Denn nie bist du allein von Deborah Crombie

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2004 unter dem Titel In a Dark House, deutsche Ausgabe erstmals 2005 bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.
Folge 10 der Duncan-Kincaid-Serie.

  • New York: William Morrow, 2004 unter dem Titel In a Dark House. ISBN: 0060525258. 382 Seiten.
  • München: Goldmann, 2005. Übersetzt von Andreas Jäger. ISBN: 3-442-45870-6. 446 Seiten.

'Denn nie bist du allein' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

In einer alten Lagerhalle in den Londoner Docklands wird die verbrannte Leiche einer jungen Frau gefunden. Eine erste Spur führt Superintendent Duncan Kincaid in eine soziale Einrichtung, in der Frauen und ihre Kinder Zuflucht vor häuslicher Gewalt finden. Zur selben Zeit ermittelt Kincaids Lebensgefährtin Inspector Gemma James in einer Vermisstensache. Ist die verschwundene Elaine die Tote aus der Lagerhalle? Die wahre Verbindung der beiden Fälle erkennen Kincaid und James erst spät – vielleicht zu spät für ein kleines Mädchen, das in Lebensgefahr schwebt …

Das meint Krimi-Couch.de: »Drei Rätsel sind zu lösen« 79°

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

Eines haben Elizabeth George und Deborah Crombie gemeinsam: die wenig aussagekräftigen Titel, die es einem schwer machen, sich überhaupt den gerade aktuellen zu merken, geschweige denn, jemandem mitzuteilen, welchen Band der Serie man denn nun präferiert. Der inständigen Bitte vieler Leser wird jedoch nicht entsprochen, hier ein wenig Unverwechselbarkeit einzubringen. Allerdings sollte man daraus nicht auf die Qualität der Bücher schließen, wo das eine oder andere gute Unterhaltung bieten kann.

Gleich drei Rätsel sind hier zu lösen:

  • Eine Serie von Brandstiftungen hält die Feuerwehr in Atem und als in den Überresten des letzten Feuers auch noch eine Leiche gefunden wird, muss die Polizei mit ins Boot. Die Frauen im daneben liegenden Frauenhaus geben keine guten Zeugen ab. Da das abgebrannte Lagerhaus einem Politiker gehört, ist Fingerspitzengefühl angesagt und Superintendent Duncan Kincaid von Scotland Yard wird der örtlichen Polizei als (V)ermittler zur Seite gestellt. Handelt es sich bei dem Opfer um die Tochter des Politikers?
  • Im Pfarrbezirk in der Nähe wird eine Frau von ihrer Mitbewohnerin als vermisst gemeldet. Hier wird Detective Inspector Gemma James tätig, da sie von der Pfarrerin um Hilfe gebeten wird.
  • Zunächst ohne Zusammenhang dazu scheint die Anzeige eines verzweifelten Vaters zu stehen, der sein Kind vermisst. Auch die Mutter scheint wie vom Erdboden verschluckt zu sein.

Zur Abwechslung mischt sich Gemma James in die Ermittlungen ihres Lebensgefährten ein, im Vorvorgänger "Der Rache kaltes Schwert» war es umgekehrt und im Vorgänger «Nur wenn Du mir vertraust» hatte niemand so recht das Heft in der Hand, da die Handlung außerhalb des Stammreviers London angesiedelt war. Es wirkt ehrlich gesagt schon unrealistisch, was sich Gemma herausnimmt, obwohl sie in einem ganz anderen Revier tätig ist und sogar Kincaid nur als Helfer in der Not die Polizei vor Ort unterstützen soll. Da kann man verstehen, dass die leitende Beamtin pikiert reagiert und die Einmischung des Duos nicht gerade begrüßt.

Obwohl sich Frau Crombie mit der Verquickung von gleich drei Fällen und noch mehr Themen (u.a. Brandstiftung, Sorgerechtsstreitigkeiten, Kindesmisshandlung) etwas zuviel zugemutet hat – und damit auch dem Leser – mangelt es nicht an der logischen Auflösung und Darlegung der Zusammenhänge. Was am Anfang noch ein wenig zu bemüht erscheint – Gemma untersucht den Fall einer vermissten Frau, die letztendlich auch in Kincaids Aufgabe eine Rolle spielt – erweist sich schlussendlich als gut durchdacht und wirkt dennoch überfrachtet. Die Autorin weicht hier im übrigen von der Gewohnheit ab, einen Fall aus der Vergangenheit mit der Gegenwart zu verknüpfen.

Die Protagonisten sind inzwischen schon zu guten Bekannten geworden, deren Geschichte man gerne weiterverfolgt. Hier stagniert zwar die Entwicklung im Falle des Sorgerechtsstreits um Duncans Sohn aus erster Ehe, doch dies ist kein Beinbruch. Allerdings ist es für mich nicht nachvollziehbar, dass er die Ermittlungen in einem Mordfall wichtiger nimmt als einen wichtigen privaten Gerichtstermin. Dies passt überhaupt nicht zu den Charakterzügen, die er in den vorigen Büchern an den Tag gelegt hat. Scheinbar wollte die Autorin ihrem allzu perfekten Helden etwas von dem Glanz nehmen, der ihm ansonsten anhaften würde.

Die Atmosphäre wird wirklich gut eingefangen, fesselt aber nicht so sehr, wie die schottischen Highlands im vorherigen Buch der Serie. Ich denke, man könnte «Denn nie bist du allein" sogar unabhängig von den anderen Büchern der Serie lesen, aber nur, wenn man sich für britische Krimis begeistert, ansonsten wäre man doch schwer enttäuscht ob des stereotypen Bilds von England, das einem hier geboten wird. Mit Autoren wie Peter Robinson und Ian Rankin kann man die Autorin nicht vergleichen, denn trotz Mord- und Totschlaggeschichten wird die Welt doch ein wenig heiler und gemütlicher als bei anderen dargestellt. Deborah Crombie, eine Couch und eine Tasse Tee sind jedoch ein gelungenes Trio.

Sabine Reiss, November 2005

Ihre Meinung zu »Deborah Crombie: Denn nie bist du allein«

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sabrina13582 zu »Deborah Crombie: Denn nie bist du allein« 18.06.2009
Auch diesmal wurde ich von der Autorin nicht enttäuscht. Wie gewohnt ein spannendes und flüssig zu lesendes Buch. Zwar war der Start diesmal etwas langatmig aber dafür hielt sich nach den ersten 45 Seiten die Spannung konstant. Wiedereinmal gut gewählte und ausführlich beschriebene Charaktere wie man sie von Deborah Crombie ja schon gewöhnt ist. Diesmal ist die Handlung zwar zunächst etwas Verworren da eine Menge Frauen als Vermisst gelten und sich erst später rausstellt wer denn jetzt das Mordopfer ist. Aber genau das hat mir so an diesem Buch gefallen, das Entwirren der vielen Einzelheiten und das Rätsel raten um den Mörder.
Krimi-Tina zu »Deborah Crombie: Denn nie bist du allein« 06.05.2009
Ein Brand, eine verkohlte weibliche Leiche, 3 verschwundene Frauen und ein vermisstes Kind.
Ein enorm und für ihre Verhältnisse ungewöhnlich verwickelter Fall, den Deborah Crombie uns hier auftischt.
Das hat es mir etwas schwer gemacht, in das Buch hineinzukommen. Ich musste dauernd zurückblättern. Zu viele Handlungsfäden, denn das Privatleben von Duncan und Gemma geht natürlich auch weiter. So dass sich das erste Drittel des Buches ein wenig zäh liest.
Dann aber laufen die Fäden zusammen und es wird gewohnt spannend.
Trotzdem hat mir der Vorgänger einfach besser gefallen, der war wesentlich atmosphärischer. Und die Beschränkung auf einen Fall passt besser zu der Erzählweise von Deborah Crombie.
Nichtsdestoweniger ist auch hier wieder das Niveau gewohnt hoch und Duncan und Gemma weisen keinerlei Abnutzungserscheinungen auf.
CharlyDD zu »Deborah Crombie: Denn nie bist du allein« 23.10.2008
Ich liebe die Serie um Duncan und Gemma mit ihrer zusammen gewürfelten Familie einfach. Je mehr Bücher ich von Crombie lese umso mehr schließe ich die Familie ins Herz und die Ermittlungen rücken für mich schnell mal in den Hintergrund.
Die nicht beendete Gerichtsverhandlung um das Sorgerecht von Kit empfinde ich nicht als tragisch. Es spornt eher an so schnell wie möglich das nächste Buch zu lesen.

Kleiner negativer Beigeschmack waren einzig die plötzlich vielen vermissten Frauen die als verkohlte Leiche in Frage kamen. Aber das wurde dann im weiteren Verlauf von Crombie geschickt genutzt um die Verbindungen zwischen den ganzen zu lösenden Fällen zu knüpfen.

Faszit: Super Frau Crombie.
loreley zu »Deborah Crombie: Denn nie bist du allein« 20.03.2008
Misteriös und Hochspannend. Ein paar lose Enden, besonders zum Schluß wirds etwas hektisch, aber O.K.

Der Brand in einem herrlichen viktorianischem Lagerhaus ist nur einer, von einer ganzen Reihe von Brandsftiftungen in London. Doch hier wird eine Leiche gefunden und somit intensiver geforscht. Duncan Kincaid schnüffelt dann auch fleissig herum:
Beim örtlichen Star Kommunisten, der die Lagerhalle renovieren lassen wollte und auch in einem Mutter Kind Heim in der Nachbarschaft des aktuellen Brandherdes. Auch Rose Kearny, die Nachtschicht von der Feuerwehr, mischt erfrischend Kühl und Ehrgeizig bei den Brandermittlungen mit.

Zur selben Zeit agiert Gemma James in einer Vermisstensache. Denn da ist auch noch ein verschwundende Kind und die Zeit wird knapp. Ein bisschen Charles Dickens geht um und das nicht nur, weil das vermisste Mädchen aus der Klein Dorrit Schule verschwindet und die einzelnen Kapitel mit Zitaten geschmückt sind.

Deborah Crombie entführt ihre Leser virtuos, unterhaltsam und mit wortwitz in die Londonder Haushalte und die neuen, frischen Gesichter geben den Alten auch ein bisschen mehr Farbe, da mutiert die Handlung des Krimis manchmal zur Nebensache.
Kincaid zu »Deborah Crombie: Denn nie bist du allein« 20.02.2007
Ich gestehe es, mittlerweile lese ich diese Serie nur noch wegen der Protagonisten Duncan und Gemma und nicht mehr so sehr wegen der Kriminalstory. Das Bild, welche die Autorin von ihrem Ermittlerduo zeichnet, könnte genauso gut aus meiner Nachbarschaft stammen, eben total normal, und genau das ist es wahrscheinlich, was die Geschichten so anziehend macht. Nicht abgehobene Geschichten sondern das Alltägliche nehmen Platz....!
Ich warte schon ungeduldig auf die Fortsetzung, die im April 2007 erscheinen soll, mal sehen, wie es mit Gemma und Duncan weitergeht, ob sie ihr Leben mit dem anstrengenden Job bei der MET und Scotland Yard vereinbaren können!!
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Luca zu »Deborah Crombie: Denn nie bist du allein« 13.12.2006
Ich fand das buch sehr spannend very Britisch (richtig?)eben.Duncan und Gema sind ermittler mit viel herz und auch ihr priwatleben find ich gut.Ich warte schon auf "so wil ich schweigen".
wonni zu »Deborah Crombie: Denn nie bist du allein« 22.09.2005
Das war wieder eine Glanzleistung von Deborah Crombie. Habe das Buch quasi verschlungen. FüBin der gleichen Meinung wie Engels, es hätte aber auch wirklich mehr in der Beziehung von Gemma und Duncan passieren können bzw. auch in der Entscheidung mit Kid und dem Gericht. Ich fiebere jetzt schon dem nächsten Buch entgegen.
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Toni zu »Deborah Crombie: Denn nie bist du allein« 28.08.2005
Die verschiedenen Handlungsstränge und Erzählperspektiven und die Vielzahl der Ermittelnden scheinen mitunter nur der aktuellen Unsitte zu dienen, einen Krimi möglichst nahe bis an die 500 Seiten aufzublähen. War das noch schön, als Gemma und Kincaid völlig ausreichten, einen Fall (1!) zu lösen.
Engel zu »Deborah Crombie: Denn nie bist du allein« 07.08.2005
Ich habe mich sehr auf einen neuen Fall von Gemma und Duncan gefreut und bin auch nicht entäuscht worden.Bis zum Schluß tappt man sehr im Dunkeln. Nur in der persönlichen Beziehung hätte für meinen Geschmack etwas mehr passieren können. Da treten wir mal wieder auf der Stelle.Ich hoffe im nächsten Roman geht es vorwärts.
Ulli zu »Deborah Crombie: Denn nie bist du allein« 18.07.2005
Und wie immer sehr spannend geschrieben! Man muss sich erstmal durch die unterschiedlichen Handlungsstränge wuseln, aber dann kann auch der geneigte Leser sehr gut seine Schlußfolgerungen ziehen. Was mich allerdings leicht auf die Palme gebracht hat, ist Kincaids Pflichtbewußtsein seiner Arbeit gegenüber, unter der ein spezielles Familienmitglied sehr zu leiden hat - das gibt zu denken!
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