Carneval von Craig Russell

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2008 unter dem Titel The carnival master, deutsche Ausgabe erstmals 2009 bei Ehrenwirth.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.

  • London: Hutchinson, 2008 unter dem Titel The carnival master. 389 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Ehrenwirth, 2009. Übersetzt von Bernd Rullkötter. ISBN: 978-3-431-03770-8. 429 Seiten.
  • Köln: Bastei Lübbe, 2011. Übersetzt von Bernd Rullkötter. ISBN: 978-3-404-16535-3. 429 Seiten.
  • [Hörbuch] Bergisch Gladbach: Lübbe, 2009. Gesprochen von David Nathan. ISBN: 3-7857-3714-9. 6 CDs.

'Carneval' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

Köln bereitet sich auf das jährliche Karnevalsfest vor – die Tage, an denen die Welt Kopf steht und das Einzige, was zählt, der Spaß an der Freud ist. In diesem Trubel ist der Hamburger Hauptkommissar Jan Fabel, verwirrt ob der seltsamen Bräuche der Rheinländer und deren unverständlichen Dialekts, auf der Spur eines alten Feindes: Wasyl Witrenko, einst im Dienst der Sowjets, jetzt ein mächtiger Unterweltboss. Zur gleichen Zeit hat Kommissar Benni Scholz von der Kölner Polizei drei anscheinend sinnlose Morde in der Altstadt zu klären. Der Mörder lässt sich »Seine Tollität« titulieren – wie der Karnevalsprinz. Der Kommissar zieht seinen Hamburger Kollegen hinzu, der Erfahrung mit Serienkillern hat. Fabel ahnt, dass der maskierte Mörder auf einen ganz großen Coup zum Höhepunkt der Festlichkeiten abzielt – einen blutigen Rosenmontag. Doch auch andere sind bereit, über Leichen zu gehen. Denn ein Spezialteam der ukrainischen Sicherheitskräfte ist hinter Witrenko her – und dabei ist ihnen Fabel im Weg.

Das meint Krimi-Couch.de: »Der Buchrücken verschweigt die halbe Geschichte« 70°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Hauptkommissar Jan Fabel hat bei der Hamburger Kripo gekündigt und nur noch wenige Wochen Dienst vor sich. Danach will er in der Firma eines alten Freundes einsteigen. Doch bis dahin erwartet ihn noch ein kniffliger Fall, genauer gesagt ein Hilferuf aus Köln. Dort Ist Kommissar Benni Scholz einem Serienmörder auf der Spur, der immer an Weiberfastnacht zuschlägt. In den letzten beiden Jahren wurden zwei junge Frauen mit einer Krawatte erdrosselt, bevor ihnen der Täter ein halbes Kilo Fleisch aus dem Hinterteil schnitt.

Fabel fährt nach Köln um seinem Kollegen zu helfen, aber auch weil er dort seine Mitarbeiterin Maria Klee zu finden hofft. Diese ist eigentlich krank geschrieben, jedoch schon seit geraumer Zeit nicht mehr zu ihren Therapiesitzungen gegangen. In ihrer Wohnung findet Fabel massenhaft Hinweise auf den ukrainischen Menschenhändler Wassil Witrenko, der auf der Fahndungsliste des BKA ganz oben steht. Fabel und Klee wäre es vor einiger Zeit fast gelungen, Witrenko zu stellen, doch dieser konnte im letzten Moment fliehen, da er Klee schwer verletzte und Fabel die Verfolgung einstellen musste, um seine Kollegin zu retten. Nun ist Klee offensichtlich nach Köln gefahren, um Witrenko zu stellen und Fabel kämpft schnell an mehreren Fronten, denn schon bald ist wieder Weiberfastnacht …

Erst einmal geht es ausgiebig in die Ukraine und nicht in die Domstadt.

Carneval ist ein Roman, der einen zunächst irritiert, da es laut dem Buchrücken »nur« um die Jagd nach einem Serienmörder geht, der jeweils an Weiberfastnacht in Köln zuschlägt. Stattdessen befindet man sich mitten in einer Geschichte, deren erste Hälfte sich weitgehend in der Ukraine abspielt. Dort will Major Taras Buslenko den gefürchteten Kriminellen Wassil Witrenko stellen, doch dieser verfügt über hoch ausgebildete ehemalige Soldaten sowie über ein weit gestreutes Netz an Informanten. Buslenko soll in geheimer Mission mit einem kleinen Team nach Deutschland fahren, um Witrenko dort zu ermorden. Daher versammelt Buslenko seine Mannschaft in einer abgelegenen Waldhütte, damit diese sich auf ihren heiklen Auftrag vorbereiten kann. Aber in der Gruppe steckt offenbar ein Maulwurf, denn nach und nach dezimiert sich die kleine Einheit.

Die Geschichte des »Karnevalsmörders« beginnt erst nach rund 200 Seiten.

In der ersten Hälfte lernen wir Hauptkommissar Jan Fabel zudem näher kennen, der sich von seinem Beruf trennen und neue Wege gehen möchte. Sehr zur Freude seiner Lebensgefährtin Susanne, mit der er endlich zusammenziehen möchte. Möchte, denn so richtig sicher ist sich Fabel in beiden Fällen eigentlich nicht und so stürzt er sich in den aktuellen Fall und fährt nach Köln, nachdem er zuvor telefonisch mit Kommissar Scholz Kontakt aufgenommen hatte – auf Seite 212. So viel zur Inhaltsangabe auf dem Buchrücken, wobei noch zu erwähnen ist, dass Kommissar Scholz erstmals auf Seite 153 persönlich erscheint.

Zwei Geschichten in einer.

Hätte sich der schottische Autor Craig Russell auf den »Karnevalsmörder« beschränkt und diese Geschichte ordentlich ausgebaut, hätte sicher ein guter Roman entstehen können. So liest man jedoch eine Story, die mitunter stark überfrachtet ist, da hier zwei Geschichten parallel erzählt werden, die nichts miteinander zu tun haben. Abgesehen von der Tatsache natürlich, dass Fabel und Klee den gefürchteten Witrenko bereits aus Blutadler kennen. Umso erstaunlicher, dass sich eine eher unscheinbare Polizistin allein auf den Weg macht, um sich mit einem der mächtigsten Kriminellen Europas anzulegen. Ein Kommentar zu diesem Verhalten erübrigt sich.

Nur kleinere Schwachstellen sind zu finden.

Die Geschichte enthält mehrere überraschende Wendungen und ist, hat man den Einstieg erst einmal geschafft, durchaus spannend zu lesen. Etwas störend dürfte für einige Leser/innen jedoch sein, dass Russell oft und detailliert berichtet, wie die Personen von A nach B kommen. Das beispielsweise Maria über die A 57 den Stadtteil Chorweiler erreicht oder Fabel über die Severinsbrücke das im Stadtteil Kalk gelegne Polizeipräsidium , dürfte wohl kaum von Interesse sein. Was also will uns der Autor mitteilen? Dass er einen Stadtplan richtig halten kann?

Wie dem auch sei, Craig Russells Beschreibung von Deutschlands Karnevalshochburg und der Charakterisierung der dort lebenden Menschen ist gut gelungen und enthält nur wenige, kleine Schnitzer. Wer sich zudem noch für das Thema Kannibalismus interessiert findet einen kurzweiligen Lesespaß, dessen inhaltliche Breite gut für zwei Romane gereicht hätte. Leider sind die Auflösungen zu beiden Stories in unterschiedlicher Hinsicht enttäuschend oder besser gesagt, etwas zu einfach.

Jörg Kijanski, März 2009

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M.Reinsch zu »Craig Russell: Carneval« 02.04.2014
Jan Fabel ist bereit seinen Polizeidienst zu quittieren und so sieht er auch keine große Veranlassung seinem Kölner Kollegen Benni Scholz bei der "Karnevalsmördersuche" zu helfen. Doch als Maria Klee auf eigene Faust nach Köln reist, um Ihrer Nemesis "Wassili Witrenko" auf die Spur zu kommen, reist Ihr Fabeln nach. Doch in Köln muss er sich mit einem Kannibalen herumschlagen, ­einer zwielichten Szene aus dem "käuflichen Gewerbe" und einer ukrainischen Spezialeinheit, die auch hinter Witrenko her ist ...
Nach "Brandmal" für mich endlich wieder ein lesenswerter Craigh Russel!
Sehr geschickt vermischt er wieder "das Menschliche" mit einem verzwickten Kriminalfall. Seien Charakter gewinnen wieder ein ganzes Stück mehr Tiefe und der "Alleingang" von Maria Klee (inklusive tiefer Einblicke in Ihr Innerstes) ist mehr als gut. Was zu Beginn aus vielen verschieden Geschichten zu bestehen scheint, findet schnell zu einem klasse ­geschriebenen Krimi zusammen, in dem der Leser von einer "Sackgasse" in die nächste geschickt wird. Zumal eigentlich zwei Geschichten parallel laufen und natürlich in den interessantesten Augenblicken, das Kapitel zu Ende ist und es mit einem anderen Schauplatz weiter geht ...
Fazit: Klasse Fortsetzung von "Blutadler" gemischt mit einem neuen Fall - Craigh Russel, wie ich ihn mag!
Thunder zu »Craig Russell: Carneval« 07.07.2011
Unglaublich langweilig und einfallslos. Mehr kann ich dazu nicht sagen, weil ich es leider nicht geschafft habe das Buch bis zu Ende zu lesen... Unzusammenhängend, ständige Themawechseln und Sprünge, lauter psychisch labile Hauptcharaktere und kein einziger roter Faden erkennbar (ich hab ca. bis zu Hälfte gelesen).

Schade, da ich von den Vorgängern sehr begeistert war. Ich hoffe nun auf "Walküre"
bernd zu »Craig Russell: Carneval« 22.04.2011
Da bin ich aber Froh dass hier auch mal Kritik kommt. Es gibt genug ernstzunehmende deutsche Autoren (Steinfest, Ditfurth etc.) Da braucht man solch einen Quatsch wirklich nicht. Was hat sich der Verlag dabei gedacht? Lokalkolorit kann ja nett sein. Was hier aber zusammengeschrieben wurde ist so schwachsinnig das es weh tut. Craig hat wohl aus ein mittelmäßigen Reiseführen abgeschrieben oder zuviel Kölsch getrunken.
Susan zu »Craig Russell: Carneval« 22.04.2011
ich kann Allister nur Recht geben. Schwache Story, viele Fehler. Hier hat einer seine Vorurteile zusammenschrieben und sein Halbwissen streberhaft zur Schau gestellt. Das Buch ist voller Widersprüche, unlogisch, langatmig und merkwürdig konstruiert.


"Fabel"haft? Für mich nicht. Ich werde Bücher von Craig Russel nicht mehr kaufen.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
allister zu »Craig Russell: Carneval« 22.04.2011
der schlechteste krimi den ich seit langem gelesen habe. dämliche story voller klischees. Friesen sind geizig, kölner immer lustig, ukrainer blutrünstig. hahahaha. schlecht recherchiert (er hat den stadtplan wohl doch nicht richtig gelesen!) und leider auch voller fehler (marx ist in köln geboren?). das ein autor so einen unsinn schreibt ist schon schlimm genug, dass ein lektor so was durchgehen läßt unbegreiflich. ein buch das keinen platz in meinem regal finden wird. kommt in die tonne!
Alexander zu »Craig Russell: Carneval« 21.10.2010
Ich fand den Roman eigentlich richtig gut.
Das er zwei Handlungsstränge hat, finde eher positiv als negativ. Man hat zudem beim Lesen gemerkt, dass der Autor wieder intensiv recherchiert hat für das Buch. Auch das das Buch drei unter-schiedlichen Schauplätze hatte fand ich gut. Gestört hat mich nur die über-mäßige Brutalität. Die Gangster aus der ehemaligen Sowjetunion sind zwar sehr gefährlich, doch das sie solche Monster wie Witrenko sind, glaube ich nicht. Meine Bewertung für das Buch sind daher 85 Grad.
Kersitn zu »Craig Russell: Carneval« 13.03.2009
Es ist jetzt der vierte Band rund um Jan Fabel und seine Arbeit als Hauptkommisar in Hamburg. Carneval ist äusserst Spannend wenn auch sehr verwirrend für Neueinsteiger geschrieben. Die Szenen wechseln ständig. Und so bleibt das Geheimniss um den `Clown`fast bis zum Schluss ein absolutes Geheimniss.

Ich freue mich schon sehr auf das nächste Buch, daß mit Sicherheit genauso Spannend und Fesselnd Wird wie seine Vorgänger auch.
HelgaR zu »Craig Russell: Carneval« 23.02.2009
Jan Fabel ist diesmal von Hamburg nach Köln abgewandert. In den Buchdeckeln wie immer die Landkarte, diesmal eben von Köln, die Kapitelüberschriften sind etwas anders, keine Orts-, Datums- und Zeitangaben mehr, aber der Rest entspricht dem Stil wie auch in den drei Büchern davor.

Sehr verstrickte Fälle, die mehrere Handlungsstränge haben, einige Wendungen aufweisen und je weiter man im Buch kommt, umso spannender wird es. Auch die Kölner Kollegen haben mir sehr gut gefallen, alle sehr locker und leger und die private Seite einiger Personen ist sehr gut in den kriminalistischen Teil eingeflochten.

Wieder ein tolles Buch, in dem so wahnsinnig viel passiert und trotzdem verliert man nie den Faden und zum Schluß dann noch die überraschenden Aufklärungen. Leider kann man nicht viel mehr über die Fälle erzählen, weil man sonst einfach zu viel verraten würde. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf das nächste Buch.
Leo81 zu »Craig Russell: Carneval« 03.02.2009
"Carneval" ist das erste Buch, daß ich von Craig Russell gelesen habe. Ich denke der dritte "Teil" ist besser zu verstehen, wenn man alle gelesen hat. Für mich war es erstmal schwierig mich rein zu lesen...
Der "Clown" rückt leider im ersten Teil des Buches in den Hintergrund und erst im zweiten Teil versteht man dann alle Zusammenhänge. Es macht trozdem Spaß, daß Buch zu lesen und das Ende zu erfahren...
Von mir 75%
Thomas71 zu »Craig Russell: Carneval« 18.01.2009
Die Geschehnisse der letzten Zeit haben Jan Fabel zermürbt. Seine beste Mitarbeiterin und potentielle Nachfolgerin bei der Mordkommission Hamburg, Maria Klee ist nach den dramatischen Geschehnissen in "Blutadler" und und "Brandmal" auf unbestimmte Zeit krankgeschrieben, seine Beziehung mit der Psychologin Susanne steuert auf eine ernste Krise zu und er überlegt, den Beruf an den Nagel zu hängen und das Angebot eines Schulfreundes anzunehmen, in die Privatwirtschaft zu wechseln. In dieser Situation wird er von der Kölner Polizei um Hilfe bei der Jagd nach einem Serienmörder gebeten, der immer am Tag der Weiberfassnacht zuschlägt und in den vergangenen Jahren zwei Frauen ermordet hat. Und als wäre das nicht schon belstend genug, trifft Fabel wieder auf seine Nemesis, den ukrainischen Gangsterboss Wasyl Witrenko.
Für Neueinsteiger denkbar ungeeignet stellt sich "Carneval" als konsequente Fortführung der Handlungsstränge der ersten drei Jan-Fabel-Romane dar. Vor allem auf den ersten ("Blutadler") und den dritten ("Brandmal") wird immer wieder zurückgegriffen, so dass es für das Verständnis der Geschichte meines Erachtens nach sehr wichtig ist, diese beiden gelesen zu haben. Dabei tut es der Serie sichtbar gut, dass Fabel aus seinem gewohnten "Biotop" herausgelöst wird und sich in einer Stadt, deren Bewohner er weder sprachlich noch kulturell wirklich versteht, behaupten muss. Lediglich der parallell verlaufende Handlungsstrang um den Karnevalsmörder bremst gegen Ende des Romans die sich immer dramatischer zuspitzende Konfrontation mit Witrenko aus, die letztendlich auch etwas enttäuschend unspektakulär verläuft. Hätte sich Russell hier mehr um Witrenko gekümmert, der Roman wäre wirklich sehr gut geworden. So bleibt letzten Endes nur das Gefühl, einen spannenden Roman gelesen zu haben, der den Leser etwas unbefriedigt zurücklässt...
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