David Dodge

David Francis Dodge wurde am 18. August 1910 in Berkeley, einer Stadt an der nordkalifornischen Westküste, als Sohn eines Architekten geboren. Nach dem frühen Unfalltod des Vaters zog die Mutter mit David und drei älteren Schwestern in den Süden des Staates. In Los Angeles besuchte David die High School, die er jedoch ohne Abschluss verließ. Stattdessen arbeitete er ab 1926 als Botenjunge für eine Bank. Nach der Arbeit besuchte er die Abendschule des »American Institute of Banking«. Die Ausbildung trug Früchte, Dodge wurde Bankprüfer. Doch der Job langweilte ihn. 1931 kündigte er und heuerte als Feuerwehrmann auf einem Dampfschiff an. Weitere Jobwechsel folgte, bis diese Sturm-und-Drang-Periode 1936 endete: Dodge heiratete und ließ sich als Wirtschaftsprüfer nieder. Diese Arbeit leistete er auch, nachdem er sich 1942 für den Kriegsdienst gemeldet hatte. Dodge blieb weit hinter allen Fronten an einem Schreibtisch in San Francisco und nahm 1945 als Lieutenant Commander seinen Abschied.

Schon Mitte der 1930er Jahre hatte sich Dodge erfolgreich als Autor versucht. Er war Mitglied einer Laien-Theatergruppe und schrieb Stücke. Für A Certain Man Had Two Sons wurde er 1936 mit einem Preis ausgezeichnet. Dodges erster Roman erschien 1941 als Folge einer Wette mit seiner Ehefrau Elva. Für Death and Taxes (dt. Die blaue Limousine) nutzte Dodge sein berufliches Wissen: James »Whit« Whitney, der auch in drei folgenden Romanen die Hauptrolle spielte, ist ein Steuerprüfer, der in Kriminalfälle verwickelt wird. 

Ab 1945 lebte die Familie Dodge – 1940 war die einzige Tochter Kendal geboren worden – im mittelamerikanischen Guatemala. Dodge wurde ein erfolgreicher Reiseschriftsteller, der später ganz Südamerika bereiste und darüber schrieb. Dies floss wiederum in seine Kriminalromane ein, die durch plausibles Lokalkolorit die Leser zusätzlich fesselten. 1950 zog die Familie nach Südfrankreich. Hier entstand Dodges berühmtester Roman: To Catch a Thief (dt. Über den Dächern von Nizza erregte die Aufmerksamkeit des Regisseurs Alfred Hitchcock, der das Buch 1955 mit Grace Kelly und Cary Grant verfilmte.

Zwischen 1952 und 1957 lebte die Familie in den USA, doch als Tochter Kendal ein Universitätsstudium begann, nahmen die Eltern ihre Weltreisen wieder auf. 1968 Großeltern geworden, ließen sie sich im mexikanischen San Miguel nieder. Elva starb dort im Oktober 1973, David am 8. August 1974. 2006 erschien postum ein letzter, schon Jahrzehnte zuvor entstandener Thriller, den Dodge nie veröffentlicht hatte. [Michael Drewniok]

Krimis von David Dodge:

  • James-»Whit«-Whitney-Serie:
    • (1941) Die blaue Limousine
      Death and Taxes
    • (1942) Shear the Black Sheep
    • (1944) Whit wundert sich
      Bullets for the Bridegroom
    • (1946) Tödlicher Rauch
      It Ain’t Hay
  • Al-Colby-Serie:
    • (1948) Das Grab auf der Hazienda
      The Long Escape
    • (1949) Der Schatz von Amaru
      Plunder of the Sun
    • (1950) Die rote Quaste
      The Red Tassel
  • John-Abraham-Lincoln-Serie:
    • (1969) Hooligan
    • (1971) Troubleshooter
  • (1952) Über den Dächern von Nizza / Le Chat sucht le chat
    To Catch a Thief
  • (1954) Die Lichter von Skaro: Roman einer Flucht in die Freiheit
    The Lights of Skaro
  • (1956) Lösegeld für Anima
    Angel’s Ransom
  • (1960) Loo Loo’s Legacy
  • (1961) Carambola
  • (2006) The Last Match

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