Sakrileg von Dan Brown

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2003 unter dem Titel The Da Vinci Code, deutsche Ausgabe erstmals 2004 bei Lübbe.
Ort & Zeit der Handlung: Frankreich / Paris, 1990 - 2009.
Folge 2 der Robert-Langdon-Serie.

  • London: Bantam, 2003 unter dem Titel The Da Vinci Code. 605 Seiten.
  • New York: Doubleday, 2003. 454 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Lübbe, 2004. Übersetzt von Piet van Poll. 605 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Lübbe, 2005. Übersetzt von Piet van Poll. Illustrierte Ausgabe. ISBN: 3-7857-2227-3. 477 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2006. Übersetzt von Piet van Poll. ISBN: 978-3-404-15485-2. 617 Seiten.
  • [Hörbuch] Bergisch Gladbach: Lübbe, 2004. Gesprochen von Wolfgang Pampel. gekürzt. ISBN: 3-7857-1407-6. 4 CDs.
  • [Hörbuch] Bergisch Gladbach: Lübbe, 2006. Gesprochen von Wolfgang Pampel. gekürzt. ISBN: 3-7857-3079-9. 6 CDs.
  • [Hörbuch] Bergisch Gladbach: Lübbe, 2007. Gesprochen von Wolfgang Pampel. ungekürzt. ISBN: 3-7857-3363-1. 14 CDs.

'Sakrileg' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Robert Langdon, Symbologe aus Harvard, befindet sich aus beruflichen Gründen in Paris, als er einen merkwürdigen Anruf erhält: Der Chefkurator des Louvre wurde mitten in der Nacht vor dem Gemälde der Mona Lisa ermordet aufgefunden. Langdon begibt sich zum Tatort und erkennt schon bald, dass der Tote durch eine Reihe von versteckten Hinweisen auf die Werke Leonardo da Vincis aufmerksam machen wollte – Hinweise, die seinen gewaltsamen Tod erklären und auf eine finstere Verschwörung deuten.

Leseprobe

Bei seiner Suche nach den Hintergründen der Tat wird Robert Langdon von Sophie Neveu unterstützt, einer Kryptologin der Pariser Polizei und Tochter des ermordeten Kurators. Von ihr erfährt er auch, dass der Kurator der geheimnisumwitterten Sions-Bruderschaft angehörte – ebenso wie Leonardo da Vinci, Victor Hugo und Isaac Newton. Bei ihren Recherchen stoßen Robert und Sophie immer wieder auf verborgene Zeichen und Symbole in den Werken Leonardo da Vincis, die zum einen auf den Heiligen Gral hindeuten, zum anderen die These stützen, dass Jesus Christus und Maria Magdalena einen gemeinsamen Sohn hatten. Beides würde die Grundfesten der Kirche erschüttern. Erschwert wird die Suche der Wissenschaftler durch das Eingreifen der mysteriösen Organisation Opus Dei, die Roberts und Sophies Erkenntnisse unter allen Umständen unter Verschluss halten möchte – und dabei auch nicht vor Mord zurückschreckt.

Das meint Krimi-Couch.de: »Solide schriftstellerische Handwerkskunst« 86°Treffer

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Der amerikanische Symbologe Robert Langdon wollte sich nach seinem Vortragsabend in Paris eigentlich mit Jaques Saunière, dem Museumsdirektor des Louvre treffen, doch dieser war nicht zum Treffen erschienen. Als Langdon dann nachts von der Polizei in seinem Hotelzimmer aufgesucht wird, erfährt er, warum aus dem Treffen nichts geworden ist. Saunière war zu diesem Zeitpunkt bereits tot, in seinem Museum erschossen.

Captaine Fache von der Pariser Polizei bittet Langdon um Mithilfe, denn der Ermordete hat, bevor er starb, Hinweise hinterlassen, die man nicht zu deuten weiß. Was der Leser bereits im Prolog erfährt, nicht aber die Polizei, ist die Tatsache, dass Saunière einer Bruderschaft angehört, die seit vielen Jahrhunderten ein streng gehütetes Geheimnis wahrt. Nur vier Personen wissen, wo sich der Gegenstand befindet, den die Gegner der Bruderschaft mit allen Mitteln in ihren Besitz bringen möchten. Als Saunière seinem Mörder gegenübersteht, wird ihm klar, dass die anderen Geheimnisträger bereits getötet wurden und daß sein Wissen mit seinem Tod unwiderbringlich verloren ist. Er weiß, dass er mit seinem Bauchschuß nur noch kurze Zeit leben wird. So nutzt er seine letzten Minuten dazu, Spuren zu legen, die den richtigen Leuten die passenden Hinweise geben können.

Als Langdon den Tatort und die Hinweise besichtigt, kommt Sophie Neveu von der Dechiffrierabteilung hinzu, um die von Saunière aufgeschriebene Zahlenfolge zu deuten. Geschickt warnt sie Langdon und lotst ihn auf die Toilette, wo sie ihm eröffnet, dass Fache davon überzeugt ist, dass Langdon selber der Mörder ist und ihn verhaften wird. Denn außer dem, was Fache Langdon eröffnet hat, hat der Ermordete noch aufgeschrieben: »Robert Langdon suchen!«

Sophie sieht jedoch in dem Satz keinen Hinweis auf den Mörder, sondern eine an sie selbst gerichtete Nachricht, dass sie Langdon zur Unterstützung aufsuchen soll. Langdon kann ihren Erklärungen nicht folgen, bis sie ihm eröffnet, dass Saunière ihr Großvater war und die Hinweise für sie ausgelegt hat.

Langdon täuscht seine Flucht aus dem Museum vor und findet zusammen mit Sophie, nachdem die Polizei weggelockt ist, weitere Spuren.

Schnitzeljagd im Stil von Indiana Jones

Dan Brown legt in seinem Thriller ein atemberaubendes Tempo vor, und nachdem man die gut 600 Seiten hinter sich hat, ist man verblüfft, wenn man feststellt, dass sich die gesamte Handlung gerade mal über eine Nacht und einen Tag hingezogen hat. Das Gefährliche dabei ist, dass man durchaus das gesamte Buch auch in dieser Zeitspanne verschlingen kann, denn mit zunehmender Seitenzahl wird das Beiseitelegen des Buches immer schwieriger.

»Sakrileg« ist im Prinzip nichts anderes als eine Schnitzeljagd. Zwei Gruppen versuchen anhand von Hinweisen aus unterschiedlichen Intentionen das gleiche Ziel zu erreichen, nichts anderes als Indiana Jones oder James Bond, wenngleich Robert Langdon noch etwas unbedarft auftritt und er noch ein paar Stufen vom Übermenschen entfernt ist.

Dan Brown ist ein Autor, der sein Handwerk meisterhaft beherrscht. Mittels der Rätsel, die den Leser zum Mitraten anregen, hat er sein Publikum bereits soweit gefesselt, dass es nicht mehr abspringen kann. Dann setzt er gezielt Spannungselemente ein und hält das Niveau gleichmäßig hoch, indem nach kleinen Erfolgen für das Protagonistenteam postwendend der Rückschlag kommt. Durch kurze Kapitel aus ständig wechselnden Perspektiven, die fast durchweg in einem Cliffhanger enden, hält er dieses Hin und Her im Wettrennen zwischen Gut und Böse bis zum Ende hin hoffen und verblüfft dabei immer wieder mit ungeahnten Wendungen und Überraschungen.

Der Hype ist nicht nachvollziehbar

Mit seiner Schreibweise tut sich Dan Brown aus dem Gros der amerikanischen Thrillerautoren nicht hervor. Flüssig geschrieben mit viel dierekter Rede ohne großen sprachlichen Anspruch ist der Roman zum flotten Runterlesen bestens geeignet.

Thematisch hat sich Brown zu einem Gebiet hinbegeben, dass die Menschheit seit hunderten von Jahren immer wieder begeistert und fesselt und immer noch eine Faszination ausübt, obgleich man meinen sollte, dass dazu bereits alles geschrieben sein muß. Seine Recherchen für diesen Roman müssen sehr umfassend und genau gewesen sein. Da er aber neben geschichtlichen Tatsachen auch jede Menge Fiktion und Spekulation eingebracht hat, hat er sich einerseits davor geschützt, sich Fehler vorwerfen zu lassen und es dem Leser andererseits schwer gemacht, Fakten und Fiktion zu unterscheiden. Die Glaubwürdigkeit des Geschehens musste leider aufgrund der Dramaturgie erheblich leiden.

Nicht nachvollziehen kann ich jedoch den Hype um die Bücher von Dan Brown. Zweifellos hat er mit »Sakrileg« ein hervorragendes und fesselndes Werk verfasst, doch dabei weitgehend nichts anderes getan als solides schriftstellerisches Handwerk geboten. Grundlegend Neues macht Dan Brown auch nicht. Seine Romane halte ich für absolut überbewertet. Von der Art her erinnert mich »Sakrileg« an die Lincoln-Rhyme-Serie von Jeffery Deaver.

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Rastapopoulos zu »Dan Brown: Sakrileg« 19.10.2004
Beim 1. mal lesen fand ich das buch genial, beim 2. mal noch gut. ein 3. mal werde ich es wohl nicht lesen.

Abgesehen vom (man muss es schon sagen) eher schwachen schluss, ist das buch sehr spannend und ansprechend geschrieben. Dass sich manchmal Fakt und Fiktion vermischen, mag ja noch angehen, aber zuweilen haut Brown gerade etwas zu viel auf den Busch...ich meine damit, er spinnt seine Verschwörungstheorien viel zu weit. Das wäre jedoch ok, wenn am Schluss die ganze geschichte vom wahren heiligen gral aufgedeckt würde! Aber da hat wohl die seitenzahl nicht mehr gereicht.

Ich frage mich sowieso was an diesen san greal Dokumenten so spannend sein soll, dass man sie jahrhunderte lang beschützt. den meisten menschen oder immer mehr menschen ist die kirche ja sowieso egal...und dann och der ganze schwachsinn vom "ende der zeit"...

naja. Trotzdem wird man das buch, mal angefangen, kaum aus der hand legen können. Dan Brown versteht sein handwerk fast perfekt, nur an der Faktendichte sollte er noch arbeiten, und sich bei seinem nächsten buch vielleicht weniger umstrittene themen aussuchen, sondern solche, die man wirklich ausarbeiten kann, ohne alles zu vermischen.
11 von 34 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Elianeth zu »Dan Brown: Sakrileg« 18.10.2004
Man muss Dan Brown lassen, dass er ein packendes Buch geschrieben hat. Auch die Kombination zwischen Fakten und Fiktion trägt einen Teil zur Romanstory bei. Traurig finde ich nur, dass es hier einige Leute gibt, die wohl lieber einen Tatsachenbericht als einen Roman hätten lesen wollen. Wie sonst könnte man sich erklären, dass häufig Klagen über oberflächliche Recherchen zu lesen sind und der Romaninhalt als "Anhäufung von haarsträubenden Fehlern" bezeichnet wird.
Ist es nicht das Recht eines Buchautors, sich auf die künstlerische Freiheit zu berufen? Selbst wenn die einzige Tatsache im "Sakrileg" die Existenz des Louvre ist, macht es das Buch weniger spannend? Ich denke nicht. Wenn ein Leser mehr an Fakten denn an Unterhaltung interessiert ist, so ist es sicher besser, ein Fachbuch zu kaufen. Sollte man aber das Verlangen haben, sich die Nächte um die Ohren zu schlagen, so ist das "Sakrileg" unbedingt eine Empfehlung, ebenso "Illuminati!
29 von 34 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Max zu »Dan Brown: Sakrileg« 05.10.2004
zum thema schluss dieses buches:
meiner meinung nach ist dieser tiefsinniger als der gesamte vorhergehende-zugegebenermaßen spannende-teil des buchs..trotzdem ein gutes buch, wobei der autor nicht immer versteht realistisch zu bleiben!
3 von 7 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Marina zu »Dan Brown: Sakrileg« 04.10.2004
Ich habe auch "Sakrileg" gelesen und bin jetzt süchtig nach diesem Buch geworden.
Habe mir sogar weitere Literatur zum Thema Opus Dei, Da Vinci, Maria Magdalena und andere Verschwörungstheorien gekauft und kann ehrlich gesagt nicht genug davon kriegen!

Ich freue mich schon auf die Verfilmung dieses Buches, hoffe, dass es genauso spannend wird wie das geniale Buch!

DAnke
17 von 18 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
WOLFGANG M. UPHOFF zu »Dan Brown: Sakrileg« 30.09.2004
Ich kann mich meiner Vorgängerin nur anschließen.Es ist ein Buch das "süchtig" nach mehr davon macht.Hoffentlich erscheint bald ein neues Buch vo Brown.Man wird es ungesehen kaufen können.Ich hab alle Bücher von ihm gelesen,aber damit hat er die bisherige Spitze seines schaffens abgeliefert.
10 von 12 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Stefanie Klett zu »Dan Brown: Sakrileg« 29.09.2004
Ich finde Sakrileg so geil!!! Dieses Buch habe innerhalb weniger Tage verschlungen. Ich besitze auch Illuminati. Ein tolles Buch. Ich finde es toll wie Dan Brown seine Leser in den Bahn zieht und er sie nicht mehr losläßt. Ich wünsche mir das er nochmal so ein spannedes Buch schreibt. Die Person Robert Langdon ist brilliant ich finde ihn einfach toll. Er löst diese Fälle super spannend und doch mit Witz und Charme. Ich würde dieses Buch jeder Zeit wieder lesen. Auf so eine Geschichte muss man erst mal kommen.
3 von 4 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
vip zu »Dan Brown: Sakrileg« 11.09.2004
Spannender Thriller, fesselnd aufbereitet, leider mit extrem schwachen Schluss. Darfür sollten die Protagonisten Leib und Leben aufs Spiel setzen? Nein, wirklich nicht!

Interessant ist der Versuch durch die geschickte Vermengung von Fakten und Fiktion beim Leser das Gefühl zu vermitteln, dass nicht nur die Romanfiguren einem fiktivem Geheimnis auf der Spur sind, sondern der Leser selbst einem realen Geheimnis.

Dass selbst die angeblichen Fakten in SAKRILEG nur oberflächliche Zusammenfassungen aus Sachbüchern, eine Anhäufung von haarsträubenden Fehlern und wilden Spekulationen sind, wir in mehreren Sachbüchern (leider noch nicht auf deutsch) penibel nachgewiesen. Das braucht Dan Brown aber nicht zu irritieren: Eine Verschwörungstheorie ist immer stärker als die Fakten. Weiterer Erfolg garantiert.
4 von 5 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Daniel Blazek zu »Dan Brown: Sakrileg« 06.09.2004
Dan Brown hat einen Bestseller geschrieben mit allem, was dazu gehört: Er ist leicht zugänglich und spannend für die Masse als notwendige Voraussetzung der Bestsellereigenschaft. Man bekommt eben auf die seichte Weise eine Verschwörungstheorie geliefert, wie es wissenschaftliche Monografien in der Adressatenbreite nicht leisten können.

Inhaltlich ist es jedoch kaum mehr als ein Plagiat des deutlich wissenschaftlicheren (und weniger erfolgreichen) "Heiligen Grals und seiner Erben". Auch die Rätsel sind so einfach gehalten, dass der Leser mitfiebern kann, ohne den Anschluss zu verlieren.

Was aber die besondere Faszination ausmacht, ist - bei Licht betrachtet - die Tatsache, dass man parallel zur Logik der Rätsellösungen auch die Verschwörungsthesen schluckt bzw. schlucken soll.

Dies zündet bei vielen begeisterten Lesern, übertüncht aber die Lücken in der Story: Was geschah in der Zeit zwischen dem Tod Jesu und dem Konzil in Nicäa (immerhin 400 Jahre)? Wo war die Notwendigkeit für das Verschwinden des göttlich Weiblichen? Warum haben die damaligen Hüter des Gehemnisses ihr Geheimnis offenbar schon damals gehütet, ohne dazu berufen zu sein?

Schwach ist vor allem die Auflösung des Krimis an sich. Das ganze mechanische Rätselraten/Geheimhalten wird völlig sinnlos bei der Personifizierung des Geheimnisses.

Alles in allem gute seichte Kost im Durchschnitt, fesselnd nur aufgrund der inhaltlichen Bedeutung der Verschwörung, wenn auch zu wenig ausgearbeitet.
17 von 32 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
jana zu »Dan Brown: Sakrileg« 06.09.2004
Nur das Thema und die Thesen (ob wahr oder nicht) machen das Buch lesenswert. Denn Browns Schreibstil ist ziemlich einfach gestrickt, wovon allerdings auch auszugehen war (Paul Auster habe ich jedenfalls nicht erwartet). Der Thriller an sich ist auch ziemlich durchschaubar und konstruiert... Macht nicht Lust auf mehr....
4 von 5 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Dr. Leberl zu »Dan Brown: Sakrileg« 04.09.2004
Hoch spannend - sicher. Auch ich habe das Buch in drei Tagen gelesen. In diesem Sinn handwerklich top. Überlassen wir die Diskussion um den möglichen „Wahrheitsgehalt“ den Esoterikern und beurteilen das Werk einfach als Thriller fällt auf, dass unter den vielen hundert Internet-Rezensionen kaum je - und wenn, nur verschämt – auf den exorbitant schwachen Schluss, ungefähr die letzten einhundert Seiten, hingewiesen wird. Es scheint beinahe als hätte Brown Angst vor der eigenen Courage bekommen oder unter Druck seines Verlages den gesamten Schluss umschreiben müssen. (Beides scheint mir im religionsprüden Amerika gut vorstellbar.) Die vielen logischen Brüche, die sich hier einstellen, sind jedenfalls mit dem Überraschungseffekt des „final twist“, der unerwarteten Schlusswendung, nicht mehr zu erklären, schon gar nicht zu entschuldigen. Die beiden meiner Meinung nach gravierendsten davon sind:

A. Die ganze Schnitzeljagd macht überhaupt nur unter der Voraussetzung Sinn, dass an ihrem Ende ein Objekt steht, dessen Wert oder Informationen endgültig verloren zu gehen drohen. Wenn sich dieses Objekt dann aber als Subjekt entpuppt, das über die genannten Informationen autonom verfügt - diese also zu keiner Zeit wirklich gefährdet waren - und Chefkurator Sauniere als Initiant der Jagd darüber nie im unklaren war, ...ja dann bricht die ganze Geschichte eben in sich zusammen und wird obsolet. (Um nicht zu viel zu verraten, kann ich hier nicht deutlicher werden. Wer das Buch jedoch bereits kennt und es unter diesem Aspekt rückwirkend beurteilt, wird wissen was ich meine.)

B. Der wahre Täter gibt sich viel zu früh und ohne jede Veranlassung zu erkennen, was ihm denn auch das Genick bricht. Eng involviert, wie er ohnehin ist, müsste er die Geschichte einfach laufen lassen und sich erst ganz am Ziel „bedienen“. Brown erklärt uns nicht, warum diese Vorgehen aus Sicht des Täters nicht die weitaus Erfolg versprechendere Option gewesen wäre.

Überhaupt gibt es in jedem Krimi Situationen und Handlungsmomente, die – um den Leser in die Irre zu führen – rückblickend im Licht der Lösung besehen erklärungsbedürftig sind. Das wusste schon Conan Doyle und zauberte an dieser Stelle gerne Kaninchen aus dem Hut. Brown schert sich darum nicht. Alles derartige wird einfach ignoriert. Das mag nichts mit inhärenter Logik zu tun haben, lässt den Leser aber ebenfalls frustriert zurück.

Fazit: Vier Sterne für die Spannung der ersten fünfhundert Seiten, kaum einer für den verqueren Schluss.
3 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.

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