Die Stille vor dem Tod von Cody McFadyen

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2016 unter dem Titel The truth factory, deutsche Ausgabe erstmals 2016 bei Bastei Lübbe.
Folge 5 der Smoky-Barrett-Serie.

  • --: Liza Dawson Associates, 2016 unter dem Titel The truth factory. 480 Seiten.
  • Köln: Bastei Lübbe, 2016. Übersetzt von Axel Merz. 494 Seiten.
  • Köln: Bastei Lübbe, 2016. Übersetzt von Axel Merz. 477 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: Lübbe Audio, 2016. Gesprochen von Franziska Pigulla. 6 CDs.

'Die Stille vor dem Tod' ist erschienen als HörbuchE-Book

In Kürze:

An einem kalten Oktobertag werden Smoky Barrett und ihr Team nach Denver, Colorado, gerufen. Im Haus der Familie Wilton ist Schreckliches geschehen: Die gesamte fünfköpfige Familie wurde ermordet, und der Täter hat durch eine mit Blut geschriebene Botschaft Smoky mit der Lösung des Falles beauftragt. Doch das Unheil ist weit größer, denn die Wiltons sind nicht die einzigen Opfer. Insgesamt drei Familien wurden in der gleichen Nacht und in unmittelbarer Nähe voneinander getötet. »Komm und lerne«, lautet die Botschaft an Smoky. Es wird ein grausamer Lernprozess, das Böse in seiner reinsten Form, in seiner tiefsten Abgründigkeit zu spüren. Smoky gelangt an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Und weit darüber hinaus.

Das meint Krimi-Couch.de: »Genial daneben« 38°

Krimi-Rezension von Jürgen Priester

Die Stille vor dem Tod, die von Fans langersehnte Fortsetzung der Smoky-Barrett-Reihe, ist Ende September erschienen. Die Warterei hat ein Ende, aber hat sie sich auch gelohnt? In einem Interview mit der Krimi-Couch im März 2011 anlässlich der Deutschland-Premiere von Der Menschenmacher (Mcfadyens Non-Smoky-Roman) bemerkte der Autor, er wolle sich für den 5. Band der Smoky-Barrett-Reihe unbedingt ausreichend Zeit geben. Unter Druck zu arbeiten sei nicht sein Ding. Er habe schon ein paar Ideen, es ginge um das Schicksal von Kindern, aber konkret habe er noch nichts gemacht. Nun gab es schon ein Exposé in Deutsch und der Bastei Lübbe Verlag hatte bereits ein Cover entwerfen lassen – das verführte zu der Annahme, dass der für Herbst 2012 angekündigte Veröffentlichungstermin wohl eingehalten werden könnte. Je näher dieser Termin rückte, desto weiter wurde eine mögliche Veröffentlichung in die damalige Zukunft verschoben, bis letztendlich bekanntgegeben wurde, dass Cody Mcfadyen schwer erkrankt sei und ein Erscheinen des Romans grundsätzlich infrage stünde. Zeit vergeht. Cody Mcfadyen ist mittlerweile von seiner Krankheit genesen und steht auf der Gästeliste des Verlags zur Frankfurter Buchmesse mit einer Lesung und einer Signierstunde. Seit dem Veröffentlichungstag (26.09.2016) wird der Roman heftig diskutiert.

Schaut man sich die Leserkommentare und Bewertungen zu Die Stille vor dem Tod auf dem Portal eines großen Versandbuchhändlers an, ist man schon erstaunt. Über 80% der Kommentatoren äußern sich kritisch bis negativ zu Mcfadyens neustem Werk. Der Rezensent hat an anderen Stellen mehrfach empfohlen, den Meinungsäußerungen auf diesem Portal mit Skepsis zu begegnen, aber in diesem speziellen Fall kann objektiv festgehalten werden, dass die negativen Bewertungen fast ausschließlich von eingefleischten Fans der Reihe kamen. Hier konnte der Autor wohl nicht die hochgesteckten Erwartungen erfüllen, die seine Anhängerschaft von ihm erhofften.

Cody Mcfadyen zählte nie zu den favorisierten Krimiautoren des Rezensenten, obwohl er bis auf einen alle Thriller des Autors gelesen hat. Um einigermaßen den Überblick über das Genre zu bewahren, muss man auch auf Titel zurückgreifen, die man nicht unbedingt mag, die sich aber großer Beliebtheit erfreuen. Dementsprechend waren die Erwartungen des Rezensenten an Die Stille vor dem Tod nicht besonders hoch und die Überraschung, auf einen spannenden Thriller zu stoßen, war umso größer, sieht man von den bei Mcfadyen üblichen starken Übertreibungen ab. Leider hält die vorgelegte Eingangsspannung nicht lange vor.

In Denver, Colorado, werden eines Nachts kurz hintereinander drei mehrköpfige Familien brutal abgeschlachtet. Ein Massaker diesen Ausmaßes ruft das beim FBI neugeschaffene Sonderkommando für Schwerstverbrechen auf den Plan. Zur Leiterin dieser neuen Abteilung ist gerade die unverwüstliche Agentin Smoky Barrett ernannt worden. Trotz aller vorangegangenen Traumata und trotz ihrer fortgeschrittenen Schwangerschaft reist sie mit ihrem Team, bestehend aus den allseits bekannten Agenten Callie, Alan und James, an. Nach der Sichtung eines der Tatorte wird Smoky auf der Straße von einer Sechzehnjährigen mit einer Waffe bedroht. Das Mädchen phantasiert über zwei mächtige Männer, den Schlimmsten der Schlimmen, über Abtrünnige der Kirche des Fundamentalen Ichs und erwähnt, dass sich hier unter dem Wohngebiet eine Bunkeranlage befände. Als Smoky später den Bunker betritt, steigt sie hinab in eine Kammer des Schreckens, in ein Museum des Todes, ein Ort, der nicht von dieser Welt sein kann.

An diesem Punkt velässt auch Autor Mcfadyen seine fiktive Realität und unterbricht seine lineare Erzählweise. Die Folgeereignisse werden aus größerer Distanz betrachtet, in Traumsequenzen dargestellt oder in Form von Zeitungsartikeln oder Videoclips zusammengefasst. Nur selten kehrt die Handlung direkt zu Smoky zurück, bei der sich einiges getan hat, worüber der Rezensent aber schweigen muss.

Erst zum Schlussdrittel des Romans setzt die eigentliche Thrillerhandlung wieder ein. Smoky hat ihr Team versammelt, um die zurückliegenden Ereignisse, ausgehend von dem Massenmord an den drei Familien, zu diskutieren. Das Resümee der genialsten der genialen Agentinnen zu ihren bisherigen Erkenntnissen fällt dann doch bescheiden aus:

»Ich habe jetzt mehrere Wochen über die verschiedenen Dinge nachgedacht. [...] Das Problem ist, dass die ganze Angelegenheit
eine große, fette Sauerei ist.« (Seite 321)

Bei all dem Budenzauber, den er mit Folter, Verschwörungen und Bombenattentaten inszeniert, hat Mcfadyen wohl vergessen, dass zur Verbrechensbekämpfung auch schnöde Polizeiarbeit gehört. Diese wird jetzt nachgeholt. Smokys Team sichtet Datenbanken, untersucht Schauplätze, stellt Theorien auf, macht Brainstorming, diskutiert und kommt tatsächlich zu einem Ergebnis, das leider beschämend für den Autor ist. Da wird ein armes Würstchen von Serienkiller aus der hintersten Ecke der Verbrecherkartei herausgezerrt und von ihm eine Verbindung zu dem wahren Übeltäter konstruiert. Diese Person, die allen gut bekannt ist, wird im wahrsten Sinne des Wortes verteufelt. Ein Switch, der so lächerlich daherkommt, wie wenn man Mutter Teresa der Kinderschänderei und der Sodomie bezichtigte. Wer nun glaubt, der Autor hätte damit das Ende der Fahnenstange an menschlicher Bosheit erreicht, wird sich noch wundern, denn der Abgrund des Bösen lauert noch unter den Lebenden und wird erst im Folgeband die Leidensfähigkeit der Leser testen.

Im Kurztext zur Person des Autors ist zu lesen, dass Mcfadyen den Prozess des Schreibens als seine Obsession bezeichnet. Dem kann man durchaus zustimmen, denn seine Ausdruckskraft bezüglich der menschlichen Abgründe hat schon etwas Wahnhaftes. Wenn man sich die Freiheit nimmt, den Satz des Kurztextes umzuwandeln in: das Schreiben dient dem Autor, seine Obsessionen auszuleben, dann liegt man vermutlich auch nicht falsch. Dass ein Autor das macht, ist ja legitim. Ob wir ihm dann folgen können (müssen), ist eine andere Sache. Der Rezensent wird es nicht mehr tun.

Jürgen Priester, Oktober 2016

Ihre Meinung zu »Cody McFadyen: Die Stille vor dem Tod«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Ramona zu »Cody McFadyen: Die Stille vor dem Tod« 26.01.2018
Dieses Buch ist leider wirklich keine Krönung. Eine endlose Aneinanderreihung von Monologen und Erklärungen. Eigentlich passiert genau nichts, nach dem Anfang. Natürlich hat es spannende Informationen, aber mir fehlt völlig eine Handlung. Mit beschreiben von Zeitungsberichten und Videos hält man die Spannung leider nicht.
Ich hoffe das nächste Buch knüpft wieder an die Qualität der Vorgänger an.
Petra zu »Cody McFadyen: Die Stille vor dem Tod« 20.12.2017
Auch ich bin ein echter Fan dieser Buchreihe und habe mich sehr auf dieses Buch gefreut. Jetzt quäle ich mich durch das Buch und weiß wirklich nicht, ob ich es bis zum Ende durchhalte. Sehr, sehr schade. Für mich hat sich die lange Wartezeit und die Vorfreude auf dieses Buch wirklich nicht gelohnt. Vielleicht beim nächsten Buch.
Janet zu »Cody McFadyen: Die Stille vor dem Tod« 09.12.2017
Das war mein erstes Buch von Cody MacFadyen. Wenn ich es nicht von meinem Mann zum Geburtstag bekommen hätte, dann hätte ich es nicht zu Ende gelesen.
Der Anfang war spannend, der Rest zog sich wie Gummi. Diese endlosen Therapiegespräche und das flache Ende.
Schade, das war von diesem Autor das erste und letzte Buch.
Sonja zu »Cody McFadyen: Die Stille vor dem Tod« 08.12.2017
.es hat mich enttäuscht.
Komplett.
Dieses Buch ist extrem auf " Ich habe Grade eine Therapie-sitzung""...
Und das ende???
Flach.
Applaus das Smoky mal nicht "geformt/entstellt" wurde. ..

Aber im Ernst. .
Nie im leben würde ich ich jetzt, nach dem "Mist" ein weiteres "Kapitel" lesen wollen.

Herrgott...
Warum haben Sie es nur so geschrieben? Finde es nicht gut.
Und es ist ja nur meine Meinung.
Zählt nicht wirklich.
Sonja zu »Cody McFadyen: Die Stille vor dem Tod« 08.12.2017
...es tut mir leid.Ich bin Fan, von Anfang an gewesen.Aber das Buch..."Stille/vor dem dem Tod"Ist wirklich enttäuschend.So viel gerede... soviel...Langeweile durch analysieren.Und am ende?
Nichts.Es War extrem bemühend es zu Ende zu lesen.
Würde mir jetzt auch nicht ein folgendes Buch kaufen, da bekannt ist, manchmal ist es besser aufzuhören, mit einer Reihe. ... Gott... Es ist echt lahm das Buch
Renate zu »Cody McFadyen: Die Stille vor dem Tod« 15.09.2017
Hallo zusammen, bin ich froh, bin ich nicht die einzige. Habe mich mega auf das Hörbuch gefreut und der Anfang war stark. Dann habe ich aber immer weiter vorgeschaltet weil es so langweilig war. Werde es wahrscheinlich nicht zu Ende hören. Schade wirklich schade um das Geld für das Hörbuch. Die anderen Werke waren um ein vielfaches besser.
wolko zu »Cody McFadyen: Die Stille vor dem Tod« 06.09.2017
Schlecht, grottenschlecht kaum zu unterbieten. Nach 130 Seiten habe ich frustriert aufgegeben. Bisher habe ich mich auch bei wirklich schlechten Büchern bis zum Ende durchgekämpft, aber hier ging das einfach nicht. Unglaublich, das so ein Schund überhaupt veröffentlicht wird.
1 Punkt und der ist noch zuviel.
Claudia K. zu »Cody McFadyen: Die Stille vor dem Tod« 24.07.2017
Als großer Fan, der bisher alle Bücher dieses Autors begeistert verschlungen habe,
gehöre leider auch ich zu den Kritikern von "Die Stille vor dem Tod". Zu sehr hat er nur "berichtet" Nicht erzählt.

Anfang und auch zum Ende hin war es wieder ein Cody McFadyen, der mich mitgenommen hat. Spannung, Entsetzen, Unglauben, Schauder, alles war perfekt.

Doch dann kam für mich das Gefühl, ich würde Zeitung lesen. Sicherlich nicht schlecht formuliert, aber wer kann sich schon in einem Zeitungsartikel verlieren.

Ich werde sicherlich auch das nächste Buch lesen. Doch diesmal war es eher: Danke, aber nein Danke.
Helga zu »Cody McFadyen: Die Stille vor dem Tod« 02.06.2017
Die bisherigen Bücher von Cody mc fayden hab ich nicht aus der Hand legen können. Diese Fortsetzung entäuscht mich leider. Je länger ich lese manifestiert sich das Gefühl dieses Buch hat ein anderer geschrieben. Ich vermisse die Spannung und Fesselung an das Geschehen der bisherigen Bücher. Bin.noch nicht am Ende und habe keine Lust mehr weiter zu lesen. Das geht besser!!! Sehr schade!
Sven Dexter zu »Cody McFadyen: Die Stille vor dem Tod« 30.01.2017
Ich kann mich dem vorherigen Kommentar nur anschliessen: War schon "ausgelöscht" einer der schwächsten Bücher aus der Smoky Barrett, so wurde dies noch mit "Die Stilole vor dem Tod" noch unterboten.
Ich quäle mich mehr durch den Roman, als das ich ihn lesen möchte und wenn ich die Passagen hinter mir habe, habe ich das Gefühl, all dies schon in den vorherigen Romanen gelesen zu haben.
Auch das Smoky wieder einmal entführt wird und in die Hände eines perversen Sadisten gerät ist auch nichts wirklich Neues. Nur war sie diesesmal schwanger. Und wahrscheinlich diente dieser Aspekt, noch etwas Drama hineinzuwerfen, was dem Autor nicht wirklich gelang.
Wieso müssen sich alle schlimmen Serienmörder und Vergewaltiger mit Smoky Barrett anlegen? Das Thema zieht sich durch zwei Romane und ist schon dermaßen ausgelutscht so daß man als Leser nur noch gähnende Langeweile empfindet.
Auch der Mittelteil des Buches, wo man beinahe hautnah an der Therapie der Protagonistin teilnehmen kann dehnt sich zäher als Kaugummi. hatten wir nicht schon in "Die Blutlinie" an ihren Therapiestunden teilgenommen? Und war es nicht auch in diesem Buch, daß eine Person aus ihrem Umfeld sich als böser Mensch erwies?
Man wird das Gefühl nicht los, als würde die Welt von Cody McFadyen sich einzig um allein um das Leid von Smoky Barrett drehen.
Schade Mister McFadyen, aber dieser Fall ist einfach nur öde und langweilig. Auch ich bin mit dem Thema Smoky barrett fertig.

Dies sind nur die ersten 10 Kommentare von insgesamt 128.
» alle Kommentare anzeigen

Ihr Kommentar zu Die Stille vor dem Tod

Hinweis: Wir behalten uns vor, Kommentare ohne Angabe von Gründen zu löschen. Beachten und respektieren Sie jederzeit Urheberrecht und Privatsphäre. Werbung ist nicht gestattet.

Seiten-Funktionen: