Die Zahl von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2008 bei Fischer Taschenbuch Verlag.
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Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, 2008.
ISBN:
978-3-596-18241-1. 432 Seiten.
'Die Zahl' ist erschienen als
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In Kürze:
Die Ruhe in dem kleinen österreichischen Dorf Landau findet am 12. Dezember ein jähes Ende, als hinter der Kirche eine grausam verunstaltete Leiche gefunden wird. Der Tote hängt kopfüber an einem Baugerüst, in seine Stirn wurde die Zahl Zwölf geritzt. Chefinspektor Otto Morell, der sich eigens von Wien nach Landau hat versetzen lassen, um keine Gewaltverbrechen mehr bearbeiten zu müssen, steht vor einem Rätsel. Ein Mörder unter der Landauer Bevölkerung? Undenkbar. Hilfe bekommt Morell von der jungen Gerichtsmedizinerin Nina Capelli und von Leander Lorentz, einem Freund des Toten. Gemeinsam versuchen sie das Rätsel um die mysteriöse Zahl Zwölf zu lösen. Doch noch bevor sie etwas in Erfahrung bringen können, hat der Mörder erneut zugeschlagen. Und wieder hat der Mörder die Zahl Zwölf groß in den Körper des Toten geritzt.
Der Winter hat in einem fiktiven Tiroler Bergdorf in der Nähe von Innsbruck Einzug gehalten, als Agnes Schubert, gemäß Beschreibung der Autorin »42 Jahre alt, vollbusige Dauerwellenträgerin, begeisterte Köching, von Beruf Handarbeitslehrerin, ehrenamtlich als Küsterin tätig und sehr zu ihrem Leidwesen immer noch unverheiratet« hinter der Kirche an einem Baugerüst die mit dem Kopf nach unten nackt aufgehängte Leiche von Josef Anders findet, der mit einer nicht übersehbaren römischen XII gekennzeichnet wurde. Und Daniela Larcher versäumt auch nicht gleich bis ins kleinste Detail zu beschreiben, in welchem Zustand sich der gewaltsam Verblichene auf dem Kirchhof präsentiert, so dass auch dem abgebrühten Dorfkriminalisten Chefinspektor Morell das Frühstück bis knapp über den Hals steht.
Morell, der die Mordkommission in Wien verlassen hat, um an diesem beschaulichen Ort in den Bergen ein geruhsames und von Gewalttaten verschontes Polizistenleben zu führen, braucht dringend Unterstützung, doch in der Tiroler Kripozentrale in Innsbruck ist gerade niemand abkömmlich, also wird die junge Gerichtsmedizinerin Nina Capelli auf ihrem Weg in den Urlaub nach Italien amtlich umgeleitet, um kurz nach dem Toten zu sehen. Gleichzeitig trifft aus Wien der Archäologe und Universitätsdozent Leander Lorentz ein, ein Freund des Toten, der sich sofort in die Ermittlungen einbinden lässt, weil er zumindest ein Auge auf die fesche Pathologin werfen möchte und mit dem anderen Auge die Witwe seines verschiedenen Freundes beobachtet, mit der er früher mal ein Techtelmechtel hatte.
Zu blöd, dass ausgerechnet jetzt heftiger Schneefall einsetzt und das Dörfchen Landau so zuschneit, dass ein Entkommen aus dem Kaff unmöglich wird. Und so wird dem übergewichtigen Inspektor und seinen eher unfreiwilligen Helfern schnell klar, dass jemand aus der Dorfgemeinschaft der Mörder sein muss und dann wird auch schon die nächste Leiche gefunden, die ebenfalls mit der magischen Zahl XII verstümmelt ist …
Schnitzeljagden mit Serienmördern gibt es mittlerweile zuhauf im Krimigenre und auch Die Zahl, die als Taschenbuchpremiere im Fischer Verlag erschienen ist, kann nicht unbedingt als herausragendes Werk kriminalistischen Schreibens ausgezeichnet werden. Immerhin hat sich Frau Larcher bemüht, einen brauchbaren Plot zu konstruieren und mit einem Mordrätsel zu versehen, das über die 430 Seiten nicht langweilig wird. Für einen Erstling ist die mittelmäßig spannende Story recht gut inszeniert und die darin vorkommenden Personen haben durchaus genügend Charakter, um als künftige Serienhelden in den Tiroler Bergen agieren zu können. Was dazu noch fehlt, ist eine stärkere Zeichnung der einzelnen Personen, um deren Stärken und Schwächen sympathischer zu präsentieren.
Wohltuend anzumerken ist, dass Daniela Larcher vor allem bei der direkten Rede ihren Personen einigen Sprachwitz in die Artikulation legt, der über den biederen Dorftratsch hinaus geht. Wobei vor allem das Geplänkel zwischen den ungleichen Paaren Otto Morell und Agnes Schubert, sowie Nina Capelli und Leander Lorentz zeitweise Schmunzeln hervor rufen kann. Von dieser Seite her darf man gespannt sein, ob die Autorin diese ungleichen Beziehungen in weiteren Geschichten sprachlich noch auszureizen versteht.
Wie bei so vielen Romanen von und mit Serienmördern kann das Finale mit dem grausigen Geschehen davor nicht Schritt halten. Die Auflösung ist hausbacken und vorhersehbar und das Ende hätte ich eher bei Rosamunde Pilcher vermutet als in einem Kriminalroman. Abgesehen davon ist Die Zahl ein munter zu lesendes Stück kriminalistischer Heimatroman, mit einer Portion Herz und Humor und ohne großen Anspruch an den Intellekt des Lesers, also eine unterhaltsame Bettlektüre zur Entspannung nach dem Arbeitsalltag.
Wolfgang Weninger, Februar 2009
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