Im Rhythmus der Rache von Christine Spindler

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1999 unter dem Titel The Rhythm of Revenge, deutsche Ausgabe erstmals 2001 bei KBV.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.

  • --: Hard Shell Word Factory, 1999 unter dem Titel The Rhythm of Revenge. 238 Seiten.
  • Hillesheim: KBV, 2001. Übersetzt von Christine Spindler. ISBN: 3934638864. 238 Seiten.

'Im Rhythmus der Rache' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Jessica Warner, Superstar einer Londoner Stepptanzshow, verschwindet am Tag der Generalprobe. Wurde sie entführt, ermordet oder steckt etwas ganz anderes dahinter? Inspektor Terry findet bald heraus, dass Jessicas Leben ein Dickicht aus Affären und Lügen ist, das er schnellstens entwirren muss. Denn es steht viel mehr auf dem Spiel, als er ahnt.

Das meint Krimi-Couch.de: »Begeistert von der Beschreibung des Theatermilieus und des Beziehungsgeflechts« 67°

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

Ich habe Inspektor Terry kennengelernt. Natürlich nicht in natura, aber als Hauptperson in einem Krimi. Ein netter Zeitgenosse, über den ich nach der Lektüre des Buches jedoch noch nicht so viel sagen kann, wie ich es mir gewünscht hätte. Ist das geheimnisumwitterte vielleicht seine Masche? Fangen wir mal damit an, was von ihm bekannt ist:

Frederick Terry ist Inspektor in London. Man sagt über ihn, dass er seine Fälle mit Intuition löst. Seine Aufzeichnungen sind aufgrund der vielen Kritzeleien nahezu unlesbar und seine Berichte haben hohen literarischen Wert – einen zu hohen literarischen Wert für seinen Vorgesetzten. Und immer wenn es ihm möglich ist, flüchtet er aus seinem Büro. Deshalb nimmt er sich auch gerne einer Vermißtenanzeige an, obwohl das sicher nicht seine Aufgabe wäre. Zu dem Zeitpunkt konnte ja auch niemand ahnen, was sich noch daraus entwickeln würde.

Die Tänzerin und Star des Musicals »The Taming of the Shoe« Jessica Warner ist einfach nicht mehr vom Joggen nach Hause gekommen. Es muß etwas passiert sein, denn Tanzen ist ihr Leben und sie hätte nie die Premiere des neuen Musicals verpaßt, in dem sie die Hauptrolle hat. Vorher hatte sie noch einen heftigen Streit mit ihrem Mann Roger, weil er hinter ihre (vergangene) Affäre mit dem Choreographen David gekommen ist.

Das wäre es zu dem Fall an sich auch schon gewesen. Klingt irgendwie dürftig und ist es meines Erachtens auch, obwohl natürlich noch einiges dahintersteckt. Man erfährt unheimlich viel über die handelnden Personen, schon dadurch, dass bis S. 53 noch gar nichts passiert. Dem Leser wird sehr viel Zeit gegeben, sich mit dem Opfer und seinen Beziehungen vertraut zu machen. Man erlebt Jessica in ihrem Umfeld, dem Theater, man lernt ihre Freundin Eileen kennen, die durch einen Unfall im Theater behindert ist. Simon, Vertrauter und Physiotherapeut will sie zu einer Operation überreden. Auch er hatte in der Vergangenheit eine Affäre mit Jessica. Alan, der Besitzer des Musical-Theaters ist für alle der Ansprechpartner und Jessicas Schwarm. Schnell kristallisiert sich heraus, das Verschwinden von Jessica muß etwas mit diesen Personen zu tun haben. Ist sie schuld am Unfall von Eileen? Wie hat ihr Mann die Enthüllung der Affäre mit David aufgenommen? Und ist nicht Susan, Davids Frau auch extrem verdächtig?

Ich weiß, ich konnte mit meiner Schilderung des Inhalts bestimmt keine Spannung erzeugen. Aber wie auch, denn der Krimi ist auch wenig spannend. Ich erwähnte es schon, Jessicas Verschwinden wird auf S. 53 entdeckt. Und schon 30 Seiten später, nämlich auf S. 84 bin ich mir ganz sicher, nur eine Person kann der Täter/die Täterin sein. Ich habe mir die Stelle ganz genau gemerkt und ich hatte recht. Ein bißchen zu früh für meinen Geschmack. Das hat mich natürlich nicht daran gehindert, aufmerksam weiterzulesen. Nicht so sehr gespannt auf die Lösung, sondern darauf, wann Terry denn endlich dem Ganzen auf die Spur kommt. Ich war ihm natürlich Meilen voraus. Die Ermittlungsmethoden muten jedoch manchmal ein wenig seltsam an, da er den Verdächtigen teilweise sehr nahe kommt. So hat der Inspektor sogleich sein Faible für Eileen entdeckt und nimmt sie mit zu sich nach Hause, damit sie nicht alleine ist.

Ich habe »Im Rhythmus der Rache« trotzdem gerne gelesen. Ich sprudle zwar nicht vor Begeisterung, aber ich bekam solide Unterhaltung geboten. Was das Buch lesenswert macht ist das, was bei anderen Krimis vielleicht als schmückendes Beiwerk abgetan wird. Ich war eher begeistert von der Beschreibung des Theatermilieus und dem Beziehungsgeflecht als vom Fall selbst. Die Personen werden sehr gut charakterisiert und sind glaubwürdig gezeichnet. Außerdem macht es Spaß, mehr über Inspektor Terrys Persönlichkeit zu erfahren.

Was mir zudem gefallen hat, ist die Sprache des Romans. So etwas erwähne ich selten, aber gleich zu Beginn merkt man, wie bildhaft alles beschrieben ist. Obwohl die Autorin Christine Spindler in Deutschland geboren ist, hat sie ihr Seriendebüt auf englisch verfaßt. Daß es hier keinerlei Übersetzungsprobleme gegeben hat, liegt sicherlich daran, dass die Übersetzerin keine andere ist als die Autorin selbst. Ein unschlagbarer Vorteil, denn sie muß schließlich wissen, was sie gemeint hat …

Die Bewertung fällt mir mal wieder nicht leicht. Denn wie bewertet man denn bitte die Mischung aus: durchschaubar und dennoch gut zu lesen? Leseempfehlung für Liebhaber des soliden Krimis, der mehr die psychologische Schiene und das »Drumherum« als den Thrill und die Spannung abdeckt.

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