Der Reinfall von Carl Hiaasen

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2004 unter dem Titel Skinny Dip, deutsche Ausgabe erstmals 2006 bei Manhattan.

  • London: Bantam, 2004 unter dem Titel Skinny Dip. 480 Seiten.
  • New York: Alfred A. Knopf, 2004. 480 Seiten.
  • München: Manhattan, 2006. Übersetzt von Marie-Luise Bezzenberger. ISBN: 978-3-442-54613-8. 480 Seiten.
  • München: Goldmann, 2008. Übersetzt von Marie-Luise Bezzenberger. ISBN: 978-3-442-46037-3. 480 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: Random House Audio, 2006. Gesprochen von Jan Josef Josef Liefers. Gekürzte Hörbuchfassung. ISBN: 3866042116. 4 CDs.

'Der Reinfall' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Obwohl ihre Ehe mit Chaz bereits die eine oder andere Krise erlebt hat, würde die hübsche und reiche Joey Perrone sie nicht als unglücklich einstufen. Als Chaz sie jedoch während der Kreuzfahrt anlässlich ihres Hochzeitstages kurzerhand über Bord wirft, sieht sich Joey gezwungen, diese Einschätzung zu revidieren. Das Motiv für die Tat ist allerdings nicht finanzieller Natur, denn Joey hat ihr Geld längst in Sicherheit gebracht. Chaz glaubt vielmehr, dass seine bessere Hälfte etwas über seine krummen Deals mit Red Hammernut weiß, einem skrupellosen Tycoon, der die Everglades verseucht. Dummerweise war Joey früher Leistungsschwimmerin – ein biographisches Detail, das Chaz entgangen war – und kann sich über Wasser halten, bis sie von Mick Stranahan gerettet wird. Zusammen mit dem smarten Expolizisten startet Joey nun einen Rachefeldzug, der den naiven Chaz arg in Bedrängnis bringt …

Das meint Krimi-Couch.de: »Eine Kreuzfahrt, die ist lustig« 82°

Krimi-Rezension von Bernd Neumann

Der »Große Bruder jenseits des Teiches« ist nicht unbedingt Trendsetter in Sachen Umweltschutz. Die Verteilungen im Haushaltsbuget und immer wieder befremdliche Haltungen auf internationalen Klimakonferenzen vergangener Jahre belegten das nachhaltig. Der amerikanische Schriftsteller und angesehene Journalist (z.B. »Miami Herald«) Carl Hiaasen streut seit mittlerweile mehr als 15 Jahren immer wieder Salz in diese offene amerikanische Wunde mit der Absicht, die Menschen für den Umwelt- und Klimaschutz weiter zu sensibilisieren. Um möglichst viele Mitstreiter zu erreichen, ist sein literarisches Sprachrohr der Kriminalroman.

Das bisherige literarische Wirken von Hiaasen wurde mit der zweimaligen Verleihung des deutschen Krimipreises (1991:»Unter die Haut«; 1994:»Große Tiere«) gewürdigt. Gut so.

Sein neuestes Buch ist in Amerika unter dem Titel »Das Nacktbad« erschienen. Der Manhattan-Verlag packt mit der Übersetzung ins Deutsche noch herrlich einen drauf: in seiner schönsten Mehrdeutigkeit heißt es »Der Reinfall«.

Platinblond und Beine bis unter die Achselhöhle 

Der ursprüngliche Reinfall besteht darin, dass die bildhübsche, platinblonde Joey (natürlich mit langen Beinen bis knapp unter die Achselhöhle!) etwas zu blauäugig ein narzistisches Arschloch namens Chaz Perrone heiratet. Nach einigen unglücklichen Beziehungen erscheint ihr dieser Charles Regis Perrone wie der lang ersehnte Märchenprinz. Sie ist fasziniert von seiner scheinbar romantischen Ader und mehr noch von den mit seinen athletischen Liebesspielen erfüllten Nächten.

Da Joey leider nur über unzureichende Test- und Vergleichswerte innerhalb der Welt der Männer verfügt, gelingt es der Pfeife Chaz Perrone relativ simpel, sich zum Ehegatten des Rasseweibes zu buhlen. Diese Beziehung erweist sich dann aber recht schnell als floppiger Reinfall.

Der eigentliche Reinfall ist ein Reinschmiss 

Der eigentliche Reinfall ist jedoch mehr ein Reinschmiss, denn auf der Luxusliner-Reise anlässlich des zweiten Hochzeitstages wird die Ehefrau von ihrem göttlichen Gatten durch einen unverhofften, aber kräftigen, gezielten Griff an die Fußknöchel im hohen Bogen über die Reeling entsorgt. Kopfüber stürzt die völlig überraschte Joey kampflos in den kalten Ozean.

Für die mitternächtliche Aktion auf hoher See gibt es offensichtlich keine Zeugen. Der sichere Tod der Ehefrau durch vielfältige Varianten wie Ertrinken, Genickbruch, Schiffsschraube oder Haie sind das gewünschte Ziel des skrupellosen Chaz.

Ihrer vierjährigen Zugehörigkeit im College-Schwimmteam, einem Kopfsprung mit besten Haltungsnoten, dem kämpferischen Naturell, aber auch der Begegnung mit einem herrenlos dahin schwimmenden Mariuhanaballen sowie einer gehörigen Portion an Glück verdankt Joe Perrone das Überleben der Katastrophe.

Eine Ehefrau auf Motivsuche

Was sie in den Folgetagen quält, ist die drängende Frage: Was trieb ihren Mann zu dieser Wahnsinnstat? Das Millionenerbe ihrer (auf makaber-skurrile Art) verunfallten Eltern kann es jedenfalls nicht sein, denn darauf ist ihm der Zugriff verwehrt. So setzt sie sich in ihren Kopf, die Antwort unbedingt und schnellstmöglich herauszufinden.

Die Bedingungen dafür stehen günstig: Offiziell ist sie unauffindbar und die Rettungshubschrauber stellen die Suche ein. Und mit ihrem Retter Mick Stranahan, dem einsamen Inselbewohner und Aussteigerpolizisten, hat sie einen gewieften Partner zur Hilfe.

Nun nimmt der generalstabsmäßig geplante Rachefeldzug gegen den jämmerlichen Chaz seinen unaufhaltsam kuriosen, aber konsequent durchgezogenen Lauf. Literarisch unterhaltsam, sehr komisch und zugleich spannend dargestellt und nie langweilig trotz beachtlicher 474 Leseseiten.

Informativ und wütend – bissig

Was diesen Krimi so informativ und wütend, ja bissig macht, ist das Bewusstmachen auf Schlampereien an einem der herrlichsten Naturflecken Floridas, den Everglades.

Dieser Nationalpark ist tropisches Marschland, oft nur wenige Zentimeter tief, aber etwa siebenmal so groß wie Berlin. Die tiefste Stelle misst lediglich 2½ Meter. Das Terrain der Everglades als ehemals unverbrauchte Oase mit uriger Flora und Fauna mutiert mehr und mehr zu blubbernden Kloake. Ursache sind anliegende und mit phosphathaltigen Chemikalien völlig überzüchtete Obst- und Gemüseplantagen, deren Abwässer unfiltriert und illegal zugeleitet werden eine systematische Verseuchung verursachen.

Diese kriminellen Handlungen im Eigeninteresse maximaler Profite werden durch Bestechungsgelder und durch die Connection innerhalb der Entscheidungshierarchie von Politik und Wirtschaft abgesichert. Das schürt beim halbwegs umweltbewussten Leser Protest und Wut.

Lesenswert und unterhaltsam – eiun herrlicher Humor

Was diesen Krimi so lesenswert und unterhaltsam macht, ist sein herrlicher Humor, die kuriosen Spontansituationen und die großartige Zeichnung der handelnden Personen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können und – versprochen! – im Gedächtnis haften bleiben.

Red Hammernut ist der skrupellose Tycoon, Herrscher über zugewanderte und deshalb brutal ausnutzbare Billigarbeitskräfte und riesigen Gemüseplantagen. Für ihn zählt Profit als anzustrebende, möglichst große Schere zwischen minimalem Aufwand und optimalem Nutzen, egal wie und mit welchen Mitteln erzielt. Dafür hat er seine Lakaien.

Sehr viel Freude bereitet ihm lange Zeit sein treu ergebener Chefbiologe und Feuchtgebietexperte Chaz Perrone, »der so völlig frei von Idealismus ist und so unverfrorene Sympathien für die Bedürfnisse von Privatunternehmen hegte.«

Das Ende von Red Hammernut ist letztendlich gerechter- und erfrischen-derweise sehr bösartig und getragen von tiefer Mystik.

Der Traumschiff-Killer

Eine exotisch-schillernde Figur ist der sowohl als Traumschiff-Killer wie auch im bisherigen Leben schon so häufig versagende Chaz Perrone. Perrone hat die unangenehmen Angewohnheiten seiner Pubertät nicht ablegen können. Dazu gehören »Faulheit, sich mit affenähnlicher Hingabe einen runterzuholen« und »ein tief verwurzelter Mangel an Ambitionen und eine reflexartige Abneigung gegen jegliche Wahrhaftigkeit«.

Auch seine akademische Entwicklung war ein hoffnungsloses Fiasko:

»Chaz’ Masterplan scheiterte an seinen schlüpfrigen Bedürfnissen. Während des Vorstudiums verbrachte er mehr Zeit in Kondomen als in der Bibliothek; entsprechend mäanderte er mit einem nicht eben berauschenden Notendurchschnitt durchs College.«

Also denkt er sich etwas anderes aus, um reich zu werden. Er erschwindelt sich im Eilverfahren seinen Doktor für Feuchtgebietökologie und hat nun beste Voraussetzungen, um auf einfache, wenn auch reichlich kriminelle Art und Weise sehr schnell viel Geld durch Manipulation von Gutachten der Wasserqualität in den Everglades verdienen zu können.

Perrone hasst Tiere ebenso wie seinen Arbeitsplatz. Sein liebster Ort ist der Golfplatz, »Muschisuche« (S.222) seine bevorzugte Beschäftigung. Beim turbulenten Verlauf der Handlung folgt der reuelose Witwer dann immer mehr dem Pfad der Selbstdemontage. Erinnerungen an »Fargo« werden wach.

Unvergeßlich auch die Figur des vom Arbeitgeber Hummernut für Perrones Sicherheit abgestellten »Bodyguard« mit dem treffenden Namen Tool:

»Glänzend vor Schweiß, mit einer gigantischen, Unheil ausdünstenden Präsenz....«

Tool ist ein nicht unsympathischer Kampfbär, ganzkörperbehaart, drei Zentner verteilt auf zwei Meter. Tool sammelt Straßenkreuze von Verkehrsunfällen wie andere Briefmarken und schmückt damit seinen Garten. Zu schaffen machen ihm die Schmerzen einer nicht herausoperierten, schlecht platzierten Kugel. Sie bereitet ihm nicht nur das Sitzen zur Qual, sondern treibt in zum hemmungslosen Klauen von Morphiumpflaster aus Sterbehospizen und Altenheimen. Die Pflaster können ruhig schon gebraucht worden sein, Hauptsache, sie lindern vorübergehend sein körperliches Leiden.
Wie sich aus dieser Ausgangssituation die anrührende Freundschaft zur krebskranken Maureen (81!) entwickelt, ist vielleicht kitschig wie die berühmte Szene aus »King Kong«, aber passt haargenau in dieses pralle Buch.
(Nur nebenbei ein, ja mein Supersatz von Tool: »Is’ Ihr Freund, der wo das Problem ist.« Grandios übersetzt, Frau Beetzenberger!!).

Nicht zu vergessen Detective Karl Rolvaag, der gebürtige Norweger, geschieden von seiner Frau, dafür Besitzer zweier armdicker Pythons, die zum Leidwesen seiner Vermieterin natürlich seine Mitbewohner und von ihm andächtig verehrt werden:

»Wie so oft staunte Rolvaag über ihre geschmeidige Anmut. Sie waren die reinsten aller Jäger, verlockend, jedoch bar jeglicher Emotion; ein Stammhirn mit Schwanz.«

Welch eine versteckte Allegorie auf Chaz Perrone, lieber Carl Hiaasen?

Jedenfalls hat Rolvaag die Schnauze voll vom »pestilenzartigen Überfluß an üblen Subjekten im südlichen Florida«, dieser ständigen Hitze bei hoher Luftfeuchtigkeit und sehnt sich nach Minnesota zurück, um endlich wieder leibhaftigen Schnee auf der Haut spüren zu können. Rolvaag ist ein herrlicher Columbo-Typ (»Das verstehe ich nicht.« oder: »Ich fasse es nicht.«). Schusselig, dann plötzlich, schon im Weggehen und den Kopf ein wenig zur Seite neigend nochmals eine kleine Nachfrage. Zum Knuddeln, Peter Falck würde sich kringeln.

Straffes Hollywood, klasse gemacht! 

Ein völlig abgedrehtes Buch, das nicht schwächelt wegen fehlender blutrünstiger Details, sondern das gewinnt durch seine durchgeknallten Typen. Wer mal wieder richtig Lust auf Lachen hat, sollte zügig zugreifen. Straffes Hollywood, aber klasse gemacht! Bis hin zur passenden Einbandgestaltung (Design Team München, vgl. »Psychopath« u.v.a.). Roy Lichtenstein hätte seine wahre Freude!

Ihre Meinung zu »Carl Hiaasen: Der Reinfall«

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Martin zu »Carl Hiaasen: Der Reinfall« 07.12.2009
Ich habe den Krimi als Hörbuch aufgenommen. Gelesen von Jan Josef Lievers war dies ein sehr schönes "Schmankerl" für lange WInterabende. Martin. Die Handlung ist sehr schlüssig, humorvoll und spannend. Ich empfand es auch als sehr gut, dass ein Naturthema aufgegriffen worden ist und somit spielend auf den erforderliche Umweltschutz aufmerksam gemacht worden ist.
Auch die unterschiedlich und allesamt sympatischen Personen sind kurzweilig.
mase zu »Carl Hiaasen: Der Reinfall« 19.10.2009
Der Ehemann wirft während einer Kreuzfahrt seine Frau kaltblütig über Bord und meldet Sie als vermisst. Keine Leiche, kein Verbrechen. Denkt er. Doch die Ehefrau, ehemalige Leistungsschwimmerin kann sich, bis der Zufall in Form eines Expolizisten sie rettet, über Wasser halten. Die natürlich blendend aussehende Frau und der Ex-Cop versuchen gemeinsam heraus zu finden, warum ihr Mann sie ermorden wollte, denn scheinbar gibt es kein Motiv. Erst dann soll der treulose Ehemann der Gerechtigkeit zugeführt werden.

Umgehauen hat mich „Der Reinfall“ nicht. Durch die Meinungen anderer Leser habe ich mehr erwartet. Würde dieses Buch verfilmt werden, dann würde es wohl unter turbulenter Liebeskomödie laufen, anstatt unter Krimi bzw. Thriller. Das Geturtel und die ständigen Flirts zwischen dem Excop und der Schönen war zwar anfänglich locker und nett zu lesen und die Neckerei zwischen den beiden war anfänglich auch amüsant, aber mit der Zeit war mir das dann doch alles zu weichgespült. Da auch die Bettgeschichten des Ehemannes nicht zu kurz kommen, hatte „Der Reinfall“ den Charakter eines Dienstagabend Blockbusters auf Pro 7.

Nö, das ist mir zu seicht und der Humor ist mir auch zu plump und zu wenig hintergründig.
Hollareiduljo zu »Carl Hiaasen: Der Reinfall« 22.08.2009
Auch ich kann mich meinen VorrednerInnen nur anschließen. Ich hab selten so viel Spaß an einem Buch gehabt. Diese Story ist einfach genial - rasant, witzig, teilweise tatsächlich schon skurril-überdreht, mit einer Extraportion Humor vom tiefsten Schwarz. Intelligente Krimiunterhaltung braucht kein Blutgespritze, das wird spätestens mit diesem Buch klar. Ein wahrer Hochgenuss. Und wieder mal ist festzustellen (da gebe ich Bio-Fan zu 100% recht): Die Qualität eines ursprünglich fremdsprachigen Buches steht und fällt mit der Qualität der Übersetzung. "Der Reinfall" kratzt bei mir ganz heftig an der 100 Grad-Marke!
Susannah zu »Carl Hiaasen: Der Reinfall« 20.08.2009
Joey Perrone wird von ihrem Ehemann Chaz über Bord geworfen - auf der gemeinsamen Kreuzfahrt zum zweiten Hochzeitstag. Doch wie durch ein Wunder überlebt Joey - und ist nun getrieben vom Wunsch nach Eache. Und sie ist auf der Suche nach dem Warum - zusammen mit Mick Stranahan, der die junge Frau gerettet hat. Es beginnt ein Rachefeldzug, bei dem einen der vermeintliche Mörder Chaz fast leid tun könnte ...

Hervorragend! Habe "nur" die Hörbuchversion gehabt, aber dieses Werk werde ich mit Sicherheit auch mal selbst lesen. Auch wenn es wahrlich ein Genuss ist, sich von der dunklen, angenehmen Stimme von Jan Josef Liefers etwas erzählen zu lassen. Und wenn es dann nch eine so witzige, bahnbrechende und zynisch-schwarzhumorige Geschichte ist, ist der Spaß vorprogrammiert! Tolle Charaktere, eine herrliche Story zeichnen "Der Reinfall" aus und machen das Buch, egal ob vorgelesen oder selbst gelesen, zu einer absoluten Empfehlung. Bleibt nur die eine große Frage: wer hatte mehr Spaß an dem Buch? Ich beim Zuhören oder Jan Josef Liefers beim Einsprechen?!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Frank zu »Carl Hiaasen: Der Reinfall« 21.07.2009
Eine grandios erzählte Geschichte von der Rache einer Frau an ihrem Ehemann.
Nachdem die reiche und schöne Joey von ihrem Chaz bei passender Gelegenheit von einem Kreuzfahrtschiff geworfen wird, sie aber aufgrund verschiedener Umstände überlebt und schliesslich von einem eremitisch hausenden EX-Polizisten gerettet wird - hat sie nur eines im Sinn. Rache. Und nebenbei die Antwort auf die Frage nach dem "Warum".
Hiaasen beschert uns Charaktere von denen der eine skuriller als der andere ist (Tool hat schon fast die Voraussetzungen bei Lehane "besetzt" zu werden), liefert nebenher einige interessante Fakten über die Everglades bzw deren Verschmutzung,und beschert dem Leser ein aussergewöhnliches Lesevergnügen der besonderen Art.
Was dem "armen" Chaz im Laufe der Handlung so alles widerfährt nimmt teilweise so groteske Züge an, dass er einem (fast) schon wieder leider tun könnte.
Klasse Unterhaltung von der ersten Seite an.
90%
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
realsatiriker zu »Carl Hiaasen: Der Reinfall« 02.07.2009
Auch wenn ich mir vorher unter einer "Krimi Komödie" nicht wirklich etwas vorstellen konnte, muss ich konstatieren, dass Hiaasen ein absurdes, skuriles Meisterwerk abgeliefert hat.

Die Handlung ist geschickt aufgebaut, die Personen herrlich überzeichnet und der Schreibstil von Hiaasen unverwechselbar. Der Sarkasmus, wenn nicht gar Zynismus zwischen den Zeilen ist erfrischend und die immer wieder eingebaute Sozialkritik an der Überflussgesellschaft lässt einen schmunzeln.

Es war definitiv nicht mein letzter "Hiaasen", wobei ich feststellen muss, dass ich vom Ende fast ein wenig enttäuscht war. Da hätte ich noch einen größeren Knall erwartet. Deswegen gibt es auch "nur" eine

KC 95
tassieteufel zu »Carl Hiaasen: Der Reinfall« 24.04.2009
Joey Perrone wird während der Kreuzfahrt anläßlich ihres zweiten Hochzeitstages von ihrem Gatten über Bord geworfen, doch der fiese Mordversuch scheitert und Joey überlebt und sinnt nun auf Rache, Hilfe bekommt sie dabei von ihrem Retter dem Ex-Cop Mick Stranahan.
Was für eine abgedrehte Geschichte!Kam mir Joey anfangs etwas naiv vor so hatte sie doch bald alle Sympathien auf ihrer Seite als sie beschloß, nicht etwa zur Polizei zu gehen und den treulosen Gatten anzuzeigen, sondern einen Rachefeldzug zu starten. Das konnte ich richtig gut nachvollziehen und es war genau mein Ding! Doktor Chaz Perrone, wie der
Widerling immer gerne betont, entpuppt sich im Laufe des Buches als Kreatur, die evolutiosmäßig noch weit unter einer Küchenschabe steht und alles was ihm wiederfährt habe ich richtig genossen, weil es mehr als verdient war. Alles was der schwanzgesteuerte Widerling
unternimmt um sich rein zu waschen, kehrt sich gegen ihn, einfach herrlich!!
Carl Hiaasen ist es wieder gelungen eine verrückte Geschichte zu erzählen, voll von skurilen Charakteren (besonders verschroben Earl Edward O'Tool, der haarige Affenmann) und bizarren Ereignissen. Diverse Erzählstränge werden zum Ende hin zu einer gelungenen
Auflösung hin verbunden. Sehr schön waren auch wieder die Landschaftsbeschreibungen der Everglades, die für mich ein realistischer Gegenpol zu der verrückten Geschichte waren.

Fazit: Carl Hiaasen hat ein tolles Talent für bizarre Geschichten und skurile Figuren, mit
spitzer Feder kritisiert er die amerikanische Geschäftemacherei und den Lifestyle. Die
Geschichte an sich, ein Fast-Mord der mörderische Aktivitäten nach sich zieht, ist vielleicht kein Krimi im herkömmlichen Sinne, ist aber so humorvoll und unterhaltsam geschrieben, das es
für mich einfach Lesefreude pur war! 88° (sumpfblüten hat mir noch einen Tick besser gefallen)
4 von 4 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
koepper zu »Carl Hiaasen: Der Reinfall« 06.02.2009
Ein tolles Buch. Hiaasen hat Phantasie; das zeigt sich in dieser ungewöhnlichen Geschichte, die er erzählt, aber vor allem bei den Protagonisten, die er beschreibt. Da ist niemand ganz glatt und normal, jeder hat seine Eigenheiten, die Hiassen sehr schön darstellt. Der Reinfall ist kein Krimi der üblichen Art. Es ist die Geschichte einer Rache und diese Geschichte ist spannend. Das Buch brachte mich zu Lachen, Hiaasen hat gute Ideen und schildert irrwitzige Szenen, mit einem skurillen Humor.
Es hat wirklich Spass gemacht das Buch zu lesen. Es ist alles andere als ein Reinfall, sondern gute unterhaltsame Literatur.
Jesssie zu »Carl Hiaasen: Der Reinfall« 01.12.2008
Kann mich den Vorschreibern nur anschließen :-D

Sehr humorvolles Buch!
Charmant, unterhaltsam, weniger Krimi - ich würde eher sagen "schwarze Komödie". Im Vordergrund stehen auf jeden Fall die skurilen Charaktere!

Die Atmosphäre des heißen Florida und der Everglades kommt sehr gut rüber.

Hiaasen baut immer wieder ein paar witzige Wendungen ein, so dass es nie langweilig wird.

Und natürlich kommt das Thema Umwelt-Verschmutzung / Politik / Korruption auch wieder vor. Das macht das Buch umso interessanter.

Schade nur, dass es so schnell durchgelesen war.
ode zu »Carl Hiaasen: Der Reinfall« 04.09.2008
Ich habe mir bloß die Hörversion gekauft und angehört. Absolut brilliant, auch der Vortrag von Herrn Liefers! Schade, dass das Buch zum Ende hin etwas schwächer wird. Das Ende ist geradezu enttäuschend. Aber was will man machen? Mit Humor kriegt man keinen Krimi ordentlich zu Ende, da braucht man etwas mehr als das hier...

Trotzdem insgesamt ein tolles Buch, das ich sehr gerne gehört hab und mir sicherlich ein paar lange Nächte bereitet hätte! So hat es mir den Weg zur Arbeit versüßt...

ode.

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