Creepers von David Morrell

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2005 unter dem Titel Creepers, deutsche Ausgabe erstmals 2006 bei Knaur.
Folge 1 der Frank-Balenger-Serie.

  • London: Headline, 2005 unter dem Titel Creepers. 428 Seiten.
  • New York: CDS, 2005. 428 Seiten.
  • München: Knaur, 2006. Übersetzt von Christine Gaspard. ISBN: 978-3-426-63447-9. 428 Seiten.
  • München: Knaur, 2011. Übersetzt von Christine Gaspard. ISBN: 978-3-426-50973-9. 428 Seiten.
  • [Hörbuch] Berlin: Argon, 2007. Gesprochen von Stefan Kaminsky. ISBN: 3866103204. 6 CDs.

'Creepers' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Asbury Park, New Jersey: In einer kalten Oktobernacht dringt eine Gruppe von fünf Abenteurern in ein ehemaliges Luxushotel ein. Das Paragon Hotel ist vor hundert Jahren von einem exzentrischen Millionär in Form einer Maya-Pyramide erbaut worden – und es steht seit dreißig Jahren leer. Die fünf Eindringlinge suchen den ultimativen Kick. Doch der kommt ganz anders, als sie es sich vorgestellt hatten. In dem halb verfallenen Gebäude ist die Vergangenheit unerwartet lebendig – und hinterhältig. Und sie fordert einen hohen Preis: Die Nacht verwandelt sich in einen Alptraum des Schreckens, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint... 

Das meint Krimi-Couch.de: »Katz- und Mausspiel im schwankenden Turm« 85°Treffer

Krimi-Rezension von Michael Drewniok

Sie nennen sich »Creepers«: Männer und Frauen, die es lieben, sich in möglichst alte, lange verlassene Tunnel, Gebäude und andere Großbauwerke einzuschleichen, wo sie zwischen bröckelnden Mauern nach Relikten vergangener Zeiten suchen. Robert Conklin, unorthodoxer Professor für Geschichte, ist der Anführer dieser Gruppe, die aus seinen Studenten Vincent Vanelli, Cora und Rick Magill besteht.

Zu ihrer aktuellen Tour hat Conklin den Reporter Frank Balenger eingeladen, denn sie gilt einem ganz besonderen Ziel: Ashbury Park, einst eine blühende Kleinstadt im US-Staat New Jersey, ist schon lange eine Ruinenstätte, über der sich wie eine antike Maya-Pyramide das Paragon-Hotel erhebt. 1901 hat es der exzentrische Millionär Morgan Carlisle entworfen und errichten lassen. Siebzig Jahre hat er das Penthouse des Hotels nicht verlassen, bis er in der letzten Nacht seines 92-jährigen Lebens daraus geflohen ist und sich umgebracht hat.

Das Paragon übertrifft alle Erwartungen der Creepers. Carlisle hat es außen schwer gesichert und innen wie ein Museum erhalten. Doch Wind und Wetter haben dem Bau stark zugesetzt; Treppen und Böden sind durchgefault, Wände drohen einzustürzen. Mutierte Ratten und wilde Katzen haben sich eingenistet. In den Zimmern finden die Creepers beunruhigende Relikte, Gucklöcher in den Wänden und Geheimgänge.

Schlimmer noch: Die Gangster Todd, Mack und JD haben die Aktivitäten der Creepers bemerkt und sind ihnen gefolgt. Mit brutaler Gewalt nehmen sie die Gruppe gefangen. Um ihr Leben zu retten, verrät Conklin seinen eigentlichen Plan: Im Paragon liegt ein Goldmünzenschatz versteckt, den er zusammen mit Balenger, der kein Reporter ist, zu heben plante. Nun wollen sich die Gangster die Taschen voll stopfen, doch weit kommen sie nicht, denn in dem düsteren, leeren Hotel ist noch eine dritte Partei heimisch. Der mysteriöse »Ronnie« gedenkt nicht, seine »Gäste« entkommen zu lassen, und er hatte viel Zeit, seine grausigen Fallen aufzustellen …

Handwerkliches Geschick ersetzt erfolgreich Originalität

Ein weitläufiges, heruntergekommenes, von der Außenwelt isoliertes, mit Todesfallen gespicktes und von gern aus dunklen Winkeln springenden Mordgestalten bevölkertes Areal, durch das sich eine Gruppe entschlossener Abenteurer bis zum Ausgang kämpfen muss: Schon die Unterhaltungsliteratur und der Film kennen diesen ebenso einfachen wie wirkungsvollen Plot, doch richtig zur Geltung gebracht hat ihn erst ein neues Medium: das PC-/Konsolengame, welches den Spieler in die Rolle des Jäger oder potenziellen Opfers versetzt.

Umgekehrt haben viele dieser Games den Weg zurück gefunden, wurden verfilmt und in Romane verwandelt. In der Regel offenbaren diese Franchiseprodukte vor allem die Dürftigkeit der eigentlichen Grundidee und eine daraus resultierende Handlung, die sich auf digitales Rennen, die Lösung diverser Rätsel & das Killen von Monstern, Untoten oder Außerirdischen beschränkt.

Eine solche Simpel-Story steht oder fällt mit ihrer Kulisse. David Morrell ist mit seinem Paragon-Hotel auf der sicheren Seite. Ihm gelingt es, das alte Gebäude quasi zu »personifizieren«, indem er ihm eine Geschichte bzw. eine Biografie auf den »Leib« schreibt und es wie ein schwarz beseeltes Spukhaus wirken lässt. Doch Creepers ist kein Horrorroman, höchstens ein Mystery-Thriller, wobei die Geheimnisse sich letztlich als sehr diesseitig erweisen. (Dies ist kein Spoiler, sondern einfach eine Information für Leser, die sich vor der Lektüre fragen, welchem Genre sie dieses Buch zuordnen können.)

Allerdings kommen sicherlich alle Lesergruppen auf ihre Kosten. Die gemeinsame Schnittmenge aller von Morrell zum Einsatz gebrachten Elemente bildet die schlichte aber hochspannende Geschichte. Wie das alte Paragon ist sie reich an Sackgassen und geheimen Gängen. Immer wieder findet Morrell einen Kniff, die Handlung auf einen neuen, unerwarteten Kurs zu bringen. Natürlich darf man nicht zuviel erwarten: Creepers ist »nur« Unterhaltung und wird zudem durch seine Kulisse sowohl belebt als auch eingeschränkt: Auch ein verwunschenes Hotel bietet nur ein beschränkte Anzahl möglicher Ereignisvarianten.

Dennoch gilt es mit eingeschaltetem Hirn zu lesen, denn der Verfasser liefert viele Informationen aus der Geschichte des Paragon nicht nur der unheimlichen Stimmung wegen. Das Gebäude gilt ihm als Kulminationszentrum einer 100-jährigen Geschichte voller Geheimnisse und Schrecken. Das Hotel ist für Morrell nicht einfach ein Ort, an dem Menschen übernachten, sondern auch eine Sammelstätte menschlicher Schicksale, die das gesamte Spektrum menschlicher Gefühle (und Perversionen) abdecken.

Die seltsame Lust, durch Ruinen zu waten

»Urban Exploration« nennt sich das merkwürdige Hobby, dem die Creepers nachgehen. Es ist authentisch; wie der Verfasser in seinem Nachwort ausführt, gehen ihm weltweit viele tausend Männer und Frauen nach. David Morrell ist selbst ein »Creeper«. Schon in seiner Kindheit zogen ihn aufgelassene Stätten, in denen einst Menschen lebten und arbeiteten, magisch an. Diese Neugier ist schwer zu deuten; es ist wohl eine Mischung aus Neugier und Voyeurismus, der die meisten Creepers umtreibt. Sie selbst machen quasi archäologischer Motive geltend, formulieren sich gar einen absurden Ehrenkodex, der ihnen nur das Schauen gestattet. Nichts darf vor Ort verändert oder gar mitgenommen werden.

Ob dies wohl der Realität entspricht? Autor Morrell thematisiert den schmalen Grad zwischen ehrlicher Neugier und echtem Diebstahl, auf dem die Creepers sich bewegen; ein bisschen Einbruch ist auch noch dabei. Professor Conklin ist abgerutscht. Der Grund ist banal: Er steckt in Geldnot. So wandelt er sich vom verehrten akademischen Paulus rasch zum diebischen, verräterischen Saulus – und er steht damit nicht allein. Auch Creeper sind halt nur Menschen. Vince, Cora und Rick nehmen selbst nicht nur aus »wissenschaftlichem« Interesse an Conklins Expeditionen teil. Sie leben in einer komplizierten, nicht offen eingestandenen Dreiecksbeziehung und können nur auf neutralem Boden – hier im Paragon Hotel – zusammenkommen. Vince ist außerdem privat unzufrieden und braucht seine kleine Fluchten durch fremde Gebäude. Balenger ringt mit einem Trauma und schließt sich dem Streifzug aus finanziellen Erwägungen an.

Wenigstens ehrlich sind Todd, Mack und JD: Sie wollen das Paragon ausrauben. Diese Figuren gleiten arg ins Klischee ab; hier meinen wir die typischen Vorzeigestrolche zu sehen, die Hollywood in seinen Filmen einzusetzen pflegt. Sie reden und handeln wie kleine Tarantinos und ersetzen Intelligenz durch Gewalt. Dass sich die Creepers mit den Gangstern zusammenschließen müssen, um gemeinsam dem gruseligen Ronnie zu widerstehen, ist ebenfalls eine allzu einfache Lösung.

Wer dieser Ronnie ist, wird dem gewieften Thrillerfreund nicht wirklich lange verborgen bleiben. Morrell spielt fair; er lässt Ronnie keineswegs aus dem Nichts auftauchen, sondern bereitet sein Erscheinen logisch nachvollziehbar vor. Man muss halt darauf achten, welche Spuren der Verfasser legt. Erneut erweist sich manche scheinbare Sackgasse nachträglich als Teil der Handlung!

Manchmal ist Spaß Begründung genug

Unterm Strich ist Creepers ein rasanter Thriller, der einfach nur unterhalten will und dafür schamlos aber intelligent bekannte Bestandteile diverser Genres – Krimi, Horror, Action- und Katastrophenthriller – zu einem eleganten Ganzen zusammenfügt, dessen Güteklasse auch durch folgende Reaktionen belegt wird: Mit Höchstgeschwindigkeit arbeitet man sich als Leser durch die Seiten, um sich an einer Handlung zu erfreuen, die – sobald das Buch gelesen ist – sogleich in Vergessenheit gerät. So sichert sich das Hirn Platz für neue, unterhaltsame Trivialitäten …

Ihre Meinung zu »David Morrell: Creepers«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

M.Reinsch zu »David Morrell: Creepers« 17.09.2011
Nun weiß ich endlich mal wieder, was ein Pageturner ist...
Was als mehr oder weniger harmlose Geschichte beginnt, wird mit jedem "Cliffhänger"-Kapitelende rasanter.
Man fühlt sich wie bei einem der alten Hitchkokfilme, oder Horrorfilme - man weiß das etwas passieren wird, ist dann aber überrascht, was passiert. Nicht nur das sich die Beteiligten des Romans langsam aber sicher wandeln, es kommt das Gefühl auf, als würde sich sogar das Haus verwandeln...
Sehr schön emotional und rasant geschrieben, man ist wirklich voll in der Geschichte gefangen und will wissen wie es weiter geht. Nun (nach 1 1/2 Tagen) kennen ich den Schluss und freue mich auf "Level 9".
90° Micha
claudia zu »David Morrell: Creepers« 18.08.2011
mein erstes buch von david morrell und ich muss sagen ich bin hellauf begeistert!

ich habe das buch innerhalb von 2 tagen ausgelgesen, ich konnte es kaum weglegen, ich wollte nicht schlafen gehen weil es so spannend war!

ich habe mir jetzt Level 9 bestellt und ich kanns kaum erwarten das buch in händen zu halten.

creepers ist jedenfalls jedem zu empfehlen.
Tiinaaaaa zu »David Morrell: Creepers« 05.05.2011
Also eigentlich lese ich nicht so gerne. Meine mama sagt mir ich sollte das buch lesen hab es dann aber trotzdem gemacht. Sie meinte das ist noch nicht geeignet für mich hahhaha :D
Und ich fand es bombe !!! :D
Kein buch ist besser :oDieses buch ist einfach nur hammerDas ende ist einfach geilsteAn alle anderen lest das auch mal, das ist geil :D
RM-Maus zu »David Morrell: Creepers« 13.02.2011
Ich habe das Buch auf Empfehlung einer Freundin gelesen und war positiv überrascht.

Das Grundthema im Zusammenhang mit der Infiltration von Gebäuden war neu für mich und wurde vom Autoren in einer spannenden Geschichte um fünf Abenteurer, die ein altes Hotel erkunden wollen, eingebettet.

Die Handlung erfährt recht schnell eine unerwartete Wendung und entwickelt sich fortan zu einer erbarmungslosen Jagd auf die Eindringlinge. Auf einmal steht der nackte Kampf ums Überleben im Vordergrund.

Von Anfang bis Ende ein gut durchkomponierter Plot, der den Leser erst wieder los lässt, wenn er die letzte Seite gelesen hat.

Für Fans des Genres ein lesenswerter Zeitvertreib.
Lena zu »David Morrell: Creepers« 07.01.2011
ich habe das Buch gelesen, bin zwar noch viel zu jung für horror, aber bei anderen Büchern habe ich es nach 20 seiten in die Ecke geschmissen. als mein Bruder ausgezogen ist 'vererbte er mir das Buch' und ich las es durch:

am anfang habe ich förmlich gegähnt weil es alles ziehmlich langgezogen ist, doch dann ist spannung pur. sachen die am anfang durch das lesen überflogen werden, kommen späret wieder darin vor. ein wunderbares Buch was ich bis jetzt als einziges verschlang. ich habe es in 4 tagen durchgelesen, und das ist bei 400 seiten kein schlechtes Tempo. ich empfehle es wo ic nur kann und es ist so toll ich kann gar nicht genug loben...

ist sehr lesenswert!!!
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Chrisu zu »David Morrell: Creepers« 14.11.2010
5 Leute dringen über einen Tunnel in das Paragon-Hotel ein, das schon seit Jahrzehnten leer steht. Sie wollen sich das ehemalige Luxushotel ansehen und Aufnahmen machen, wie früher die Gäste gelebt und untergebracht waren. Aber dieses Experiment fiel aus dem Rahmen und einige mussten es mit dem Leben bezahlen. Ich fand den Anfang eigentlich ganz gut. Aber die weitere Entwicklung mit den bösen, tätowierten Jungs und dann der wirkliche, echte Gegner. Ein Thriller der besonderen Art, aber mit ziemlich viel Unverständlichem drinnen.
Anni zu »David Morrell: Creepers« 05.09.2010
Creepers wurde mir von einer Freundin empfohlen, deren Geschmack ich normalerweise teile. In diesem Fall leider nicht.Die Grundidee ist gut, die Umsetzung schrecklich schlecht.Die Charaktere sind flach und die Handlung wenig spannend, die verschiedenen Wendungen, die es durchaus gibt, wirken zu konstruiert. Gleichzeitig werden viele andere Szenen viel zu detalliert beschrieben (z.B. als der Boden in einer Szene nachgibt) und manchmal habe ich mich gefragt, worum es in dem Buch eigentlich geht. Zum Beispiel die Sache mit den Plastikflaschen. Die Creepers nehmen also diese Flaschen mit, damit sie nicht gezwungen sind bei Ihren mehrstündigen Trips in die Ecke zu pullern. Super Information, es wird schließlich auch aufgezählt, welche anderen Dinge sie mit auf Entdecktour nehmen. Aber muss nun beschrieben werden, wie sie einer nach dem anderen da reinmachen und einer nach dem anderen die nun warmen Flaschen im Rucksack verstauen, nur damit die drei Räuber die Dinger dann wieder rausholen um das Thema wieder aufzugreifen?Hier hätte der Autor die Tinte besser dazu verwendet ein wenig mehr auf die Charaktere und die eigentliche Handlung einzugehen, statt Zeit mit Banalitäten zu vergeuden!
Gleiches gilt für die immer gleichen Dialoge: Wer bist du? Oder: Die Süße und ich haben noch ein Date!Ich habs meiner Freundin zuliebe durchgelesen, sonst hätte ich es sicher spätestens nach 100 Seiten in die Ecke geschmissen.
authorhans zu »David Morrell: Creepers« 16.08.2010
Creepers ist Spannung pur! Ein paar zwielichtige Figuren, die eine gefährliche Expedition in ein verlassenes und vom Einsturz gefährdetes Hotel unternehmen und ein Schauplatz, der an FAszination kaum zu überbieten ist, bilden die Eckpunkte dieses Thrillers. Jederzeit zu empfehlen. Da ist gar nichts vom Heldentum RAMBOS zu spüren.
Bücherwürmchen zu »David Morrell: Creepers« 13.08.2010
Ein Buch, das fesselt! Zwar vorhersehbar aber.
Unheimlich, spannend, atmosphärisch dicht. Man kann den Staub fast riechen, den das alte Hotel umschließt.

Der Roman hat mich so in seinen Bann gezogen, das ich es in zwei Tagen durch hatte und ich nun eine schlaflose Nacht hinter mir habe.
Das mich ein Buch dermaßen fesselt passiert mir nicht oft.
signal_fire zu »David Morrell: Creepers« 19.06.2010
Eines meiner Lieblingsbücher. Einfach, weil es so viele unterschiedliche Komponenten enthält, zum Gruseln und Mitfiebern einlädt und durchweg spannend bleibt.

Die Idee fand ich auch relativ originell, sodass ich das Buch absolut weiter empfehlen kann.

Bitte mehr solcher Bücher und weniger Bücher, deren Plot so langweilig ist, dass man fast einschlafen könnte.

95°

Dies sind nur die ersten 10 Kommentare von insgesamt 63.
» alle Kommentare anzeigen

Ihr Kommentar zu Creepers

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: