Der Prediger von Fjällbacka von Camilla Läckberg

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2004 unter dem Titel Predikanten, deutsche Ausgabe erstmals 2006 bei Gustav Kiepenheuer.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.
Folge 2 der Erica-Falck-und-Patrik-Hedström-Serie.

  • Stockholm: Forum, 2004 unter dem Titel Predikanten. 406 Seiten.
  • Berlin: Gustav Kiepenheuer, 2006. Übersetzt von Gisela Kosubek. ISBN: 978-3378006690. 406 Seiten.
  • Berlin: Aufbau, 2007. Übersetzt von Gisela Kosubek. ISBN: 978-3-7466-2400-6. 406 Seiten.
  • [Hörbuch] Schwäbisch Hall: Steinbach, 2008. Gesprochen von Ulrike Hübschmann. ISBN: 978-3886989324. 4 CDs.

'Der Prediger von Fjällbacka' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Mitten in der Urlaubssaison wird im mondänen Badeort Fjällbacka eine deutsche Urlauberin tot aufgefunden. In ihrer Nähe tauchen die Skelette zweier vor Jahrzehnten verschwundener Frauen auf. Zum Entsetzen der Tourismusindustrie wird kurz darauf eine weitere Frau entführt. In ihrem zweiten Fall kämpfen Erica Falck und Patrik Hedström mit sommerlicher Hitze und religiösem Fanatismus. Die hochschwangere Schriftstellerin und der Kommissar, mit dem sie inzwischen zusammenlebt, ermitteln unter Hochdruck. In ihr Visier rückt schon bald die zerrüttete Familie des freikirchlichen Predigers Ephraim Hult, dessen Söhne Johannes und Gabriel in der Vergangenheit blutige Schuld auf sich geladen haben. Es ist nicht der Gott der Versöhnung, dem die Hults dienen. Es ist der Gott der Rache.

Das meint Krimi-Couch.de: »Ausgeklügelter Plot mit stimmiger Atmosphäre« 87°Treffer

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Krimi-Couch-Volltreffer Juni 2006

Sie schießen immer noch wie Pilze aus dem Boden: die schwedischen Serienpolizisten. Die vom Tanumsheder Polizeirevier zählen dabei für den Leser zu den wohlschmeckenden Speisepilzen, auch wenn es dabei intern ein paar »faule« Exemplare gibt. Denn faul im Sinne von arbeitsscheu sind Gösta und vor allem Ernst, die beiden langgedienten Polizisten auf dem Revier, die sich nicht damit abfinden können, dass die Jungen, nämlich Patrik und Martin, jetzt das Sagen haben. Patrik Hedström wurde die Leitung des spektakulären Mordfalles übertragen. Dort in der Provinz, wo man mit Kapitalverbrechen nur äußerst selten zu tun hat, ist nicht nur eine Leiche aufgetaucht, sondern gleich drei. Auch, wenn zwei davon schon nicht mehr ganz taufrisch sind.

Ein kleiner Junge hat beim Spielen in der Königsschlucht eine tote Frau entdeckt. Die größte Überraschung wartete für die Ermittler jedoch beim Abtransport der Leiche. Unter der Decke, auf der die Frau lag, traten zwei Skelette zutage. Die Ergebnisse aus der Gerichtsmedizin bringen einen weiteren Schock: alle drei Leichen – alles Frauen – weisen die gleichen Verletzungen auf. Insgesamt vierzehn Knochenbrüche an Armen und Beinen, Händen und Füßen. Jeweils über die Dauer von etwa einer Woche wurden die Frauen systematisch gequält, bevor sie starben. Zumindest an der Leiche der erst kürzlich ermordeten Frau ließen sich unterschiedliche Stadien der Verheilung nachweisen. Pannen – insbesondere durch die Nachlässigkeit von Ernst – verzögern die Identifizierung, doch nach und nach können alle drei Leichen mit Namen versehen werden. Bei der frischen Leiche handelt es sich um eine junge deutsche Touristin, die beiden Skelette konnten 24 Jahre alten Vermisstenfällen zugeordnet werden.

Die Lösung führt über die verfeindeten Familienzweige

In einem der damaligen Fälle gab es sogar einen Verdächtigen. Johannes Hult wurde von seinem Bruder Gabriel angeschwärzt. Dieser will ihn mit der vermissten Siv in der Nacht ihres Verschwindens gesehen haben. Obwohl sich keine weiteren Anhaltspunkte ergaben, konnte Johannes von dem Verdacht nie reingewaschen werden. Fünf Jahre später erhängte er sich, was von der Bevölkerung als Schuleingeständnis gewertet wurde.

Seit diesen Geschehnissen sind sind die beiden Zweige der Familie Hult miteinander verfeindet. Der charismatische freikirchliche Prediger Ephraim Hult ist schon lange tot, doch sein Geist schwebt weiter über den Familien seiner beiden Söhne. Gabriel lebt mit seiner Frau Laine, Sohn Jacob und dessen Familie sowie Tochter Linda in noblen Verhältnissen auf dem Gutshof. Johannes’ Frau Solveig dagegen haust mit ihren Söhnen Johann und Robert, die des öfteren mit dem Gesetz in Konflikt geraten, in einer verfallenen Hütte zwischen Müllbergen. Jede Spur, auf die die Ermittler stoßen, weist zum Clan der Hults. Und schon bald ist klar, dass der oder die Täter nur über die Hults zu finden sind.

Mit Der Prediger von Fjällbacka legt die junge schwedische Autorin Camilla Läckberg, die ihren Heimatort Fjällbacka zum Schauplatz des Geschehens auserkoren hat, ihren zweiten Roman aus ihrer Reihe um das Paar Erica Falck und Patrik Hedström vor. Während der junge Polizist Patrik hier seinen ersten großen Fall, der ihm ziemlich an die Substanz geht, lösen darf, bleibt für Erica nur die Rolle als hochschwangere Partnerin, die sich schonen muß, aber gerne auch mithelfen möchte. Patrik hatte sich für die Zeit kurz vor der Geburt des ersten Kindes extra Urlaub genommen, doch er wird auf dem Polizeirevier gebraucht und eine solche Chance möchte er sich natürlich nicht entgehen lassen. Als Füllsel im tristen Alltag von Erica werden klischeebeladene Verwandtschaftsbesuche geschildet, die nicht gerade originell, aber dennoch humorvoll und unterhaltsam sind.

Krimischreiben kann man auch lernen

Camilla Läckberg hat das Krimischreiben in einem Kursus gelernt. Da ist absolut nichts dagegen einzuwenden. Dass sie ihr Handwerk versteht, zeigt sie immer wieder mit überraschenden Wendungen und dem oftmaligen brutalen Einsatz der Cliffhanger-Technik. Wechsel von Ort und Perspektive tun ein übriges, um die Spannung auf einem hohen Level zu halten. Ich hatte zwar Täter und Motiv schon etwa zur Mitte des Buches erraten, doch brachten mich immer wieder Überraschungen dazu, an meiner These zu zweifeln. Und obwohl die Polizei nicht alles aufklären konnte, bleiben für den Leser keine offenen Fragen zurück.

Starke Charaktere mit viel Tiefgang und hochsommerliches Wetter im ansonsten oftmals verregneten Krimi-Schweden sorgen für eine stimmige Atmosphäre. Zu dem ausgeklügelten Plot passen auch die eingestreuten Nebenhandlungen wie die bereits erwähnten Verwandtenbesuche, die ungewöhnlich gute Stimmung des Chefs des Polizeireviers sowie die offensichtlich buchübergreifende Story um Ericas Schwester Anna.

Da bleibt mir nicht viel mehr übrig zu kritisieren außer das unsägliche rote Holzhaus mit den weißen Fensterrahmen, das schon so viele Buchumschläge zieren durfte. Wie soll man auch sonst merken, dass die Handlung in Skandinavien spielt?

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kritikaster zu »Camilla Läckberg: Der Prediger von Fjällbacka« 03.12.2016
cathatina hat recht -
schlechter plot, schlechter schreibstil. absolut rätselhaft, wie diese dilletantin den titel krimiqueen bekam.
krimischreiben kann man lernen, schreibt der reszensent. mag sein, mag sogar sein, dass man das in einem volkshochschulkurs lernen kann, aber camilla läckberg hats nicht gelernt.irgendwie sind die leute heute in sachen krimi total anspruchslos geworden.
nicht einen punkt gebe ich der dame!
trafik zu »Camilla Läckberg: Der Prediger von Fjällbacka« 12.02.2016
Ich fand das zweite Buch dieser Serie von Camilla Läckberg mittelmässig.
Die Handlung ist schuld, daß ich nur ein mittelmässig gebe. Wie die schwedin einen Krimi schreibt, gefällt mir sehr gut. Ebenso die Beschreibung der Hauptpersonen.
Ein netter Krimi. Ich werde den nächsten Teil sicher lesen.
Freue mich schon darauf!
kianan zu »Camilla Läckberg: Der Prediger von Fjällbacka« 18.11.2014
Der zweite Fall ist aus meiner Sicht zwar nicht so klasse wie der erste "Die Eisprinzessin schläft", aber dennoch ein spannender Krimi, den ich gerne gelesen habe.

Besonders gefallen hat mir, wie die Autorin die ermittelnden Polizisten (die einen fleißig beim Ermitteln, andere fleißig dabei, sich Pausen zu verschaffen) und hier vor allem Patrik Hedström und seine hochschwangere Freundin Erica Falck beschrieben hat. Ich musste öfter schmunzeln, besonders, wenn sich wieder einmal unangemeldet "Sommer"-Besuch bei den Beiden eingenistet hat. Dies hat sehr zum Unterhaltungswert des Buches beigetragen. Darüber hinaus ist Patrik nicht einer der "Überkommissare", sondern menschlich und glaubwürdig beschrieben.

Bzgl. der Mordermittlung: Meine Verdachtsmomente, wer hinter den Taten steckt, wurde gekonnt wieder zerstreut und die Autorin schaffte es, ein gelungenes Verwirrspiel und gelungenen Spannungsbogen aufzubauen.

Die kleinen Schwächen des Buches liegen aus meiner Sicht daran, dass bei mir am Ende doch leichter Zweifel an der Realitätswahrscheinlichkeit der Krimigeschichte und der Verzwickungen innerhalb der Predigerfamilie blieb.

Ein spannender und unterhaltsamer Krimi und ich werde auch sicher den nächsten Krimi der Serie lesen.
Catha-Tina zu »Camilla Läckberg: Der Prediger von Fjällbacka« 29.10.2014
Auch wenn ich hier vielen widerspreche - wie schon in der "Eisprinzessin" fand ich den dilletantischen Schreibstil von C. L. auch hier nur fürchterlich! Es war mein 2. Versuch und wird der letzte gewesen sein.
Hölzerne Dialoge, Phrasen und Formulierungen hart an der Kitschgrenze, keine Charaktere, nur eindimensionale Protagonisten, dazu kommt eine sehr schwache Übersetzungsleistung. Lediglich ein "Krimi-Schreibkurs" ist eben nicht genug, es braucht auch Talent und ein gewisses Sprach- und Schreibniveau.
Es ist mir darum ein Rätsel, wie man hier zu der Bezeichnung "Krimi-Queen" kommen konnte.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Bernd Schareina zu »Camilla Läckberg: Der Prediger von Fjällbacka« 23.01.2014
Bereits die Eisprinzessin war schon sehr gut.
Mit dem 2. Roman setzt Camilla Läckberg noch einen oben drauf.

Es stimmt schon, dass man die Zusammenhänge früh erahnt (so etwa ab 2/3 des Buches). Aber dann kommen doch wieder einige geschickt eingebaute Wendung, so dass man wieder ins Zweifeln kommt und das Buch bis zum Ende spannend bleibt.

Sehr schön beschrieben ist die Psyche des Täters, so dass man sich hineinversetzen kann.

Und das Privatleben der beiden Hauptdarstellen war schon im 1. Roman Spitze.

In diesem Buch gab es dann auch noch eine wohltuende Spritze Humor (unerwartete Gäste).

Ich werde mir noch weitere Romane der Autorin zulegen und bewerte dieses Buch mit 97 Grad.
heikki zu »Camilla Läckberg: Der Prediger von Fjällbacka« 13.01.2014
Hatte vorher Asa Larsons "Sonnensturm" gelesen - danach musste ich erst mal eine Pause einlegen und alles "setzen" lassen - ein Buch, das nicht nur ruhig und spannend ist, auch sehr berührt und sprachlich gesehen einfach große Klasse ist.
Der Anfang vom "Prediger" erschien mir dann eher holprig (auch bezüglich der von den anderen Lesern angesprochenen seltsamen Übersetzungen) - nach dem ersten Drittel aber konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen: einfach spannend, obwohl man ahnt, wer der Mörder ist.
Außerdem sind die Geschichten "drumherum" einfach gut. Angefangen bei den Lebensumständen der Protagonisten, wie familiäre Probleme etc. oder der Lebensart überhaupt (habe mich köstlich über den Umgang mit diversen schrecklichen Gästen amüsiert).
Ich kann das Buch wirklich weiter empfehlen.
Kasia zu »Camilla Läckberg: Der Prediger von Fjällbacka« 12.08.2012
Auch noch nach dem zweiten Lesen bin ich der Meinung, dass "Der Prediger von Fjällbacka" ein toller Kriminalroman ist. Er hat alles, was ein guter Roman braucht: Tolle Protagonisten, eine tolle Geschichte, einen sehr guten Spannungsaufbau und einen logischen und gut durchdachten Schluß. Camilla Läckberg hat es bereits durch ihren ersten und auch diesen Roman geschafft, mich zu ihren großen und begeisterten Fans und Lesern zählen zu können. Inzwischen steht jedes ihrer Bücher in meinem Regal und wird auch mehrmals gelesen, weil alle perfekt und super sind.
Ich bin wirklich begeistert!
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Henriette zu »Camilla Läckberg: Der Prediger von Fjällbacka« 28.10.2011
Erica Falk und Patrick Hedström sind jetzt ein Paar und erwarten ihren ersten Nachwuchs. Es ist Sommer, und es ist Urlaubssaison in Fjällbacka. Eigentlich hat Patrick Urlaub, doch er muss zum Dienst, da die Leiche einer deutschen Touristin gefunden wurde. Und nicht nur das. Unter der Leiche wurden auch alte Knochen gefunden. Knochen von Mädchen, die schon sehr lange tot sind. Es stellt sich heraus, dass die Knochen von vermissten Mädchen stammen. Was haben die lang vermissten Mädchen mit der deutschen Touristin zu tun? Bei den Ermittlungen beschäftigt sich Patrick immer intensiver mit der zerrütteten Familie des freikirchlichen Predigers Ephraim Hult.
Erica kann sich wegen der Schwangerschaft und der Hitze kaum mit den Ermittlungen beschäftigen. Dafür hat sie andere Sorgen.

Gleich im Anschluss von „Die Eisprinzessin schläft“ habe ich dieses Buch zur Hand genommen. Mir hat „Die Eisprinzessin“ schon sehr gut gefallen. Dieses Buch steht dem anderem in nichts nach.
Es ist spannend und unterhaltend. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen. Ich hatte das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein. Die Figuren sind sehr sympathisch und menschlich beschrieben.
Mir gefällt besonders gut, dass der Leser nicht gleich zu Beginn weiß: „Der Gärtner ist der Mörder.“ Es wird Spannung aufgebaut, die eigene Phantasie wird gefordert.

[B]Fazit:[/B] Wie für den ersten Band vergebe ich hier gern fünf von fünf Sternen für die spannende und kurzweilige Unterhaltung.
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Antje zu »Camilla Läckberg: Der Prediger von Fjällbacka« 04.07.2010
Also ich fand das Buch sehr gut geschrieben, allerdings hab ich das auf daenisch gelesen und ich hab auch einige woerte nicht ganz verstanden. Einiges ist da anders z.b mitden Wohnungen und den ganzen melderigiste usw... wir wuerden schon sagen uebrwachung aber ... das sollte woanders diskutiert werden :-)
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CRI zu »Camilla Läckberg: Der Prediger von Fjällbacka« 22.03.2009
Spannendes Buch. Eine eher fremde Welt religiöser Ausrichtung mit strengen Regeln auch zwischen Familienmitgliedern wird geschildert.
Bloß nicht die Filmfassung des schwedischen Fernsehens (svt) antun! Der Knackpunkt bei der "Erklärung" des Motivs fehlt völlig, wird einfach ausgelassen. Dadurch total unbefriedigend. Da muss man dann erst das Buch lesen, um die Geschichte wirklich zu verstehen.
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