Versteck von Dick Francis

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1975 unter dem Titel High Stakes, deutsche Ausgabe erstmals 1976 bei Ullstein.
Ort & Zeit der Handlung: , 1970 - 1989.

  • London: Michael Joseph, 1975 unter dem Titel High Stakes. 239 Seiten.
  • Frankfurt am Main; Berlin; Wien: Ullstein, 1976 Rosstausch. Übersetzt von Ursula Goldschmidt. ISBN: 3-548-01742-8. 143 Seiten.
  • Frankfurt am Main; Berlin: Ullstein, 1988 Rosstausch. Übersetzt von Ursula Goldschmidt. ISBN: 3-548-10515-7. 143 Seiten.
  • Zürich: Diogenes, 1998. Übersetzt von Malte Krutzsch. ISBN: 3-257-23094-X. 283 Seiten.

'Versteck' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Es ist nicht schwierig, einen Pferdebesitzer zu betrügen, der keine Ahnung vom Rennsport hat. Doch Steven Scott schöpft Verdacht. Ist es nicht mysteriös, dass Favorit Energise immer dann verliert, wenn Besitzer Steven Scott besonders hoch gewettet hat? Zufall? Scott ist blind den Tips seines Trainers gefolgt, denn vom Rennsport versteht er wenig, seine eigenen Vierbeiner kann er kaum auseinanderhalten. Ein Vertrauen, das leicht mißbraucht werden kann …Als schließlich ein Buchmacher nach dem anderen Bankrott macht, ist klar, dass Betrüger am Werk sind. Scott spielt nicht länger mit. Er beschließt, den Gaunern das Handwerk zu legen, und riskiert dabei Kopf und Kragen.

Das meint Krimi-Couch.de: »Betrogen, verprügelt und diskreditiert« 83°

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

Seine Krimis haben ein gemeinsames Thema, den Rennsport, und seine Helden sind zu gut für diese Welt – die Rede ist von Dick Francis. Im Grunde könnte jede Rezension zu einem seiner Bücher den gleichen Wortlaut haben – abgesehen von der Inhaltsangabe. Er variiert seine Handlung immer innerhalb eines gewissen Schemas: seine Helden sind zum Beispiel Tierarzt, Pferdebesitzer, Jockey oder Sportreporter und sie müssen am eigenen Leib erfahren, wie es ist, wenn ihnen ein Gangster ans Leder will. Aber obwohl die Motive teilweise wiederkehren, präsentieren sich seine Bücher verlässlich als Garant für gute und spannende Unterhaltung. Man spürt, dass sich der Autor auskennt und sein während seiner Jockey-Karriere erlangtes Wissen beschreibt er so fesselnd, dass man auch als Nichtkenner des Turfs nicht gelangweilt ist. Das Buch sollte nie mehr aufhören und doch fiebert man dem Ende entgegen, wenn der Gute über den Bösen triumphiert und dies auch noch mit List und Tücke erreicht hat und nicht mit den Fäusten.

Es lebe die Schadenfreude

In seinem Roman »Versteck« – die Titel sind im deutschen wie im englischen immer sehr knapp und eigentlich nichtssagend – geht es um den Spielzeugerfinder Steven Scott. Er kennt sich nicht mit Pferden aus, besitzt aber einige, die er mit seinem Trainer Jody Leeds immer wieder zu Rennen schickt. Doch es scheint wie verhext. Immer wenn Steven mit geringen Einsätzen auf den Sieg seiner Pferde setzt, gewinnt er, wenn er dagegen hoch wettet, hat er kein Glück. Nachdem sein Pferd Energise den Sieg auf der Rennbahn in Sandown Park errungen hat, kündigt er seinem Trainer, nicht ohne ihm noch mitzuteilen, dass er bei einem anderen Buchmacher seine Wette platziert hatte. Jody mimt zunächst den Erstaunten und meint, dass ein paar überhöhte Rechnungen doch keinen Grund für einen Trainerwechsel wären, doch Steven Scott sagt ihm auf den Kopf zu, dass er auch die Manipulation der Rennen durchschaut hat. In punkto Betrug hat Jody allerdings die gesamte Bandbreite ausgespielt. Nachdem der betrügerische Trainer ihn fast mit dem Pferdetransporter überfahren hätte, um sich mit Energise davonzumachen, und das Pferd am nächsten Tag endlich in seinem neuen Stall ankommt, wird Steven klar, was Jody ihm noch angetan hat. Er spinnt einen schlauen Plan …

Lesevergnügen ohne Reue

Francis’ Figuren sind sehr detailliert charakterisiert und wirken lebensnah und echt, obwohl natürlich ein Hang zur Schwarz-Weiß-Malerei nicht geleugnet werden kann. So sind auch immer wieder die unterschiedlichen Gesellschaftsklassen ein Thema, denen die Personen eindeutig zugeordnet werden. Unser Held hier hat zum Beispiel einen Hausangestellten, der ihm zur Seite steht, aber immerhin war sein Großvater Mechaniker und kein Kapitalist, wie an einer Stelle betont wird. Auch das Schema Gut – Böse ist bei Dick Francis immer eindeutig besetzt. Steven Scott ist dem Leser von Anfang an sympathisch und mit dem betrügerischen Trainer kann man nicht einen Funken Mitleid haben. Die ganze Geschichte wird so spannend und mitreißend erzählt, dass man Lesepausen nur widerwillig zulässt. Es kommen mir in der Tat keine Kritikpunkte in den Sinn, allenfalls eines: Die Details werden wahrscheinlich nicht in ewiger Erinnerung bleiben, dafür aber der Gedanke an ein paar Stunden pures Lesevergnügen. Durch die Neuübersetzung des Diogenes-Verlag merkt man zudem gar nicht, dass der Krimi schon einige Jahre auf dem Buckel hat – die Story ist zeitlos.

Im Jahre 1999 kam das Gerücht auf, dass die Romane gar nicht aus seiner Feder stammten, sondern aus der seiner Frau Mary, die wohl über die größere Bildung verfügte als der ehemalige Jockey. Warum die Aufregung? Selbst wenn die Krimis im Team entstanden sind und Mary daran einen großen Anteil hatte, die Details aus dem Rennsport hat sicherlich er geliefert. Dick Francis eröffnet dem Leser eine ganz andere Welt, seine Welt. Man muss weder Pferdekenner noch Pferdeliebhaber sein, um seine Bücher zu mögen, es reicht, wenn man ein Faible für spannende Unterhaltung hat.

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Ham zu »Dick Francis: Versteck« 11.05.2009
Ein Betrogener schlägt zurück und stellt seinen Betrügern eine ausgefeilte Falle. Das alles findet im Galopprennsport statt, in dem sich die Hauptfigur diesmal als pferdeunkundiger Besitzer tummelt. Und DF hat wieder einmal alles zusammengepackt: Einen spannenden Plot, Witz, Action und eine Prise Nachdenklichkeit über dir Richtigkeit des Tuns.
Absolut lesenswert! Chapeau...91°
Kristine zu »Dick Francis: Versteck« 07.12.2006
Ich lese "Versteck" grade zum 2.Mal und bin wieder freudig überrascht, welch ein Lesegenuss die Krimis von DF sind (die ich fast alle gelesen habe) - es stimmt schon, dass die meisten Details nicht in Erinnerung bleiben, was für mich den Vorteil des mehrfachen Genießens hat. In Erinnerung bleibt mir aber sein Stil, seine Charakterbeschreibungen, die - vielleicht grade wegen der SW-Sichtweise - so schön "normal" sind; ständig huscht ein Schmunzeln über mein Gesicht ob der elegant ironischen Art und Weise, das "englisch Unterdrückte" zu beschreiben.Manchmal ist mir auch das Adel- und Klassenthema zu viel, aber es nervt mich lange nicht so, wie bei E.George, die das Thema teilws.schaumig aufblasen kann.Für die "nicht-politisch-korrekten" Momente bringt mir ein DF eine gelassene Leichtigkeit, ohne irgendwie langweilig zu sein
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