Ein todsicherer Job von Christopher Moore

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2006 unter dem Titel A Dirty Job, deutsche Ausgabe erstmals 2006 bei Goldmann.

  • New York: William Morrow, 2006 unter dem Titel A Dirty Job. 480 Seiten.
  • München: Goldmann, 2006. Übersetzt von Jörn Ingwersen. ISBN: 978-3-442-54225-3. 480 Seiten.

'Ein todsicherer Job' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Charlie Ashers Welt ist perfekt, bis seine Frau Rachel bei der Geburt ihres ersten Kindes stirbt. Über Nacht ist Charlie nicht nur Vater, sondern auch Witwer. Und darüber scheint er den Verstand zu verlieren – anders kann er sich das Wesen in Minzgrün nicht erklären, das ihm immer wieder erscheint. Dann fallen auch noch wildfremde Menschen tot vor ihm um, und es stellt sich heraus, dass Charlie von ganz oben eine neue Aufgabe zugewiesen bekommen hat: Seelen einzufangen und sicher ins Jenseits zu befördern. Ein todsicherer Job, aber trotzdem nichts für Charlie …

Das meint Krimi-Couch.de: »Der Tod und seine kleinen Helfer. Oder: Was sie schon immer über das Leben nach dem Tod wissen wollten, sich aber nie getraut haben zu fragen.« 85°Treffer

Krimi-Rezension von Anna Mehlmann

Christopher Moore hat mit seinem Thriller »Ein todsicherer Job« ein absolutes Meisterwerk aus schwarzem Humor und bissiger Ironie geschaffen und geschafft, gleichzeitig eine gefühlvolle Liebesgeschichte zu erzählen.

Kein Buch ohne Vorgeschichte

Charlie Asher ist das typische β-Männchen. Unauffällig und unsicher führt er seinen Laden (ein Geschäft für alte Kleider und anderen Ramsch) und erwartet nicht wirklich viel vom Leben, bis zu dem Tag, als er Rachel kennen lernt. Rachel wird seine große Liebe. Die beiden heiraten und alles scheint perfekt, besonders als Rachel schwanger wird. Charlie entwickelt die übliche Paranoia, die jeden werdenden Vater befällt. Von allen Seiten sieht er seine schwangere Frau und das ungeborene Baby (das nach Charlies fester Überzeugung mit einem Schwänzchen auf die Welt kommen wird) bedroht. In seiner für alle β-Männchen typischen Sorge weicht er Rachel bei der Geburt der Tochter Sophia und auch danach nicht von der Seite. So lange bis Rachel ihn entnervt nach Hause schickt. Als Charlie ins Krankenhaus zurück kommt steht ein schwarzer Mann in einem grünen Anzug an Rachels Bett und Rachel ist tot.

Wieso erklärt man dem Tod den Krieg?

Und hier beginnt die eigentliche Geschichte, die Christopher Moore in »Ein todsicherer Job« erzählt. Charlie ist der einzige, der den grüngekleideten Mann an Rachels Bett gesehen hat. Jeder vernünftige Mensch würde diesen also eher für eine stressbedingte Erscheinung halten, wäre da nicht die Tatsache, dass die Menschen rund um Charlie fortan sterben wie die Fliegen. Aber nicht etwa eines natürlichen Todes, sondern immer mehr oder minder gewaltsam.

Die Tatsache, dass er bei den sterbenden Menschen leuchtende Gegenstände sieht, trägt nicht gerade zu Charlies Beruhigung bei. Als schließlich in seinem Kalender, Namen von Menschen auftauchen, die Charlie zwar nicht kennt, die aber binnen kürzester Zeit sterben, kommt Charlie immer mehr zu der Überzeugung der Tod selbst zu sein. Und es bedarf einiger seltsamer Begebenheiten und Erlebnisse bis Charlie erkennt, dass nicht er der Tod ist, sondern, dass es von nun an seine Aufgabe zu sein scheint, Seelen auf dem Weg in ihr nächstes Leben zu helfen. Dies alles wäre für Charlie als braves β-Männchen machbar, wäre da nicht noch die Sache mit seiner kleinen Sophia, die von den zwei seifenfressenden Höllenhunden, Mohammed und Alvin bewacht wird und die die Fähigkeit besitzt, Menschen und Tiere mit dem Wort »Mietzi« ins Jenseits zu befördern. Plötzlich auftauchende Wesen aus der Unterwelt, die Charlie nach dem Leben trachten, bringen das Fass zum Überlaufen und so erklärt das brave und unauffällige β-Männchen Charlie Asher dem Tod den Krieg.

Ein Thriller mit Tiefgang

Wer jetzt glaubt, dass es sich bei »ein todsicherer Job« um einen reißerischen Thriller, ohne Verstand handelt, der irrt sich ganz gewaltig. Trotzdem die Geschichte absurd klingt, oder gerade deshalb, wir der Leser überrascht, von der Art und Weise mit der sich der Autor mit einem der schwierigsten Themen der Literatur auseinander setzt. Denn obwohl Christopher Moore die Menschen in »Ein todsicherer Job« sterben lässt wie die Fliegen, vergisst er nicht, dass um fast jeden Menschen getrauert, wird und dass jeder Mensche durch seinen Tod eine Lücke hinterlässt, welche die Hinterbliebenen mit solchem Schmerz erfüllt, dass selbst das Wissen, um das Aufsteigen der Seele, in eine neue bessere Ebene nur ein schwacher Trost sein kann.

Moore lässt trotz seiner blumigen und manchmal geradezu brutalen Art die Dinge zu beschreiben zu, dass seine Protagonisten lebendige fühlende, liebende und trauernde Menschen bleiben. Dadurch, dass er den Leser einen Blick auf die Arbeit von Hospizschwestern werfen lässt und aufzeigt welche großartigen Leistungen diese tagtäglich vollbringen, verleiht er seinem Buch eine Tiefe, die man hinter der witzigen Aufmachung nicht vermuten würde.

Die Auseinandersetzung mit verschiedenen Religionen und deren Beziehung zum Tod bzw. zum nächsten Leben erfolgt bei Christopher Moore auf eine humorvolle und respektlose Art und Weise, wirkt aber nie beleidigend oder abwertend. Seine Sprache stammt eindeutig aus dem hard-boiled Krimi. Brutale Szenen werden sehr detailiert beschrieben. Trotzdem hat der Leser nie das Gefühl, dass Brutalität um ihrer selbst willen eingesetzt wird. Vielmehr ist sie Mittel zum Zweck. Man wird durch die Beschreibung von Szenen gefesselt und geradezu gezwungen weiter zu lesen, bis man schließlich erfährt, was es mit dem Tod, den Seelen und dem nächsten Leben auf sich hat.

Ein Meisterwerk aus schwarzem Humor, Ironie und bestens aufgebautem Thriller. Jedem zu empfehlen, den liebevoll durchdachte, respektlose und bitterböse Unterhaltung fasziniert. Aber sicher nichts für Fans von klassischen Landhauskrimis, mit geklärten Fronten zwischen Gut und Böse und einer Tasse Tee um fünf Uhr.

Anna Mehlmann, Februar 2007

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MoeGreen zu »Christopher Moore: Ein todsicherer Job« 13.10.2015
Ich habe das Buch als Hörbuch bei Audible (gelesen von Simon Jäger) genossen und es ist zu meinem persönlichen Lieblingsbuch geworden. Manche Stellen sind einfach brüllend komisch, wenn man auf schwarzen Humor steht und die ausgeprägte Gabe des Kopfkinos besitzt. Ich habe das Buch bereits mehrfach gehört und muss jedes Mal wieder lachen.
Olli zu »Christopher Moore: Ein todsicherer Job« 10.11.2014
Ich habe es als Hörbuch gehört und finde das Buch weder spannend noch irgendwie interessant. Nach einigen Stunden des Hörens habe ich es dann aufgegeben und vom Player gelöscht. Es mag vielleicht irgendwann spannend werden, aber eine Geschichte sollte mich nach den ersten Seiten (Minuten) erfassen. Ich vermute, es ist nicht mein Genre.
Pestilencium zu »Christopher Moore: Ein todsicherer Job« 18.02.2013
Das Buch hat mir ganz gut gefallen, bei den letzten 50 Seiten wollte ich allerdings wirklich bald das Ende lesen. Leider ist auch Moore nicht davor gefeit, einen Charakter auftauchen zu lassen, der rein von der Geschichte her gar nicht hätte auftauchen müssen (ist bei John Niven auch der Fall). Ich finde, das hat die Story unnötig verlangsamt und mir leider auch den Reiz bzw. die Lust genommen. Jetzt hab ich das Buch fertiggelesen - es ist ein tolles Buch, ganz mein Geschmack (bis wie erwähnt auf den letzten Seiten).
lesemaus_93 zu »Christopher Moore: Ein todsicherer Job« 28.10.2010
War mein erstes Buch von Christopher Moore, und ich bin begeistert.
Der Witz ist einfach einzigartig und genau mein Geschmack.
Der Ausgang der Geschichte ist zwar nicht ganz mein Fall, aber ich kann damit leben. Solche Wendung erwartet man nicht. Selten, das dem Protagonist des Buches einmal so etwas ähnliches passiert.

Ich kann dieses Buch nur empfehlen.
viki =] zu »Christopher Moore: Ein todsicherer Job« 02.11.2008
eindeutig das beste buch nach "die Biebel nach Biff"!

Obwohl ich sonst nie fantasy-bücher lese ist dieses buch, trotz siner fantasy einflüsse großartig! gerade wegen seiner ironie und der enorm realistisch-beschriebenen "unterwesen" lässt es sich so flüssig und leicht lesen. Es lässt einem jedoch auch keine ruhe wenn man es gerade nicht in den händen hält!

wie gesagt einfach großartig
und auf jeden fall lesenswert!

viel spass beim lesen =]
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
cookie1 zu »Christopher Moore: Ein todsicherer Job« 26.06.2008
Grundsätzlich hat mich dieses Buch richtig gut unterhalten, obwohl es völlig anders ist, als die Bücher, die ich sonst gerne lese.
Ich hatte vorher hier die Kritiken gelesen und ahnte also worauf ich mich einlasse.
Beim Lesen hatte ich in jedem Fall meinen Spaß, trotz der Phantasy-Elemente. Selten so ein anrührendes, lustiges, nachdenkliches und lebensbejahendes (obwohl es um den Tod geht) Buch gelesen.
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René Browarski zu »Christopher Moore: Ein todsicherer Job« 15.06.2008
Einfach ein klasse Buch!

Jeder der Interessiert ist an leicht fantasie bestückten Romanen über die wirkliche Welt sollte sich dieses Buch zulegen.
Aber auch all diejenigen welche sich an einer immer wieder aufs neue erstaunenden belustigung des Lesers erfreuen. Wer gerne bei Büchern anfängt zu lachen und sich ein schmunzeln ungern verkneift sollte zu diesem Buch greifen!

Sehr gut zum weiterreichen und zum Lebensfreude verteilen!

Die Personen wachsen schnell ans Herz und sind humorvoll charakterisiert!

Ein gelungenes Buch!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
kraehenfrau zu »Christopher Moore: Ein todsicherer Job« 07.04.2008
Ein großartiges Buch!!! Großartig ... wie Bär... :o)

Darüber hinaus noch ein unbeschreibliches Buch. Vorallem ein Buch, was zusammenfassend kaum zu beschreiben ist. Ein Geschichte mit viel Feingefühl und Geschick für ein ernstes Thema. Trotzdem eine Geschichte, bei der man Tränen lacht, die urkomisch ist und eine Art von (schwarzem) Humor mit sich bringt, wie man ihn leider viel zu selten lesen kann. Eine perfekte Mischung das Buch in einer Nacht zu verschlingen, viel zu lachen und trotzdem nicht zu vergessen, um was es eigentlich geht.

Am liebsten würde ich es gleich noch einmal von vorne beginnen... wie Bär...
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