Der Mann, der die Frauen belog von Carol O´Connell

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1995 unter dem Titel The Man Who Lied to Women, deutsche Ausgabe erstmals 1997 bei Knaus.
Ort & Zeit der Handlung: USA / New York, 1990 - 2009.
Folge 2 der Mallory-Serie.

  • New York: G. P. Putnam’s Sons, 1995 unter dem Titel The Man Who Lied to Women. 278 Seiten.
  • London: Hutchinson, 1995. 382 Seiten.
  • München: Knaus, 1997. Übersetzt von Renate Orth-Guttmann. ISBN: 3813540111. 382 Seiten.
  • München: Goldmann, 1999. Übersetzt von Renate Orth-Guttmann. ISBN: 3-442-44275-3. 382 Seiten.
  • München: btb, 2011. Übersetzt von Renate Orth-Guttmann. ISBN: 978-3-442-75260-7. 319 Seiten.

'Der Mann, der die Frauen belog' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Ein neuer Fall für Kathleen Mallory, Computerspezialistin bei der New Yorker Polizei. Im Central Park wird eine junge Frau ermordet aufgefunden, die der Detektivin zum Verwechseln ähnlich sieht. Schon bald ist Mallory drei Verdächtigen auf der Spur, die eines gemeinsam haben: Sie nehmen es mit der Wahrheit nicht so genau …

Das meint Krimi-Couch.de:

Eine Frauenleiche wird im Park gefunden. Zunächst wird vermutet, dass es sich bei der Leiche um Sergeant Kathy Mallory handelt, doch es stellt sich heraus, dass die Tote ihr nur recht ähnlich sah und ein abgelegtes Jackett von ihr trug. Obwohl Mallory zur Zeit vom Dienst suspendiert ist, übernimmt sie die Ermittlungen. Sie zieht in das Apartmenthaus der Toten Amanda Bosch, Betreiberin eines Recherchebüros. Diese ließ ein Manuskript zurück, das biographische Züge trägt. Die letzten Worte in diesem Manuskript lauteten: »Du Lügner, Du Lügner, Du Lügner«. Darin wird ebenfalls eine »tanzende Katze« erwähnt, die tatsächlich existiert und sich Mallory anschließt, obwohl diese keinen Draht zu Tieren hat. Sie nimmt sie in ihre Obhut, da sie ein Schlüssel zur Lösung des Falles sein könnte.

Gleichzeitig gibt es einen neuen Klienten in der Firma, die Mallory gemeinsam mit Charles führt und die darauf spezialisiert ist, Aufgaben für Personen mit ungewöhnlichen Fähigkeiten zu finden. Charles selbst hat solche Fähigkeiten. So kann er mit seinem Datenbank-Gedächtnis z.B. einen Text wesentlich schneller erfassen als der Durchschnittsmensch. Der Vater des jungen Justin beauftragt Charles, da die zweite Stiefmutter von Justin ihn verdächtigt, dass er Gegenstände durch die Luft fliegen lässt. Sowohl die Mutter als auch die erste Stiefmutter von Justin starben unter ungewöhnlichen Umständen.

Charles soll Mallory auch helfen, den Mord an Amanda aufzuklären. Er will die Persönlichkeit der Toten als dreidimensionale Illusion in die Gegenwart projizieren, wie es ein sehr berühmter Zauberer (ein Freund seiner Familie) mit seiner Frau gemacht hat, die sehr jung sterben musste. Er verspricht sich von dieser Vorgehensweise ein besseres Verständnis der Persönlichkeit.

Bald stellt sich heraus, dass Amanda schwanger war und sich zunächst sehr auf das Kind gefreut hat. Doch durch irgendeinen Auslöser ließ sie das Kind abtreiben. Mallory stellt sich die Frage, ob der Mörder der Vater des Kindes war. Drei Männer im Haus sind ihre Verdächtigen und sie schafft es auf vortreffliche Weise, diese mittels der Computeranlage zu provozieren. Ein Beispiel gefällig? Sie zapft das Fax an, auf dem ein Kreditkartenantrag für einen der Verdächtigen ankommt, formuliert den Text in Anklagen um und sendet diesen an alle drei Verdächtigen.

Doch nun genug der Erzählung. Am Ende gibt es einen tollen Showdown, an dem auch die Katze nicht unbeteiligt ist.

Bemerkenswert ist neben der Haupthandlung die Geschichte Mallorys, die als Kind auf der Straße lebte und von einem Polizisten aufgenommen wurde. Dieser war zuletzt, bis er starb, Chef der örtlichen Behörde und bediente sich gerne ihrer speziellen Kenntnisse im Computerbereich. Keine Information ist vor ihr sicher, von der illegalen Beschaffung von Details macht sie häufig ohne Skrupel Gebrauch.

Besonders gut gefällt mir an diesem Krimi, dass die Heldin keine geradlinige Polizistin ist, die man sofort durchschauen kann. Die Geschichte profitiert von der ungewöhnlichen Vorgehensweise und der Einbeziehung von Charles mit seinem Hang zur Welt des Zauberns und des Übersinnlichen. Letzteres fließt beiläufig in die Geschichte ein und wird nicht so dargestellt, dass es den Eindruck erwecken würde, tatsächlich zu existieren. Der Leser kann sich selbst ein Bild machen. Mallory ist für mich auf jeden Fall eine sehr greifbare Person, die sehr detailliert von der Autorin charakterisiert wurde. Ob ich sie realistisch nennen würde, steht auf einem anderen Blatt, da ich nicht mit den Vorgängen bei der New Yorker Polizei vertraut bin.

Die Handlung ist etwas verzwickt dargestellt. Man kann nicht von einem konsequent durchgehaltenen Handlungsstrang sprechen, sondern man springt immer wieder hin und her. Das alleine wäre ja noch nicht erwähnenswert, aber die einzelnen Abschnitte werden nicht eingeleitet, sondern man wird in die Situation hineingeworfen. Am Anfang war ich ratlos, irgendwie sind die vielen Personen zunächst sehr verwirrend. Dies könnte aber auch daher kommen, dass ich diesen Krimi nicht in einem Zug gelesen habe, sondern jeden Tag nur ein Stückchen. So etwas kann nicht jedes Buch ertragen.

Doch für die äußerst ungewöhnliche Story, den unkonventionellen Rahmen der handelnden Personen sowie die bis zum Ende aufrecht erhaltene Spannung gibt es eine Leseempfehlung. Wer Krimis außerhalb des 0815-Musters mag, sollte diesen nicht verpassen.

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Leseratte zu »Carol O´Connell: Der Mann, der die Frauen belog« 11.01.2016
ich habe mich durch das Buch durchgequält.
Es ist anstrengend zu lesen, da die Geschichte nicht richtig aufgebaut wird sondern hin und her springt. ich habe es zu Ende gelesen, da ich hoffte, es würde besser werden, wurde es aber nicht und der Schluss ist enttäuschend und an den Haaren herbeigezogen
Die verschiedenen Handlungsebenen passten nicht zusammen, warum die Polizistin Mallory so verehrt wird, kann man nicht nachvollziehen, das wird sehr übertrieben geschildert auch die Hinweise auf ihre schlimme Kindheit . Sie ist Polizistin, hat aber 'Narrenfreiheit' und darf alles machen wie z.B. illegal abhören, Erpressung; das ist alles sehr unlogisch.
Zum Überfluss kommt noch ein übersinnlicher Handlungsstrang dazu.
Ich werde kein weiteres Buch dieser Autorin lesen
kianan zu »Carol O´Connell: Der Mann, der die Frauen belog« 23.10.2012
Es gibt eine Haupthandlung um den Mord an einer jungen Frau und einen Zweitstrang um den jungen Justin. Sie sind jedoch leider sehr verworren eingebettet in eine Endlosschleife über 1.) die kalten Katzenaugen und der charakterlichen Kälte von Mallory - begründet auf ihre Kindheit sowie 2.) dem "Kuschen" aller ihr gegenüber auftretenden Personen - teils aus Angst - teils aus bedingungsloser Liebe und Bewunderung. Trat dies in den bisherigen Büchern eher in den Hintergrund, sozusagen als Beiwerk, dominiert es hier dermaßen, daß man das Buch zur Seite legen möchte. Hinzu kommt, dass ebenso viel Platz der dreidimensionalen "Belebung" von toten Personen nebst anderen telekinesischen Erscheinungen gewidmet wurde und daher die eigentliche Geschichte vollkommen untergeht. Einzig symphatisch und nachvollziehbar war Kater "Knolle". Definitiv das schwächste Buch der Serie, das ich bisher gelesen habe und aus meiner Sicht sehr anstrengend zu lesen.
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