Der englische Spion von Daniel Silva

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2015 unter dem Titel The English Spy, deutsche Ausgabe erstmals 2016 bei HarperCollins.
Folge 15 der Gabriel-Allon-Serie.

  • New York: Harper, 2015 unter dem Titel The English Spy. 512 Seiten.
  • Hamburg: HarperCollins, 2016. Übersetzt von Wulf Bergner. ISBN: 978-3959670494. 512 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: HarperCollins by Lübbe Audio, 2016. Gesprochen von Axel Wostry. ISBN: 3961080100. 512 CDs.

'Der englische Spion' ist erschienen als TaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

Das Volk verehrt sie. Doch ihr Exmann und seine Mutter, die Königin von England, verachten sie. Als eine Bombe sie in den Tod reißt, setzt die britische Regierung alles daran, den Täter zu finden. Dafür benötigen sie die Hilfe eines alten Verbündeten: Gabriel Allon, Agent des israelischen Geheimdienstes. Zusammen mit dem Ex-SAS-Soldaten Christoph Keller macht er sich daran, die blutige Fährte des verantwortlichen Topterroristen zu verfolgen …

Das meint Krimi-Couch.de: »Wenn es persönlich wird, endet es auch immer hässlich« 75°

Krimi-Rezension von Andreas Kurth

Bei einem heimtückischen Bomben-Attentat wird in der Karibik die frühere Frau des britischen Thronfolgers getötet. Graham Seymour, Chef des Auslandsgeheimdienstes MI 6, bittet den israelischen Mossad um Hilfe. Der erfahrene Agent Gabriel Allon soll, unterstützt vom ehemaligen SAS-Mann Christopher Keller, nach dem Attentäter suchen und ihn auf Wunsch der Briten liquidieren. Als sie herausfinden, dass der IRA-Kämpfer Eamon Quinn für den Anschlag auf die Prinzessin verantwortlich ist, starten die zwei Agenten eine gnadenlose Jagd quer durch ganz Europa. Beide haben mit Quinn alte Rechnungen offen – aber der Ire wird von unerwarteter Seite unterstützt. Es wird für Gabriel und Christopher ein lebensgefährlicher Kampf ohne Gnade.

Silva hat seinen Protagonisten über 17 Jahre aufgebaut

Gabriel Allon ist ein israelischer Geheimagent, der von Daniel Silva vor 17 Jahren erstmals ins Rennen geschickt wurde. Seither hat er den als begnadeten Restaurator geschilderten Mossad-Mitarbeiter in seiner Thriller-Reihe zu einer Legende in Israel werden lassen. Allon hat schon viel erlebt und einiges durchmachen müssen, nun soll er sogar der neue Direktor des Geheimdienstes werden. Inzwischen ist er wohl auch so weit, den Job anzunehmen, denn seine zweite Frau Chiara erwartet Zwillinge – trotzdem macht er sich abermals durchaus widerwillig auf die Jagd nach einem Killer.

Es ist wie so oft in den Romanen um diesen israelischen Agenten, alte Gefälligkeiten werden eingefordert. Und da man sich in der westlichen Geheimdienst-Gemeinde zwangsweise öfter hilft, kann sich Allon auch jetzt nicht verweigern. Das ist angesichts der Persönlichkeit, zu der ihn Daniel Silva über die Jahre aufgebaut hat, durchaus glaubwürdig.

Alte Rechnungen sollen endlich beglichen werden

Gabriel Allon und sein übliches Unterstützungsteam wirken authentisch, sie handeln überlegt und in aller Regel sehr rational. Daniel Silva hat eine Reihe aufgebaut, die für Fans von Agenten-Thrillern die Möglichkeit bietet, sich spannend unterhalten zu lassen, und dabei stets einer Gruppe von Agenten bei ihrem Handwerk über die Schulter zu blicken. Wer schon einige Romane aus der spannenden Reihe gelesen hat, wartet bei der Lektüre einer neuen Folge förmlich auf das Erscheinen der bekannten Protagonisten. Aber ich habe den Eindruck, dass man auch als neuer Leser gut in die Reihe hineinkommt, egal an welchem Punkt man einsteigt. Das wird auch von etlichen Leser-Kommentaren bestätigt.

Christopher Keller ist neben den Mitgliedern des Mossad-Teams auch so ein alter Bekannter aus früheren Büchern der Reihe. Er hat einst beim SAS gedient, und war in den letzten Jahren für einen korsischen Paten als Auftragskiller unterwegs – und diesen Job hat er ziemlich gut gemacht. Und er hat auch Gabriel Allon schon geholfen. Bei der nun beginnenden Jagd auf den Iren Quinn ist Keller gerne dabei, denn aus seiner Zeit als englischer Agent in Irland hat er gute Kenntnisse von Orten und Personen – und er hat auch noch eine Rechnung mit Quinn zu begleichen.

Fans von Agenten-Romanen werden hier bestens unterhalten

Eamon Quinn ist ein früherer Bombenbauer der IRA – und der Anti-Held dieses Romans. Er hat sich für die Verschwörung gegen Gabriel Allon und Christopher Keller nur zu gerne anheuern lassen, denn er kennt beide aus früheren Kämpfen. Der fanatische Kämpfer ist ein gnadenloser Killer. Auch wenn seine beiden Kontrahenten ebenfalls vielfach getötet haben, ist er aufgrund der Hinterhältigkeit seiner zahlreichen Gräueltaten steht Quinn auf der Sympathie-Skala ganz schnell am unteren Ende.

Silvas Erzählstil wechselt – wie von ihm gewohnt – zwischen ruhigen Passagen und dramatischer Action. Auch im neuen Thriller geht die Jagd durch viele Länder, der Spannungsbogen wird ständig gesteigert – und das dramatische Finale ist besonders gelungen. Es wird mal wieder persönlich und somit auch hässlich, die schnellen Wendungen sorgen für Dramatik, es gibt einen Maulwurf, und immer mal wieder unerwartete neue Akteure. Wem der Plot zu vorhersehbar und unrealistisch ist, der sollte die Finger von dieser Reihe halten. Wer allerdings Agenten-Romane dieser Art mag, ist bei Silva bestens aufgehoben und wird hervorragend unterhalten. Der Mix aus realen Fakten und viel dichterischer Freiheit macht in meinen Augen viel Spaß beim Lesen.

Andreas Kurth, Februar 2017

Ihre Meinung zu »Daniel Silva: Der englische Spion«

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Helga Kurz zu »Daniel Silva: Der englische Spion« 25.08.2017
Ich hab das buch selbst nicht gelesen, aber die Auszüge und Schilderung auf der Seite über den Buchinhalt erinnern stark an Prinzess Diana und deren Unfall in Paris -sowie an Charles und die Queen seine Mutter, deren Thronfolger er selbst nie werden wird. William wird statt seiner der Queen nachfolgen und King of england werden. Die Verschwörungstheorie um den Tod der Prinzessen werden von D. silva schamlos genutzt und breitgetreten. somit wird Spannung erreicht vermischt mit Realem Weltgeschehnissen und fiktiven Schnickschnack, fertig ist der gleichgestrickte Musterroman von Silva .Dennoch würde ich den Agenten-Krimi lesen- einfach zur Entspannung und verschiedene Länder bereisen und ...
leseratte1310 zu »Daniel Silva: Der englische Spion« 04.11.2016
Die Prinzessin von England ist auch nach der Scheidung beim Volk beliebt. Doch auf der Luxusjacht "Aurora" explodiert eine Bombe und tötet sie. Die britische Regierung will den Täter finden. Gabriel Allon, der legendäre Agent des israelischen Geheimdienstes, wird vom MI6 auf den Fall angesetzt. Mit seinem Freund dem ehemaligen SAS-Offizier Christopher Keller macht er sich auf den Weg, um den Täter zu finden. Aber der scheint den beiden immer einen Schritt voraus zu sein und er kennt keine Skrupel.Dies ist mein erster Band um den Agenten Gabriel Allon. Auch wenn sich das Buch sehr gut lesen lässt, ohne die Vorgeschichte zu kennen, ist es bestimmt noch interessanter, wenn man die Protagonisten besser kennt.
Das Buch liest sich angenehm flüssig und ist von Anfang an spannend, denn es geht sofort mit dem Mord an der Prinzessin los. Die Jagd führt durch verschiedene europäische Länder und es zeigt sich, dass ein größerer Plan hinter der Geschichte steckt. Doch wer hat den Killer losgeschickt? Es scheint niemanden zu interessieren, wenn unbeteiligte Menschen zu Tode kommen, weil falsche Fährten gelegt werden müssen.
Gabriel und Christopher sind sympathische Männer, obwohl sie einem Handwerk nachgehen, bei dem es blutig und brutal zugeht. Aber beide sind empathisch und beide haben etwas erlebt, das sie nicht loslässt.Ich finde es immer wieder spannend, wie Geheimdienste zusammenarbeiten, wenn es die Lage erfordert, um kurz darauf wieder gegeneinander anzutreten. Beängstigend ist dabei, welch technische Möglichkeiten verfügbar sind, um jemanden zu überwachen oder zu finden. Doch genauso beängstigend ist es, wie kalt Menschenleben genommen werden.
Trotzdem liebe ich Agententhriller und dieser hier hat mir gut gefallen. Es geht tempo- und actionreich zu und überraschende Wendungen sorgen dafür, dass man bis zum Schluss von dem Buch gefesselt wird.Es ist eine komplexe und sehr spannende Geschichte.
Baerbel82 zu »Daniel Silva: Der englische Spion« 03.11.2016
Gerechtigkeit ist gut. Rache ist besser.

„Der englische Spion“ ist bereits der 15. Band aus der Gabriel Allon-Reihe. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist.
Daniel Silva geht gleich in medias res: Eine Yacht in der Karibik explodiert. An Bord eine Prinzessin, die einen an Lady Di erinnert. Der Tod der Prinzessin ruft den englischen Geheidienst auf den Plan, der wiederum Kontakt zum Mossad aufnimmt. So kommt es, dass Gabriel Allon, der beste Spion aller Zeiten und zukünftige Direktor des israelischen Geheimdienstes, den Fall übernimmt.
Verantwortlich für den Anschlag ist Eamon Quinn, ein Ex-IRA-Kämpfer und Bombenbauer. Doch wer hat die Ermordung der Prinzessin in Auftrag gegeben und warum?
Zusammen mit dem Ex-SAS-Soldaten Christopher Keller, der mit Quinn noch eine alte Rechnung offen hat, macht sich Gabriel daran, der blutigen Spur des Killers zu folgen. Eine Spur, die auch Gabriel an den dunkelsten Ort seiner Vergangenheit führt. Denn sein kleiner Sohn Dani wurde einst von einer Autobombe getötet, seine erste Frau schwer verletzt.
Über das Wiedersehen mit Gabriel und seiner Frau Chiara, habe ich mich sehr gefreut. Auch die Bezüge zu „Der Raub“ haben mir gefallen. Selbst der Humor kommt nicht zu kurz. Zum Beispiel in den Dialogen zwischen Gabriel und Keller. Zitat: „Die Einheimischen werden allmählich unruhig.“ „Vielleicht kannst du sie mit den Blumen beruhigen.“ Oder: „Du hast offenbar den Verstand verloren“, sagte Keller. „Das ist bei Toten normal.“
„Der englische Spion“ ist wieder ein typischer Silva: die USA, England und Israel, das sind die Guten, Russland, der Iran und die Arabische Welt, die Bösen. Erfahrene Geheimdienstler stehen skrupellosen Schurken gegenüber. Gabriel ist kein strahlender Held: Er ist ein Top-Agent, der nicht davor zurückschreckt, Menschen zu töten. Aber er ist auch ein begnadeter Restaurator. Zerstörer und Heiler zugleich.
Eine komplexe Geschichte, exotische Schauplätze und viel Action, Twists & Turns, das sind die Zutaten für diesen spannenden Spionageroman. Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Auch die politischen und zeitgeschichtlichen Hintergründe finde ich sehr interessant.
Zitat: Der große Gabriel Allon […] hatte das Leben eines Berufsspions einmal folgendermaßen beschrieben: ständiges Herumreisen und den Verstand lähmende Langeweile, dazwischen Augenblicke schieren Entsetzens.

Fazit: Gelungener Mix aus Fakten, Fiktion und kruden Verschwörungstheorien. Rasant und beklemmend aktuell!
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