Totenstill von Chandler McGrew

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2003 unter dem Titel Night Terror, deutsche Ausgabe erstmals 2005 bei Knaur.

  • New York: Dell, 2003 unter dem Titel Night Terror. 389 Seiten.
  • München: Knaur, 2005. Übersetzt von Sigrid Langhaeuser. ISBN: 3-426-63175-X. 550 Seiten.

'Totenstill' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Im Abstand von vier Jahren verschwanden in einer Kleinstadt in Maine zwei kleine Jungen spurlos. Die Ermittlungen wurden schließlich eingestellt. Doch jetzt wird Audrey, die Mutter eines der Verschwundenen, in schrecklichen Alpträumen von den Hilfeschreien ihres Sohnes verfolgt. Sie ist überzeugt, dass ihr Kind noch lebt – oder verliert sie einfach nur den Verstand?

Das meint Krimi-Couch.de: »Peitscht den Leser von Seite zu Seite und kommt doch nicht richtig vom Fleck« 35°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Eine Warnung gleich vorab: »Totenstill« ist kein bodenständiger Thriller, sondern bedient sich vielmehr zahlreicher Horrorelemente aus dem Bereich des Übernatürlichen. Wer mit Hellseherei, Parapsychologie und ähnlichen Dingen nichts anfangen kann, sollte die nachfolgende Rezension gar nicht erst lesen und vor allem die Finger von diesem Buch lassen.

Zuerst verschwindet der sieben Jahre alte Timmy Merrill, vier Jahre später der neun Jahre alte Zacharias Bock. Sheriff Virgil Milche ist einer der wenigen Menschen, die zwischen den beiden Fällen einen Zusammenhang vermuten, denn die Jungen waren recht unterschiedlich und zudem trennen ihre Wohnorte 25 Kilometer. Eigentlich müsste Milche die Fälle als ungelöst abhaken, doch da seine Frau Doris an Krebs erkrankt im Sterben liegt, stürzt er sich zur Ablenkung blindlings in die Arbeit. Bei einer Séance seiner Frau, an der Milche nur widerwillig teilnimmt, erhält er über Babs St. Clair eine Nachricht von Timmy Merrill, der ihm mitteilt, wo er dessen Fahrrad finden kann. Tatsächlich wird Milche fündig doch hat tatsächlich Timmy zu ihm gesprochen oder weiß Babs mehr als sie zugibt?

Währenddessen leidet Audrey, die Mutter des vor einem Jahr verschwundenen Zach’ unter sog. »Nachtangst«, einem Zustand der zu Albträumen und schrecklichen Visionen führt, an die sich die Betroffenen später oft nicht erinnern können. Audrey glaubt daher des Öfteren Kontakt mit ihrem Sohn zu haben und wähnt diesen in einem Keller eingesperrt. Aber inwieweit sind ihre Visionen Realität oder lediglich auf ihre eigene Vergangenheit zurückzuführen, in der sie von ihrer Tante Tara psychiatrisch behandelt wurde, um vor ihrer Mutter geschützt zu werden?

Und was weiß der geistig verwirrte Cooder Reese, der Sherriff Milche gegenüber andeutet, er habe »schlimme Dinge« gesehen? Plötzlich führen alle Spuren zu der vor vielen Jahren geschlossenen Perkins-Klinik, in der geheime Experimente mit dem Ziel der »Fernwahrnehmung« unternommen wurden.

Ja, so isser halt, der Chandler, der McGrew. Kommt in super einfachen Sätzen und Dialogen daher, peitscht den Leser von Seite zu Seite und kommt doch nicht richtig vom Fleck. Über 200 Seiten liegen hinter uns und trotzdem ist der Plot nicht viel weiter als oben beschrieben und davon wiederum wusste man das meiste bereits nach Durchlesen des Buchrückens. Dann legt er auf einmal den Schalter um und Ruck-Zuck wird alles klar und der lange Showdown kann kommen. Wie schon bei seinem Debüt gilt auch hier die Devise: Je einfacher die Sätze desto besser. Dazu viel Blabla mit hölzernen Dialogen, zahlreichen Wiederholungen und zum Schluss reichlich Action. McGrew ist auf dem Weg zum Super-Star der »Generation Pisa«.

»Das ist doch total scheißverrückt.«

Dieser Satz könnte das Fazit zu McGrews zweitem Roman sein, gibt aber hier nur einen kleinen Einblick in die Gedankenwelt des Sheriffs Milche bzw. die »Sprachgewalt« des Autors. Selbstredend, dass Charakterzeichnungen der einzelnen Figuren gar nicht erst versucht werden.

Der Plot selber spannt den Bogen über das gesamte Spektrum außersinnlicher Wahrnehmung von Telepathie, Gedankenübertragung, Hellseherei, Hypnosetherapie, Gedankenkontrolle, Parapsychologie bis hin zu der schon angesprochenen »Fernwahrnehmung«. Was ein paar Experimente in einer geheimnisvollen Klinik nicht alles bewirken können. Für den Autor ein willkommenes Feld, denn wenn er nicht mehr weiter weiß, versetzt sich eine Person einfach in einen anderen Menschen hinein, sieht mit dessen Augen und schon kann die Story weitergehen. Praktischerweise werden durch diese Technik auch zahlreiche Gegenstände manipuliert.

Meister des Horrorromans wie Stephen King, Dean Koontz oder James Herbert hätten aus der Geschichte sicher viel herausholen können, wenngleich das Kernthema »Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten« wahrlich nicht neu ist. Aber leider schreibt Chandler McGrew in einer ganz anderen Liga als seine vorgenannten Kollegen und wer seinen Debütroman Eiskalt gelesen hat, der wird kaum Hoffnung haben, dass sich dieser Autor – im literarischen Sinne – mal »nach oben« schreibt. Anspruchsvolle Literatur und McGrew sind zwei Begriffe, die normalerweise nicht in einen Satz passen.

Besonders bemerkenswert ist noch, dass der Knaur-Verlag dieses Werk als »Thriller des Monats« in die Buchhandlungen gegeben hat. Würde man die anderen Autoren des Verlages nicht kennen, man müsste sich um die Zukunft des Verlages und deren Lektoren große Sorgen machen. Fazit: Nur wer eine Vorliebe für sehr einfache Formulierungen und übersinnlichen Hokuspokus hat, kann sich vielleicht mit diesem Roman anfreunden. Alle anderen wenden sich mit leichtem Grausen ab und greifen direkt zu Koontz und Co.

Ihre Meinung zu »Chandler McGrew: Totenstill«

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Kaozz zu »Chandler McGrew: Totenstill« 20.01.2011
Ich lese nicht gerne und auch nicht viel, aber dieses Buch war so spannend, dass ich immer weiter lesen wollte. Manchmal habe ich auch eine Gänsehaut bekommen. Wenn es eine verfilmung vom Buch geben würde, wäre es echt geil. Ich würde das Buch auf jedenfall weiter empfehlen. ABER ACHTUNG, dieses Buch ist nichts für schwache nerven!!
Jenny zu »Chandler McGrew: Totenstill« 06.06.2010
Mir hat das Buch zu 100% gefallen!! Man muss, um dieses Buch gut zu finden, schon auf Bücher, die Themen mit Übernatürlichem behandeln, stehen.

Es ist spannend, gänsehautbringend und wirklich ergreifend. Das Buch hat eine durchgehende Spannung, die nie abklingt. Wie gesagt, man muss schon auf Bücher mit einem Hang zum Übernatürlichen stehen. Es ist aber auch nicht zu abgedreht. Ein wirklich tolles Buch! Auch die Schreibweise des Autors ist gelungen. Die Hauptcharaktere werden genügend beschrieben, um sich mit ihnen zu identifizieren. ENDFAZIT: Ein Kauf lohnt sich!
Kom_Ombo zu »Chandler McGrew: Totenstill« 26.01.2010
Ich habe das Buch soben zu Ende gelesen und bin nicht einverstanden mit nur 35°. Geschmäcker sind ja Gott sei Dank verschieden!

Ich gebe dem Buch die volle Punktzahl, denn es ist von Anfang bis Ende so dermaßen spannend und man weiß erst zum Schluss wirklich, wie tief menschliche Abgründe sein können.

Absolut fantastisch und weiterzuempfehlen!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Laura Hepp zu »Chandler McGrew: Totenstill« 16.07.2008
Ich bin gerade mitten in dem Buch auf seite 300 oder soo .. !!
Ich finde es echt spannend und lasse das buch schon gar nicht mehr los ...
Es ist echt sehr gut !!!
Aber wiegesagt ist es nicht für jeden etwas.!!!
Franzi zu »Chandler McGrew: Totenstill« 13.03.2008
Hey leutzel, es ist schon etwas länger her wo ich das Buch gelesen hab, aber ich fand einfach nur geil ich wollt schon gar nicht mehr mit dem lesen aufhören ok es lässt einen zum schluss schon zweifeln ob es so übermenschliches gibt aber trotzdem voll genial
Heaven23 zu »Chandler McGrew: Totenstill« 21.01.2008
das buch kaufte ich mir auch, obeowhl ich das erste echt schlecht fand...
ich hoffte auf verbesserung, aber vergebens..dieses buch war verlorenes geld ! es war mit einem wort zu sagen MIST
bildet aber selber eine meinung,w ers mag ok..
Anna zu »Chandler McGrew: Totenstill« 11.01.2007
Das ist das beste buch, das ich je gelsen hab ih hab dafür genau 6 tage gebraucht und war nur am lesen! Es ist weiter zuemphälen!!
Dieses Buch hat von anfang an Spannung aufbebaut und war bis zum ende super Spannend
sarah zu »Chandler McGrew: Totenstill« 03.11.2006
hi!
ich bin gestern abend mit diesem buch fertig geworden!!
ich habe nur eine woche dafür gebraucht, da ich es kaum aus der hand legen konnte!
wer jedoch nichts von übersinnlichen dingen wie Gedankenübertragung, , Hypnosetherapie, Gedankenkontrolle, Parapsychologie, Telepathie und Fernwahrnehmung hält, der sollte sich es zweimal überlegen, ob er dieses buch wirklich lesen will!
mir jedoch hat es sehr gut gefallen!
lg
sarah
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Lisa zu »Chandler McGrew: Totenstill« 19.06.2006
Der Anfang war super... in der Mitte wurde es meiner Meinung nach langatmig, spannende Szenen kamen immer wieder vor! zum schluss hin wurde es wieder besser! lg
Cla zu »Chandler McGrew: Totenstill« 04.05.2006
Also prinzipietisch is das Buch nicht schlecht, die Zusammenhänge sind klar und es wird nicht groß drum herum geredet, das Ende kann man nicht auch nur annähernd erahnen. Es liest sich echt gut.

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