Die Totgesagten von Camilla Läckberg

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2006 unter dem Titel Olycksfågeln, deutsche Ausgabe erstmals 2009 bei List.
Folge 4 der Erica-Falck-und-Patrik-Hedström-Serie.

  • Stockholm: Forum, 2006 unter dem Titel Olycksfågeln. 413 Seiten.
  • Berlin: List, 2009. Übersetzt von Katrin Frey. ISBN: 978-3-471-35012-6. 413 Seiten.
  • Berlin: List, 2010. Übersetzt von Katrin Frey. ISBN: 978-3-548-60961-4. 413 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2009. Gesprochen von Inga Busch. ISBN: 3899036115. 4 CDs.

'Die Totgesagten' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Die Hochzeitsvorbereitungen von Erica Falck und Patrik Hedström werden von einer Mordserie überschattet. Die einzige Fährte: Neben den brutal zugerichteten Frauen findet sich eine Seite aus dem Märchen »Hänsel und Gretel«.

Das meint Krimi-Couch.de: »Läckberg meets `The Grimm-Brothers`« 84°

Krimi-Rezension von Bernd Neumann

Mittlerweile ist die Seiteneinsteigerin Camilla Läckberg eine anerkannte Größe in der wegen ihres guten internationalen Rufs hart umkämpften schwedischen Krimi-Landschaft. Zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen bestärken sie in ihrem Können. Alle bisherigen ins Deutsche übersetzten Läckberg-Krimis sind (von unterschiedlichen Rezensenten) durchweg Treffer, und auch Die Totgesagten reiht sich in diese Rubrik ein.

»Er erinnerte sich vor allem an ihr Parfüm, das immer im Badezimmer gestanden hatte. Der lilafarbene Flakon mit dem schweren süßlichen Duft. Als Erwachsener hatte er ihn nach langem Suchen in einer Parfümerie wiederentdeckt. Er musste lächeln, als er sah, wie das Parfüm hieß: «Poison»:
Sie hatte den Duft immer zuerst auf ihre Handgelenke gesprüht und dann auf dem Hals verrieben. Wenn sie einen Rock trug, auch auf den Knöcheln.
Es hatte so schön ausgesehen. Wie sich ihre mageren und zerbrechlichen Handgelenke anmutig aneinanderrieben. Rings um sie breitete sich der Duft aus. Immer sehnte er sich nach dem Moment, in dem der Parfümhauch ganz zu ihm drang. Dem Augenblick, in dem sie sich vorbeugte und ihn küsste. Immer auf den Mund. Immer so zart, dass er nicht wusste, ob der Kuss wirklich gewesen war oder er ihn nur geträumt hatte.
«Kümmer dich um deine Schwester», sagte sie jedes Mal, bevor sie fast schwebend das Haus verließ.
Hinterher wusste er nie, ob er laut geantwortet oder nur genickt hatte.«

Dieser kurze, kursiv gedruckte Einsteiger-Monolog verleitet zu unterschiedlichsten Spekulationen und Deutungen, schürt eine spannungsgeladene Erwartungshaltung. Ein melancholischer und zugleich bedrohlicher Prolog, der das halbe Eintrittsgeld schon wert ist.

Polizist Patrik Hedström und Schriftstellerin Erica Falck sind gemeinsam mit ihrer Tochter ein gut funktionierendes, verlässliches Familienteam geworden und planen deshalb freudig an den Vorbereitungen zu ihrer Hochzeit. Da wird Hedström zu einem Autounfall beordert, der simple Routine zu sein scheint: Totalschaden mit Todesfolge unter Alkoholeinfluss. Aber die Angehörigen behaupten felsenfest, dass die verunglückte Marit Kaspersen ohne einen Tropfen Alkohol gelebt hat. Bald deutet die weitere Untersuchung darauf hin, dass es kein Unfall, sondern Mord gewesen sein könnte. Recherchen in den Polizeiarchiven ergeben dann auffällige Ähnlichkeiten mit alten Fällen, teilweise schon bei den ungelösten Akten abgelegt.

Das Vergleichbare daran ist, dass alle Opfer Antialkoholiker und im Lippenbereich eigenartig verletzt waren. Und das Seltsamste: Allen war eine herausgerissene Seite aus dem Grimmschen Märchen Hänsel und Gretel zugeschanzt worden, und alle Buchseiten stammen aus ein und derselben Ausgabe!

Das lässt auf einen Serienmörder schließen, der völlig planlos weiter morden wird. Für Patrik Hedström und sein Team ist Eile geboten, bevor die Medien sie mit Mutmaßungen und Häme unter Druck setzen.

»Heute Abend machen wir gutes Fernsehen«

Erschwert wird die Ermittlung der alkoholisierten Mordopfer am Steuer ihrer Fahrzeuge durch einen weiteren Todesfall im nahe gelegenen Tanum. Lillemore Persson ist Mitglied im Kandidatenteam von Akteuren der TV Reality-Soap Raus aus Tanum und ausgerechnet das Quotenmädchen, jetzt tot in einer Mülltonne. Die Fernsehshow, vergleichbar mit Big Brother, also Überwachung rund um die Uhr im Sinne von Orson Wells Klassiker 1984, ist die große Attraktion im bisher nie im Rampenlicht gestandenen Tanum. Die Einschaltquoten (und der Todesfall!) stärken den Produzenten zum Weitermachen, der Bürgermeister unterstützt das Vorhaben vehement, um seinen kleinen Ort für die Zukunft für touristisch attraktiv und letztendlich umsatzträchtig zu präsentieren.

Der Ermittlungs- und Erfolgsdruck auf das kleine Team um Patrik Hedström, simultan an beiden Fronten im Einsatz, steigt enorm, denn nun schaut die schwedische Fernsehnation der weiteren Entwicklung und Aufklärung der Todesfälle fieberhaft und – aufgeheizt durch die Medien – sensationslüstern zu.

Hedström muss seinen Part der Hochzeitsvorbereitungen gänzlich an seine Familie delegieren und arbeitet nun fieberhaft und ununterbrochen, ohne Anfangs wesentliche Fortschritte aufweisen zu können. Zum Glück erhält er polizeiliche Verstärkung durch Hanna Kruse, eine sympathische und ehrgeizige Polizistin, die sich mit ihrer Kompetenz als sehr nützlich erweist. Hanna soll für ihren weiteren Weg empor der Karriereleiter praktische Erfahrungen im Polizeidienst sammeln. Da kommt Tanum gerade recht. Auch wenn es anfangs ganz offensichtlich keinen Zusammenhang zwischen diesen beiden aktuellen Todesfällen gibt, stößt Hedström mit seinem Team immer mehr auf Verdachtsmomente, deren Endlösung dann für das ganze Ermittlerteam einen tiefen Schock bedeutet. Und für den Leser.

Der Kriminalroman Die Totgesagten bezieht seine ständige, auf hohem Niveau gehaltene Spannung nicht aus blutigem Thrill, sondern wie in den früheren Läckbergs aus vielen Handlungssträngen, die anfangs förmlich zusammenhangslos nebenher laufen. Camilla Läckberg versteht es hervorragend, diese immer enger miteinander zu verknüpfen und uns als Leser dennoch lange im Ungewissen zu lassen.

Besonderen Reiz haben diese kursiv gedruckten Erinnerungen eines unbekannten Jungen, wie oben schon zitiert. Hier erwähnt ein Kind Tagebuch ähnlich anrührende und sehr persönliche Erinnerungsfetzen, deren Zusammenhang nur Camilla Läckberg kennt und den sie uns scheibchenweise offenbart, ohne zuviel zu verraten. Zum spannenden Countdown werden uns dann die Hintergründe der Tat logisch und nachvollziehbar präsentiert.

Nicht unter den Krimiteppich gekehrt werden darf der sozialkritische, gnadenlose Blick hinter die Kulissen der Kamera überwachten Reality-TV-Show. Wie die Charaktere, Marotten, gespielten Selbstsicherheiten und verheimlichten Schwächen dieser sechs Teilnehmer mit einschlägiger Erfahrung aus früheren Shows sich offenbaren, ist schon grotesk, ja bemitleidenswert. Dieser Kampf (und das im wahrsten Sinne des Wortes!) um einen VIP-Status innerhalb der schwedischen Öffentlichkeitswahrnehmung ist psychologisch nachvollziehbar geschildert und fein aufgeschrieben. Hier wagt sich Läckberg an eine heilige Kuh, und wie sie es macht (Personenbeschreibungen, Gefühle, Vergangenheits- und Zukunftsängste), ist schon eines schönes Stück TV-Zeitgeschichte.

Nach der kirchlichen Trauung (soviel sei verraten!) von Patrick Hedström darf der Läckberg-Fan gespannt sein, welche neuen Ereignisse uns aus Fjällbacka, Tanum und Umgebung (oder vielleicht auch aus der frisch gebackenen Familie Hedström?) schlaflose Lesenächte bereiten werden.

Bernd Neumann, Juli 2009

Ihre Meinung zu »Camilla Läckberg: Die Totgesagten«

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Sam zu »Camilla Läckberg: Die Totgesagten« 28.01.2012
Ob es an der Übersetzung liegt?. Ein eigentlich recht spannender Fall wird durch einen simplen Schreibstil beim lesen zur Qual. Ich habe selten ein so anspruchslos formuliertes Buch gelesen. Einfache, teilweise auch noch unglaubwürdige Dieloge in der Qualität eines Groschen-romans.
Die Schlussfolgerungen, die letztlich zur Lösung des Falls führen, kommen aus dem Nichts und waren für mich aufgrund des Handlungsablaufs nicht nachzuvollziehen.
Köhler zu »Camilla Läckberg: Die Totgesagten« 02.09.2011
Ich habe vorher "Die Therapeutin" gelesen. Auch ein schwedischer Krimi. Der hat mich nicht mehr losgelassen. Er beinhaltet die gleichen Elemente. Verschiedene Handlungsstränge und zwischendurch kursiv gedruckte Passagen aus der Sicht des Täters. Nun frage ich mich, wer von wem abgeschrieben hat.
"Die Totgesagten" finde ich nicht gelungen. Die Handlung zieht sich hin und es passiert wenig. Der Leser erhält wenig Information. Die Passagen über die Jugendlichen, die von einer Reality-TV Show zur nächsten tingeln, sind sehr langweilig und meines Erachtens auch nicht typisch schwedische Literaturelemente. Alles in allem sehr unspannend und nicht empfehlenswert.
mopedchen1970 zu »Camilla Läckberg: Die Totgesagten« 20.12.2010
"Die Totgesagten" ist ein gut geschriebener, spannender Krimi und hat mich mehr überzeugt als "Die Eisprinzessin schläft" (wobei auch dieses Buch wirklich lesenswert war). Im Vergleich zu anderen Schweden sind Läckbergs Geschichten nicht so traurig, tiefschwarz und depressiv. Die Verbrechen sind grausam, aber die Grundtimmung der Bücher ist etwas gelöster als z.B. bei Mankell, Martensson, Edwardsson.
Allerdings gibt es an der deutschen Ausgabe einige formale Schludrigkeiten. Mehrfach steht da "(er/sie) wendete sich ab". Die korrekte Vergangeheitsform von "sich abwenden" ist "(er/sie) wandte sich ab." Das ist nicht so schlimm, aber es stört halt, und da hat das Lektorat dann eben auch nicht aufgepasst. Und ein weiterer Schnitzer: An einer Stelle wird einmal einer Person ein falscher Name ("Hanna" statt "Hedda") zugeschrieben, und das zu einem Zeitpunkt, als dieser am Ende relevante Plot Twist noch nicht vollständig aufgedeckt ist. Auch das wohl eine Schlamperei beim Lektorat oder beim Setzer...
anyways zu »Camilla Läckberg: Die Totgesagten« 10.08.2010
Das schwedische Städtchen Tanum steht Kopf, soll hier doch die neue Realityshow „Raus aus Tanum“ gedreht werden. Sechs, sozial recht auffällige Jugendliche mischen sich unters Volk und werden auf Schritt und Tritt gefilmt.

Mitten aus den Hochzeitsplanungen wird Kommissar Patrik Hedström gerissen, als ein merkwürdiger Verkehrsunfall sich unweit von Tanum ereignet, die Fahrerin kam dabei zu Tode. Ihre Leiche weist merkwürdige Verletzungen im Mundbereich sowie ein erheblichen Alkoholgehalt auf. Außerdem hält die Tote eine Buchseite des Märchens „Hänsel und Gretel“ in der Hand. Das Team um Patrik sowie seine neue Kollegin Hannah gehen nach den Ergebnissen der kriminaltechnischen Untersuchung von Mord aus, leider fehlt ihnen jegliche Spur zum Täter. Kurze Zeit später wird eine Darstellerin der Realityshow tot in einem Müllkontainer aufgefunden, deshalb gerät die Mordermittlung der Autofahrerin leicht in Vergessenheit. Das ändert sich als die Tochter der Ermordeten unbewusst den entscheidenden Hinweis liefert. Es gab mehrere ähnlich mysteriöse Autounfälle. Ist dies die Tat eines Serienmörders?





Camilla Läckberg gewährt uns tiefe Einblicke in die abscheulichen Abgründe menschlicher Existenzen. Sie baut in die Spannende Mordermittlung gekonnt die Lebensumstände aller Beteiligten ein. So kann man, auch wenn man noch kein Buch der Autorin gelesen hat, sich leicht orientieren.

Sympathische Ermittler treffen auf Kleinstadtmief, gnadenlose Selbstvermarktung und krankhaft brutale Täter.
Sanna zu »Camilla Läckberg: Die Totgesagten« 27.04.2010
Meiner Meinung nach das bisher schwächte Buch von ihr.
Irgendwie wurde der gesamte Fall durch Intuition, innere Gefühle und Ahnungen aufgeklärt.
Es sind so viele Personen in dem Buch,das eine tiefe Auseinandersetzung mit den Charakteren nicht möglich ist und ich am Anfang immer wieder blättern musste, um mich zu erinnern.
Außerdem hat mich gestört, dass Camilla Läckberg immer wenn dem Team ein Durchbruch gelungen ist, die HAndlung unterbrochen hat. Also sie hatmit einer anderen Person und einem anderen Handlungsstrang weitergemacht. So ein profanes und einfaches Mittel hat Camilla Läkberg nicht nötig.
DianeW zu »Camilla Läckberg: Die Totgesagten« 06.04.2010
Erika und Patrick sind mir seit ihrem ersten Fall ans Herz gewachsen. Es macht Spaß mitzuerleben wie sie ihr Alltag meistern, mit allen Glück und Problemen wie es jeder von uns haben kann.
Die Mordserie in diesem Buch ist auch wieder sehr spannend und überraschend bis zum Schluß. Die vielfältigen Charaktere und die interessante Verbundenheit zwischen den einzelnen Fällen, sowie die langsame jedoch spannende Auflösung des Knoten, verführen dazu das Buch so selten wie möglich aus der Hand zu legen. Es ist auch aus meiner Sicht bisher das Beste Buch dieser Serie.
Rinquinquin zu »Camilla Läckberg: Die Totgesagten« 20.02.2010
Dies ist für mich das bisher beste Buch von Camilla Läckberg aus dieser Erika Falck-Patrick-Hedström-Reihe. So viele Fäden werden gleichzeitig gesponnen: vom familiären Bereich Erikas und ihrer Schwester, die berufliche Angespanntheit und gleichzeitige Verbissenheit Patricks, das Geschehen insgesamt auf der Polizeistation und durch die Erzählung der Realityshow. Da sind die Hochzeitsvorbereitungen nur noch Beiwerk, das der Entspannung dient. Sehr gut werden die einzelnen Personen charakterisiert und beschrieben. Wenn man manchmal auch meint, jetzt schon zu wissen, wer der oder die Täter sind, schon wird man wieder unschlüssig.
Auch ich freue mich schon auf eine Fortsetzung.
Nati zu »Camilla Läckberg: Die Totgesagten« 28.10.2009
Macht neugierig auf mehr
Patrik Hedström hat gerade einen Einsatz zu einem Verkehrsunfall erhalten, als seine neue Kollegin Hanna Kruse in der Polizeistation eintrifft. Ohne sich bisher kennengelernt zu haben, fahren beide zusammen an den Unfallort. Augenscheinlich handelt es sich um einen durch Trunkenheit am Steuer verursachten Verkehrsunfall, bei dem die Fahrerin Marit, Besitzerin eines Krämerladens in Tanum, ums Leben kommt. Handelt es sich um einen normalen Unfall? Irgendetwas irritiert Patrik daran.
Gleichzeitig findet in dem kleinen Ort Tanum eine Reality-Show ähnlich wie Big-Brother unter dem Namen „Raus aus Tanum“ statt. Alle Kandidaten sind auf die eine oder andere Weise gescheiterte Existenzen und wollen vor laufender Kamera ihr Glück versuchen. Einige Tage nach Beginn der Show findet man eine Teilnehmerin ermordet in einer Mülltonne. Der öffentliche Druck auf Patrik Hedström und sein Team ist sehr groß, sie stürzen sich in die Arbeit, um den Mord an der Kandidatin aufzuklären, so dass sie die Ermittlungen im Fall Marit schleifen lassen. Doch sie kommen nicht weiter. Von seinem Gewissen geplagt, wendet sich Patrik wieder dem Fall Marit zu und entdeckt, dass es in Schweden mehrere unaufgeklärte Fälle gibt, bei denen man Buchseiten aus dem Märchen „Hänsel und Gretel“ gefunden hatte.
Während Patrik Hedström und sein Team mit den Nachforschungen rund um die Uhr beschäftigt sind, muss sich seine Lebenspartnerin Erica, allein mit ihrer Schwester Anna, um die Hochzeitsvorbereitungen kümmern.
Camilla Läckberg beginnt wieder mit vielen unterschiedlichen Handlungssträngen, die zu Anfang etwas verwirrend wirkten. Doch schnell habe ich mit hineingelesen, da der Erzählstil angenehm und flüssig war. Die Charaktere wirkten echt und nicht überzeichnet. Die meisten Kapitel endeten mit versteckten Andeutungen, dass man unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Mit schriftstellerischem Können führte mich Camilla Läckberg im Laufe der Geschichte immer wieder auf falsche Fährten. Am Ende wurden die Handlungsstränge hervorragend miteinander verbunden. Ein rundherum guter Krimi, ohne blutreißerischen Details, er hebt sich ab von den sonst oft düsteren skandinavischen Krimis. Durch die Weiterentwicklung der wiederkehrenden Personen aus den vorherigen Büchern freue ich mich schon auf den nächsten Roman von Camilla Läckberg.
charlotte_30 zu »Camilla Läckberg: Die Totgesagten« 29.09.2009
Camilla Läckbergs neues Buch erscheint auf den ersten Blick als Roman mit kriminalistischen Hintergrund. Das Feingefühl für die poetische Darstellung von Verbrechen zeichnet den Roman aus. Er ist atypisch für skandinavische Krimis, in denen sonst schonungslos von Gewalt gesprochen wird.

Im ersten Drittel des Romans werden die handelnden Personen in den Vordergrund gestellt, dadurch wird der Roman authentisch. Die Morde, welche ebenfalls am Anfang passieren, werden handlungstechnisch vernachlässigt. Die Figuren sind der Autorin wichtiger, denn sie sind die eigentliche Handlung. Dass die Namen dieser Personen den Leser leicht irritieren können, kann als kleines Manko des Romans erwähnt werden, hat man sich jedoch einmal mit der russischen Literatur beschäftigt, sind die Namen bei Läckberg ein Kinderspiel.

Die Ermittlungen erweisen sich als roter Faden ab dem zweiten Drittel des Romans. Die bis dahin offenen Plots werden durch sie zusammengeführt und der Spannungsbogen wird bis zum Schluss gehalten. Die Ursache für die Morde ist Alkohol. Die Gegenüberstellung der Tatmotive und der Reality Show kann als Gesellschaftskritik gewertet werden. Die Täter sind zugleich Opfer, dies führt vielleicht zum Titel des Romans.

Camilla Läckberg hat einen Kriminalroman geschrieben, den es sich lohnt zu lesen.
stjerneskud zu »Camilla Läckberg: Die Totgesagten« 23.08.2009
Der Unglücksrabe und seine traumatische Kindheit

Im ruhigen und ansonsten beschaulichen Tanum geht es mit einem Mal hoch her, als die Teilnehmer der Reality Show „Raus aus Tanum“ in den Ort einziehen und eine Teilnehmerin wenig später ermordet aufgefunden wird. Als ob die Medien dadurch nicht schon genug Druck auf das Team um Patrick Hedström ausüben würden, müssen sie gleichzeitig in mehreren anderen Mordfällen ermitteln, als sich herausstellt, dass hinter einem Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang mehr steckt, als es zunächst den Anschein hatte.

Es war der erste Krimi, den ich von Camilla Läckberg gelesen habe, aber es wird nicht der letzte sein. Alles in allem ist er rund geschrieben und bis auf ein paar Kleinigkeiten hat er mir sehr gut gefallen. Die Geschichte hat einen in ihren Klauen und man muß einfach weiterlesen, weil immer dann wenn es spannend wird man zu einer anderen Person/Thema weitergereicht wird und man unbedingt erfahren will wie es weitergeht. Schließlich will man das Buch nicht vorher aus den Händen legen bis man das Ende erreicht hat. Andererseits nervte es manchmal, dass man nicht sofort erfuhr, wie es weitergeht und war der Versuchung nahe weiterzublättern, wenn man bloß die dazugehörige Stelle gefunden hätte. Anfangs war es sehr ungewohnt und gewöhnungsbedürftig, dass nach einem Absatz die Geschichte bei einer ganz anderen Person weitergeht und man sich ganz neu einlesen mußte. Manchmal fehlten die Absätze auch vollends. Schließlich wusste ich womit ich es zu tun habe und konnte mich besser darauf einstellen, aber nichtsdestotrotz wäre es hilfreicher, wenn ein bis zwei Leerzeilen mehr eingefügt worden wären, bzw. ein Sternchen die einzelnen Absätze trennen würde (ein einziges habe ich gefunden). Mit den kursiv gesetzten Texten konnte ich auch nicht übermäßig viel anfangen. Ich lese es lieber, wenn sie in die eigentliche Geschichte miteingebunden sind und während der Ermittlungsarbeit ans Licht kommen.

Schade nur, dass ich den Krimi erst jetzt gelesen habe, denn dann hätte ich mir im Urlaub den nachfolgenden Band besorgen können und müsste nicht noch wer weiß wie lange warten, bis er auf dem deutschen Markt erscheint.

Auf jeden Fall ist „Der Unglücksrabe“ lesenswert und ich kann ihn weiterempfehlen, nur ist es eine Geschichte, die bei mir schnell in Vergessenheit geraten wird.

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