Verschwörung von David Lagercrantz

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2015 unter dem Titel Det som inte dödar oss , deutsche Ausgabe erstmals 2015 bei Heyne.
Folge 4 der Lisbeth-Salander-Serie.

  • Stockholm: Norstedt, 2015 unter dem Titel Det som inte dödar oss . 608 Seiten.
  • München: Heyne, 2015. Übersetzt von Ursel Allenstein. ISBN: 978-3-453-26962-0. 608 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: Random House Audio, 2015. Gesprochen von Dietmar Bär. gekürzte Ausgabe. ISBN: 3837131351. 608 CDs.

'Verschwörung' ist erschienen als Hardcover HörbuchE-Book

In Kürze:

Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist haben Millionen Leser begeistert. Weltweit erstürmte die Millennium-Trilogie die Bestsellerlisten und sprengte mit mehr als 80 Millionen verkauften Exemplaren alle Dimensionen. Ein Welterfolg, der seinesgleichen sucht. Nun geht die Geschichte weiter.

Mikael Blomkvist steht vor einer Entscheidung. Böse Zungen behaupten, er sei nicht länger der Journalist, der er einst war. Lisbeth Salander hingegen ist aktiv wie eh und je. Die Wege kreuzen sich, als Frans Balder, einer der weiltweit führenden Experten für künstliche Intelligenz, ermordet wird. Kurz vor seinem Tod hatte er Mikael Blomkvist brisante Informationen versprochen. Als Blomkvist erfährt, dass Balder auch in Kontakt zu Lisbeth Salander stand, nimmt er die Recherche auf. Die Spur führt zu einem US-amerikanischen Softwarekonzern, der mit der NSA verknüpft ist. Mikael Blomkvist wittert seine Chance, die Enthüllungsstory zu schreiben, die er so dringend braucht. Doch wie immer verfolgt Lisbeth Salander ihre ganz eigene Agenda.

Das meint Krimi-Couch.de: »Eine würdige Fortsetzung der Reihe« 82°

Krimi-Rezension von Jürgen Priester

Da ist er nun, der erste Kriminalroman des bis dato unbekannten schwedischen Autors David Lagercrantz, und er ist gar nicht so schlecht. Im Vorfeld der Veröffentlichung hat es ein mediales Getöse um den Roman gegeben. Der bekannte dänische Krimiautor Jussi Adler-Olsen sah sich sogar genötigt, vor diesem Roman zu warnen und zum Boykott aufzurufen. Was ist nun so verwerflich an diesem Roman? Es ist der Umstand, dass Lagercrantz mit Romanfiguren aus der Millennium-Reihe des verstorbenen Autors Stieg Larsson arbeitet und die involvierten Verlage den Roman als Band 4 der Kult-Reihe vermarkten möchten. Es ist zwar nur ein Gedankenspiel, aber hätte Larsson es gut gefunden, dass ein anderer sein Werk fortsetzt?

Als Stieg Larsson 2004 an einem Herzanfall starb, hatte er drei Bände mit seinen Hauptprotagonisten Mikael Blomqvist und Lisbeth Salander fertiggestellt, ein vierter war in Arbeit, zu weiteren gibt es Exposés. Geplant hatte er wohl zehn. Die Veröffentlichung und der weltweite Erfolg der ersten drei Bände, die im Nachhinein als »Millennium-Trilogie« bezeichnet wurden, (obwohl es ja keine echte ist), hat Larsson nicht erlebt. Man kann fragen, was hätten plötzlicher Reichtum und Ruhm aus ihm gemacht? Zeit seines Lebens war er ein sozial engagierter und politisch aktiver Mensch. Er hatte mehrere Projekte gegen den Rechtsradikalismus in Schweden initiiert und unterstützt, und man kann vermuten, dass erhebliche Teile des neugewonnenen Reichtums in sie geflossen wären. Aber das ist Spekulation.
Vermutungen und Wahrscheinlichkeiten begleiten dann auch Larssons Nachlass und die Vorgeschichte zu dem vorliegenden Buch. Einig waren sich Larssons langjährige Lebensgefährtin Eva Gabrielsson und seine Erben (Vater Erland und Bruder Joakim), dass der unvollendete vierte Band in keiner Form veröffentlicht werden sollte. War´s das?

Jahre später, in 2013, gab Larssons schwedischer Verlag (Norstedt) bekannt, dass er mit dem Einverständnis der Erben den Schriftsteller David Lagercrantz beauftragt habe, eine Fortsetzung zu schreiben. Empörung brandete auf, von Grabplünderung war zu lesen, Larsson würde sich im Grabe herumdrehen. Ist Larssons Werk so sakrosankt, dass sich eine posthume Kommerzialisierung verbietet?

Vor Kurzem erschien ein neuer Philip-Marlowe-Roman. Selbstredend nicht vom Altmeister persönlich, denn der ist seit gut 50 Jahren tot. Der irische Schriftsteller John Banville alias Benjamin Black hatte sich eines Romanfragments aus Chandlers Nachlass angenommen und daraus eine Fortsetzung von Der lange Abschied gemacht. Die Presse feierte das als eine Hommage an den Nestor der Hardboiled-Novel. Kein Sakrileg in diesem Fall?

Jungautoren schreiben James-Patterson-Thriller, Eric van Lustbader setzt Robert Ludlums Bourne-Reihe fort, selbst bei uns in Deutschland hat ein Daniel Holbe Andreas-Franz-Romane geschrieben.

Gegen Ende von Verschwörung sagt ein Protagonist, man solle doch nicht alles zu Geld machen, was man zu Geld machen kann. Eine löbliche Einstellung. Aber die Realität ist eine andere, heutzutage wird doch Alles und Jeder vermarktet, ohne ethische oder moralische Beschränkungen. Da sollte sich ein Adler-Olsen auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Die nachträgliche Veröffentlichung seiner strittigen Frühwerke sind auch nichts anderes als Geldschneiderei. Das einzige, was Adler-Olsen mit seinem Appell erreicht hat, ist, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf Lagercrantz’ Buch zu lenken.

David Lagercrantz stellt sich nun mit seiner Version einer Fortsetzung den Lesern und der Kritik. Die deutsche Ausgabe in der Übersetzung von Ursel Allenstein trägt den Titel Verschwörung. Das schwedische Original heißt »Det som inte dödar oss«, zu Deutsch: »Was uns nicht umbringt,...«. Der Autor befasst sich mit zwei Themenbereichen, die gut zu Larssons Hauptprotagonisten passen und wahrscheinlich auch seine Zustimmung gefunden hätten: dem Untergang des unabhängigen Journalismus und der Total-Ausspähung durch Staat und Großkonzerne.

Mikael Blomqvist, dem Star-Reporter der Zeitschrift »Millennium«, geht es nicht gut. Nach seinen grandiosen Erfolgen der entfernteren und jüngeren Vergangenheit ist er in ein schöpferisches Loch gefallen. Zudem setzen ihm Neider und konzertierte Aktionen gegen ihn zu. Händeringend sucht er nach der großen Story, die ihn und sein Blatt wieder an die vorderste Linie bringen. Das ist auch bitter nötig, denn »Millennium« steckt seit längerem in einer finanziellen Schieflage. Ein großer Medienkonzern hat sich bereits einen relevanten Anteil am Verlag gesichert und übt nun Druck auf die Geschäftsleitung aus, betriebswirtschaftliche Schwerpunkte neu zu setzen. Einsparungen, Stellenabbau und eine marktkonforme Ausrichtung der Themen nach dem Motto: »Beiß’ nicht die Hand, die dich füttert« stehen auf der Agenda. Blomqvist ist ziemlich ratlos, ob und wie er weitermachen kann, als er von einem schwedischen Wissenschaftler, einer Koryphäe in Sachen »Künstlicher Intelligenz«, hört, der in bedrohlichen Schwierigkeiten steckt. Außerdem soll Frans Balder mit einer exzentrischen jungen Hackerin in Kontakt gestanden haben, was Blomqvist hellhörig macht und ihn an Lisbeth Salander denken lässt. Bei einem geplanten nächtlichen Treffen mit dem Wissenschaftler kommt es zum Fiasko. Balders autistischer Sohn August wird Zeuge eines Verbrechens und muss fortan unter Schutz gestellt werden.

Derweil hockt Lisbeth Salander trotz ihres Vermögens in ihrer bescheidenen Wohnung. Umgeben von allerlei spezieller Hardware ficht sie gerade einen Strauß mit der US-amerikanischen Sicherheitsbehörde NSA aus. Über verschlungene Wege ist es ihr gelungen, in deren Intranet einzudringen und brisante geheime Dossiers zu sichten. Ihre Aktivitäten bleiben jedoch nicht unbemerkt und Fort Meade plant Gegenmaßnahmen. So ganz nebenbei bemerkt Salander, dass Blomqvist versucht, Kontakt zu ihr aufzunehmen. Neugierig geworden, was ihr alter Weggefährte wohl auf dem Herzen haben mag, geht sie auf eine Konversation mit ihm ein. Sie erfährt von den Schwierigkeiten, in denen Frans Balder steckt. Da sie ihn in guter Erinnerung hat und seine bahnbrechenden Forschungen zur Künstlichen Intelligenz kennt, stürzt sie sich gleich auf die Tastatur, um die Hintergründe von Balders akuter Notsituation aufzudecken. Sie gerät in Teufels Küche.

»Was uns nicht umbringt, macht uns nur härter« – diese Durchhalteparole, die auf Friedrich Nietzsche zurückgeht, führt Lisbeth Salander nicht nur zu einem wichtigen Passwort, sondern trifft auch auf ihre Lebenseinstellung (und die von Mikael Blomqvist) zu. Ohne große Rücksicht auf Leib und Leben nimmt (nehmen) sie den Kampf gegen mächtige Gegner auf. Spionage, Totalüberwachung, Gleichschaltung der Massenmedien sind die großen Themen des Romans, die Alarmzeichen unserer Zeit. Deshalb liegt der Heyne-Verlag nicht ganz falsch mit dem Titel Verschwörung. Das Ende des Romans hat schon etwas Märchenhaftes, gibt dem Leser ein bisschen Trost, dass wenigstens hier die Welt noch reparabel ist.

Nach Einschätzung des Rezensenten ist Verschwörung eine würdige Fortsetzung der »Millennium-Reihe«. Man merkt, dass sich David Lagercrantz intensiv mit Stieg Larsson und seinen Romanen auseinandergesetzt hat. Er führt das vorgefundene Personal mit sicherer Hand und erlaubt sich, wenn mir das nicht entgangen ist, keinen groben Schnitzer. Stilistisch und thematisch ist er ihm ebenbürtig. Für viele mag letztere Aussage provozierend klingen, aber Stieg Larsson ist in den Augen des Rezensenten in vielen Belangen weit überschätzt worden. Gemeinsam bieten die vier »Millennium-Romane« gehobene Krimi-Unterhaltung, die Geist und Seele gleichermaßen anspricht. Eine spannende Krimi-Reihe, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Jürgen Priester, September 2015

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Ptigris zu »David Lagercrantz: Verschwörung« 13.08.2017
Meine ursprünglichen Vorurteile habe ich spätestens ab Seite 112 weg geworfen.
Und den Rest des Buches mit Vergnügen verschlungen.
David Lagercrantz ist es gelungen, eine würdige Folge zu schreiben. Er hat es geschafft, dass ich mich auf Folge 5 jetzt schon freue.
Kommerzialisierung hin oder her, das Buch ist gut.
G. Frank zu »David Lagercrantz: Verschwörung« 25.06.2017
Wer diesen Roman mit dem Niveau eines Jerry-Cotton-Groschenheftes vergleicht, sollte besser keinen Kommentar abgeben. Der Vergleich ist geradezu absurd und zeugt von dem literarischen Verständnis eines geistigen Kleingärtners! Noch so eine merkwürdige Unterstellung: Man müsse wohl die vorausgegangene Trilogie kennen, um überhaupt "etwas an diesem Buch zu finden"... Von Vorteil ist es lediglich, diese drei Bände gelesen zu haben, weil Lagercrantz in diesem Band, der mit Fug und Recht als vierter bezeichnet werden kann, zahlreiche wichtige Protagonisten wieder verwendet bzw. einbaut, die man dann besser in das Gesamtgeschehen einordnen kann.
M.Gross zu »David Lagercrantz: Verschwörung« 16.05.2017
Bin bei Kapitel 19 des Hörbuchs angekommen. Man muss wohl die Trilogie kennen um etwas an diesem Buch zu finden. Ein autistisches Kind mit übermenschlicher Inselbegabung, Computer Hacker die natürlich fett, steinreich und unordentlich sind oder in leeren 7 Zimmerwohnungen leben, die böse NSA, 2 dumme Polizisten, und noch vieles mehr an Klischees. "Normale" Menschen kommen in diesem Buch wohl nicht vor? Ein Krimi auf dem Niveau von Jerry Cotton.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Lana zu »David Lagercrantz: Verschwörung« 05.02.2017
Brillante Vortsetzung der Millennium-Trilogie. Wirklich sehr spannend geschrieben so wie es Larsson getan hätte. Bin auf Fortsetzung der Geschichte sehr gespannt! Schließlich gibt's ja noch die böse Schwester.
Die wenigen negativen Kritiken an der Vorsetzung kann ich allerdings nicht nachvollziehen.
Lana
avrudi zu »David Lagercrantz: Verschwörung« 29.12.2016
... nach anfänglichen Schwierigkeiten, wegen vieler negativer Kommentare, habe ich das Buch erstmal auf die lange Bank geschoben.
Jetzt nach einem Jahr "Wartezeit" hab ich mich unvoreingenommen drangewagt und...
ich bin echt begeistert es liest sich für mich sehr gut, Spannung ist auch gegeben, habe lange kein so Interessantes Buch gelesen also in meinen Augen ein gutes Nachfolgewerk das man "nicht" mit den drei anderen vergleichen sollte, aber kann.
Hoffe das ich von Blomkvist/Salander noch einiges lesen werde.
Henriette H. zu »David Lagercrantz: Verschwörung« 12.09.2016
Ich finde dieses Buch sogar besser als die drei Larsson-Romane, sowohl stilistisch als auch inhaltlich. Lediglich die Passagen über Computer-Kriminalität und -Überwachung sind zu lang und zu speziell geraten- verständlich höchstens für Nerds.
Am besten ist natürlich der positive Schluss, und dass es möglicherweise noch einen vierten Teil gibt, da die teuflische Camilla entkommen ist. Hoffen wir darauf, liebe Leser/innen!
Jossele zu »David Lagercrantz: Verschwörung« 26.05.2016
Ich bin einer von denen, die das Buch nie gekauft hätten, da ich mir nicht vorstellen konnte, dass ein anderer als Stieg Larsson diese Geschichte um Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist fortschreiben könnte. Die sogenannte Millenium-Trilogie hatte ich geradezu verschlungen. Dann habe ich das Buch geschenkt bekommen und deshalb auch gelesen…….und leiste nun Abbitte: David Lagercrantz ist eine vorzügliche Fortsetzung gelungen, die mich auch in Stil und Erzählweise stark an Larsson erinnert hat. Auch er hat wie einst Larsson einen starken Fokus darauf gelegt, dass die Geschichte in sich glaubwürdig und logisch ist, mag auch einiges unrealistisch sein. In sich ist es stimmig. Die Geschichte ist fast ein einziger Spannungsbogen, sich zeitgleich abspielende Ereignisse werden nacheinander so erzählt, dass die Spannung jederzeit hoch gehalten wird. Wieviel von Larsson für dieses Buch bereits vorlag, also ob Lagercrantz bereits Geschriebenes nur verbinden musste oder ob nur ein vager Handlungsstrang oder eine Anfangsidee vorlag, den Lagercrantz ausbauen musste, entzieht sich natürlich meiner Kenntnis. Aber egal: ein tolles Buch! 90°
Claus zu »David Lagercrantz: Verschwörung« 22.05.2016
Ich habe das Buch gerade zu Ende gelesen. Mein Gesamturteil fällt positiv aus. Die Geschichte von Lisbeths Kindheitstrauma war in den drei ersten Bänden erzählt. Lagercrantz gelingt es, die Hauptfiguren neu zu justieren und vor dem Hintergrund ihrer Schrullen, Macken und positiven Eigenarten glaubwürdig agieren zu lassen. Er muss Larsson wirklich genau gelesen haben. Die Story ist spannend. Den letzten Satz des Romans (mit dem Stern) hätte sich Lagercrantz aber sparen können ;).
smilla zu »David Lagercrantz: Verschwörung« 06.03.2016
Ich weiß gar nicht, was ihr habt! Ich finde das Buch auch gut, selbst wenn es sich am Anfang ein bisschen hinzieht, das war an einigen Stellen von Larsons Büchern nicht anders. Schließlich ist es nicht einfach, Charakteren, die man nicht selbst erfunden hat eine Seele einzuhauchen und dies in einen passenden Plot einzuarbeiten. Ich denke, dass weitere Folgen dazuführen, dass sich Lagercrantz mehr und mehr in diese Personen einlebt und dann Inhalte aussucht, die ihm mehr liegen. Ich habe das Buch jedenfalls gerne gelesen.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Volker Klotz zu »David Lagercrantz: Verschwörung« 11.01.2016
Ich habe eben dieses Buch zu Ende gebracht und kann nicht umhin, meiner Enttäuschung Ausdruck zu verleihen. Ich fand die Figuren in den ersten drei Bänden schon recht überzeichnet, dennoch hat der Plot mich gefesselt. Stieg Larsson schien gut recherchiert zu haben und die Handlungen waren gut in Szene gesetzt, spannend und nachvollziehbar.
In diesem Machwerk allerdings hat für mich leider nichts gestimmt. Die Handlung wirkte nervös konstruiert und unlogisch, Spannungsbögen wurden künstlich herbeigeführt. Es wurde sich sehr häufig in den Darstellungen der Hintergründe wiederholt. Und, mein Gott, es ist alles so unglaubwürdig. In der Geschichte gibt es keinen normalen Menschen. Ein Professor, dessen implizierend dargestellte hohe Intelligenz sich zu keinem Moment erschließt. Sein autistischer Sohn, der so „leuchtend“ zeichnen kann, Probleme der höheren Mathematik löst, durch eine ebenfalls emotional instabile Persönlichkeit die Freude am Leben und das Sprechen erlernt. Einen renommierten Neurologen, der das Dinner während einer Nobelpreisverleihung verlässt, um sich um dieses autistische Kind zu kümmern und später dann noch mit dessen Mutter ins Bett zu gehen. Dieser herzensgute Journalist, der alle versteht, im nicht nachvollziehbaren Gefühlschaos lebt, was will uns der Künstler eigentlich damit sagen?! Andrei, der Heiland, keiner war so gut wie er. Hier wurden die Figuren nur im Superlativ dargestellt. Zuletzt die Superheldin Salander, auf der ganzen Welt gibt es keine vergleichbare Hackerin. Bei der NSA hat sie sich eingeschlichen und dann noch letztendlich mit dem autistischen Kind gemeinsam ein Programm geknackt, was scheinbar die Supernova aller Programme war?! Zu dem beruft sich der Autor bezüglich Autismus auf Werke, die nur fragmentarisch Aufschluss über die Problematik geben („Der Mann der seine Frau mit einem Hut verwechselte“ gibt eigentlich nur Erlebnisse von Oliver Sacks im Laufe seiner Tätigkeit wieder.). Und dann diese unnötigen mathematischen Einwürfe, die dem Autor eigentlich niemand abnimmt. Nee, wirklich schlecht. Schade um die Zeit, die ich damit vergeudet habe, einen Teil fünf werde ich auf keinen Fall lesen!

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