Killer von Derek Haas

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2008 unter dem Titel The Silver Bear, deutsche Ausgabe erstmals 2009 bei Ullstein.

  • New York: Pegasus Books, 2008 unter dem Titel The Silver Bear. ISBN: 978-1933648446. 256 Seiten.
  • Berlin: Ullstein, 2009. Übersetzt von Marlies Ruß. 253 Seiten.

'Killer' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Er nennt sich Columbus und ist ein Meister seines Fachs. Ein eiskalter Mörder, der selbst die schwierigsten Aufträge präzise und zuverlässig ausführt. Er lebt für seine Arbeit. Für die minutiöse Vorbereitung und den tödlichen Schlag. Doch dieses Mal ist alles anders. Der nächste Mann, den Columbus töten soll, ist sein Vater. Den er nie kennengelernt hat, der seine Mutter umbringen ließ und den er zutiefst hasst. Er übernimmt den Auftrag – und vom ersten Moment an läuft alles schief.

Das meint Krimi-Couch.de: »(Noch) keine Alternative zum Tokio Killer« 70°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Seine Kindheit war alles andere als ein Zuckerschlecken. Der eigene Vater trieb es mit einer Prostituierten und ließ diese kurzerhand nach seiner Geburt ermorden. Danach wuchs er als Waisenkind in Pflegefamilien und Heimen auf, wo er ständig mit Gewalt konfrontiert wurde. Dann eine erste Rettung, er bekommt einen Job als Lagerarbeiter, belädt Lastwagen mit Bierkisten und freundet sich mit dem Fahrer Hap Blowenfield an. Dieser wiederum bringt ihn mit dem Mittelsmann Vespucci zusammen, dessen Aufgabe darin besteht, Auftragsmorde zu vermitteln. Er, der nun endlich seine Bestimmung gefunden zu haben scheint, nennt sich fortan Columbus und wird in den Folgejahren zu einer lebenden Legende.

Vespucci hat sich zwischenzeitlich nach einem »missglückten« Attentat von Columbus abgewandt und Columbus neuer Mittelsmann ist Archibald Grant. Dieser übergibt ihm einen neuen Auftrag, der es wahrlich in sich hat, denn die Zielperson ist kein Geringerer als der Sprecher des Abgeordnetenhauses der Vereinigten Staaten, Abe Mann. Dieser strebt nun erstmalig die Nominierung zum US-Präsidenten an und auf dem entscheidenden Parteitag soll Columbus zuschlagen. Doch das prekäre an dem Auftrag ist nicht die Machtstellung von Abe Mann, sondern die Tatsache, dass er der Vater von Columbus ist.

Columbus nimmt den Auftrag an und prompt beginnen die Schwierigkeiten. Zunächst wirft sich eine fremde Frau an seinen Hals, dann verschwindet Archibald im Gefängnis und als wäre dies nicht alles schon bitter genug, muss Columbus auch noch feststellen, dass nicht nur ein Killer auf Abe Mann angesetzt wurde…

Ein Auftragskiller soll seinen eigenen Vater töten.

Der Killer als Held? Zumindest aus moralischer Sicht fragwürdig, doch da es sich um einen fiktiven Roman handelt wollen wir mal nicht so sein. Außerdem funktioniert das Prinzip bei Barry Eislers Tokio-Killer-Serie ja auch ganz prächtig. Wurde hier etwa abgekupfert? Ein Schelm, der Böses denkt.

Columbus bekommt also den Auftrag, in acht Wochen beim Nominierungsparteitag seinen eigenen Vater zu ermorden, den er abgrundtief hasst, da dieser seine Mutter hat töten lassen und somit in letzter Konsequenz auch Columbus verkorkste Kindheit und Jugend zu verantworten hat. Doch da allein ein kurzer Auftragsmord nicht reicht, um selbst die wenigen Seiten dieses Romans zu füllen, muss mehr Stoff her. So erfahren wir in Rückblenden sehr viel über den Lebenslauf von Columbus, dessen bisherigen Auftragsmorde und so weiter.

Die Ausgangssituation hat Potenzial, aber die Auflösung enttäuscht.

In der aktuellen Handlung geht derweil einiges schief, wie oben bereits angedeutet. All dies liest sich sehr kurzweilig und ist recht spannend, allein der letzte Funke will nicht überspringen. Romane, bei denen der Killer (hier als Ich-Erzähler) im Vordergrund steht, bzw. den »Helden« gibt, sind eher die Ausnahme und unweigerlich drängt sich der Vergleich zum »Tokio Killer« auf. Grundsätzlich bietet Derek Haas mit seinem konsequent gezeichneten Protagonisten, den man nicht lieb gewinnen kann, und der dennoch auf seine Weise faszinierend ist, eine Figur, die womöglich das Potenzial für eine Serie bietet. Dann müsste allerdings der Spannungsbogen deutlich intensiver ausfallen, denn die wirkliche Frage lautet hier nicht, wie die Geschichte ausgeht, sondern wer der Verantwortliche für den Auftragsmord is. Genau an diesem entscheidenden Punkt aber bietet Derek Haas eine zu einfache,  keineswegs überraschende und vor allem keine glaubwürdige Lösung.

Jörg Kijanski, Oktober 2009

Ihre Meinung zu »Derek Haas: Killer«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Frank zu »Derek Haas: Killer« 29.03.2011
Sehr gelungener Auftakt der angekündigten Reihe.
"Columbus" ist ein Auftragsmörder,einer der besten. Er erledigt seine Aufgaben effizient - und ohne jegliche Skrupel.
Doch dann bekommt er den Auftrag seinen eigenen Vater zu beseitigen..und er beginnt über sich und sein Leben nachzudenken. Und nebenbei läuft alles schief, was so schief laufen kann.

"Columbus" ist alles andere als eine "sympathische" Hauptfigur..er ist brutal, er ist skrupellos. Dennoch reflektiert er sein Handeln - und genau dann hat man als Leser/in der Geschichte die Möglichkeit "Verständnis" für ihn bzw sein Verhalten zu entwickeln.

Der Autor ist laut Klappentext Drehbuchautor in Hollywood - und das merkt man dem Story auch an. Hier wird die Handlung über knapp 260 (recht großzügig bedruckte Seiten) regelrecht nach vorne "geknüppelt", man hat die Verfilmung quasi vor Augen.

Ich bin gespannt ob es zu weiteren Büchern um den Protagonisten kommen wird...mittlerweile ist ja -seit VÖ- schon recht viel Zeit verstrichen.
Potential für mehr bietet "Columbus" durchaus.
85%
Duuuude zu »Derek Haas: Killer« 07.01.2011
Also, ich habe das Buch gelesen und finde es einfache Spitzenklasse. Punkt. Wirklich einer der besten Thriller die ich je gelsen habe, die Story, die Idee, einfach alles, natürlich auch die Umsetzung und die Schreibweise, richtig toll. Ich finde, es würde sich hervorragend verfilmen lassen, den Streifen würde ich sofort schauen.
Es ist nirgendwo langweilig und man muss sich nirgendwo denken: "Scheiße, ich glaub die nächsten 10 Seiten überspring ich"Mir hat das Ende gut gefallen.
Von mir Note 100°
Harry zu »Derek Haas: Killer« 19.12.2010
Ganz okay, wenn ich ehrlich bin. Das Buch hat eine starke, okay mittelmäßige Story. Jedesmal, wenn was in der Gegenwart gespielt wird und immer spannender wird, wird es immer wieder von der Vergangenheit unterbrochen. Es hat atemberaubender Actionszenen wie bei den anderen Filmen, aber mit überraschenden Wendungen wäre niemanden draufgekommen(das heißt, wenn sonst niemand dieses Buch gelesen, aber gehört hat). Bei diesem Buch merkt man, dass der Autor auch bei Drehbücher aktiv war. Das Ende hat mich nicht so überzeugt.
Hoffentlich erscheint die zweite Folge, und hoffentlich wird es auch besser als der erste. 82°
stefan zu »Derek Haas: Killer« 25.04.2010
ich lese das buch gerade und bin bei der hälfte und finde es ganz gut
ich muss das buch in der schule vorstellen und es ist sehr spannend, ich freue mich das buch ganz zuende lesen weil mich solche bücher sehr interresieren. Ich bin zwar erst 14 aber es ist super zu lesen ich würde es jedem weiter empfelen den solche Bücher auch interresieren
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
BERND67 zu »Derek Haas: Killer« 13.11.2009
Klasse Buch ! Man merkt , dass Derek Haas bereits als Drehbuchautor tätig war.
Das ganze liest sich nämlich wirklich wie ein guter Actionthriller. Unnötige Längen werden vermieden,hier kommt auf keiner Seite Langeweile auf.
Lediglich das Ende (obwohl überraschend) wirkt doch sehr aufgesetzt und unglaubwürdig!
Deshalb auch knapp an der Höchstnote vorbei.
Auch von mir 90°
Schrodo zu »Derek Haas: Killer« 13.10.2009
Er nennt sich Columbus, ist ein Auftragsmörder und ist ein Meister seines Fachs. Er lebt ausschließlich für seine Arbeit. Für die minutiöse Vorbereitung und den tödlichen Schlag. Doch dieses Mal ist alles anders. Der nächste Auftrag den Columbus bekommt ist seinen eigenen Vater zu töten. Nicht das ihn das groß stören würde, da er ihn nie kennen gelernt hat, und abgrundtief hasst, da er seine Mutter umbringen ließ. Natürlich übernimmt er den Auftrag, doch irgendwie läuft alles schief.
Schon klar, dass dieses Erstlingswerk nicht die Tiefe der "Tokio Killer Bücher" des Barry Eisler hat, aber weit entfernt von der Klasse Eislers ist Derek Haas nicht.
Sein Schreibstil ist angenehm flüssig und flott, es gibt keine langweiligen Abschnitte. Schon von Beginn an wird die Spannung aufgebaut, durch mehrere Rückblenden und immer neue Details aus der Vergangenheit bleibt sie bis zum Ende erhalten.
Die Story ist ein Mix aus Gegenwarts – und Vergangenheitserzählung, der ohne Schnörkel auf den Punkt beschrieben ist. Die Charaktere sind gut und ausreichend gezeichnet.
Und mit dem Cover hat der Verlag einen Glücksgriff getan, das wird die Verkaufszahlen, zusätzlich zum tollen Buch, noch mal steigern.
Für mich ein Krimi Tipp mit 90°
Ihr Kommentar zu Killer

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: