Teuflisch von David Lindsey

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1992 unter dem Titel Body of Truth, deutsche Ausgabe erstmals 1993 bei Scherz.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Texas / Houston, 1990 - 2009.

  • New York: Doubleday, 1992 unter dem Titel Body of Truth. 417 Seiten.
  • Bern; München; Wien: Scherz, 1993. Übersetzt von Elke vom Scheidt. ISBN: 3-502-10415-8. 381 Seiten.
  • München: Goldmann, 1995. Übersetzt von Elke vom Scheidt. ISBN: 3-442-41480-6. 381 Seiten.
  • München: Goldmann, 1995. Übersetzt von Elke vom Scheidt. ISBN: 3-442-43096-8. 381 Seiten.
  • München: Goldmann, 2001. Übersetzt von Elke vom Scheidt. ISBN: 3-442-55223-0. 381 Seiten.

'Teuflisch' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Die junge amerikanische Studentin Lena ist einer Sensation auf der Spur. Doch plötzlich verschwindet sie in den Bergen Guatemalas. Officer Stuart Haydon macht sich auf die Suche nach Lena und stößt dabei auf den abgrundtiefen Skandal, den Lena witterte: Menschenhandel und Gewaltvergehen an Kindern – den Drahtziehern ist jedes Mittel recht, um diese Grausamkeiten geheim zu halten …

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Nadir36 zu »David Lindsey: Teuflisch« 05.02.2010
Auf den Spuren von John Le Carre

Die Stuart Haydon-Krimis sind keine Whodunnits und Eingeweihten wird die Überschrift schon verraten, wohin die Reise geht.
Stuart Haydon verlässt einmal mehr sei-ne geliebte Frau, sein wunderschönes Haus in Houston mit der herrlichen Bibli-othek, um in Mittelamerkika, dieses mal Guatemala auf echte Herausforderungen zu stoßen.
Sein Freund und Ex-Kollege Fossler bittet ihn zwecks Abschluss der Ermittlungen in einem anscheinend glücklich ausgegan-genen Vermisstenfall für einen Tag nach Guatemala zu kommen. Doch Fossler kommt nicht zum Flughafen, dafür ist seine Wohnung blutüberströmt und keine Spur von der blonden Millionärs-tochter Lena Muller. Dafür zeigt ihm der EX-CIA-Agent Cage, mit dem er früher mal gut zusammen gearbeitet hat, eine verstümmelte blonde Leiche.
Bei seinen Ermittlungen stellt Haydon fest, dass die Gesuchte ins Kreuzfeuer mehrerer Interssengruppen geraten ist. Und Haydon ergeht es dabei nicht besser, Freunde erweisen sich als Verräter, niemand ist, was er scheint. So viel realistische Lebensgefahr musste der sonst so klarsichtige Ermittler noch in keinem anderen Roman erdulden. Gleichbedeutend mit einer anhalenden Spannung ohne oberflächliches Knall-bumm, wie wohl etliche Autos auf der Strecke bleiben und die Leichen Haydons Weg geradezu sprichwörtlich pflastern.
Im Gegensatz zu den anderen Haydon-Krimis gibt es kein Kapitel aus der Sicht eines Gegenspieler, die üblichen Duelle mit dem perversen Latino, der mal schnell mit einer halb verwesten Ratte schmust (Kalter Amok) oder seiner Geliebten ganz nebenbei das Herz heraus reißt (Amaranta) fallen also aus, zugunsten echter, da undurchschaubarer Spannung.
Trotzdem durchzieht das Buch mehr als ein tragischer Hauch bis zur Auflösung im Stil von John Le Carre. Allerdings war das Vorbild 1993 schon nicht mehr in der Lage auf diesem Niveau zu schreiben.


Das Cover ist absolut irreführend, die GEsuchte Lena Muller hat sich zwar „von einem Ende Mittelamerikas zum anderen durchgefickt“, so einer ihrer aktuellen Verfolger und ehemaligen Liebhaber, aber Stuart Haydon bleibt sich auch dieses mal treu. Er schläft lieber auf dem Boden als mit der attraktiven Janet, als die nackt aus dem Bad kommt.
Ich hoffe, das war kein Spoiler, aber wer schon einen Stuart Haydon gelesen hat, der weiß, was für ein Umstandszausel dieser Ermittler nun mal ist. Trotzdem mit Abstand der beste Haydon, eigentlich der einzig durchgängig lesenswerte (Die Killer-Kapitel in Sog der Gewalt sind auch nicht von schlechten Eltern).
Anja S. zu »David Lindsey: Teuflisch« 25.04.2005
Dieses Buch ist ebenfalls ein sehr spannender, an die Nieren gehender Thriller, der in dem vom Buegerkrieg gebeutelten Guatemala spielt. Wie alle Buecher von Lindsey ist auch dieses hier mit brutalen Szenen bestueckt, die aber zu dem Thema passen, ie man hat hier nicht das Gefuehl, der Autor habe die Gewalt nicht um ihrer selbst willen eingefuegt, wie das neuere Autoren (bes. Karin Slaughter) gerne tun.
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