Das Böse in uns von Cody McFadyen

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2008 unter dem Titel The Darker Side, bei Lübbe.
Folge 3 der Smoky-Barrett-Serie.

  • New York: Bantam, 2008 unter dem Titel The Darker Side. 570 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Lübbe, . Übersetzt von Axel Merz. ISBN: 3-7857-2339-3. 570 Seiten.

'Das Böse in uns' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Auf einem Flug freundet sich Lisa mit ihrem Sitznachbarn an. Der Mann lädt sie zu einem Drink ein. Nach ein paar Schluck wird Lisa schwindelig. Da lehnt sich der Mann zu ihr hinüber und flüstert: »Ich werde dich töten, Lisa.« Nach der Landung findet die Besatzung Lisas Leiche; vom Täter fehlt jede Spur. Die FBI-Agentin Smoky Barrett hat nur einen Hinweis: Ein silbernes Kreuz mit einem Totenkopf und der Zahl 143 im Körper der Toten. Was bedeutet das Zeichen? Ein Rätsel, bis im Internet brutale Videos von Morden auftauchen. Der Killer hat bereits öfters zugeschlagen. Und die Filme verraten noch etwas anderes: Jedes der Opfer hatte ein Geheimnis, das seine Seele schwarz färbte. Mit seinen Taten will der Mörder die Seelen erlösen. Und eine Seele bedeutet ihm viel: die von Smoky Barrett. Denn auch Smoky hat ein Geheimnis, das sie in den Wahnsinn treiben wird …

Das meint Krimi-Couch.de: »Schlimmer geht’s immer« 55°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Eigentlich ist Smoky Barrett für den Großraum Los Angeles zuständig, doch auf persönlichen Wunsch des FBI-Direktors soll sie nun mit ihrem Team einen Fall im fernen Virginia aufklären. Lisa, eine junge Frau, wurde ermordet. Nicht weiter dramatisch denkt sich Smoky, wäre Lisa nicht in einem Flugzeug in 10.000 Meter Höhe erstochen worden. Zudem heißt Lisa eigentlich Dexter und ist die Tochter bzw. der Sohn des designierten US-Präsidenten. Ein transsexuelles Kind aber, man denke nur an die konservativen Wähler, könnte die Chancen auf dessen Wahlsieg gefährden und so ist besonders gegenüber der Presse absolute Sensibilität gefordert. In Lisas Körper findet sich bei der Obduktion ein Silberkreuz, auf dem ein Totenschädel und die Zahl 143 eingraviert sind.

Wie jeder richtige Cop behielt ich alles für mich und wandte mich an den gleichen Therapeuten, den auch mein Vater in Zeiten der Not aufgesucht hatte, Dr. Johnnie Walker.
Dr. Walker hatte immer Sprechstunde, konnte ein Geheimnis für sich behalten und ging sauber runter.

Smokys Team ermittelt den vermeintlichen Sitznachbar auf Lisas Flug und findet diesen ermordet in seiner Wohnung vor. Während noch gerätselt wird, ob der Mord an Lisa einen politischen Hintergrund haben könnte, ergibt eine VICAP-Abfrage, dass offenbar ein Serienmörder am Werk ist. Ein weiterer Mord führt die Ermittler zurück nach L.A., wo ebenfalls eine junge Frau auf die gleiche Weise ermordet wurde. Auch ihr wurde ein Silberkreuz eingeführt, die eingravierte Zahl lautet 142. Sollte der Mörder schon über 140 Menschen getötet haben? Die Zeit drängt, denn der Mörder kündigt bereits an ein Kind umzubringen, wenn es den Ermittlern nicht gelingen sollte, ihn vorher zu fassen. Auch der Druck der Öffentlichkeit nimmt zu, denn der Täter, der sich selbst »Der Prediger« nennt, hat seine Opfer aufgenommen und stellt seine Filme auf einer bekannten Internetseite ein. Alle Opfer hatten ein furchtbares Geheimnis und der Prediger sieht seine Aufgabe darin, sie von ihrer Sünde zu erlösen …

McFadyen entwickelt sich mehr und mehr zum Meister der Superlativen

Das Böse in uns ist bereits der dritte Band mit der Ich-Erzählerin und Protagonistin Smoky Barrett, Amerikas bester Profilerin. An ihrer Seite steht ihr bereits bekanntes Team, welches nicht immer menschlich miteinander harmoniert. Während beim Debütroman Blutlinie noch herausgestellt wurde, wie übermenschlich genial alle Ermittler sind und bei der Darstellung der Morde metertief im Blut gebadet wurde, nimmt sich McFadyen hier auffallend zurück. Die Figuren werden zwar nach wie vor sehr hölzern dargestellt, aber immerhin wird ihr aufgeblasener Super-Super-Star-Status nicht mehr so deutlich hervorgehoben. Dies ist schon deshalb zu begrüßen, da die »Experten« im vorliegenden Fall fast gar nichts auf die Reihe bekommen. Kein Wunder, denn ihr Gegner ist (natürlich) ebenfalls perfekt und hinterlässt daher überhaupt keine Spuren. Nicht ein noch so kleines Haarpartikel ist beispielsweise auf dem Flugzeugsitz zu finden. Erstaunlich! Apropos erstaunlich: Die bisherigen Gewaltorgien fehlen fast völlig und die im Internet zu sehenden Videos enden immer vor dem Tötungsakt. Stattdessen werden die erschütternden Geheimnisse der Frauen aufgedeckt, bei der eine Beichte schockierender als die nächste ist. Doch der Reihe nach …

Der vermeintliche Tiefgang der Story ist nur oberflächlich vorhanden

Zu Beginn mag man im ersten Moment einen Polit-Thriller erwarten, der sich aufgrund der Ausgangssituation ja durchaus spannend entwickeln könnte. Kaum ist der Schreck vorbei, denn einen gut geplotteten Polit-Thriller traut man dem Autor nun wirklich nicht zu, folgt eine längere Betrachtung des Themas Transsexualität. Wie sich Dexter zu Lisa entwickelte und welch schlimme Zeit dies für ihn/sie bedeutete, ist durchaus gelungen dargestellt. Allerdings stellt sich sogleich die Frage, warum seitenlang dieses Thema vertiefend beleuchtet wird, wenn es direkt anschließend in der Versenkung verschwindet? Auch die eingangs geschilderte politische Situation für Lisas/Dexters Vater, findet im weiteren Verlauf der Handlung keinerlei Erwähnung mehr. Das Ganze wirkt aufgesetzt, so als wolle man eine Tiefenwirkung erzeugen, die sich jedoch bei näherer Betrachtung recht schnell als oberflächliche Luftblase entlarvt.

Stattdessen kommen jetzt McFadyens eigentliche Stärken zum Tragen. Zum einen die recht detailverliebte Darstellung der Ermittlungsarbeit sowie das Schaffen von immer größer werdenden Superlativen. Die Geheimnisse und Lebensläufe der ermordeten Frauen übertreffen sich ins Endlose, die Ermittlerinnen sind, von der im Gesicht entstellten Smoky abgesehen, eine schöner als die andere und so weiter und so fort. Wie oft kam eigentlich das böse F-Wort in all seinen Facetten vor?

Ganz schwaches Ende, aber immerhin ist Smokys schockierende Vergangenheit noch steigerungsfähig

Seltsam, bei aller erdenklichen Mühe bei den Ermittlungen, finden die Profis, immerhin die besten Ermittler die das Land zu bieten hat, keine verwertbaren Spuren. Bedauerlicherweise erhält somit auch der Leser keine Hinweise auf einen möglichen Verdächtigen und kann daher dem Täter ebenso wenig auf die Spur kommen wie Smoky Barrett. Diese musste vor einigen Jahren zusehen wie ihr Mann ermordet wurde. Bei dem Versuch, den Täter zu erschießen, tötete sie stattdessen jedoch versehentlich ihre zwölfjährige Tochter und so sollte man ja eigentlich meinen, schlimmer geht’s nicht. Doch, zumindest wenn der Autor McFadyen heißt. Da geht immer was.

Das Buch ist eine grundsätzlich gelungene Mischung aus Ermittlungsarbeit und der Darstellung der neuen Fälle, wobei diese in erster Linie die im Internet zu sehenden Videos sind. So weit so gut, zumindest für all diejenigen, die den Schreibstil des Autors schätzen. Fans von Karin Slaughter und Co. aufgepasst! Doch dann kommt das Ende und da gibt der Autor (schon wieder) nicht sein Bestes. Da der Täter keine Spuren hinterlässt folgt zwangsläufig ein deus ex machina-Effekt (diabolus ex machina wäre hier natürlich passender), was viele Leser/innen verärgern dürfte. Und als wäre dies nicht schon schlimm genug, darf man sich am Ende seitenlang mit der religiösen Motivation des Täters – daher »Prediger« – auseinandersetzen. Das Themenfeld Sünde und Vergebung wird extensiv breit getreten, allerdings aus der Sichtweise eines irren Psychopathen, dessen eigenes Geheimnis noch einmal dem Ganzen die Krone aufsetzt. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema Sünde/Vergebung wird so leider vermieden. Da war er wieder, der angebliche Tiefgang, der sich einmal mehr als Blendrakete entpuppt.

Wer es gerne temporeich und oberflächlich hat, darf hier zugreifen und kurzweilige Unterhaltung erwarten. Frei nach dem Motto: Popcorn rein, Hirn aus.

Jörg Kijanski, Dezember 2008

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M-L zu »Cody McFadyen: Das Böse in uns« 21.01.2012
Es ist das erste Buch von Herrn McFayden, das ich lese und ich weiß nicht, ob ich noch ein weiteres lesen werde. Ich habe den Eindruck, dass er so abstoßend wie möglich die Verbrechen schildern will, damit er zeigen kann, was seine Fantasie so hergibt. Dabei schaudert es mich nicht, sondern ich denke: aha, jetzt kommt das also, um die Leser zu schocken. Ich finde alles so konstruiert. Ich habe es zu Ende gelesen, aber ich bin enttäuscht. Spannung kommt nicht auf,
Weihnachtsmann zu »Cody McFadyen: Das Böse in uns« 29.12.2011
Das Böse in uns war ebenfalls mein erstes Buch von Mcfadyen, da ich im Laden die Klappentexte durchstöbert habe, bei dem Buch hängen geblieben bin. Zuerst hab ich bloß Was soll das denn??? gedacht und mich total erschrocken, weil man sich direkt so angesprochen fühlt und nach links und rechts guckt. xD Aber dann musste ich direkt denken, was das wohl für ein Horrorbuch sein muss und so und habs dann gekauft. Ein unglaublich gutes Buch, wobei es weniger brutal ist und sich eher mit der Story an sich beschäftigt, nach jeder Seite, die man liest, bekommt man ein besseres Bild vom Täter. Sehr tiefgründige, religiöse stellen, die sich mcfadyen hätte sparen können, weil ich nichts verstanden hab und sie übersprungen hab.^^ Trotzdem seeehr,s ehr gut und empfehlenswert. Aber die ersten zwei bücher übertrifft nichts! Óo
kleines grünes etwas zu »Cody McFadyen: Das Böse in uns« 21.12.2011
Das war mein erstes Buch von McFadyen und ich muss sagen, ich fand es ziemlich gut. Allerdings weiß ich nicht, was es mit der Inhaltszusammenfassung hier auf sich hat, diese Szene im Flugzeug kommt in dem Buch nie vor und auch nur indirekt, dass der Mörder es auf Smoky abgesehen hat... Allerdings finde ich die Charaktere sehr gut gezeichnet und ich werde mir die anderen Smoky-Thriller auch zulegen :)
Allerdings könnte man die religiösen Erläuterungen des Predigers einsparen, die fand ich ziemlich langweilig...
Moja33 zu »Cody McFadyen: Das Böse in uns« 20.10.2011
Ich finde das Buch mittelmäßig, einige Stellen sind zu langatmig, dafür fesseln die Geschichten der verschiedenen Personen mich. Leider ist das Kommentar von FOCUS.DE reichlich übertrieben. Viele Stellen sind auch zu pervers. Auch wenn es oft langweilig erscheint, trotzdem sollte man es zuende lesen!
Leser des Buches :D zu »Cody McFadyen: Das Böse in uns« 06.10.2011
Dies war ebenfalls mein erstes Buch von Cody McFadyen und wie die anderen hier fand ich es interessant weil es sich nach einem horrorbuch anhörte und kaufte es.

Am Anfang war ich nicht sehr begeistert von dem Buch doch nach und nach fand ich das Buch eigentlich ganz gelungen.

Die Idee ist ganz in Ordnung und oft auch ziemlich spannend, trotz der vulgären Sprach ab und zu.

Außerdem finde ich, dass die Leute die hier behaupten, dass Buch sei schlecht, aber es nicht mal fertiggelesen haben, garnichts zu melden haben.
Lest euch das Buch komplett durch, auch wenn es euch zeitweise langweilt, erst dann bekommt ihr einen genau Eindruck und könnt immer noch sagen das Buch ist schlecht.

Keine Halben Sachen ;)

Ich würde das Buch weiterempfehlen (:
Ayvenas zu »Cody McFadyen: Das Böse in uns« 20.09.2011
So , ich darf meinen Senf auch mal dazugeben ! Hatte mir das Buch geschnappt weil es hinten von "Manuela Martini , von Focus.de" als "DAS Horrorbuch" angepriesen wurde , und sie sogar vor angst, nachts alle Türen und Fenster verriegelt hat. Außßerdem hörte sich die Rückseite an sich ziemlich gut an.
NEIN !
Das Buch zieht sich von der ersten sek. an , ich hab es tatsächlich geschafft mich bis zur mitte zum "prediger" zu quälen , bis ich mich mal im Internet schlau machte und auf diese Seite kam. Das Buch ist meines erachtens einfach nur langweilig und viel zu zäh. Wer ein wirklich gutes buch lesen möchte , der greift am besten zu "Sebastian Fitzek" und seinem Buch "Der Augensammler". Da wird man vom Buch wenigstens gepackt und möchte nicht mehr aufhören zu lesen !
mary zu »Cody McFadyen: Das Böse in uns« 08.09.2011
Also der 3. Band ist mein erstes Buch von Cody McFadyen.
Ich hab es mir gekauft , weil es ja auf der Rückseite als DAS Horrobuch schlechthin beschrieben wird.

"Ich habe das Buch in der Nacht zu Ende gelesen , voller Erleichterung aufgeatmet , dass das Gute das Böse besiegt hat - aber danach alle Türen verschlossen und die Fenster verriegelt"

Das ist sowas von übertrieben!
Ich bin 14 , und eigentlich auch nicht wirklich starke Nerven.
Ich bin wirklich leicht zu erschrecken.
Aber das Buch hier macht einem nicht ein bisschen angst!

Und außerdem steht noch da , dass "der Prediger" es auf Smoky abgesehen hat , wegen ihren Sünden.
Aber irgendwie ist das NIE vorgekommen?

Habe ich mich da verlesen , oder da etwas nicht mitbekommen , oder ist es tatsächlich so?
Angelheart zu »Cody McFadyen: Das Böse in uns« 06.09.2011
Habe mich nun durch die ersten drei Bücher von Herrn McFayden geackert und den stetigen Abstieg wieder und wieder innerlich beklagt - aber einmal begonnen, bring ich's auch zum Ende!
Der Autor wäre besser Heilpraktiker mit Spezialisierung "Augendiagnose" geworden - scheint ja offensichtlich sein Spezialgebiet zu sein, wenn man durchzählt, wie oft die Protagonistin in den Augen eines/r Anderen alles Relevante zu erkennen vermag!
Entgültig abtörnend ist aber der Religionsquatsch des dritten Bandes: schon die idiotische Anrede des Priesters mit dem Begriff "Vater" spricht für sich (jeder Mensch hat nur einen Vater und der dürfte - in der Regel - kein katholischer Pfaffe sein!). Flach, flach, flach...5 Punkte und keiner mehr (für alle drei Bände zusammen!)
Conny zu »Cody McFadyen: Das Böse in uns« 24.07.2011
Ich muss einem meiner Vorredner Recht geben...Zwar hatte das Buch viele gelungene Höhepunkte, aber nach einiger Zeit vergeht einem die Lesefreude und alles wirkt unrealistisch wenn ALLE Menschen in der Umgebung "wunderschön" oder "trotz allem attraktiv" wirken. Und McFadyen sollte echt mal die ganzen sexuellen Anspielungen lassen. Sex als Thema okay, aber doch nicht in solchen Mengen in einem Buch!
Chesa zu »Cody McFadyen: Das Böse in uns« 17.07.2011
Ich habe nun die ersten drei Bücher von Cody McFadyen gelesen, aber nach diesem ist endgültig Schluss.
"Blutlinie" war das erste und meiner Meinung nach noch das beste dieser Reihe, obwohl mir dort schon die stark überzeichneten Charaktere auf die Nerven gingen, die alle in irgendeiner Hinsicht brillant sind. In den folgenden Büchern wiederholt sich der Autor dann auch noch des Öfteren in diesen Personenbeschreibungen, so dass man nur noch die Augen verdrehen kann.
Fast alle dargestellten Menschen sind attraktiv bis wunderschön (ich war sehr überrascht, dass es im dritten Buch, "Das Böse in uns", tatsächlich noch Frauen gibt, die schöner sind als Callie); so gut wie alle Opfer wurden vergewaltigt (wenn nicht vom Täter, dann von jemanden in ihrer Vorgeschichte), und wirklich alle Mordschauplätze weisen "beigefarbene Teppiche" auf.
Ständig tauchen sexuelle Anspielungen auf, was die Lesefreude auf Dauer stark beeinträchtigt.
Auch die Spannung leidet von Buch zu Buch mehr. Während ich bei "Blutlinie" und "Der Todeskünstler" wenigstens noch begierig war zu wissen, wie es ausgeht, war ich bei "Das Böse in uns" froh, als ich es ausgelesen hatte und mich einem anderen Buch widmen konnte.
Nach diesem Buch ist mir endgültig die Lust vergangen, ein weiteres Buch von Cody McFadyen zu lesen.
Meiner Meinung nach ist er nicht weiterzuempfehlen!
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