Weißer Schatten von Deon Meyer

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2007 unter dem Titel Onsigbaar, deutsche Ausgabe erstmals 2008 bei Rütten & Loening.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.

  • Kapstadt: Human & Rousseau, 2007 unter dem Titel Onsigbaar. 412 Seiten.
  • London: Hodder & Stoughton, 2008. 412 Seiten.
  • Berlin: Rütten & Loening, 2008. Übersetzt von Ulrich Hoffmann. ISBN: 978-3352007590. 412 Seiten.
  • Berlin: Aufbau, 2010. Übersetzt von Ulrich Hoffmann. ISBN: 978-3-7466-2590-4. 421 Seiten.
  • [Hörbuch] Berlin: Der Audio Verlag, 2008. Gesprochen von Heikko Deutschmann. ISBN: 389813816X. 4 CDs.

'Weißer Schatten' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Er nennt sich Lemmer, er ist weiß, und sein Job ist es, unsichtbar zu sein. Er ist der Bodyguard im Schatten. Als Emma le Roux, eine weiße Südafrikanerin, ihn anheuert, hofft Lemmer auf einen schnellen, harmlosen Job. Er soll Emma zum Krüger Nationalpark begleiten. Sie meint, ihren vor zwanzig Jahren verschwundenen Bruder in den Fernsehnachrichten gesehen zu haben. Angeblich hat er skrupellos vier Wilderer ermordet, die ein Reservat überfielen. Kaum sind sie im Krüger-Park angekommen, muss Lemmer eine giftige Schlange töten, die jemand in Emmas Apartment geschmuggelt hat. Er begreift, dass er einer Sache auf der Spur ist, die etliche Nummern zu groß und zu gefährlich für ihn ist. Dann, nach ihrer ersten gemeinsamen Nacht, wird Emma schwer verletzt. Allein versucht Lemmer, ihren Angreifer zu finden. Der Showdown beginnt.

Das meint Krimi-Couch.de: »Geier-Freaks, Wilderer und ein Bodyguard« 87°Treffer

Krimi-Rezension von Lars Schafft

Traumhafte Landschaften, ein Land in wirtschaftlichem Aufschwung. Allerdings auch ein Land, das die Apartheid zwar formal hinter sich gebracht hat, von Normalität aber noch nicht reden darf. Bis die Fußballweltmeisterschaft 2010 ans Kap der guten Hoffnung kommen wird, ist der Name des südlichsten Zipfels des Kontinents sicherlich kein schlechtes Programm. Ufert die Kriminalität gerade in den Townships doch immer noch aus. So gesehen: gar kein schlechtes Pflaster für einen Kriminalroman, was der Brite James McClure vor einigen Jährchen bereits unter Beweis gestellt hat.

Tatort und Kulisse

Nun entdecken immer mehr Autorinnen und Autoren Südafrika als Tatort. Beziehungsweise als Kulisse. Denn vielmehr als mit Orts- und Figurennamen haben diese Thrillerchen mit Südafrika nicht gemein. Ganz im Gegensatz zum neuen Roman von Deon Meyer. Denn Weißer Schatten kann nicht nur in Südafrika spielen – er muss es gar. Und dadurch wird er zu einem großen Leseereignis.

Emma le Roux, selbständige Markenberaterin, wird überfallen, kann mit etwas Glück den rücksichtslosen Einbrechern aber entkommen. Hat das etwas mit ihrem seit zwanzig Jahren verschollenen Bruder Jacobus zu tun? Das vermutet sie, denn Emma ist fest davon überzeugt, ihn im Fernsehen in Zusammenhang mit einem Mord im Kruger-Nationalpark gesehen zu haben. Langsam bekommt sie es mit der Angst zu tun, ist aufgewühlt – und schrecklich neugierig. Sie geht auf Nummer Sicher und beauftragt Lemmer als ihren Bodyguard.

Lemmer kann den Job gut gebrauchen. Er ist nicht mehr der gefragteste Angestellte in seiner Firma, ein schweigsamer Einzelgänger mit Knast-Erfahrung, der dazu nichtmals eine Waffe tragen darf. Wer ihn beauftragt, kann also eigentlich gar nicht in so großer Gefahr schweben. Denkt er sich. Und liegt damit grundsätzlich falsch.

Bereits in der ersten Nacht als Emmas Bodyguard, recht idyllisch in einer schicken Touristen-Anlage inmitten südafrikanischer Naturschönheit, bekommt er es mit einer Giftschlange zu tun. Je weiter Lemmer und Emma den Spuren Jacobus´ folgen, desto brenzliger wird es: Wilde Verfolgungsjagden und Schießereien halten die beiden andauernd in Atem. Und als ein Zeuge nach dem anderen ums Leben kommt, ahnt auch Lemmer, dass seine zierliche Markenberaterin vielleicht doch nicht so falsch lag. Was ihren Bruder betrifft – und vor allem die Sorge um ihre eigene Sicherheit …

Ein in jeder Hinsicht schlagfähiges Duo

Weißer Schatten – damit ist wörtlich Lemmer gemeint – hat mehr, als man derzeit von vielen Spannungsromanen, die sich Thriller schimpfen, erwarten darf. Die Figur des testosterongeschwängerten Lemmer ist zwar kein Sympathieträger, aber glaubhaft. Emma le Roux dazu der perfekte, schlagfertige Konterpart. Er mit den Fäusten, sie verbal. Bei dieser Protagonistenkonstellation kein Wunder, dass neben all der Action, die Deon Meyer seinen Charakteren zumutet, auch eine kleine Romanze dazugehört. Und selbst Humor ist kein Fremdwort für den Südafrikaner, wenn er Emma beispielsweise einen belehrenden Minivortrag über das Markenbewusstsein von Geier-Liebhabern halten lässt.

Was Weißer Schatten aber so bemerkenswert macht, ist nicht, dass Meyer sein Handwerk aus dem Eff-Eff beherrscht und gekonnt mit allen Zutaten hantiert, die aus einem spannenden Thriller einen sehr guten machen. Denn Weißer Schatten ist mit dem Themenbogen, den der Autor spannt, herausragend originell: Neben besagten Geier-Freaks geht es um Wilderer, um Ausgleichszahlungen für die schwarze Bevölkerung, um Korruption und um einen handfesten Skandal, der auch Südafrikas Nachbarländer betrifft.

Weil Deon Meyer dies in eine zeitkritische, streckenweise berauschende Erzählung verpackt, die dazu noch vor atemberaubender Kulisse spielt, wird selbige zu weitaus mehr als das: Südafrika ist Meyers dritter Protagonist. Und vielleicht sogar der spannendste.

Lars Schafft, Oktober 2008

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trafik zu »Deon Meyer: Weißer Schatten« 22.01.2016
Es war mein erstes Buch von Deon Meyer.
Die Handlung war sehr gut. Ich kenne zwar Südafrika überhaupt nicht, aber auch die Beschreibungen haben mir sehr gut gefallen.
Das Ende war ein wenig seltsam.
Ebenso waren einige Leerläufe in diesem Buch.
Insgesamt war es aber okay.
Werde mir sicher noch weitere Bücher besorgen.
Lieschen zu »Deon Meyer: Weißer Schatten« 29.08.2015
Tolle Geschichte, die wirklich ganz nah am südafrikanischen Alltag spielt. Die Charaktere sind im südafrikanischen Kontext glaubwürdig geschildert. Der Nebenschauplatz Wilderei ist ebenfalls ein großes Thema und kein Klischee. Und der politische Skandal am Ende ist, so jedenfalls ehemalige Militärangehörige, nicht weit verfehlt. Wieder ein gelungenes Buch.
Torsten zu »Deon Meyer: Weißer Schatten« 09.05.2014
Das Buch war das Buch welches ich als Buschschenker der Aktion Lesefreunde zum Welttag des Buches 2014 bekommen und weiterverschenkt habe - eines habe ich dann natürlich auch selbst gelesen.
Generell liegt mir der Handlungsort Afrika, hier speziell Südafrika nicht so sehr, aber daran hat es nicht in erster Linie gelegen, dass mir das Buch so überhaupt nicht gefallen hat.
Formal hat mich z.B. sehr gestört, dass sehr häufig Begriffe auf Afrikaaans eingesteut wurden, die man nicht so ohne weiteres versteht ohne einen Übersetzer zu bemühen. Für mich völlig überflüssig und unnötig - die Bedeutung der unterschiedlichen Verwendung von Englisch und Afrikaans wurde auch so ausreichend beschrieben.
Inhaltlich wurden die schon in einer vorherigen Kritik angesprochenen "Lemmers Einsichten" in einer derart epischen Breite abgehandelt, dass es mich irgendwann nur noch genervt hat. Ich glaube kaum, dass sich überhaupt irgendwer derartige ausführliche Gedanken z.B. über das spezielle Verhalten von kleinen zierlichen Frauen im Gegensatz zu grossen kräftigen Frauen macht, usw.
Auch die ständigen, tiefgehenden Selbstreflexionen Lemmers, was seine Vergangenheit und seine Gewalttätigkeit angeht, waren für mich unglaubwürdig übertrieben.
Dagegen trat die eigentliche Geschichte viel zu sehr in den Hintergrund, was vielleicht auch ganz gut war, denn auch die war nicht sehr überzeugend. Vermischt mit historischen Fakten und jeder Menge korrekter Kritik an Umwelt- und Naturschutz im Grossen und im Kleinen, fand ich das weder besonders originell, nochbesonders spannend.
Vielleicht beurteilt das jemand der die Handlungsorte kennt oder sich mehr für sie interessiert ja grundsätzlich anders, aber mir hat das keinerlei Lust auf mehr davon gemacht.
Annette zu »Deon Meyer: Weißer Schatten« 11.08.2013
Klasse Thriller mit viele Einsichten in die Südafrikanische Welt. Land und Geschichte sehr bildhaft dargestelltLeute es ist eine Geschichte kein Doku.!!! In Filmen gibt es auch viel Selbstjustiz und an Spannung fehlte es in dem Buch gar nicht. Am Besten - selber lesen. Mir hat es Lesefreude bereitet
DrWatson zu »Deon Meyer: Weißer Schatten« 08.10.2008
Habe das Buch als Hörbuch gehört und fand es klasse. Ich kenne fast alle hier erschienen Bücher des Autors und finde dieses weder besser noch schlechter als die Vorgänger. Meyer hat viel zu erzählen von dem Land, den Kulturen, der Geschichte. Er benutzt den Thriller sicher - wie viele - als Vehikel für diese Geschichten. Zumindest in der Hörbuchfassung habe ich keine übermäßig langweiligen Strecken bemerkt. Und Lemmer als klassischer hard boiled Looser ist doch schön altmodisch!
Für mich ist Deon Meyer heute das für Südafrika, was Arthur W. Upfield bis in die 70er und 80er Jahre für Australien war!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
baiba zu »Deon Meyer: Weißer Schatten« 30.08.2008
Dieser Thriller enttäuschte.
Das Thema Selbstjustiz hat der Autor nun wirklich auf die Spitze getrieben.
Was der Geschichte an Spannung fehlte, hat sie an *Lemmers Einsichten* zu viel.
Ich bin froh, dass ich das Buch zuende gebracht habe.Hätte ich nicht so viele der Orte gekannt, an denen es angesiedelt ist, wäre es nach etwa der Hälfte in einer Ecke gelandet.
Sicher, Meyer nimmt sich auch hier wieder politischen und gesellschaftlichen Zündstoff vor, aber allmählich nervt es, wie kritiklos er seine Helden Rache nehmen läßt.
0 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
rebe zu »Deon Meyer: Weißer Schatten« 19.07.2008
Ein weiterer Klasse-Thriller von Deon Meyer. Zwei Jahre vor Beginn der Fußball WM 2010 zudem eine gute Gelegenheit, mehr über Südafrika zu erfahren. Aber auch aktuelle Themen kommen nicht zu...
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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