Die Tote am Lago Maggiore von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2016
bei Kiepenheuer & Witsch.
Folge 1 der Matteo-Basso-Serie.
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Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2016.
ISBN:
978-3-462-04819-3. 304 Seiten.
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[Hörbuch] Berlin: Argon, 2016.
Gesprochen von Christian Berkel .
gekürzte Ausgabe.
ISBN:
3839814634.
'Die Tote am Lago Maggiore' ist erschienen als
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In Kürze:
Ein verhängnisvolles Unglück am traumhaft schönen Lago Maggiore: Matteo Bassos erster Fall.
Am italienischen Ufer des Lago Maggiore, wo die Frühlingssonne das klare Wasser wärmt, versucht Matteo Basso vergeblich, seinen ersten Fisch zu fangen. Der ehemalige Mailänder Polizeipsychologe hat seinen Job an den Nagel gehängt und ist zurückgekehrt nach Cannobio, um die Macelleria seiner verstorbenen Eltern zu übernehmen. Am Wochenende soll das große Oldtimer-Rennen stattfinden und Gisella ihm bei den Salsiccia-Kreationen helfen, die ihm leider noch regelmäßig misslingen. Doch dann wird Gisellas Leiche am Ufer des Sees gefunden. Man vermutet, sie sei ertrunken. Matteo glaubt nicht an einen Unfall, denn Gisella war eine exzellente Schwimmerin. Er ermittelt auf eigene Faust. Warum wollte sie ihn in der Nacht zuvor so dringend sprechen? Und was hatte sie mit Maldini, dem windigen Gran Signore aus Stresa, zu tun? Als es beim Autorennen zu einem mysteriösen Unglück kommt und Matteo selbst in Gefahr gerät, ahnt auch Kommissarin Zanetti, dass sie es mit einem verzwickten Fall zu tun haben. Die aufreibenden Ermittlungen führen die beiden bis ins luxuriöse Mailand und tief in die Geschichte der Region.
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Matteo Basso arbeitete als Polizeipsychologe in Mailand, dass er vor einigen Monaten Hals über Kopf verlies. Nun lebt er wieder in Cannobio am Lago Maggiore, wo er einst aufwuchs und nun die Metzgerei seines Vaters fortführt. Doch die erhoffte Ruhe kehrt nicht ein, denn seine Freundin Gisella verschwindet plötzlich und wird wenig später tot im See aufgefunden. Ein Badeunfall unter Alkoholeinfluss, dessen Ursache offenbar drei Boote waren, die sich bei stürmischem Wetter aus ihrer Befestigung gelöst hatten. Gisella war am Lago aufgewachsen, zudem eine ausgezeichnete Schwimmerin und so glaubt Matteo nicht an die offizielle Polizeiversion. In der Nacht vor ihrem Tod rief Gisella an, er möge ihn bei Franco Maldini abholen, für den sie gelegentlich als Köchin einige Abendgesellschaften vorbereitete. Maldini gibt sich wortkarg, was Matteos Argwohn steigert, er könne etwas mit dem Ableben seiner Freundin zu tun haben. Allerdings löst sich diese Vermutung alsbald in Luft auf, denn bei einem Oldtimerrennen stürzt Maldini in einen Abhang. Matteo ermittelt auf eigene Faust weiter und so führt ihn eine Spur zurück in jene Stadt, die er niemals wieder besuchen wollte – Mailand.
Der Ermittler und die schöne Kommissarin
Matteo ist nach dem Tod seiner Freundin tief betroffen und dies in einer Situation, die ihm ohnehin schon einiges abverlangt. Irgendetwas muss vor einigen Monaten in Mailand passiert sein, dass ihm zu seiner übereilten Rückkehr an den Lago veranlasste. Eine Teresa spielt hierbei offenbar eine wichtige Rolle, die im weiteren Verlauf aber nicht aufgeklärt wird. Überhaupt sind einige Erzählstränge so angelegt, dass sie offenbar nur den Zweck haben, auf eine Fortsetzung neugierig zu machen. Einige Fragen bleiben zumindest unbeantwortet. So beispielsweise das Verhältnis zwischen Matteo und der ermittelnden, selbstredend hübschen, Kommissarin Nina Zanetti. Nach anfänglichen Schwierigkeiten versuchen die Beiden gemeinsam den Fall zu lösen. Dies liest sich dann im weiteren Verlauf allerdings so, dass die Polizei kaum (erkennbar) ermittelt, ja sogar offenkundig versäumt die Lebensläufe von Gisella und Maldini zu recherchieren oder gar deren Wohnung bzw. Grundstück zu untersuchen. Einerseits verständlich, denn in beiden Fällen geht die Polizei von Unfällen aus, andererseits bietet das Konstrukt so Matteo die Gelegenheit die entscheidenden Spuren bei seinen zahlreichen Alleingängen zu finden.
»Es war unverantwortlich von mir, dich in so eine Situation zu bringen. Ich könnte mich ohrfeigen. Ich bitte dich wirklich: Überlass die Sache denjenigen, die dafür zuständig sind. Tu mit den Gefallen, ich habe keine Lust, mir wegen die einen dunklen Anzug zu kaufen.«
Natürlich werden der Lago Maggiore und seine Umgebung ausführlich und bildhaft geschildert und wer seinen Urlaub in dieser bezaubernden Kulisse verbringen möchte sollte zugreifen. Darüber hinaus bietet sich zudem ein durchaus breit gefächertes Themenspektrum, das über illegale Baugeschäfte in Mailand bis hin zur aktuellen Flüchtlingsthematik greift. Leider bleibt angesichts eines Buchumfanges von 300 Seiten vieles an der Oberfläche haften. Daher ist die Formulierung »leichte Urlaubskost« ebenso zutreffend wie wohlwollend gemeint, denn für den Strandbesuch ist Die Tote am Lago Maggiore eine gute Begleitung. Die noch offenen Fragen machen Appetit auf mehr, einige ältere Herren sorgen für gallig-humorvolle Dialoge und die Auflösung über das Ableben von Gisella und Maldini bietet mehrere überraschende Wendungen.
Jörg Kijanski, März 2016
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| Michael Gerhards zu »Bruno Varese: Die Tote am Lago Maggiore« | 26.04.2016 |
| leseratte1310 zu »Bruno Varese: Die Tote am Lago Maggiore« | 05.04.2016 |

