Schlaf in himmlischer Ruh von Charlotte Macleod

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1978 unter dem Titel ... rest your Merry, deutsche Ausgabe erstmals 1986 bei DuMont. 228 Seiten. ISBN-10: 3-7701-5385-5, ISBN-13: 978-3-7701-5385-5. Übersetzt von Sascha Mantscheff.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Massachusetts, 1970 - 1989.

'Schlaf in himmlischer Ruh' ist erschienen als Taschenbuch

Das meint Krimi-Couch.de: 86°Treffer

Krimi-Rezension von odile

Weihnachtszeit! Wie jedes Jahr findet im Landwirtschaftscollege von Balaclava ein grosser Weihnachtsmarkt, die sogenannte »Lichterwoche« statt. Damit beginnt die alljährliche Leidenszeit von Prof. Shandy, der die gnadenlose Geschäftemacherei und die einfallenden Touristenscharen herzlich verabscheut. Deshalb boykottiert er die verhasste Veranstaltung und weigert sich zum Missfallen seiner Umgebung, sein Häuschen weihnachtlich zu schmücken.

Als Prof. Peter Shandy erneut zum Mitmachen genötigt wird und zu diesem Zweck auch noch Dekomaterial in Form von riesigen Christrosen, ausgeschnitten aus Weichspülerflaschen (!), aufgedrängt bekommt, reisst sein Geduldsfaden. Er beschliesst, sich für all` den erlittenen Ärger zu rächen. Allerdings ahnt Shandy nicht, dass dieser Entschluss sein Leben grundlegend verändern wird. Er hat alles vorzüglich geplant. Am Morgen des 22. Dezember lässt der Professor sein Häuschen weihnachtsmässig schmücken, um anschliessend sofort zu einer Kreuzfahrt aufzubrechen. Dass seine provokanten Dekorationen, u. a. acht lebensgrosse Rentiere, 742 (!) grellbunte Blinklichter und eine lautstarke Musikanlage eher nach Disneyworld, als zum altehrwürdigen Landwirtschaftscollege Balaclava passen, ist pure Absicht.

Doch ein Maschinenschaden des Urlaubsdampfers zwingt den Professor zur vorzeitigen Rückkehr nach Hause. Dort ist das Weihnachtstreiben im vollen Gange. Daheim angekommen, erwartet den Professor zwar nicht das befürchtete Teer- und Feder-Kommando. Doch stattdessen findet Shandy die Leiche von Jemima Ames in seinem Wohnzimmer. Offensichtlich stürzte Mrs. Ames, die Organisatorin des Weihnachtsmarktes, beim Versuch die Dekorationen zu entfernen und starb. Der herbeigerufene Arzt behandelt den Todesfall ebenso wie die Polizei als Unfall. Irgendetwas irritiert Shandy daran, doch vor allem plagt ihn sein schlechtes Gewissen. Wegen seiner übertriebenen Dekorationen fühlt er sich verantwortlich für den Tod Jemimas, die zwar eine grosse Nervensäge, aber auch die Frau seines besten Freundes Tim war. Doch auch der Witwer glaubt, dass seine Gattin ermordet wurde. Da das Verbrechen anscheinend im Haus seines Freundes geschah, erwartet er von diesem die Aufklärung des Falles. Da der gefürchtete Collegepräsident Svensson derselben Meinung ist, beginnt Prof. Shandy notgedrungen mit der Mördersuche.

Die Ermittlungen erweisen sich als schwierig. Zwar war Jemima allgemein wenig beliebt, doch ein Mordmotiv lässt sich nicht finden. Bei seinen Nachforschungen findet der Professor prompt auch noch den Finanzchef des Colleges vergiftet in seinem Büro. Da dieser ausgerechnet sein einziger Verdächtiger war, steht Shandy mit seinen Ermittlungen wieder ganz am Anfang …

Dieser Krimi war der erste, den ich von Charlotte MacLeod gelesen habe. Dass ich Prof. Shandy bei allen seinen weiteren Fällen begleitet habe, spricht schon für sich.  Der Stil der Autorin hat mich von Beginn an begeistert. Sie versteht es hervorragend, ihre Krimis mit Humor zu würzen, ohne Spannung und Logik zu vernachlässigen. Liebevoll und treffend zeichnet sie ihre Charaktere, so dass sich der Leser schon auf ein Wiedersehen mit den Hauptfiguren freut. Blutige Schocker sind nicht das Genre der Kanadierin. Der klassische Detektivroman, wie er vor allem in Grossbritannien geschätzt wird, ist ihr Metier. Ihr Witz und ihr Hang zum Skurrilen kommen ihr dabei ebenso zugute, wie ihre Wortgewandtheit und die Liebe zum Detail.

Nicht verschweigen möchte ich, dass die Autorin in manchen ihren späteren Krimis mit ihrem Hang zum Skurrilen ein wenig übertreibt. Doch auf diesen Roman trifft dies überhaupt nicht zu. Der Leser wird mit diesem Weihnachtskrimi bestens unterhalten und findet den idealen Einstieg in Charlotte MacLeods Detektivgeschichten.

Ihre Meinung zu »Charlotte Macleod: Schlaf in himmlischer Ruh«

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ABaum71 zu »Charlotte Macleod: Schlaf in himmlischer Ruh« 30.05.2010
Ein fast klassisch anzunehmender Whodunit mit einem gesundem Maß an Humor, der mal nicht im Vereinigten Königreich sondern in den Vereingten Staaten spielt, und dann noch von einer Kanadierin geschrieben... Was soll das wohl sein ?
Ein höchst unterhaltsamer Roman mit äußerst sympathischen Protagonisten, die sich stetig weiter entwickeln...
Was will der geneigte Krimileser noch mehr...
Gut, wer auf blutrünstige Massenmörder und klischeebeladene Superhelden steht, sollte dieses Buch lieber stehen lassen. Auf detaillierte Beschreibungen der diversen Todesfälle verzichtet die Autorin in diesem Buch nämlich ebenso, wie auf den oben beschriebenen Superhelden, der ist hier nämlich ein alternder Professor am Balaclava College und ist alles andere als ein Superheld...
Eine Empfehlung für alle Whodunit Fans...
Maria-Luise zu »Charlotte Macleod: Schlaf in himmlischer Ruh« 21.11.2009
Vor Jahren habe ich mir dieses Buch gekauft und danach sofort die ganze Balaclava-Reihe. Ich habe Professor Shandy und seine Helen und das ganze College in mein Herz geschlossen. Über die Beschreibung der Weihnachts-dekoration habe ich herzhaft lachen müssen, und denke oft daran besonders wenn ich im Dezember durch die Straßen gehen und es überall Leuchten, Klimpern und Blinken sehe. Charlotte Mcleod hat einen guten Erzählstil, sie entwickelt ihre Figuren mit viel Liebe und Humor.
Ich lese diese Reihe immer wieder gern.
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Beatrix zu »Charlotte Macleod: Schlaf in himmlischer Ruh« 03.04.2008
Es gibt für jeden Traditionen und Rituale,die für ihn zu Weihnachten dazugehören.Neben Glühwein und Plätzchen gehören für mich alle Jahre wieder zwei Bücher in die Vorweihnachtszeit:Hilfe,die Herdmanns kommen,ein Jugendbuch von Barbara Robinson und natürlich "Schlaf´in himmlischer Ruh".Es gefällt mir von Jahr zu Jahr besser,der Aufbau erscheint mir immer gekonnter und der Humor immer feinsinniger.Einen Krimi zu schreiben,der auch nach mehrmaligem Lesen immer noch Spaß macht,obwohl die Spannung zwangsläufig nachlässt,ist eine besonders hohe Kunst!
Torsten zu »Charlotte Macleod: Schlaf in himmlischer Ruh« 29.12.2007
Durch Zufall habe ich diesen Krimi entdeckt. Schon nach den ersten Seiten war ich begeistert. Mich erinnert das Buch eher an Dorothy Sayers als an Agatha Christie. Lakonischer Witz und gut gezeichnete Figuren zeichnen diesen im Besten Sinne traditionellen who dunn it krimi aus. Der Plotist auch nicht übergebühr ausgewalzt und angereichert worden wie es mitlerweile viele Autoren tun. Lesevergnügen pur.
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Gerald zu »Charlotte Macleod: Schlaf in himmlischer Ruh« 19.06.2006
Skruille Typen, schräge Plotts und das alles in einem liebvoll detailreichen Umfeld, bei der Balaclava-Serie von Charlotte McLeod fühlt man sich in die heile Welt vergangener Zeiten zurückversetzt. Spannung, Witz und vorallem der liebevolle Erzählstil machen es immer wieder zum Vergnügen die Bücher rund um Professor Shandy in die Hand zu nehmen.
Wer "Good old England" mag, findet sich schnell in die Geschichte rein, und es fällt fast nicht auf das die Professor-Shandy-Welt nicht in Surrey oder Yorkshire, sondern in den Neuengland-Staaten der USA.
Wer Glück hat, findet die zwei Sammelausgaben mit mehreren Balaclava-Geschichten.
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Marius zu »Charlotte Macleod: Schlaf in himmlischer Ruh« 10.08.2005
Nein, mit Agatha Chrsitie haben die Bücher von Charlotte McLeod nichts gemein - es gibt keinen interessanten Plot, dafür aber ständigen, sinnfreien Witzeleien gespickt. Schade, daß DuMont beispielsweise so wenig Bücher von Ellery Queen oder JD Carr neuaufgelegt und statt dessen diese Ladenhüter zum Zugpferd der hauseigenen Krimireihe gemacht hat.
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Ulrike zu »Charlotte Macleod: Schlaf in himmlischer Ruh« 10.12.2004
Nanu Elmar, Ihren Namen habe ich schon bei mehreren Kritiken gesehen, wobei diese seltsamerweise immer Verrisse waren. Möglicherweise sollten Sie sich einer anderen Literatursparte zuwenden, wenn Sie Krimis immer nur "scheiße" finden.
Wirklich neues hat Mac Leod allerdings wirklich nicht erfunden, aber kurzweilig, spannend und vor allem sehr vergnüglich sind ihre Bücher allemal. Ein bißchen betulich wie die guten alten A. Christie-Krimis, nur mit einer gehörigen Portion Skurilität.
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