Death Call - Er bringt den Tod von Chris Carter

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2017 unter dem Titel The caller, deutsche Ausgabe erstmals 2017 bei Ullstein.
Folge 8 der Robert-Hunter-Serie.

  • -: Simon & Schuster, 2017 unter dem Titel The caller.
  • Berlin: Ullstein, 2017. Übersetzt von Sybille Uplegger. ISBN: 978-3-548-28952-6.
  • [Hörbuch] Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2017. Gesprochen von Uve Teschner. ISBN: 3957130735. 2 CDs.

'Death Call - Er bringt den Tod' ist erschienen als TaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

Tanya Kaitlin freut sich auf einen entspannten Abend. Plötzlich klingelt ihr Handy, ein Videoanruf von ihrer besten Freundin. Tanya nimmt den Anruf an und der Alptraum beginnt: Ihre Freundin ist gefesselt und geknebelt. Tanya hat eine Chance, die Freundin zu retten, hört sie von einer tiefen, unheimlichen Stimme. Sie muss nur zwei Fragen richtig beantworten. Sie scheitert – und ihre Freundin wird vor ihren Augen brutal ermordet. Profiler Robert Hunter und sein Partner Garcia haben einen neuen Fall: ein Serienmörder, der seinen Opfern in den sozialen Medien auflauert. Er studiert ihre Fehler und nutzt sie für sein perfides Spiel. Und das hat gerade erst begonnen …

Das meint Krimi-Couch.de: Videoanrufe direkt aus der Hölle 85°Treffer

Krimi-Rezension von Andreas Kurth

Tanya Kaitlin bekommt einen Videoanruf ihrer Freundin Karen, den sie zunächst für einen üblen Scherz hält. Doch leider ist es Realität, dass Karen gefesselt auf einem Stuhl in ihrem Wohnzimmer sitzt. Tanya soll zwei Fragen richtig beantworten – sonst muss Karen sterben. Das gelingt ihr nicht, und so muss sie mitansehen, wie ihre Freundin brutal getötet wird.

Profiler Robert Hunter und sein Partner Carlos Garcia – beide bilden die Ultra-Violent Einheit der Polizei von Los Angeles – werden zum Tatort gerufen. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig. Offenbar ist Karen gestalkt worden. Aber die Brutalität des Killers spricht nach Hunters Erfahrungen gegen einen Stalker. Als eine weitere Frau nach ähnlichem Muster ermordet wird, sind sich die Polizisten sicher, es mit kaltblütig geplanten und akribisch vorbereiteten Taten zu tun zu haben. Garcia und Hunter gehen davon aus, dass es weitere Morde dieses Killers geben wird – und sie behalten recht damit.

Wer Probleme mit Brutalität hat, sollte die Finger von Carters Thrillern lassen

Die Thriller von Chris Carter sind wahrlich nicht jedermanns Sache. Den einen sind sie sprachlich nicht ausgefeilt genug, den anderen zu brutal. Dennoch hat der 53-jährige Wahl-Amerikaner zahlreiche Fans,die seine fesselnde Art zu schreiben eben schätzen. Von meinen Rezensenten-Kollegen hier auf der Krimi-Couch hat er derbe Verrisse kassiert, die KC-Leser scheinen eher gespalten. Seine Bücher genießen auf jeden Fall große Aufmerksamkeit, die Meinungen sind geteilt.

Festzustellen ist, dass Death Call – wie seine Vorgänger – kein Buch für zarte Gemüter ist. Typisch für Chris Carter wird gleich das erste Opfer überaus brutal ums Leben gebracht und dabei auf widerliche Art und Weise gequält. Wer damit Probleme hat, sollte die Finger von Carters Thrillern lassen. Wer dagegen akribische Polizeiarbeit und einen ausgezeichnet durchdachten Plot schätzt, wird hier jedoch gut bedient.

Motiv für die Morde und modus operandi sind ziemlich abgedreht

Wenn man als Leser in der Lage ist, mögliche Vorurteile zu ignorieren, wird man bei der Lektüre dieses wirklich spannenden Thrillers mit in meinen Augen beeindruckender Polizeiarbeit konfrontiert. Robert Hunter und Carlos Garcia tragen in kleinen Mosaik-Stücken ein Bild zusammen, dass ihnen ganz langsam eine Ahnung vom Tathergang und den möglichen Motiven gibt. Durch die Videoanrufe des Killers ist der Tathergang einigermaßen zu rekonstruieren – beim Motiv sieht es ganz anders aus.

Erst nach dem dritten Mord ergeben sich nämlich mögliche Zusammenhänge zwischen den getöteten Personen. Das Motiv des Killers darf ich hier nicht enthüllen, weil es zentral für den Spannungsaufbau ist. Es wird aber immer wieder gefordert, Kriminalromane müssten innovativ sein, neue Aspekte, andere Täter oder Ermittler, eben immer unbedingt etwas Neues bieten. Abgesehen davon, dass ich diese Forderungen für überzogen halte, kann ich feststellen: Hier habe ich etwas gelesen, was ich in dieser Form vorher nicht kannte. Das Motiv für die Morde, und vor allem für den modus operandi, finde ich so abgedreht, dass es mich wirklich verblüfft hat. Bevor mir jetzt um die Ohren gehauen wird, dass es ein solches Motiv sehr wohl schon gab, nochmals: Ich habe so etwas noch in keinem Film oder Buch gehabt – und war echt baff.

Death call ist ein rasanter Thriller – perfekte und spannend Unterhaltung

Chris Carter erzählt seine Geschichte von Beginn an sehr spannend, der Spannungsbogen baut sich immer weiter auf. Neben der interessanten und guten Polizeiarbeit fand ich – ausnahmsweise – auch mal die Ausflüge in das Privatleben von Robert Hunter recht interessant. Er ist kein kaputter Typ, wie es bei vielen Autoren leider in Mode ist, sondern kommt neben der Arbeit durchaus sympathisch daher. Sein zufälliger Flirt mit einer Universitätsdozentin bringt kurze Momente der Ruhe in den hektischen Roman. Und mir hat – für Menschen die mich kennen wenig überraschend – besonders gefallen, dass sich die beiden in einer Whisky-Bar treffen und über die Qualitäten schottischer Malt Whiskys austauschen. Erwartet man in so einem Thriller nicht wirklich.

Die bereits mehrfach erwähnte Ermittlungsarbeit besticht in meinen Augen auch dadurch, dass der berühmte Kommissar Zufall höchst selten bemüht wird. Die messerscharfen Schlussfolgerungen von Hunter und seinem Team machen das auch völlig überflüssig. Angenehm ist auch, dass es Chris Carter mit den Cliffhangern nicht übertreibt. Dieses Stilmittel wird keineswegs am Ende eines jeden Kapitels eingesetzt, sondern eher wohl dosiert. Das Ende ist dann ein richtiger Hammer – und lässt auch Raum für eine Fortsetzung. Motiv und modus operandi werden erst im Finale enthüllt, und das ist mir tatsächlich die Spucke weggeblieben. Manche Experte hat beim Leser vielleicht schon viel früher den großen Durchblick, es sei ihm oder ihr gegönnt. Death call ist für mich ein überaus rasanter Thriller – perfekte und spannend Unterhaltung.

Andreas Kurth, September 2017

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leseratte zu »Chris Carter: Death Call - Er bringt den Tod« 28.09.2017
Habe lange Warten müssen, auf den neuen Chris Carter. Aber es hat sich gelohnt. Death Call ist eins der Besten von Chris Carter.
Der Plot ist super spannend, ja, ziemlich brutal,
aber diesmal etwas realistischer. Chris Carter weiss, wie man Spannung aufbaut, dazu die akribische Polizeiarbeit seiner Protagonisten, einfach super geschrieben.
Jens zu »Chris Carter: Death Call - Er bringt den Tod« 31.08.2017
Spannend - ja - aber manchmal frage ich mich, wie man sich so was Krankes ausdenken kann.
Und ich frage mich, ob so ein Buch nicht ein noch kränkeres Hirn zu ähnlichen Greueltaten inspirieren kann.

Leider kann ich mir nicht vorstellen, dass die Botschaft, die möglicherweise das Buch motiviert hat, ankommt und zur Verhaltensänderung führt.

Habe das Buch als Hörbuch gehört:
Uve Teschner als Sprecher ist wieder einsame Spitze. Ihm zuzuhören macht wirklich Freude!
paulafien zu »Chris Carter: Death Call - Er bringt den Tod« 24.08.2017
Ich "verschlinge" die Bücher von Chris Carter und habe mir auch gleich das neueste Buch gekauft. Ich musste mich "zwingen", es gelegentlich aus der Hand zu legen, es war - wie immer - spannend. Es gibt zwar 2,3 Bücher von ihm, die ich persönlich noch spannender fand, weil sie den Leser noch länger im Unklaren ließen, aber trotzdem bereue ich es nicht, das Buch gekauft zu haben. Eine der Figuren fand ich persönlich ein wenig zu überzogen, aber alles andere war super und auch so gut beschrieben, dass sich Bilder im Kopf bildeten.
Das Motiv, dass der Mörder für sein Handeln hat, ist zeitgemäß/ aktuell und bringt einen selbst zum Nachdenken.
dasgab zu »Chris Carter: Death Call - Er bringt den Tod« 15.08.2017
Chris Carter lesen heißt "Gänsehaut" pur. Wieder ist ihm ein super Krimi gelungen. Die Spannung fängt auf Seite 1 an, man kann nicht aufhören zu lesen. Die Figuren sind wie immer authentisch. Es lohnt sich dieses Buch zu lesen. Hunter und Garcia ermitteln wie immer mit viel Feingefühl und Können.
5 Sterne
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