fünfzig Jahre auf dem Buckel hat und von sich aus keine Ermüdungserscheinungen zeigt, ist dies bereits bemerkenswert. Dass sie sowohl von jahrelangen Fans als auch von immer neuen Lesern entdeckt wird, spricht zusätzlich für ihre Qualität. Berücksichtigt man nun noch, dass diese Reihe eigentlich für Kinder und Jugendliche ausgerichtet war – und weswegen das Auge des Zeitgeists dort schärfstens hinschaut – reichen nur noch Superlative, um diese Serie zu kennzeichnen. Die Rede ist von den drei ???: Justus Jonas, 1. Detektiv; Peter Shaw, 2. Detektiv; Recherchen und Archiv Bob Andrews. 1964 erblickten die drei Junior-Detektive aus dem kalifornischen Rocky Beach in The Secret of Terror Castle ( …und das Gespenterschloss) zum ersten Mal das Licht der Welt. Über 100 weitere Fälle sollten folgen.

Nicht wenige, die mittlerweile schwedische Kommissare auf Serienmörder-Jagd begleiten, haben ihre Vorliebe für Kriminalliteratur durch die Klassiker der Jugendkrimis entdeckt. Die drei ??? waren und sind immer noch hip, keine Frage. Denn was für Enid Blytons »Fünf Freunde« oder TKKG Kinderabenteuer, Schulhof-Streitigkeiten, Bandenkriminalität und Internats-Ärger war, stellte sich bei den drei ??? schnell als etwas Gruseligeres, Spannenderes, ja auch Erwachseneres heraus. Spukschlösser, verborgene Schätze, knifflige Rätsel, flüstendernde Mumien – schon vor vierzig Jahren zog das Mysteriöse die Leser in seinen Bann.

Eine beispiellose Karriere

Zwei weitere Faktoren waren Garant für die beispiellose Karriere von Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews. Zum einen verlieh Meister-Regisseur Alfred Hitchcock der Serie seinen Namen und fungierte als Schirmherr; bis zu seinem Tod 1980 waren die Romane sogar mit einem – von den Autoren erfundenen – Vorwort Hitchcocks ausgestattet. Zum anderen sorgten insbesondere die deutschen Hörspiele, die bei »Europa« erschienen und immer noch erscheinen, für einen wahren Kult um die drei Detektive. Die Nackenhaare der jungen Zuhörer sträubten sich beim Schlafengehen, der Grusel kam hörbar ins Kinderzimmer.

Dass er da nicht blieb, sondern heute auch noch in Schlaf- und Arbeitszimmer von älter gewordenen Hörern einzieht, zeigen die Summen, die beispielsweise beim Internet-Auktionshaus eBay für die Urfassungen der Hörspiele auf Vinyl über die virtuelle Ladentheke gehen. 100 Euro für die besonders raren Folgen 28 (Der Doppelgänger), 29 (»Die Originalmusik«) und 30 (Das Riff der Haie) sind keine Seltenheit.

Robert Arthur – Vater der drei Detektive

Dass aus dem ersten Buch der drei ??? eine derartige Erfolgsstory werden würde, hat sicherlich Robert Arthur Anfang der sechziger Jahre nicht erahnen können. Arthur, geboren 1909 auf den Phillippinen, war allerdings auch kein unbeschriebenes Blatt im Genre. Von 1935 bis 1941 gab er das »Pocket Detektive Magazine« heraus, produzierte zahlreiche Mystery-Sendungen und wurde dafür 1952 und 1953 sogar mit dem »Edgar« der Mystery Writers of America für die beste Mystery Radio Show ausgezeichnet.

1959 ging Robert Arthur in die Stadt, wo Träume gemacht werden und wo sich Träume erfüllen. In Hollywood arbeitete er als Redakteur für »Alfred Hitchcock presents...«. Drei Jahre später zog es Arthur allerdings wieder an die Ostküste der Staaten, wo er 1962 dem Verlag Random House schließlich die Idee zu »Alfred Hitchcock and the Three Investigators« präsentierte. Arthur glaubte, seine Stärken als Autor besonders in Krimiliteratur für Jugendliche ausspielen zu können. 1964 erschien dann der erste Band der drei Fragezeichen – three stars were born.

Drei Stars geboren – und die zwei Väter starben zu früh

Was aus den »Three Investigators« einmal werden sollte, konnte Robert Arthur nicht mehr miterleben. Anfangs schaffte er es zwar noch, seinen Verlag mit zwei Titeln der Reihe pro Jahr zu bedienen, doch mit seiner Gesundheit ging es immer mehr bergab. Er sah ein, dass er die Vorgaben von Random House nicht erfüllen konnte und fand dank seiner ausgezeichneten Kontakte im Krimi-Genre recht schnell Mitstreiter.

Arthur schrieb für das »Mike Shayne Mystery Magazine« (neben Größen wie Bill Pronzini) – genau wie Dennis Lynds, der die »Three Investigators« unter dem Pseudonym »William Arden« um 14 Fälle bereichern sollte. Eine weitere der frühen Autoren war Mary Virginia Carey, die abgekürzt als M.V. Carey (eine Autorin schien nicht mit der Serie konform zu gehen), insgesamt 16 Fälle beisteuerte. Dabei achtete Robert Arthur strikt darauf, dass sein Konzept, seine Ideenwelt der drei ???, von Lynds, Kin Platt und Carey beibehalten worden ist. Arthur starb am 2. Mai 1969 nach langer Krankheit – der finanzielle Erfolg seiner »Three Investigators« trat erst viel später ein.

 Woran nicht zuletzt der Name Hitchcock einen großen Anteil hatte, wie sich die frühen Autoren erinnern. Doch Hitchcock war auch nicht mehr der Jüngste. Seine letzten Filme drehte er Ende der Siebziger und verstarb schließlich 1980. Random House als Verlag der »Three Investigators« verkannte allerdings die Bedeutung Hitchcocks komplett und strich ihn direkt ab der ersten Folge nach seinem Tod aus dem Konzept. Die »Three Investigators« hatten ihren Höhepunkt erreicht und das Ableben des Schirmherrs markiert gleichzeitig einen turning point in ihrer Bilanz: Ab Folge 31, Das Narbengesicht, machten sich erste Ermüdungserscheinungen breit, die Stories ähnelten, lieb gewonnene Artefakte wie Hitchcocks Vorworte wurden bei den Lesern schmerzlich vermisst.

Zwei Wiederbelebungsversuche sollten noch scheitern: Weder griff 1985 die »Find your Fate«-Serie, die die Romane zu Rätselbüchern umzumodellieren versuchte, noch die Neuausrichtung ab 1989 im Rahmen der »Crimebusters«-Reihe: Justus, Peter und Bob durften plötzlich altern, waren mit 16 Lenzen keine kleinen Jungs mehr sondern junge Erwachsene mit allem was dazu gehört. Freundinnen, Führerscheine, Frauenhelden. Der Todesstoß für die »Three Investigators«. Das, was die Serie ursprünglich auszeichnete, die originären Merkmale, wurden dem Zeitgeist geopfert. 1990 erschien mit Fatal Error (dt.: Angriff der Computerviren die letzte Folge).

Kult und Krimikultur

Was an den ersten Fällen der drei ??? auffällt – die Grenze zu ziehen fällt schwer, wir legen sie etwas unscharf auf Mitte der 80er – ist die Nähe dieser für Kinder und Jugendliche konzipierten Reihe zu den absoluten Klassikern der »erwachsenen« Kriminalliteratur. Die bei genauerem Hinsehen weniger verwundert, schrieben die Urgesteine Robert Arthur und Dennys Linds schon längere Zeit crime fiction, die mit Erzählungen für Kinder wenig gemein hatten.

Natürlich: Als Einschränkung muss herhalten, dass die Verbrechen, mit denen sich die drei Detektive herumschlagen, nicht die Schwere aus der Erwachsenenliteratur aufweisen. Mord und Totschlag? Freilich Fehlanzeige. Aber allein der Schauplatz – Kalifornien – ist Hort der »Hard Boileds« amerikanischer Schule. Raymond Chandlers Phil Marlowe, Dashiell Hammetts Sam Spade, Ross MacDonalds Lew Archer. Justus, Peter und Bob treten fürs Erste in die Fußstapfen der ganz großen Heroen der Kriminalliteratur.

 Hard Boiled – also hart gesotten – sind weder die drei Detektive selbst noch deren Fälle. Aber: Insbesondere die Figurenkonstellation der drei ??? erinnert stark an die Charaktere eines Genres der Kriminalliteratur, was auch noch heute zahllose Leser in seinen Bann zieht: das der Rätselkrimis. Justus Jonas – der »größte Detektiv aller Zeiten«, nur für Jugendliche?

Justus Jonas fehlt freilich das Dandy-hafte Holmes´, aber so wie der Detektiv aus der Baker Street 221b verfügt der Erste Detektiv über ein enorm breit gefächertes Wissen und stellt dies mit einer nicht gerade geringen Portion Arroganz und verschrobenen Sprache zur Schau. Dass Holmes bereits in der zweiten Folge The Stuttering Parrot (1965,  …und der Super-Papagei) namentlich erwähnt wird, ist sicherlich alles andere als ein Zufall. Und ebenso wie Holmes mit seinem Counterpart Professor Moriarty lernen die drei ??? ihren ihnen mindestens ebenbürtigen Gegenspieler kennen: den Meisterdieb Hugenay. Die Parallelen zu Maurice Leblancs »Gentleman-Gauner« Arsène Lupin drängen sich nicht nur wegen des französischen Namens auf.

In Folge 6, »The Secret of Skeleton Island« (1966, dt.  …und die Geisterinsel), zeigt Justus Jonas zudem noch ganz andere Qualitäten und wird zu dem, was in der Kriminalliteratur als »Arm Chair Detective« bezeichnet wird und ganz klar an Rex Stouts Nero Wolfe erinnert: Mit einer Erkältung zum Dasein als Stubenhocker verdammt, löst er den Fall aus seinem Zimmer, während seine Kollegen Peter und Bob vor Ort ermitteln. Anleihen an den Schauerroman runden das Bild der ??? im Vergleich zu den klassischen Krimis ab: Sowohl in John Dickson Carrs Castle Skull (1913, dt. Die Schädelburg) als auch in The Secret of Terror Castle (1964, dt.  …und das Gespenterschloss) spielt ein altes Gemäuer, in dem es zu Spuken scheint, eine gewichtige Rolle.

Ganz klassisch ist auch der Umgang mit den »Clues«, den kleinen Hinweisen, die den Lesern nach Schule des »Golden Age« zum Miträtseln anregen sollen. Dass ???-Erfinder Robert Arthur die beiden Autoren Frederic Dannay und Manfred Bennington Lee – besser bekannt als Ellery Queen – persönlich kannte, dürfte durchaus einen Effekt auf die Fälle der ??? gehabt haben.

Das Sähen dieser Clues und das Betonen des Miträtselns erlangt in den Fällen um Rätselverse den Höhepunkt, wie folgt aus Die drei ??? und die gefährliche Erbschaft:

Wo der Windhund haust, das beschirmte Auge Rechts: zum Billabong!
Über Holz über Holz über Stein – droben Knall & Fall, und die Abfahrt vom Freund.
Zähl und lies bis zehn, und Stop bei T.
Wie hinein, so heraus. (Ha, so siehst du aus!)
Es blinkt der Panzer, doch wo ist das Schwert?
Trotzdem: immer seiner Nase nach.
Ab hier hat die bessere Hälfte das Sagen.
Raus, wenn du kannst!
In die Falle gelockt …Über fünfhundert gebietet die Königin.
Na, dann gute Nacht! Der Segen kommt von oben.

Gerade diese Folge ist ein wunderbares Beispiel für das logische Kombinieren, das Einpflechten von Kenntnissen aus Geographie, Literatur und der Sprache – wie kaum verwunderlich vor allem seitens des Ersten Detektivs. Für viele Fans der drei ??? sind gerade diese Fälle, bestehend aus geheimnisvollen Rätselversen und turbulenten Schnitzeljagden, die besten der Reihe.

Trotz aller Ähnlichkeiten und Verweise zur Kriminalliteratur der Erwachsenen vergessen die Autoren nicht, dass sie für Kinder und Jugendliche schreiben. So ist Justus keinesfalls der kühl-analytische Überheld und bekommt von Robert Author die Rolle des schwergewichtigen Fettmopses verpasst. An seiner Seite stehen mit Peter Shaw der sportliche Jungspund (gleichzeitig aber auch ein Hosenscheißer wie er im Buche steht) und dem schüchternen Bob Andrews (der dafür recht mutig oft über seinen Schatten springt) zwei Charaktere, die für jede der jugendlichen Leser mehr als ausreichend Identifikationspotential bereitstellen.

»Spezialgelagerter Sonderfall« Deutschland

 2005 erschien in Deutschland mit Der Feuermond die offizielle Folge 125. Und das, obwohl die Reihe doch in den 90ern in den Staaten eingestellt worden war. Von Anfang (1968) erschienen die Fälle der »Three Investigators« im Deutschen unter leicht veränderten Vorzeichen. Leonore Puschert, die bis auf zwei Folgen, alle amerikanischen übersetzte, wurde vom Verlag »Franckh-Kosmos« mit einigen Freiheiten ausgestattet, die – um es vorweg zu nehmen – entscheidend für den Erfolg der Serie in Deutschland werden sollten.

Augenscheinlichste Änderung ist der Titel der Reihe. Dieser lautete nicht schlicht wie im Original Die drei Detektive, sondern Die drei ???, was zum Merkmal der drei Jungs aus Kalifornien avancierte. Aber auch die Namen der Figuren wurden geändert: Jupiter Jones hörte auf den Vornamen Justus, Peters Nachname wurde von »Crenshaw« auf »Shaw« verkürzt, der Chauffeur der ??? (in den ersten Folgen werden sie mit einem Rolls Royce kutschiert) heißt Morton anstatt Worthington, und die Gehilfen auf dem Schrottplatz der Familie Jonas sind nicht die Bayern Hans und Konrad sondern die Iren Patrick und Kenneth.

Die Auswirkung dieser Modifikationen hält sich jedoch in Grenzen und trägt lediglich der Lesbarkeit bei. Viel eminenter ist das Betonen der Rolle Alfred Hitchcocks. Verschwand dieser sang- und klanglos im amerikanischen Original nach seinem Tod und wurde bis dahin lediglich für die Vorworte »benutzt«, ist Hitchcock bis einschließlich der Crimebusters-Reihe in Deutschland ein zentrales Element der Romane. Hitchcock fungiert als väterlicher Erzähler, der die drei ??? begleitet und den Leser durch Einschübe immer wieder dezent zum Mitdenken und -rätseln anregt. Doch auch er wurde nach Die drei ??? und der schrullige Millionär aus dem Konzept gestrichen.

Nicht zu unterschätzen für den Erfolg der ??? ist ein Aspekt, der mit den Romanen an sich wenig zu tun hat – die Gestaltung der Bände. Es fällt auf, dass Justus, Peter und Bob auf keinem Cover zu sehen sind. Ganz im Gegensatz zu den amerikanischen Ausgaben und den zwei ersten auf Deutsch erschienen Folgen, die nicht wirklich Auflage erzielen konnte. Die Grafikerin Aiga Rasch übernahm die Cover-Gestaltung, setzte ein schwarzes Grunddesign durch, färbte die Fragezeichen in weiß, rot und blau und führte die leicht an Pop-Art erinnernden und so typisch für die Serie werden sollenden Motive ein. Die drei ??? wurden zum Hingucker.

Und sind es immer noch. Denn im Gegensatz zu den USA führte Franckh-Kosmos die drei ??? in Deutschland weiter. 1993 übernahm Brigitte Johanna Henkel-Waidhofer als Autorin das Ruder und schrieb 16 neue Folgen. Mit mäßigem Erfolg. Denn Henkel-Waidhofer knüpfte an die Fehler der Crimebusters-Reihe an. Doping statt Dämonen, Fußballgangster statt Flüche, Schüsse statt Schlangen. Dazu bereisen die drei ??? »Old Europe« und lösen Fälle in Amsterdam, Rom und der schwäbischen Alb.

Die jungen Wilden auf der Rückkehr zu den Wurzeln

Nein, so ging das nicht weiter. Der Aufschrei in der stattlichen Fan-Gemeinde war immens 1997 lenkten junge Autoren, die selbst mit den drei ??? groß geworden sind, Justus, Peter und Bob wieder in bekannte Bahnen. Es durfte endlich wieder Spuken, endlich wieder gerätselt werden. Es gab ein Wiedersehen mit Kult-Figuren wie Monsieur Hugenay, Erzfeind Skinny Norris und Justus´ Tante Mathilda, die die drei gerne zum Arbeiten auf dem Schrottplatz verdonnert.

Doch – und das muss kritisch angemerkt werden – die Vielzahl an Autoren, die seit 1993 in Deutschland an den drei ??? herumdoktorn, führt zu großen Qualitätsunterschieden. Während die einen, insbesondere André Marx, dem Kult treu bleiben, tendiert André Minninger fast schon zum Psycho-Thriller für Jugendliche und nochmals andere Autoren wie Ben Nevis (Pseudonym) verwässern die Serie bis hin zur Peinlichkeit, wo der dritte Detektiv Bob von einem wahnsinnigen Wissenschaftler mit einer Rakete in den Weltraum geschossen wird (Todesflug). Titel und Stilblüten wie Hexenhandy, SMS aus dem Grab, Gift per E-Mail oder Vampir im Internet tun ein Übriges. Robert Arthur und Alfred Hitchcock würden sich zu Recht im Grab umdrehen.

Und das könnten sie sogar ohne jegliche Deutschkenntnisse. Die »neuen« drei ??? von Marx, Minniger und Co. werden ins Englische übersetzt. Vom deutschen Verlag Kosmos zwar, aber immerhin. Als Hilfe zum Englisch lernen. So verquer kann die Welt manchmal sein: Ein deutscher Verlag lässt über Jahrzehnte eine amerikanische Serie übersetzen, dann auf deutsch weiterschreiben um sie schließlich zum Lernen der englischen Sprache in andere Richtung übersetzen zu lassen. Merkwürdig? Dann schauen Sie sich erstmal die drei drei ???-Kids oder – noch besser – die drei !!! an …

Die drei ??? und der Rechtsstreit

 Führten diese Absurditäten schon dazu, dass sich Fans der ??? rein auf die ursprünglichen Folgen einschießen, taten die beiden Unternehmen Kosmos als Verlag und Sony-BMG Deutschland mit dem Label EUROPA als Verleger der Hörspiele scheinbar alles dafür, das Totenglöckchen für Justus, Peter und Bob klingeln zu lassen: Eigentlich sollte im Frühjahr 2005 Spur ins Nichts als Hörspiel erscheinen. Bis dahin waren alle drei ???-Bücher auch als Hörspiele von EUROPA auf den Markt gebracht worden. Doch dann verschob EUROPA die Veröffentlichung der als Nr. 121 geplanten Folge. Als »kreative Pause« für die drei ??? bezeichnete das Label dann im Juni 2005 das, was für allgemeine Verwirrung sorgte. Erst im April 2006 ließ EUROPA dann die Katze aus dem Sack: Wir gehen eigene Wege, hieß es in einer Pressemitteilung. Das Label erwarb die Rechte an der Three-Investigators-Reihe und plane, die Hörspiele unter neuem Titel mit eigenen Vorlagen, die sich an Robert Arthur orientieren würden, herauszubringen. Was denn nun? Nach fünfundzwanzig Jahren Einklang zwischen Romanen und Hörspielen nun der Bruch?

Es schien leider so. Kosmos zeigte sich in Pressemitteilungen zwar irritiert, blieb aber bei seiner Position. Und auch seitens Sony BMG gab es kein Einlenken. Der Rechtsstreit dauerte an. Kosmos brachte nun die drei ???-Bücher heraus, EUROPA Hörspiele, die aber keiner Buchvorlage mehr entsprachen. Und – da wurde es bizarr – die drei ??? hießen in den neuen Hörspielen, die im September 2006 der Öffentlichkeit präsentiert worden sind, wieder so wie bei Robert Arthur. Jupiter statt Justus, Peter wieder Crenshaw statt Shaw. Das wäre noch zu verkraften gewesen. Aber: Sie nannten sich nicht mehr die »drei ???« – »Die Dr3i« war die neue und sicherlich äußerst gewöhnungsbedürftige Bezeichnung der Detektive. Auch wenn Zweifel am Kultstatus durchaus angebracht waren – »Die Dr3i« blieben nur ein kurzes Intermezzo, das sich auf acht Folgen beschränkte.

Zum Jubiläumsjahr 2014 sind Die drei ??? erfolgreicher denn je: Über 45 Millionen Tonträger haben sich verkauft, 16 Millionen Bücher. Es gab einen Kino-Film, Fans feiern Record-Release-Partys, Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich gehen auf Tournee. Ein Ende ist nicht absehbar – so freut sich der Justus-Sprecher bereits auf Folge 200 …

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