Die Einkreisung von Caleb Carr

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1994 unter dem Titel The Alienist, deutsche Ausgabe erstmals 1994 bei Heyne.
Ort & Zeit der Handlung: USA / New York, 1890 - 1909.
Folge 1 der John-Schuyler-Moore-Serie.

  • New York: Random House, 1994 unter dem Titel The Alienist. 496 Seiten.
  • München: Heyne, 1994. Übersetzt von Hanna Neves. ISBN: 3-453-08019-X. 575 Seiten.
  • München: Heyne, 1996. Übersetzt von Hanna Neves. ISBN: 3-453-09931-1. 588 Seiten.
  • München: Heyne, 2007. Übersetzt von Hanna Neves. ISBN: 978-3-453-81113-3. 588 Seiten.
  • Hamburg: Zeitverlag Bucerius, 2010. Übersetzt von Hanna Neves. ISBN: 978-3841900098. 512 Seiten.

'Die Einkreisung' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

New York, 1896: Unter Polizeichef Theodore Roosevelt kommt es in New York zu einem grauenvollen Mord. Mit den Ermittlungen wird Dr. Kreisler beauftragt, ein Vertreter der neuen Wissenschaft der Psychologie, dem es gegen erbitterte Widerstände gelingt, mittels eines detaillierten Psychogramms den Mörder einzukreisen.

Ihre Meinung zu »Caleb Carr: Die Einkreisung«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

mg11 zu »Caleb Carr: Die Einkreisung« 12.03.2010
Ich musste das Buch leider nach 3/4 abbrechen, da mir kein echtes Lesevergnügen aufkommen wollte. Ich hatte nach den guten Bewertungen entsprechend hohe Erwartungen, die sich leider nicht erfüllten und finde die Geschichte ziemlich zäh und langatmig; kaum kommt etwas Fahrt auf, wird auch schon wieder der Wind aus den Segeln genommen. Schade.

Positiv zu bewerten ist die gut herübergebrachte düstere Atmosphäre der damaligen Zeit und die psychologischen Hintergründe.
0 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Stefan83 zu »Caleb Carr: Die Einkreisung« 25.09.2009
Als besonders interessierter Leser von Geschichten, die im viktorianischen Zeitalter bzw. zur Jahrhundertwende spielen, war es natürlich nur eine Frage der Zeit bis ich irgendwann über Caleb Carrs "Die Einkreisung" stolpern musste. Vom Klappentext schon mehr als angetan, schien klar, dass mich eine sicher sehr spannende Lektüre erwartet. Da dieses Kriterium jedoch eine ganze Menge der Bücher in meinem Regal erfüllen, blieb Carrs Debütwerk vorerst lange Zeit unangetastet. Eine echte Nachlässigkeit, wie ich nun, nachdem ich es gelesen habe, feststellen muss, denn "Die Einkreisung" ist ohne Zweifel DER beeindruckendste Psychothriller, den ich bisher zwischen den Fingern hatte. Dieses Buch zu bewerten, ohne Begriffe wie "Meisterwerk" oder "Highlight" in den Mund zu nehmen, scheint gänzlich unmöglich, denn Carr hat eine Geschichte auf Papier gebracht, die nicht nur das New York der 1890er en detail zum Leben erweckt, sondern auch von der ersten bis zur letzten Zeile ohne Unterbrechung zu fesseln weiß.

Ihren Anfang nimmt sie im Jahre 1919 am Grabe des verstorbenen Theodore Roosevelt. Dort stehen mit John Schuyler Moore und Sara Howard zwei seiner ältesten und engsten Freunde aus der Zeit, als der Präsident der Vereinigten Staaten noch Polizeichef von New York war. Gemeinsam erinnern sie sich an ihre Jagd auf einen Serienmörder, der über Monate hinweg die Elendsviertel des Big Apple in Angst und Schrecken versetzt hat. Aus der Sicht des Journalisten Moore erzählt, blicken wir zurück in das Jahr 1896:

Eine Reihe bestialischer Morde an Stricherjungen erregt im von Gewalt und Gesetzlosigkeit durchsetzten New York keinerlei Aufsehen. Die Polizei ist durch und durch korrupt, der neue Polizeichef Roosevelt gerade erst im Begriff, das Justizsystem zu modernisieren und verräterische Elemente aus seiner Truppe zu entfernen. Für ihn, der als einer der wenigen Trauer für die toten Jungen zeigt und in ihnen mehr als "kleine Erwachsene, die ihren Weg selbst gewählt haben" sieht, ist dieser Fall zu etwas Persönlichem geworden. Er zieht seinen alten Jugendfreund aus Studiumstagen, den Psychologen Dr. Kreisler hinzu, der sich nach Begutachtung des ersten grauenvollen Tatorts den Ermittlungen anschließen will. Roosevelt kann offiziell nichts unternehmen und lässt Kreisler im Geheimen sein eigenes Team zusammenstellen, dem neben der Sekretärin Roosevelts, Sara Howard, auch die Polizisten Lucius und Marcus, und Journalist Moore angehören. Gemeinsam macht man sich auf die Jagd nach dem Mörder...

Auf dem Papier sicherlich kein besonderer Anfang, den aber gleich mehrere Elemente einzigartig machen, denn mit ihm beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen Verfolger und Gejagtem, das in diesem Genre wohl seinesgleichen sucht. Unter Benutzung von für damalige Zeit noch völlig unbekannten Ermittlungsmethoden, erweisen sich Kreisler und sein Team als Vorreiter in Sachen Profiling. Mittels Methoden wie der Untersuchung von Fingerabdrücken und forensischer Kenntnisse versuchen sie die Fährte aufzunehmen, während ein moralisch verkommener Polizeiapparat und die High-Society ihriges tut, um diese Nachforschungen zu unterbinden. Das Carr dabei ein wenig klaut, unter anderem einen Fall Joseph Bells exakt übernimmt, ist übersehenswert, denn im Ganzen überzeugt der Autor nicht nur spannungstechnisch, sondern vor allem mit literarisch allerhöchstem Niveau.

Die Figuren könnten lebendiger nicht sein, die Atmosphäre ist so dicht, dass man sie mit dem Messer schneiden könnte. Völlig unbewusst beginnt man hier das Nägelkauen, während man den Jägern in die düstersten Abgründe New Yorks folgt und streckenweise brutalsten Szenen ausgesetzt wird. Dabei überrascht Carr jedoch auch mit einer Tiefgründigkeit, die neben all dem Ekel zu berühren weiß. Das Schicksal der Stricherjungen lässt uns schlucken und einen erhellenden Blick in die damalige Gesellschaft werfen. Auch im Aufbau des Krimiplots erweist sich Carr als herausragend. Stück für Stück wird die Indizienkette zusammengesetzt, der Täter eingekreist, während man selbst rettungslos im New York des Jahres 1896 versinkt. Das Ende ist dann so meisterhaft wie das ganze Buch und setzt das krönende Tüpfelchen aufs i.

Insgesamt ist "Die Einkreisung" ein meisterhafter Psychothriller, der nicht nur ein treffendes Bild einer vergangenen Zeit malt, sondern sein Augenmerk auch auf die noch in Anfängen begriffenen psychologischen Beurteilungen des Täters richtet. Eine Empfehlung für alle Leser, die neben blutigen Morden auch das Mitdenken bei einer Ermittlung lieben und die für knapp 590 Seiten (es hätten ruhig noch mehr sein können) mal durchgehend Gänsehaut erleben möchten. Ein groß- und einzigartiges Stück Literatur, das mir auf ewig im Gedächtnis bleiben wird.
20 von 29 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Thomas71 zu »Caleb Carr: Die Einkreisung« 15.02.2009
Ich habe keine Ahnung, in wieweit "Die Einkreisung" von Caleb Carr auf Tatsachen beruht oder ob die Geschichte um Dr. Laszlo Kreisler und sein Team erfunden ist, aber letztendlich ist es mir auch egal. "Die Einkreisung" besticht durch eine stimmige Atmosphäre, die Erzählung um die Jagd auf einen Serienkiller und die Entwicklung der ersten Profilingversuche fesselt vom ersten Moment an. Lediglich der in persönlichen Dingen oft betriebsblinde Ich-Erzähler John Schuyler Moore irritiert manchmal dadurch, dass er klare Zusammenhänge im persönlichen Umfeld seiner Kollegen nicht erkennt. Dennoch ein sehr gelungener Roman, der weniger durch Action, sondern viel mehr durch seine düstere Stimmung besticht...
2 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Krimi-Tina zu »Caleb Carr: Die Einkreisung« 24.12.2008
Sehr schöner sehr atmosphärischer und komplexer Krimi der Ende des 19. Jahrhunderts in New York spielt. Die Jagd auf einen Serienmörder zu einer Zeit, da die Kriminalistik, die Psychologie und die Forensik noch in den Kinderschuhen steckten. Und Polizei ein Synonym für Korruption war.
Die Stärke des Buches liegt sicherlich nicht in der Action, auch wenn die Morde explizit und deutlich beschrieben sind. Sondern in der schön und ausführlich ausgeführten Darstellung, wie das Team von Amateuren um den Psychologen Lazlo Kreisler durch akribische Spurensuche mit viel Versuch und Irrtum sich der Identität des Killers nähert, und ihn schlussendlich ausfindig macht und stellt. Und in dem Sittenbild Amerikas und speziell New Yorks zu der damaligen Zeit. Was das Buch anspruchsvoll zu lesen macht, es ist Konzentration erforderlich.
Insgesamt ein düsteres und nicht gerade hoffnungsvolles Buch, das aber auch gerade deswegen auch sehr fesselt.
Angenehme Abwechslung zu den teilweise doch recht stereotypen Serienkiller Krimis. Kriegt von mir 90 °.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Shrike zu »Caleb Carr: Die Einkreisung« 07.02.2008
Ich mag Krimis / Thriller, die nicht "nur" mit der üblichen, fast schon langweiligen Tätersuche aufwarten, sonder in die Tiefe gehen, in die Psyche. Bei "Der Einkreisung" wurde ich gut unterhalten. Ein außerordentliches Buch, das mit hoher Qualität fesselt.
Wobei es auch bei mir viele Jahre her ist, daß ich es gelesen habe, ist es mir in sehr guter Erinnerung geblieben.
Rolf.P zu »Caleb Carr: Die Einkreisung« 15.01.2008
In diesem Thriller erfährt man viel über die Anfänge der Psychologie, Polizeiarbeit sowie über das Leben in New York zur Jahrhundertwende.
Der Autor liefert ein packendes Psychogramm eines "imaginären Täters", welches die Protagonisten auf faszinierende Weise im Laufe der Geschichte wie ein Puzzel zu einem Gesamtbild zusammenfügen.
"Die Einkreisung" hat mich gefesselt und bietet brillante Unterhaltung für anspruchsvolle Krimifans.
Volker zu »Caleb Carr: Die Einkreisung« 14.06.2007
Habe das Buch gerade nach ca. 10 Jahren zum zweiten Mal gelesen - und war wieder in gleichem Maße begeistert! Ein Meisterwerk, wie man es nur sehr, sehr selten findet. Unbedingt empfehlenswert!
lywetz zu »Caleb Carr: Die Einkreisung« 20.04.2007
Ich bin absoluter Viel-Leser und habe lange keinen so guten Thriller, mit literarischen Qualitäten, gelesen. Dicht und tiergründig; Caleb Carr geht wunderbar mit Wort und Sprache um.
Eindeutig über 90 ° ! Freue mich jetzt auf den "Engel der Finsternis".
mase zu »Caleb Carr: Die Einkreisung« 12.03.2007
Na, dann muss ich halt mal ne andere Meinung haben. Mir war dieses Buch viel zu langatmig. Zuviele überflüssig Seiten, zuviel Geschichtsunterricht. Immer wenn es spannend war, wurde wieder abgebremst und im ersten Gang wieder angefahren. Meiner Meinung nach genügt dieses Buch den Ansprüchen eines Psychothriller im Jahre 2007 nicht mehr.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Sabine Schneider zu »Caleb Carr: Die Einkreisung« 24.02.2007
ein krimi außerordentlicher qalität,obwohl es schon mehr als 10 jahre her ist ,das ich dieses buch gelesen habe kann ich mich noch haargenau an fast jede Einzelheit erinnern.beim Lesen hatte ich das Gefühl mit im ermittlungsteam zu sitzen,dieses buch hab ich nicht gelesen sondern erlebt.abgesehen von der unglaublichen spannung ist es auch ein literarischer genuss.

Dies sind nur die ersten 10 Kommentare von insgesamt 26.
» alle Kommentare anzeigen

Ihr Kommentar zu Die Einkreisung

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: