So will ich schweigen von Deborah Crombie

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2006 unter dem Titel Water Like a Stone, deutsche Ausgabe erstmals 2007 bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.
Folge 11 der Duncan-Kincaid-Serie.

  • New York: William Morrow, 2006 unter dem Titel Water Like a Stone. 448 Seiten.
  • München: Goldmann, 2007. Übersetzt von Andreas Jäger. ISBN: 978-3-442-45871-4. 448 Seiten.

'So will ich schweigen' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Weihnachten naht, und Superintendent Duncan Kincaid fährt mit seiner Lebensgefährtin Gemma James zu seiner Familie nach Cheshire. Das Idyll im mittelalterlichen Städtchen Nantwich wird jedoch bald getrübt, als Kincaids Schwester Juliet in einer alten Scheune eine mumifizierte Babyleiche findet. Zur selben Zeit trifft die ehemalige Sozialarbeiterin Annie zufällig eine Frau wieder, die vor Jahren verdächtigt wurde, ihre Kinder zu misshandeln. Als Kincaids Sohn Kit zwei Tage später zum Kanal hinuntergeht, stolpert er über einen leblosen Körper im Gras. Es ist die Leiche von Annie …

Das meint Krimi-Couch.de: »Es weihnachtet sehr« 80°

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

Deborah Crombies Krimis um das Polizistenpaar Detective Superintendent Duncan Kincaid und seine Lebenspartnerin Detective Inspector Gemma James sind inzwischen schon zu einem Dauerbrenner bei den Liebhabern von englischen Landhauskrimis geworden. Mit So will ich schweigen liegt unterdessen der elfte Band in der deutschen Übersetzung vor. Mit den Schauplätzen sorgt die Autorin für Abwechslung. Obwohl die Handlung meist in London angesiedelt ist, ermittelten die beiden privat verbundenen Polizisten auch schon in Schottland oder in der Provinz. Auch dieses Mal gilt es, ein Verbrechen auf fremdem Terrain aufzuklären. Zwar nicht ganz so fremd für Duncan, da er Weihnachten mit Gemma und den Kindern bei seinen Eltern in Nantwich verbringt, aber ein örtlicher Polizist wird eine Einmischung von Scotland Yard nie freudig begrüßen, selbst wenn es sich wie in diesem Fall um einen früheren Bekannten aus der Schulzeit handelt.

Weihnachten ist hier kein geruhsames Fest

Noch dazu ist Duncans Schwester Juliet in den Fall verwickelt. Zwar steht sie nicht unter Verdacht, doch sie ist es, die am Heiligabend auf einer Baustelle eine Babyleiche findet, die bereits vor Jahren in die Wand eines Bauernhauses eingemauert wurde. Über die Feiertage stocken die Ermittlungen hierzu, aber schon am Tag nach dem 2. Weihnachtsfeiertag kommt es zu noch mehr Aufregung. Ausgerechnet Kit, Duncans Sohn, findet auf seinem frühmorgendlichen Spaziergang die Leiche von Annie Lebow. Er hatte sie am ersten Weihnachtstag zusammen mit seinem Vater kennengelernt und war fasziniert von ihrem Leben auf einem Hausboot, so dass sie ein weiteres Treffen verabredeten. Der leitende Beamte Ronnie Babcock nimmt die Unterstützung von Scotland Yard nun doch an, wohl wissend, dass Kincaid ohnehin nicht locker lassen würde.

Stolze 540 Seiten füllt Deborah Crombies Roman. Sie breitet die Geschichte sehr detailliert aus und legt viel Wert auf die Schilderung der Atmosphäre und der Beziehungen der Figuren untereinander, auch wenn sie für die Auflösung des Falles nicht von Bedeutung sind. Aber gerade das ist es, was die Leser dieser Serie zu schätzen wissen. Sie verfolgen diese sicher nicht nur wegen der zu lösenden Kriminalfälle, sondern auch um zu erfahren, wie es mit der Patchwork-Familie weitergeht, die nicht nur aus Gemma und Duncan besteht, sondern auch aus Toby, dem Sohn Gemmas aus ihrer ersten Ehe und Kit, Duncans Sohns, der nach dem Tod seiner Mutter nun schon seit einiger Zeit bei ihnen lebt. Gemma musste kurz zuvor den Verlust ihres gemeinsamen Babys verkraften und Kit ist ebenfalls noch nicht über den Verlust seiner Mutter hinweg gekommen. Obwohl er sich schon gut eingelebt hat, hat er Probleme in der Schule, die er vor Duncan und Gemma geheim gehalten hat.

Gelungene Atmosphäre

Neben Pubertätsproblemen und der Ehekrise von Juliet greift die Autorin noch ein sehr anrührendes Thema auf, das auch in Deutschland zur Zeit immer wieder die Nachrichten beherrscht: Kindesmisshandlung. Doch nicht schlecht arbeitende Sozialbehörden stehen im Zentrum der Kritik, sondern wie ein zu Unrecht bestehender Verdacht der Fürsorgeverletzung das ganze weitere Leben bestimmt. Nebenbei bindet sie noch interessante Informationen über das entbehrungsreiche Leben der Kanalschiffer in die Handlung mit ein, so dass trotz der Länge für hinreichend Abwechslung gesorgt ist. Obwohl die Spannung insgesamt nicht auf der Strecke bleibt, wünscht man sich jedoch an einigen Punkten ein etwas rascheres Voranschreiten der Handlung.

Deborah Crombies Krimis sind nicht überragend, aber von weitestgehend verlässlicher Qualität. Dies gilt auch für den vorliegenden elften Band. So will ich schweigen reiht sich in der Serie nicht an erster Stelle ein, kann aber einen Platz am oberen Ende ihrer Romane für sich behaupten. Die Amerikanerin sorgt wieder einmal für ein paar unterhaltsame, typisch englische Krimistunden.

Sabine Reiss, Februar 2008

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Tony de Vil zu »Deborah Crombie: So will ich schweigen« 07.09.2016
Sehr detaillierte Geschichte, am Ende etwas zu hastig. Aber gut, irgendwann muss ja Schluss sein.
Einige Handlungsstränge, die alle irgendwie gleichwertig daherkommen. Jeder einzelne von ihnen hätte es verdient gehabt, sich in einem eigenen Buch wiederzufinden.
Trotzdem bleibt es ein Buch streng nach Anleitung zusammengebaut. Schade! Dabei habe ich es durchaus gern gelesen. Angenehme Sprache, Spannung und menschlicher Tiefgang. Obwohl es trotzdem Trivialliteratur bleibt.
Werde sicher noch weitere Bücher von Deborah Crombie in die Finger nehmen.
sabrina13582 zu »Deborah Crombie: So will ich schweigen« 18.06.2009
In dem 11. Buch aus der Kincaid / James-Reihe, stehen die beiden Hauptdarsteller Duncan Kincaid und Gemma James im Vordergrund. Ihre Familienverhältnisse und das Zusammenleben mit den zwei Kindern wird ausführlich dargestellt und ist somit mehr oder weniger der Dreh und Angelpunkt der Geschichte. Die Mordermittlung um den Fund der Babyleiche spielen sich mehr im Hintergrund ab. Es werden wieder etliche Personen mit ins Spiel gebracht, deren unterschiedliche Geschichten sich am Ende zusammenfinden. Alles in allem ein tolles Buch, das spannend geschrieben ist und sich sehr flüssig lesen lässt. Es kommt kaum Langeweile auf und ich persönlich konnte es kaum aus der Hand legen. Es ist allerdings meiner Meinung nach nicht als "Einstiegsbuch" in die Kincaid/James Reihe zu empfehlen, da es für "Deborah-Crombie- unerfahrene" Leser, etwas schwer sein wird, sich ohne die Vorgeschichte der zwei Hauptdarsteller, zurecht zu finden. Am besten man liest die Bücher in Chronologischer Reihenfolge, damit man die Lebens- und Liebesgeschichte der zwei auch richtig verstehen kann.
CharlyDD zu »Deborah Crombie: So will ich schweigen« 13.12.2008
Tausend Dank an Frau Crombie das Sie mir mit ihrem Buch einen so fantastischen Weihnachtskrimi geschenkt hat.

Viele Leser des Buches fühlen sich wahrscheinlich schnell angeödet von den ganzen detaillgetreuen Beschreibungen die hier geliefert werden. Ich fand es klasse. Die Autorin nimmt uns auf einen Familienausflug zu den Eltern von Kincaid mit und verzaubert uns mit ihrem typischen englischen Stil innerhalb kürzester Zeit. Besonders gelungen fand ich es das unser Ermittlerpaar nur am Rande im Einsatz war und den Fall nicht komplett an sich gerissen haben. Es ist ja schließlich Weihnachten...

Der knisternden Spannung hat das ganze keinen Abbruch getan. Geschickt verknüpft Crombie im Hintergrund weiter die Fäden um dem Leser am Ende eine stimmige Einheit zu präsentieren.

Fazit: Ich empfehle unbedingt das Buch in einer Zeit zu lesen wo man sich richtig drauf einlassen kann. "So will ich schweigen" ist die perfekte Lektüre für einen gemütlichen Leseabend im Lieblingssessel- mit einem schönen heißen Tee- idealerweise unter dem Weihnachtsbaum um die ganzen Stimmungen einfangen zu können.

Einziger Minuspunkt: Ich habe dummerweise eine Ausgabe ohne die tollen Zeichnungen erwischt, die immer mit dabei sind.
Patrick zu »Deborah Crombie: So will ich schweigen« 27.09.2008
wer viel blut will, der ist hier völlig falsch...wer aber, wie ich einen typischen englischen krimi erwartet, ist hier bestens aufgehoben...deborah crombie liefert keine gute, sondern in meinen augen überragende fortsetzung der serie...die hauptpersonen sind mir eh schon ans herz gewachsen und die haupthandlung entwickelt sich ohne längen...zusammen mit "das verlorene gedicht" der beste band der serie...absolut empfehlenswert
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Pütsch zu »Deborah Crombie: So will ich schweigen« 13.03.2008
Ich habe die ersten Bücher in unserer Stadtbücherei entdeckt, habe die dort fehlenden im Internet nachgekauft und freue mich über jede Fortsetzung, weil gerade auch die privaten Beziehungen sehr interessant sind, und auch die britischen Lokalkoloriete. Bin jetzt bei Band 6 und freue mich auf alle anderen.
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Edith Walter, literar. Ueberse zu »Deborah Crombie: So will ich schweigen« 07.02.2008
Ich habe Crombie erst vor kurzer Zeit entdeckt, verschlinge ihre Bücher aber, weil icheben ihren "englischen" Stil liebe und die mit den Krimis verwobenen anderen Storys, bzw. Nebenhandlungen, die so "neben" gar nicht sind.Alles in allem eine höchst erfreuliche Lektüre. Vor allem, weil man eie Figuren liebt.
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BineD zu »Deborah Crombie: So will ich schweigen« 07.10.2007
Wie alle Bücher von Deborah Crombie, einfach hervorragend. Obwohl, die Bücher werden von Mal zu Mal immer noch ein bisschen besser, was eigentlich kaum möglich ist. Ich liebe Krimis, bei denen es einerseits die "Krimihandlung" und andererseits das "Privatleben der Ermittler" gibt, was die Krimis untereinander etwas verbindet. Ich finde die Geschichte von Duncan und Gemma herrlich und bin schon gespannt, wie es bei den beiden und ihren Kindern weitergeht. Absolut lesenswertes Buch.
Angelika zu »Deborah Crombie: So will ich schweigen« 30.07.2007
Genial! Drei Handlungstränge, die immer mehr miteinander verwoben werden. Sehr dicht und ohne Längen in wundervoll flüssiger Sprache geschrieben. Die Spannung baut sich kontinuierlich auf und lässt Raum für eigene Spekulationen! Die Charaktere werden immer genauer herausgearbeitet!
Meiner Meinung nach der Beste ihrer Kincaid-James-Romane! Freu mich auf das nächste!
Zusammenfassend: Lesen lesen lesen!
rectangulus zu »Deborah Crombie: So will ich schweigen« 05.07.2007
Auf jeden Fall der beste Band mit Duncan und Gemma. Schon auch, weil diesmal so viel Familie mit dabei ist. Die Story ist komplex genug um wirklichkeitsnah zu sein und es gibt keine einfachen Lösungen, vor allem nicht bei den verschiedenen schwierigen Beziehungen, die in dem Buch eine (Neben)Rolle spielen. So Duncans Schwester, deren Mann und dessen Geschäftspartner, oder die Sozialarbeiterin und deren Mann.
Allerbeste Unterhaltung und so schön Englisch!
Luca zu »Deborah Crombie: So will ich schweigen« 02.04.2007
Ich fand diesen Roman klasse.Besonder die "Szenen"in denen Toby oder Kit vorkamen waren echt rührend.Die auflösung war überaschent und traurig zugleich.
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