Die Schneelöwin von Camilla Läckberg

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2014 unter dem Titel Lejontämjaren, deutsche Ausgabe erstmals 2016 bei List.
Folge 9 der Erica-Falck-und-Patrik-Hedström-Serie.

  • Stockholm: Forum, 2014 unter dem Titel Lejontämjaren. 448 Seiten.
  • Berlin: Ullstein, 2016. Übersetzt von Katrin Frey. ISBN: 978-3-548-28868-0. 448 Seiten.
  • Berlin: List, 2016. Übersetzt von Katrin Frey. ISBN: 978-3-471-35106-2. 448 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: HörbuchHamburg, 2016. Gesprochen von Hannah Walther Nina Petri, Vanida Karun, Gesa Geue. gekürzte Ausgabe. ISBN: 3869092041. 448 CDs.

'Die Schneelöwin' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

Ein junges Mädchen läuft schwerverletzt auf die Landstraße. Sie wird von einem Auto erfasst und stirbt wenig später im Krankenhaus. Ihr Körper zeigt Zeichen schwerster Misshandlungen. Weitere Mädchen werden vermisst. Auf der Suche nach dem Täter bittet Kommissar Patrik Hedström seine Frau, Schriftstellerin Erica Falck, um Hilfe. Für ihr nächstes Buch interviewt sie im Gefängnis regelmäßig eine Frau, die 1975 ihren Mann tötete, einen ehemaligen Löwenbändiger, der mit einem Zirkus nach Fjällbacka gekommen war. Ihr Mordmotiv: Er hatte die gemeinsame, ungewöhnlich wilde Tochter im Keller angekettet, weil er ihrer nicht Herr wurde. Patrik erhofft sich Hinweise auf die Psyche von Menschen, die in der Lage sind, Kindern so etwas anzutun. Doch je länger Erica mit der Verurteilten spricht, um so deutlicher wird, dass die Dinge damals anders gewesen sein müssen. Erica verfolgt der Gedanke, bei ihr irgendetwas übersehen zu haben.

Das meint Krimi-Couch.de: »Packender, aber teils überfrachteter Thriller« 75°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Erica Falck arbeitet als Schriftstellerin und möchte ein Buch über einen spektakulären Mordfall schreiben. 1975 wurde Laila Kowalska verhaftet, nachdem diese ihren Mann Vladek ermordete. Vladek hatte zuvor die gemeinsame Tochter Louise immer wieder im Kellerraum angekettet. Laila stimmt Gesprächen in der Haftanstalt zwar zu, doch will sie sich (zunächst) nicht zu den damaligen Ereignissen äußern. Erst langsam erkennt Erica, dass die Dinge sich damals womöglich ganz anders ereigneten.

Währenddessen hat Kommissar Patrik Hedström ein weitaus größeres Problem zu lösen. Vor vier Monaten verschwand die fünfzehnjährige Victoria Hallweg. Nun taucht sie, schwer gefoltert und misshandelt, wieder auf. Ihr gelang offenbar die Flucht vor ihrem Entführer, doch diese führte sie auf eine Landstraße, wo sie angefahren wird. Wenig später erliegt sie ihren Verletzungen im Krankenhaus. Die Zeit drängt, denn bereits zuvor verschwanden vier weitere Mädchen von denen bislang jede Spur fehlt.

Nicht zum ersten Mal mischt sich Erica in die Ermittlungen ihres Mannes Patrik ein, wobei sie selber in Gefahr gerät.

Gewalt, Liebe und viele (private) Probleme

Der bereits neunte Fall aus der Fjallbäcka-Reihe mit dem Duo Falck/Hedström ist, zumindest für Neueinsteiger in die äußerst erfolgreiche Serie, ein hartes Stück Arbeit. Zahlreiche Personen, deren Partner und Familien, werden ausführlich vorgestellt. Allein die ganzen Namen zu behalten und die Beziehungen der Figuren untereinander zu verstehen ist (anfangs) recht anstrengend. Die Handlung spielt in mehreren Erzählsträngen, zudem gibt es Rückblicke bis zu jenem Mord an Vladek im Jahr 1975. Wie in der Serie üblich, nimmt neben dem Krimiplot insbesondere das Privatleben der vielen Personen einen recht ordentlichen Teil des Romans ein, wenngleich dieser verständlicherweise nicht immer zur Lösung des Falles beiträgt. Auch so kann man die Buchseiten umfangreich füllen, gleichwohl, den Fans der Serie wird es einmal mehr gefallen.

»Es könnte aber auch ein reiner Lustmörder gewesen sein, also ein Psychopath, der zu seinem Vergnügen mordet. Das verschafft ihm sexuelle Befriedigung. Victorias Obduktion ergab, dass es keine sexuellen Übergriffe gab, aber hinter diesen Fällen stehen trotzdem oft sexuelle Motive. Inwiefern genau, lässt sich in diesem Fall noch nicht sagen.«
»Wissen Sie, das laut einigen Studien ein halbes Prozent der bevölkerung als psychopathisch bezeichnet werden kann?«
»Ja. Das habe ich neulich in der GQ gelesen. Da ging es um Chefs.«

Von einigen Längen abgesehen, schreibt Camilla Läckberg durchaus packend und setzt am Ende der meist kurzen Abschnitte oftmals glänzende Cliffhänger. Erstaunlich gelingt es ihr, an manchen Stellen die Gewalttaten derart drastisch darzustellen, dass sie einem Horrorroman entstammen könnten. Andererseits schrammt sie gerade bei den diversen Beziehungsproblemen oder privaten Freuden nicht selten haarscharf am Niveau eines Liebesromans vorbei. Herz und Schmerz, was will man (Frau) mehr? Es ist zu viel Elend hier, zu viel Freude dort, überhaupt von allem zu viel. Die Schneelöwin ist empathisch überfrachtet, wenngleich der Kontrast zwischen Gewalt und Liebe durchaus interessant ist. Insbesondere auf den letzten Seiten schlägt die Autorin die eine oder andere Volte zu viel. Die Auflösung und hier vor allem die Erklärungen wie alles zusammen hängen soll, sind nicht nur arg konstruiert, sondern auch »ein bisschen« unglaubwürdig.

Wer sich nicht scheut, mehrere Erzählstränge und geschätzte zwanzig Personen in ihrem Leben und Handeln zu begleiten, zudem bereit ist am Ende ein großes Auge zuzudrücken, der erlebt in Die Schneelöwin einen teils brutalen, aber trotz allem stets packenden Thriller.

Jörg Kijanski, Oktober 2016

Ihre Meinung zu »Camilla Läckberg: Die Schneelöwin«

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Ann-Kathrin Beichel zu »Camilla Läckberg: Die Schneelöwin« 18.06.2017
Auch ich habe alle Krimis in chronologischer Reihenfolge gelesen, zum Teil auch mehrfach, da ich ein großer Fan von Erika, ihrer Familie und all den anderen wiederkehrenden Personen bin. Es ist nicht der erste Band von ihr, den ich in einem Rutsch gelesen habe - die Autorin versteht es eben, Spannung aufzubauen, den Leser über mögliche Zusammenhänge rätseln zu lassen und die Bombe schließlich, mit gelungenen Überraschungseffekten, zum Platzen zu bringen. Allerdings ist das eine oder andere Motiv schon einmal aufgetaucht. Die kleine gewalttätige Louise, die schließlich im Keller angekettet wird, erinnert stark an das Mordopfer Sara aus "Die Töchter der Kälte", die ihrem kleinen Bruder zahlreiche Verletzungen zugefügt hat und kaum zu bändigen war. In diesem Band wird allerdings nicht tiefgehend auf die Gründe dieses abnormen Verhaltens eingegangen. Die Einzelhaft im Keller ist ebenfalls bekannt aus "Die Töchter der Kälte" und dient neben der Bestrafung als Brutstätte für das Monster im Menschen, dessen Wirken schlimme Folgen für die Nachwelt mit sich bringt. Auch der Namenswechsel, der mit der nicht gerade salonfähigen Vergangenheit einer Protagonistin abschließen soll, ist kein Motiv, dessen sich die Autorin in diesem Band das erste Mal bedient. Es kommen sehr viele Themen zum Tragen. Pubertät, Homosexualität, Sadismus gegenüber Mensch und Tier sowie religiöser Fanatismus sorgen für einigr Verstrickungen, wodurch aber meiner Meinung nach die Handlung überladen ist und sowohl den Tatmotiven als auch den Beziehungen zwischen Täter und Opfer etwas Absurdes verleiht. Frau Läckberg reißt eine Vielzahl brisanter Themen an - ob innerhalb der Krimireihe wiederkehrend oder nicht - ohne jedoch so darauf einzugehen, dass alle Fragen seitens des Lesers beantwortet sind. Schade, trotzdem bin ich gespannt auf den nächsten Band.
Angelika Maier zu »Camilla Läckberg: Die Schneelöwin« 09.04.2017
Ich habe alle Krimis der Serie vor längerer Zeit in chronologischer Reihenfolge gelesen und kannte mich deshalb mit dem Personal des Buches noch einigermaßen aus. Sonst wäre es wirklich schwierig gewesen, die Nebenhandlungen zu verstehen.Ich stimme sehr mit den Kritikern überein, die sagen, dass die Verbrechen, die Motive und die Täterkooperationen sehr konstruiert und damit unglaubwürdig wirken.Ebenso stimme ich dem ersten Kritiker zu, der die privaten Beziehungsgeschichten eines (schnulzigen) Liebesromans würdig empfindet.Dass die Heldin Erica Falk in den Kriminalfällen immer wieder auf Ideen kommt und Zusammenhänge entdeckt, auf die die Kripo nicht kam, trägt auch nicht zur Glaubwürdigkeit der Handlung bei, unterstützt aber des Lesers Identifikation mit der Heldin. (Im ersten Band war es Erica Falk und nicht die Kripo, die auf die Idee kam, die Daten des Mobiltelefons einer in den Fall verwickelten Person zu erforschen!)Ich habe den Roman auf schwedisch gelesen. Die schwedische Ausgabe trägt den Titel "Lejontämjaren", das heißt Löwendompteur. Das beziehe ich auf die Figur Vladek. Es klingt interessant und passt so einigermaßen.Den Titel der deutschen Ausgabe "Die Schneelöwin" dagegen kann ich nicht mit dem Roman verbinden.Der Werbung des schwedischen Herausgebers, der diesen Roman als Camilla Läckbergs bis jetzt besten anpreist, kann ich nicht zustimmen. Die meisten ihrer Vorgängerbände fand ich besser.
Rita Kubutat zu »Camilla Läckberg: Die Schneelöwin« 07.02.2017
Camilla Läckberg

Die Schneelöwin

Im neuesten Roman von Camilla Läckberg bekommen es Patrik Hedström und Erica Falck mit Kindermördern zu tun. Das Ausmaß der Grausamkeit dringt ins öffentliche Bewusstsein, als ein bestialisch verstümmeltes Mädchen auf einer Landstraße vor ein Auto läuft und später im Krankenhaus stirbt.
Schnell kommt der Verdacht auf, es könne sich bei dem Mädchen um eines aus einer Serie von Vermisstenfällen handeln. Die Verstümmelungen, die das offensichtlich geflohene Opfer aufweist, lassen für die noch vermissten Mädchen das Schlimmste befürchten. Und die Polizei hat so wenige Spuren wie selten.
Als Erica von Patrik Einzelheiten über das Schicksal des Folteropfers erfährt, ahnt sie noch nicht, dass die Mörderin, die sie für ihr Buch regelmäßig im Gefängnis interviewt, den Ursprung der sadistischen Mordserie kennt.

Bis hierhin nichts Ungewöhnliches. Mord und Grausamkeit an Kindern ist ein wiederkehrendes Thema in Läckberg-Krimis. Ungewöhnlich ist das Maß und die Ausdauer des Sadismus, dem die Tanumer Polizei mit Hilfe von Erica Falck schließlich auf die Spur kommt.
Die Schneelöwin unterscheidet sich stark von den vorherigen Krimis aus Läckbergs Feder. Hat die Autorin den Eindruck, ihre Figuren in ihren bisherigen Werken genügend ausgemalt zu haben, sodass sie sich hier mit Umrisszeichnungen begnügt? Ja, wir Läckberg-Leser wissen, Erica ist neugierig, bringt damit ihren Patrik regelmäßig in Rage, aber er liebt sie trotzdem. Das muss man uns nicht wörtlich so mitteilen, das möchten wir aus einer liebevoll ausgestalteten Handlung schließen. Sogar Mellberg wirkt blass und agiert plumper denn je. Und womit beschäftigen sich die Kinder unserer Protagonisten meistens? Mit Fernsehen.
Apropos plump: Frau Läckberg strapaziert unsere Gutmütigkeit, wenn wir ihr nun wieder glauben müssen, dass sich eine mit realen Mordermittlungen erfahrene Krimiautorin impulsiv in eine hochgefährliche Lage begibt, die sie als solche hätte erkennen müssen. Wie immer kommt sie mit leichten Verletzungen davon. Was sich dem Leser nicht erschließt, ist das Warum und Wie. Patrik ist telefonisch nicht zu erreichen. Und Gösta? Und Martin? Und die Dienststelle, wo Annika treu am Telefon sitzt?
Ärgerlich ist die Fülle an falschen Spuren, die für den Leser (wahrscheinlich eher die Leserin) ausgelegt werden. Manche davon enden im Nichts oder sind absurd. Was entdeckt denn nun Jonas im Badezimmer seiner Mutter zwischen den Toilettenpapierrollen? Wir werden es nie erfahren.
Unglaubwürdig wirkt auch das plötzlich Auftauchen eines der vermisst geglaubten Mädchen. Ihr widmet man in den Ermittlungen besondere Aufmerksamkeit, da sie sich in vielerlei Hinsicht von den anderen Vermissten unterscheidet. Warum unterscheidet sie sich? Nun, sie war gar nicht entführt worden, sondern hatte sich mit Teenagerproblemen vorübergehend von Heim und Mutter absentiert. Wie sie das über die fragliche Zeitspanne geschafft hat? Auch das werden wir wohl nie erfahren.
Schlicht überflüssig ist die Finte über die Identität der Mörderin. Hier zieht Läckberg alle Register des niveaulosen Krimis. Tote erweisen sich als lebendig, Identitäten werden gewechselt wie Unterwäsche. Man gelangt zu der Annahme, dass Schweden weder Personalausweise noch Meldebehörden kennen. Standesämter und Schulregister auch nicht.
In einer späten Phase der Ermittlungen fällt Erica auf. Dass die Opfer stets bei bestimmten Gelegenheiten entführt wurden. Abgesehen davon, dass solch ein Szenario fragwürdig erscheint, dürfen wir darüber grübeln, warum dies weder den Eltern noch der Polizei, die die Vermisstenfälle bereits als Serie behandelt, aufgefallen war.
Weiterhin müssen wir verdauen, dass sich in verhängnisvoller Weise gleich zwei Mal hochgefährliche Psychopathen über den Weg laufen und beschließen, gemeinsames Unwesen zu treiben. Natürlich wird der Leser über die Ursprünge des Bösen im Dunkeln gelassen. Er muss akzeptieren, dass zwei junge, gesunde Menschen ein Monster gebären und fortan nichts außer unzulänglicher Schadenbegrenzung betreiben. Die mit ihrem Gewissen ringende Mörderin genügt hier nicht als Antwort.
Ärgerlicherweise sucht die Polizei so oberflächlich nach Verstecken für Entführte, dass erst bei einer wiederholten Suche das Folterverlies entdeckt wird. Angesichts dessen, was auf dem Spiel steht und der Mühe, die sich die Polizei ansonsten mit der Aufklärung der Vermisstenfälle macht, ist eine so grobe Nachlässigkeit kaum verständlich.
Der zwischen den Kapiteln gleichsam aufblitzende Handlungsstrang von der Versöhnung Annas mit Dan ist endlich wieder Läckberg-Schreibe. Viel Bauch, viel Weiblichkeit. Leider wirkt er, da er nie mit der Handlung verwoben wird, wie aufgeklebt.

Ja, ich gebe es zu: Zum ersten Mal bin ich von Camilla Läckberg enttäuscht. Dieses Buch nähert sich der Dutzendschreibe vieler männlicher Krimiautoren. Dinge, die der Erklärung bedürfen, werden der Leserphantasie überlassen und muten ihr einiges zu. Andere Umstände, die sich aus Handlung und Atmosphäre ergeben sollten, werden Schwarz auf Weiß dokumentiert.
Sehr männlich auch der Schluss, der weitere Greueltaten erwarten lässt. Das roboterhafte Insistieren des Sadistenpaares in gewohnte Drohmethoden wirkt beinahe lächerlich. Es bestätigt die gesamte Mechanik des Buches, in dem jedes Mal, wenn erwartet werden kann, dass der Leser sich auf der gewünschten falschen Spur befindet, eine dramatische Wendung mit der Sensibilität einer Kettensäge eingeleitet wird, deren Motor plötzlich zum Leben erwacht. So werden Teenie-Horrorfilme gedreht, aber doch keine Läckberg-Krimis geschrieben.

Harpstedt, den 07. Februar 2017

Rita Kubutat
Christina Olán zu »Camilla Läckberg: Die Schneelöwin« 09.01.2017
Für mich war es der erste Band von Camilla Läckberg und er wird auch gleichzeitig der letzte sein. Auf Seite 78 habe ich (absolut gegen meine Art!) aufgegeben, nachdem ich, grob gezählt, auf 30 Personen bekommen bin, deren Namen ich mir nur mittels Namensliste hätte merken können.
Spannung kam immer mal kurz auf, um dann wieder von neuen Namen und Erzählsträngen verschüttet zu werden.
Der eigentliche, auf dem Klappentext geschilderte Kriminalfall wirkte zwischen den ganzen Familiengeschichten (die teilweise durchaus ihre eigene Tragik hatten) sehr an den Haaren herbeigezogen, da im Vergleich zum sonstigen Erzählstil (der so dahinplänkelt) übermäßig brutal.
subechto zu »Camilla Läckberg: Die Schneelöwin« 02.11.2016
Blick in dunkle Abgründe der menschlichen Seele

„Die Schneelöwin“ ist bereits der neunte Band aus der Erica Falck und Patrik Hedström-Reihe. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Schauplatz ist - wie immer - der kleine schwedische Ort Fjällbacka und seine Umgebung. Worum geht es?
Camilla Läckberg geht gleich in medias res:
Ein junges Mädchen läuft schwerverletzt auf die Landstraße. Sie wird von einem Auto erfasst und stirbt wenig später im Krankenhaus. Ihr Körper zeigt Zeichen schwerster Misshandlungen. Einige Wochen zuvor war sie auf dem Heimweg vom Reitstall verschwunden. Und es werden weitere Mädchen vermisst. Kommissar Patrik Hedström und sein Team ermitteln.
Patriks Frau Erica schreibt gerade an einem Buch über Gewalt in Familien. 1975 hatte Laila ihren Ehemann getötet, weil er immer wieder ihre gemeinsame Tochter im Keller angekettet hatte. Erica besucht Laila im Gefängnis, aber die Verurteilte schweigt. Doch dann werden bei Laila Zeitungsartikel über die verschwundenen Mädchen gefunden. Wo ist die Verbindung?
Der Kommissar und die Schriftstellerin stoßen bei ihren Ermittlungen im Umfeld des toten Mädchens auf ein Geflecht aus Lügen und Schweigen. Nichts ist wie es scheint. Niemand ist, wer er zu sein scheint. Und je länger Erica mit Laila spricht, umso deutlicher wird, dass die Dinge damals anders gewesen sein müssen. Ein Blick in menschliche Abgründe tut sich auf…
Camilla Läckberg hat ihren Kriminalroman erneut ruhig und gekonnt mit viel Atmosphäre und Privatleben in Szene gesetzt. Geschickt und wohl dosiert werden in einem weiteren Erzählstrang Passagen aus dem Leben von Laila und ihrer Familie eingestreut. Auf der einen Seite also heile Welt, auf der anderen eine Tragödie.
Wer die Vorgänger nicht gelesen hat, für den könnte es allerdings etwas schwierig werden. Es wird immer wieder Bezug genommen auf Personen und Ereignisse aus früheren Bänden der Reihe und ein Heer von Protagonisten trägt auch nicht gerade zum Verständnis bei. Erst ganz zum Schluss finden sich alle Puzzleteilchen zu einem gruseligen Ganzen zusammen.
„Die Schneelöwin“ passt somit hervorragend in diese kalte und dunkle Jahreszeit. Die Geschichte kommt dabei ohne große Action aus und fesselt eher mit psychologischer Spannung. Alles in allem wieder ein gelungener Kriminalroman von Schwedens erfolgreichster Autorin. Und so freue ich mich schon heute auf eine Fortsetzung.

Fazit: Eine Geschichte, die einen nicht mehr loslässt. Fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite. Spånnend. Schweden. Krimi.
pit zu »Camilla Läckberg: Die Schneelöwin« 26.07.2016
Der Roman hat bei mir einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen.

Es gefällt mir zu erfahren, wie sich Erica, Patrick, ihre Kinder, Anna und Dan verändern und entwickeln. (Ich freue mich diesbezüglich bereits auf den nächsten Band.)

Den Plot finde ich ausgesprochen unglaubwürdig. Klar, ein Krimi muss nicht zwangsläufig die kriminalistische Wirklichkeit abbilden. Die Handlung sollte aber halbwegs plausibel sein. Das ist hier meiner Menung nach nicht der Fall.

Immerhin ist die Geschichte spannend aufgebaut und der Schluss lässt doch einiges offen. Und das ist doch erfreulich!
charliene zu »Camilla Läckberg: Die Schneelöwin« 22.07.2016
Die Schneelöwin von Läckberg habe ich zwar zu Ende gelesen, aber wohl eher weil ich eine neugierige Natur bin und wissen wollte, wie die Autorin es schliesslich schafft alles in ihrem Eintopf so zu vermischen, dass es als Gericht durchgeht. Ein Gericht übrigens, das ich nicht noch einmal essen möchte.
Wenn man die anderen Bücher von ihr nicht gelesen hat, kommen immer wieder Fragen auf, die zwar nicht von Bedeutung sind, da sie Familienintern sind, aber trotzdem gerne verstanden würden. Eventuell sollte die Autorin einmal ein Buch schreiben wo es nur um die Familiengeschichten der Protagonisten geht oder als Einleitung all die vielen Personen und Zusammenhänge aufführen. So bliebt bei mir auch am Schluss des Buches noch unklar, wer denn eigentlich Johanna ist und was sie mit Paula, der Tochter vom übertrieben unfähigen Mellberg zu tun hat und welche Rolle sie spielt. Ist wahrscheinlich auch nicht wichtig.
Apropos Mellberg; dieser Typ würde wahrscheinlich höchstens in einer Krimi Komödie mehr als eine Folge überleben und hat, meines Erachtens, wenig in einem Thriller zu suchen.
Das ganze Buch wurde zwar mittels List - Kapitel immer so zu beenden, dass die Antwort auf die letzte Frage lange auf sich warten lässt - zu einer einigermassen spannenden Geschichte hochgepuscht, hinterlässt aber zu viele Baustellen.
Ich werde das Buch nicht weiter empfehlen.
Ihr Kommentar zu Die Schneelöwin

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