Die Strömung von Cilla und Rolf Börjlind

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2014 unter dem Titel Svart gryning, deutsche Ausgabe erstmals 2016 bei btb.
Folge 3 der Olivia-Rönning-Serie.

  • Stockholm: Norstedt, 2014 unter dem Titel Svart gryning. 512 Seiten.
  • München: btb, 2016. Übersetzt von Christel Hildebrandt. ISBN: 978-3-442-75395-6. 512 Seiten.

'Die Strömung' ist erschienen als Hardcover

In Kürze:

Ein neuer Fall für Olivia Rönning und Tom Stilton.

In den Wäldern von Skåne im südlichen Schweden wird ein kleines Mädchen Opfer eines bestialischen Verbrechens. Zwei Tage später der zweite Kindermord, diesmal in der Nähe von Stockholm. Schnell fällt der Verdacht auf eine rassistische Sekte, die die Eltern zuvor offen bedroht hat. Aber ist es wirklich so einfach?

Und weshalb tauchen gerade jetzt Hinweise auf einen Cold Case auf, den Mord an einer hochschwangeren Edelprostituierten, der niemals aufgeklärt wurde? Olivia Rönning und Tom Stilton ermitteln.

Das meint Krimi-Couch.de: »Schwedisch und grundsolide« 65°

Krimi-Rezension von Michael Hoch

In steter Regelmäßigkeit bringen die Börjlinds einen neuen Schwedenkrimi heraus. Nach Die Springflut und Die dritte Stimme des Ermittlergespanns Rönning/Stilton namens Die Strömung.Was erwartet der Leser nun im dritten Teil? Auf der Buchrückseite prangt immer noch die Rezension der WDR-Moderatorin Christine Westermann zur Die Springflut. Dass es fast 600 Seiten dauert bis zum Showdown und keine Seite davon langweilig ist. Soweit, so gut.

Dennoch kommt der dritte Teil Die Strömung nicht ohne Längen aus. Was man dem Autorenpaar zugute halten muss, ist der Perspektivenwechsel zwischen Ermittler- wie auch Tätersicht. Und das ist es, was die Spannung des neuen Teils hält. Wenn der Leser sich mittendrin befindet im Schwedisch-Arischen Widerstand (SAW) und seinen Leuten. Was tragen sie zu den Morden bei? Ist das Motiv rein rechtsradikal ausgerichtet? Oder steckt dahinter etwas viel subtileres? Man ertappt sich als Leser oftmals dabei, immer wieder mal einige Seiten zurückzublättern, um sich zu versichern, dass einem auch wirklich kein kleines Detail verloren geht in dem Dickicht aus Nebenschauplätzen. Aber das ist es, was die Börjlinds »vermitteln.« Die Geschichte, das Motiv, ist weitaus komplexer, als man es sich zu Beginn vielleicht vorstellen mag. Und so endet der dritte Teil auch absolut überraschend. Dafür lohnt es sich, über 500 Seiten durchzuhalten.

Nach drei Teilen auf der Erfolgswelle durch Europa mit ihrem Romanen geht es für das Autorenpaar nun in die Welt der bewegten Bilder. Nicht zum ersten Mal versteht sich, denn sie sind schließlich auch gut beschäftigte Drehbuchschreiber. Derzeit ist aber die Verfilmung ihrer Reihe in Planung und wird demnächst auch hierzulande zu sehen sein. Das könnte funktionieren, schreiben die Börjlinds ohnehin in einer sehr bildhaften Sprache mit vielen Dialogen. So dürfte der Schritt zu einem Drehbuch kein ganz so großer mehr werden.

Michael Hoch, Mai 2016

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Petra_Molitor zu »Cilla und Rolf Börjlind: Die Strömung« 04.08.2016
„Die Strömung“ ist der dritte Band der Rönning-Stilton-Reihe des schwedischen Autorenpaares Cilla und Ralf Börjlind. Ich bin ein großer Fan skandinavischer Krimiliteratur und habe die ersten beiden Bände quasi „verschlungen“. Zu Band 2 habe ich auf Amazon auch bereits eine Rezension geschrieben. Umso gespannter und aufgeregter war ich, nun den nächsten Teil zu lesen. Dieser ist optisch im selben Design gehalten wie die Vorgänger, was mir gut gefällt und einen großen Wiedererkennungswert hat.

Wie auch in den ersten beiden Fällen, stehen auch diesmal gleich mehrere Handlungsstränge im Mittelpunkt der Geschichte. Einerseits zwei schockierende Kindermorde – einer in Schonen, einer in Stockholm - die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Andererseits lässt Tom Stilton ein „Cold case“, ein ungelöster Fall aus seiner Polizeiarbeit, nicht zur Ruhe kommen.
Um diesen Hintergrund und andere Geschehnisse rund um die handelnden Figuren besser zu verstehen, empfiehlt es sich meiner Meinung nach, die Bücher in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.

Meine Fazit:

Ich habe „Die Strömung“ an einem Sonntag gelesen. Das spricht eigentlich schon Bände (kleiner Wortwitz). Spaß beiseite: Auch dieses Buch hat mich wieder absolut gefesselt. In der Geschichte werden von den Autoren erneut Personen, Ereignisse, Gegenwart und Vergangenheit kunstvoll miteinander zu einem fulminanten und unerwarteten Finale verknüpft. Absolut lesenswert, flüssig geschrieben und mit einigen unerwarteten Wendungen.

Sollte ich beurteilen, welcher Teil der Reihe für mich bisher der stärkste war, würde ich rein subjektiv wohl „Die dritte Stimme“ als meinen persönlichen Favorit küren. Warum? Ich weiß es nicht. Jedes der Bücher ist auf seine Art und Weise hervorragend.

„Die Strömung“ ist ein toller Krimi, der von mir eine klare Kaufempfehlung bekommt. Ich hoffe, dass die produktiven Autoren schnell sind mit der (hoffentlich geplanten) Fortsetzung.
hybnersson zu »Cilla und Rolf Börjlind: Die Strömung« 18.07.2016
Ich sage es gleich zu Anfang ... ich war von diesem Buch enttäuscht.Nach dem überaus spannenden Erstlingswerk der Börjlinds und dem nachfolgenden Buch, von welchem ich mir genau so viel Spannung erhoffte, diese jedoch nur in Bruchstücken fand, steckte ich Hoffnung in "Die Strömung", den nun dritten Teil der Rönning-Stilton-Serie - es könnte ja wieder besser werden.Morde an zwei Kindern mit Migrationshintergrund, der Rechtsextremismus in Schweden, die wichtige Recherche und Offenlegung rassistischer Seiten im Internet; eine eventuell damit verbundene Sekte oder gar nur einige spinnerte Anhänger von freier Luft und Liebe; Olivias Verhältnis zu sich selber und natürlich zu Tom sowie dessen "erneuertes" Leben auf Luna's Leichter und ... der messerwerfende Croupier Abbas.Das wäre eine wirklich sprudelnde Quelle gewesen, die zu einem reißenden Fluss hätte werden können.Stattdessen plätscherte ein Bächlein über etliche Seiten, erzeugte hier und da einige Rinnsale, klatschte auch mal gegen wenige Felsen, um diesen oder jenen Spritzer zu erzeugen.Nein, für mich war das leider absolut keine Strömung - "Svart gryning" passt da schon eher.
Klaus zu »Cilla und Rolf Börjlind: Die Strömung« 11.05.2016
Dieser dritte Band ist meiner Meinung nach der schwächste, obwohl auch er spannend zu lesen ist. Aber auch bei diesem Buch hat man das Gefühl das Schweden ein Dorf ist und wenn zum Schluss dann auch noch Tom Stilton in die verqueren Verwandtschaftsverhältnisse eingebunden wird dann ist das -Nomen est omen- Käse.
c-bird zu »Cilla und Rolf Börjlind: Die Strömung« 17.04.2016
Spannend bis zur letzten Seite

Schonen, Südschweden. Eben noch spielte die dreijährige Emelie mit ihrer Großmutter im Sandkasten, im nächsten Moment liegt sie tot darin. Während die Großmutter war nur kurz wegen eines Anrufs ins Haus gegangen war, wurde dem Mädchen auf brutale Weise das Genick gebrochen. Kurze Zeit später wird ein weiteres Kind, der kleine Aram in der Nähe von Stockholm auf dieselbe Weise ermordet. Olivia Rönning vermutet einen rassistischen Hintergrund. Emilie war adoptiert und stammte aus Ghana, während die Mutter des Jungen aus dem Iran kam. Zudem finden sich in der Region um Höganäs viele Anhänger des „Schwedisch-Arischen Widerstands“ einer rechtsgerichteten Vereinigung, die den Hass auf Ausländer schürt. Beide Eltern wurden im Vorfeld bedroht.

Zeitgleich rollt Tom Stilton einen alten Fall wieder auf. Der ehemalige Kriminalkommissar bekommt neues Material zu einem Mord an einer Prostituierten vor acht Jahren. Ein Fall, der er damals nicht lösen konnte und ihn schließlich zum Ausstieg aus seinem Beruf zwang. Und nun scheinen sich die Fälle zu kreuzen…

Es ist bereits der dritte Fall für Olivia Rönning und Tom Stilton. Nachdem ich bereits „Die Springflut“ und „Die dritte Stimme“ mit Begeisterung gelesen habe, konnte auch „Die Strömung“ mich voll und ganz überzeugen. Sicher ist es möglich auch ohne Vorkenntnisse das Buch zu lesen, das Einhalten der richtigen Reihenfolge ist jedoch empfehlenswert.

Die Handlung springt zwischen verschiedenen Erzählsträngen hin und her. Cliffhanger und eine äußerst flüssige Erzählweise halten die Spannung permanent auf einem äußerst hohen Niveau. Auch die Figuren sind einfach nur brillant. Herausragend vor allem Tom Stilton. Vom ehemaligen Kriminalkommissar zum Ex-Obdachlosen, der wieder zurück ins Leben gefunden hat. Und natürlich Olivia, die zweite Protagonisten, die sich gegen ihre Kollegen behaupten muss. Ebenso gibt es ein Wiedersehen mit Mette Olsäter und auch Abbas ist wieder mit dabei. Es sind zwar über 500 Seiten, doch man möchte nicht eine davon missen. Irgendwie schafft es das Autoren-Duo den Leser von Beginn an in den Bann zu ziehen und die Seiten fliegen nur so dahin.

Ganz klar Leseempfehlung für alle Liebhaber von Skandinavien-Krimis. Ich freue mich schon jetzt auf den vierten Fall!
Nuigurumi zu »Cilla und Rolf Börjlind: Die Strömung« 04.04.2016
Das Autorenduo Cilla und Rolf Börjlind schreibt normalerweise Drehbücher, wenn es nicht an dieser Serie um Oliva Rönning und Tom Stilton schreibt. Auch bei diesem Band merkt man das gleich wieder auf den ersten Seiten, wo filmreif beschrieben wird, wie sich 2005 in Stockholm vier Männer treffen, die ein "Neues Reich" gründen wollen. Am Ende ihres Barbesuchs geschieht etwas, aber der Leser weiß nicht, was es ist, denn wie schon in den ersten beiden Büchern wird dieses Ereignis erst viel später im Buch wieder aufgenommen..

Olivia hat sich für sechs Monate als Streifenpolizistin in einem kleinen Ort verpflichtet, um ihrem Freund Ove näher zu sein – nur leider geht Ove jetzt nach zwei Monaten nach Costa Rica… Besonders wohl fühlt Olivia sich an ihrem neuen Arbeitsplatz nicht, da die meisten ihrer Kollegen kein Hehl aus ihrer Abneigung gegen Ausländer und alle Menschen, die "anders" sind, machen. Dann wird in ihrem Revier ein kleines Mädchen ghanaischer Herkunft ermordet, einige Tage später ein halbkurdischer Junge auf dieselbe Weise in Stockholm. Die Polizei rätselt, wo der Zusammenhang liegen könnte. Ist es nur die Herkunft der Kinder? Plötzlich tauchen Spuren zu einem Selbstmord und einem alten Mordfall auf und der Fall wird immer verworrener. Es ist dieser alte Mordfall, der für Tom Stilton zur Lebensaufgabe geworden ist, daher arbeitet er mit Olivia zusammen, obwohl er eigentlich nicht mehr mit der Polizei zusammenarbeiten wollte.

Die beiden Autoren verstehen es sehr gut, vom ersten Satz an eine besondere Atmosphäre zu schaffen. Ich habe bei ihren Büchern immer das Gefühl, im Kopf einen Film zu sehen. Dazu ist die Handlung sehr vielschichtig und daher nicht vorhersehbar. "Die Strömung" hat mir wieder sehr gut gefallen, allerdings hat das Buch weniger Tempo als die beiden ersten Bände; dafür geht es diesmal inhaltlich tiefer. Es ist aber trotzdem spannend und ich wollte immer wissen, wie es weitergeht und war überrascht von den plötzlichen Wendungen.

Die Handlung spielt 2013 und ist beklemmend aktuell. Es erscheint unglaublich, welche Dimensionen Nationalismus und Ausländerhass annehmen können und man mag gar nicht glauben, dass dieses rechtsradikale Gedankengut in Schweden (und anderen europäischen Ländern) so verbreitet und auch gesellschaftsfähig ist. Insofern ist das Buch, abgesehen davon, dass es ein spannender Krimi ist, auch gesellschaftskritisch und regt zum Nachdenken über dieses Thema an.
subechto zu »Cilla und Rolf Börjlind: Die Strömung« 04.04.2016
Schwarze Dämmerung und Weiße Vergeltung

Endlich ein neuer Fall für Olivia Rönning und Tom Stilton. Denn „Die Sprungflut“ und „Die dritte Stimme“ hatte ich mit Begeisterung verschlungen.
Cilla und Rolf Börjlind gehen gleich in medias res. Schonen, Südschweden: Die dreijährige Emelie wird in ihrem Sandkasten brutal ermordet, als die Großmutter kurz zum Telefonieren im Haus ist. Emelie wurde aus Ghana adoptiert. Liegt hier das Motiv? Kurz darauf wird in Stockholm ein kleiner Junge getötet. Wo ist die Verbindung? Bald ist klar, dass die bestialischen Kindermorde etwas mit dem ungelösten Fall der schwangeren Edelprostituierten Jill zu tun haben.
Handelt es sich um die Taten einer rassistischen Zelle namens ‚Vit Vedergällning‘ (Weiße Vergeltung)? Oder war es doch die obskure Sekte? Olivia, die jetzt für die Polizei in Höganäs in Südschweden arbeitet und ihr sympathischer Ex-Kollege Tom ermitteln. Plötzlich verschwindet auch noch die hochschwangere Jenny. Eine verzweifelte Suche beginnt…
Cilla und Rolf Börjlind haben „Die Strömung“ erneut routiniert in Szene gesetzt. Gleich mehrere Erzählstränge gilt es zu verfolgen. Eine komplexe und spannende Geschichte über menschliche Abgründe. Brisant und aktuell. Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Auch Mette Olsäter und Abbas el Fassi sind wieder mit dabei.
Durch Rückblenden in die Vergangenheit nimmt die Geschichte viele überraschende Wendungen, bis zum unerwarteten Ende. Allerdings fand ich die Story nicht so gut wie die beiden Vorgänger. Auch passt der deutsche Titel meines Erachtens nicht. Der Originaltitel lautet: ‚Svart gryning‘ was so viel bedeutet wie ‚Schwarze Dämmerung‘. Und tatsächlich geht es in einem Buch des toten Sektenführers Stellan Eklind um genau das: „Eine düstere Morgendämmerung.“

Fazit: Krimi-Spannung aus Schweden. Faszinierend düster!
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