Icarus von Deon Meyer

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2015 unter dem Titel Ikarus, deutsche Ausgabe erstmals 2015 bei Rütten & Loening.
Folge 5 der Benny-Griessel-Serie.

  • Cape Town: Human & Rousseau, 2015 unter dem Titel Ikarus. 432 Seiten.
  • Berlin: Rütten & Loening, 2015. Übersetzt von Stefanie Schäfer. ISBN: 978-3352006715. 432 Seiten.
  • [Hörbuch] Berlin: aufbau audio, 2015. Gesprochen von Joachim Król. ISBN: 3945733081. 432 CDs.

'Icarus' ist erschienen als Hardcover HörbuchE-Book

In Kürze:

Wer hoch fliegt …Bennie Griessel war ein trockener Alkoholiker – bis zu dem Tag vor Weihnachten, als ein Freund seine Familie und sich selbst erschießt. Er beginnt wieder zu trinken, und als seine Kollegen ihn suchen, sitzt er im Gefängnis. Dabei hat Bennie einen neuen, spektakulären Fall. Ein Mann wird stranguliert an einem Strand aufgefunden. Ernst Richter hatte ein besonderes Geschäftsmodell. Allen, die fremdgehen wollten, versprach er, für ein todsicheres Alibi zu sorgen. Ein fulminanter Roman, in dem das paradiesische und dunkle Südafrika eng nebeneinanderliegen. Das Meisterwerk eines der besten Thrillerautoren weltweit. Kapstadt im Dezember. Bennie Griessel wird zu einem Tatort gerufen, der ihn aus der Fassung bringt. Ein Kollege hat seine Frau, seine zwei Töchter und dann sich selbst erschossen. Bennie will nur noch weg – von Alexa, seiner Freundin, von seinen Kindern. Er landet in einer Bar und betrinkt sich. Ein herber Rückfall für den trockenen Alkoholiker. An einem Strand experimentiert ein Kameramann mit einer Drohne und entdeckt eine Leiche. Ein Mann ist offenkundig erdrosselt worden. Als die Polizei die Identität des Mannes herausgefunden hat, sind alle in heller Aufregung. Ernst Richter galt seit Wochen als vermisst. Prominent wurde er durch seine Interplattform Alibi. Allen, die eine Affäre haben wollten, versprach er den sorgenfreien Seitensprung. Als man Bennie zu Hilfe rufen will, sitzt der nach einer Prügelei im Gefängnis. Und noch einen treibt der Tod von Ernst Richter um: den Weinbauer Francois du Toit aus Stellenbosch, der sich auf zwielichtige Geschäfte eingelassen hat.

Das meint Krimi-Couch.de: »Bennie Griessel am Abgrund« 85°Treffer

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Seit drei Wochen wird Ernst Richter, Betreiber des Internetportals alibi, vermisst. Wer eine sorgenfreie Affäre genießen möchte, dem verspricht das Portal umfangreiche und diskrete Unterstützung, ein perfektes Alibi. Doch dann wird Richters Leiche am Strand gefunden. Erwürgt, in eine Plastikfolie eingewickelt und vergraben, allein die Kraft des Wassers sorgte dafür, dass seine Leiche wieder an die Oberfläche kam. Vaughn Cupido wird mit der Leitung der Mordkommission betraut und könnte gut die Hilfe seines Kapteins Bennie Griessel gebrauchen, aber dieser ist gerade keine große Hilfe.

»Die Mordkommission des Direktorats für Kapitalverbrechen ermittelt, weitere Informationen, sobald bla, bla, bla. Das ist wirklich alles, was ich weiß.«
»Wer leitet die SOKO?«
»Ich.«
»Vaughn, das reicht nicht.«
»Wie meinst du das?«
»Das Ding ist hochexplosiv, Vaughn. Das ist der größte Fall seit Pistorius. Und Dewani. Die Medien werden verrücktspielen. Ich werde sie füttern müssen.«

Griessel wurde zum Schauplatz eines Familiendramas gerufen, an dem ausgerechnet ein Kollege zunächst seine Familie und dann sich selber erschoss. Für Griessel ist dies zu viel und so begibt sich der seit über anderthalb Jahren trockene Alkoholiker in eine Kneipe und genehmigt sich ein paar Drinks. Cupido muss unter Hochdruck ermitteln, denn der Fall Richter ist ein großes Medienereignis zumal ein Unbekannter droht, die Kundennamen von alibi im Internet zu veröffentlichen. Derweil erzählt der Winzer Francois du Toit der Rechtsanwältin Susan Peires ausführlich seine Familiengeschichte, denn er glaubt, dass diese mit dem Mord an Richter zusammenhängt …

Starke Figurenzeichnung, packender Plot und ein interessanter Einblick in die südafrikanische Weinwelt

In seinem neuesten Fall Icarus gerät Topermittler Bennie Griessel von der Valke ein wenig zur Randfigur, denn sein Partner Vaughn Cupido soll die Ermittlungen im Fall des ermordeten Internetstars Ernst Richter übernehmen. Das der Selbstmord seines Kollegen Vollie Vis, der zuvor noch seine Frau und die beiden Töchter ermordete, Griessel aus der Bahn wirft, überrascht nicht, zumal wenn man dessen Vorgeschichte kennt. Seit 602 Tagen ist Griessel trocken, doch nachdem er sich in einer Kneipe volllaufen lässt, erwacht er wenig später in einer Polizeizelle, da er sich angeblich eine Schlägerei mit anderen Gästen geliefert haben soll. Vaughn muss also nicht nur erstmals die Ermittlungen führen, sondern gleichzeitig seinen Partner decken. Griessel scheint derweil alles egal zu sein, denn der Alkohol hat ihn wieder voll im Griff. Einfühlsam und gleichzeitig mit entlarvender Direktheit zeigt Deon Meyer den Rückfall eines Alkoholikers auf, der sich nur zeitweise auf die Polizeiarbeit konzentrieren kann. Auch Vaughn ist ein wenig abgelenkt, weil er sich erstmals seit langer Zeit verliebt. Dummerweise in jene Frau, die Richters engste Mitarbeiterin war.

»Wenn unser Job einfach wäre, dann könnten ihn alle machen. Aber alle können das nicht. Wir können das. Wir sind die Valke, Pappie, die Besten der Besten, die Crème de la Crème. Und du, Bennie Griessel, du bist der beste Bulle, den ich kenne. Bei weitem. Wenn du nüchtern bist.«

Die Ermittlungsarbeit wird einmal mehr detailliert und packend dargestellt, wenngleich die Elite der Valke, der südafrikanischen Mordkommission, zunächst kaum voran kommt. Für »Erstleser« der grandiosen Bennie-Griessel-Reihe dürften die zahlreich mitwirkenden Polizisten etwas gewöhnungsbedürftig sein, zumal der Autor deren Berufsbezeichnungen teilweise in englisch und in afrikaans benennt. Um ein bisschen Tempo aus der Geschichte herauszunehmen, wird diese in zwei Erzählsträngen vorgetragen. Neben den laufenden Untersuchungen gibt es eine umfangreiche Unterredung eines Winzers mit dessen Anwältin, in dem er seine Familiengeschichte erzählt. Was zunächst als ausufernde Seitenfüllerei daherkommt, entwickelt gegen Ende des Plots eine ordentliche Sogwirkung. Zu guter Letzt erhält der Leser interessante Einblicke in die einheimische Weinwelt. Ein leckerer Rot- oder Weißwein aus Stellenbosch, dem wohl bekanntesten südafrikanischen Weinanbaugebiet, wäre somit der ideale Begleiter dieser vorzüglichen Lektüre, die sowohl in Stellenbosch wie in Kapstadt spielt.

Jörg Kijanski, Februar 2016

Ihre Meinung zu »Deon Meyer: Icarus«

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Urs Roth zu »Deon Meyer: Icarus« 15.10.2016
Endlich wieder mal ein Buch, das mich von A bis Z gefesselt hat. Deon Meyer ist und bleibt für mich einer der besten Autoren. Man mag die Handlung als banal betrachten, doch wie er die Handlungsstränge zusammenführt, ist phänomenal. Und erst der Blick ins Innenleben der einzelnen Figuren. Und dann, wie Griessel einem Jüngeren bei den Ermittlungen den Vortritt lassen muss, während er selbst genug damit zu tun hat, mit seiner Alkoholsucht zurecht zu kommen. Einfach grossartig.
manni zu »Deon Meyer: Icarus« 23.09.2016
Zu lang, zu umständlich erzählt. Für die Serienfans wie mich ein must, aber mit einem Thriller hat das nichts zu tun, eher mit einem gemächlichen Kriminalroman. Da war mal mehr Schwung drin,. hoffendlich wird der nachste Griessel wieder rasanter und spannender, wir bangen doch alle mit Bennie!. 60 °
Kblitz zu »Deon Meyer: Icarus« 30.01.2016
Auch mich hat der Roman enttäuscht. Der schwächste Krimi von Deon Meyer.
Warum man auf den Umschlag "Thriller" geschrieben hat, ist mir ein Rätsel.
Von den geschichten, die jier erzählt werden, Kaptain B. Griessel, die Winzerfamilie und das Ermittlerteam, hat nur eine was mit Krimi zu tun. Vielleicht wollte der Autor die nicht immer aufregende Arbeit der Polizei schildern. Auch habe ich den Eindruck, das Das Buch unbedingt 420 Seiten stark werden sollte.
das nächste Buch wird hoffentlich besser.
walli007 zu »Deon Meyer: Icarus« 20.11.2015
In Vino Veritas

Seit fast zwei Jahren ist Bennie Griessel ein trockener Alkoholiker, doch kurz vor Weihnachten wird er zu einer Ermittlung gerufen, die ihn aufs Äußerste erschüttert. Ein Kollege hat sich erschossen und seine Familie mit in den Tod gerissen. Griessel befürchtet nun, er wandele auf genau dem gleichen Pfad und nur der Alkohol könne ihm helfen. Dann wird auch noch sein Kollege und Freund Vaughn Cupido zum Leiter der Mordermittlung ernannt. Durch Zufall wird der Firmeninhaber Ernst Richter tot aufgefunden. Seine Leiche wurde während eines Sturms an einem Strand freigelegt. Weshalb sollte der erfolgreiche Unternehmer, den anscheinend alle mochten, umgebracht werden.

Bennie Griessel kämpft zunächst einmal nicht gegen die Sucht, dennoch bleibt er einer der besten Ermittler der Valke. Sein Freund und Partner Cupido deckt seine Entgleisung, macht ihm jedoch klar, was er von seinem Rückfall hält. Griessel scheint dabei zu sein, endgültig abzustürzen. Doch wie erwähnt, er ist einer der besten Ermittler. Cupido, der sich scheinbar immer hinter Bennie her entwickelt, wird nun erwachsen. Das Vertrauen, das die neue Chefin in ihn setzt, beflügelt ihn und er stürzt sich mit Eifer in die Ermittlung. Die Fassade um Richters Leben bricht schnell auseinander.

Auch wenn man als Leser vielleicht nicht so begeistert ist von Bennie Griessels Beschäftigung mit dem Alkohol, vor dem man ihn sicher wünschte, hat man es hier mit einer Geschichte zu tun, mit der der Autor zu begeistern vermag. Geschickt eingestreut in die Ermittlungen der Valke sind die Gespräche des Winzers du Troit mit seiner Anwältin. Die Frage, was das wohl mit der Handlung zu tun haben könnte, macht das Lesen zu einem packenden hin und her. Die akribischen Ermittlungen, die immer neue Entdeckungen über den ach so feinen Richter zu Tage fördern, regen dazu an, mitzuraten. Eine Rätselaufgabe, an der der Leser mit großem Vergnügen scheitert, da der Autor mehrere Geschichten verknüpft und mit der speziellen Situation Südafrikas verbindet. Am Ende wurde der Leser bestens unterhalten und hat auch noch etwas gelernt.
Freddy zu »Deon Meyer: Icarus« 10.11.2015
Ernst Richter , Betreiber der Firma "Alibi" , wird tot am Strand gefunden . Ein Kollege von Bennie Griessel hat sich umgebarcht und da Bennie damit nicht klarkommt beginnt er wieder zu trinken .
Für Cupido ist das natürlich ein schlechter Zeitpunkt , da er Bennie decken muss und auch Bennies Hilfe bei dem Fall bräuchte . Ernst Richter ist nicht der gute Mensch , wie er von vielen dargestellt wird .
Parrallel dazu werden die Gespräche von Francois du Toit mit seiner Anwältin über Ernst Richter erzählt . Erst spät erfährt man , was beides genau miteinander zu tun hat .
Deon Meyer ist wieder ein sehr guter und sehr spannender Thriller gelungen mit sehr guten Zeichnungen der Protagonisten und guten Dialogen . Man erfährt wieder einiges über Bennies Privatleben und seinem "Kampf" mit und gegen seine Alkoholsucht und wie seine Freundin damit umgeht , die ja ähnliche Probleme hat . Auch wird uns Südafrika näher gebracht . Für Deon Meyer Leser ein Muss .
Wilfried Winterschladen zu »Deon Meyer: Icarus« 10.11.2015
Ich bin echt enttäuscht von diesem Buch. Das Buch ist nicht spannend sondern langweilig - weil in sich, also in der Erzählung komplett zerrissen. Ich habe alle Bücher vom Meyer gelesen und war überwiegend begeistert. Da waren schon echte Kaliber bei. Aber "Icarus" - Schwamm drüber könnte man sagen, aber immerhin € 19,99 bezahlt und das tut schon richtig weh, hatte ich doch auch noch andere Bücher auf dem Kaufzettel.
Also Fazit, es kann nur besser werden und in Zukunft abwarten bis eine Rezession bei KC vorliegt.
Wolfgang G. Peters zu »Deon Meyer: Icarus« 08.11.2015
Nun gut, jeder darf erwarten, dass zum Ende von Icarus der Kriminalfall gelöst wird, der Richter-Mord geht an einen Täter, mit dem wohl niemand gerechnet hatte. Aber spannend ist das nicht und die endlosen, sich zum Teil wiederholenden Gespräche zwischen Klient und Rechtsanwältin verzögern mehr, als dass sie beschleunigten. Die Motivation zum Lesen liegt allein im Schicksal von Benny Griessel, seiner Familie und den wichtiger werdenden Randfiguren der Polizistentruppe. Nicht das spannendste und nicht das konsequenteste
Buch von Meyer, keine Spur von der Atemlosigkeit aus "Sieben Tage". Das Schlimmste, was einem Thriller passieren kann: Eigentlich ist es ziemlich egal, wer diesen Herrn Richter warum und wo um die Ecke gebracht hat. Meyer muss wieder enger an die Tat, an die Mörder und an die südafrikanische Gesellschaft und an seine Bullen ran!
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