Das Ende aller Zeiten von Brian D´Amato

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2009 unter dem Titel In the courts of the sun, deutsche Ausgabe erstmals 2009 bei Lübbe.

  • New York: Dutton, 2009 unter dem Titel In the courts of the sun. 684 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Lübbe, 2009. Übersetzt von Angela Koonen & Dietmar Schmidt . ISBN: 978-3-7857-6000-0. 893 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2010. Übersetzt von Angela Koonen & Dietmar Schmidt . ISBN: 978-3-404-16508-7. 985 Seiten.
  • [Hörbuch] Bergisch Gladbach: Lübbe Audio, 2009. Gesprochen von Volker Lechtenbrink. ISBN: 3-7857-3810-2. 8 CDs.

'Das Ende aller Zeiten' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Für Jed DeLanda ist das Leben ein Spiel. So wie das mysteriöse Brettspiel, das er von seiner Mutter geerbt hat und mit dessen Hilfe er an der Börse spekuliert. Bis ihm eines Tages die exzentrische Marena Park Bilder von einem alten Maya-Codex zeigt. Die Maya waren besessen von Zahlen, sie spielten das gleiche Spiel wie Jed, aber in einer unvorstellbar größeren Komplexität. Sie berechneten die großen Katastrophen der Menschheit voraus, bis zu dem Tag, an dem alles enden wird: dem 21. Dezember 2012. Während die USA in Chaos und Anarchie versinken, macht sich Jed auf eine fantastische Reise. Er muss zurück in die Zeit, als die Maya noch existierten. Er muss selbst das große Spiel spielen, um zu sehen, ob die Menschheit noch eine Chance hat.

Das meint Krimi-Couch.de: »Gegen alle Widrigkeiten des Maya-Lebens« 80°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Auf fast 900 Seiten Übersetzung von Angela Koonen und Dietmar Schmidt kommt In The Courts of the Sun: The Sacrifice Game des amerikanischen Künstlers und Multitalents Brian D’Amato und wird zu 2012 und stürmt auch in den deutschsprachigen Lesehitparaden im Nu an die Spitze. Da hat man als Rezensent natürlich gewisse Erwartungen …

Doch dann tut sich erst mal einhundertfünftig Seiten reichlich wenig. Der Protagonist Jed DeLanda spekuliert mit Maisaktien auf Grund der Prophezeiungen eines geheimnisvollen Spieles, das seinen Ursprung in der Maya-Geschichte haben soll. Marena Park, die gerade ein ähnliches Computerspiel generiert, nimmt Kontakt zu Jed auf und gibt ihm Einblick in einen geheimen Codex der Maya, in dem der Weltuntergang vorhergesagt wird. Gleichzeitig krepieren in Disney World plötzlich Menschen an einer unbekannten Krankheit und der halbe Süden Amerikas ist auf der Flucht vor dem Chaos.

Nur einer könnte das Unheil abwenden und das ist unser Held, der seinen Geist unter Zuhilfenahme hochtechnischen Krams ins 7. Jahrhundert beamen kann. Dort soll er mit den besten Spielern der Maya das Opferspiel auf dem höchsten Level erlernen und Erkenntnisse mitbringen, die den Weltuntergang verhindern und den Übeltäter, der die Seuche losgetreten hat, entlarven können.

Pech für den armen Jed, dass die Berechnungen nicht exakt waren und er mit seinem teleportiertem Hirn nicht in der Zielperson landet, sondern einen sturen Hüftballspieler steuert, der sich gegen seine Anwesenheit auch noch wehrt.

Bis hierhin hat der Leser bereits vierhundert Seiten Maya-Dialekt, Gleichungen, Fakultäten und Eulersche Zahlen gepaukt bekommen und wer nicht ein halbes Studium Mathematik und Statistik hinter sich hat, muss wohl oder übel die entsprechenden Stellen überlesen. Gleiches gilt für Dialoge und Anmerkungen, die in Fremdsprachen eingeflochten und nur selten übersetzt werden. Sollte jemand auch keine Ahnung haben, was bei CERN passiert und wie KERS funktioniert, hat er immer noch die Möglichkeit zu raten, was in etwa auf den nächsten fünfhundert Seiten passiert.

Doch selbst wenn man nicht alles versteht (so wie ich), beginnt der Schmöker spätestens jetzt spannend zu werden, wenn Jed² versucht, sich im Körper von Schakal gegen alle Widrigkeiten des Mayalebens zu kämpfen. Ob sich die Menschen damals wirklich so arg aufgeführt haben, wie es der Autor nach fünfzehn Jahren Recherche behauptet, ist nebensächlich. Die Faszination kommt von der stimmungsvoll beschriebenen Welt, die Brian D’Amato zeichnet, in der Mayacharaktere stilisiert werden, die schlüssig und düster ihren Weg zur Sonnenfinsternis und zum Kulturuntergang gehen.

Und hinter allem steht die Frage, ob Jed² die Möglichkeit bekommen wird, das Opferspiel bis zur höchsten Ebene zu spielen und seinen Auftrag zu erfüllen.
Die deutlichen Längen der ersten Buchhälfte, die komplexe Übersättigung mit technischen und ethnologischen Details und der relativ abrupte und offene Schluss verhindern eine Höchstwertung für diesen Thriller, der mit dem Schlusssatz »Ende des ersten Buches« auf einen strafferen zweiten Teil warten lässt.

Wolfgang Weninger, Mai 2009

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ostseefee1981 zu »Brian D´Amato: 2012. Das Ende aller Zeiten« 08.11.2009
Heute, nach fast drei Monaten, bin ich endlich mit 2012 - Das Ende aller Zeiten fertig geworden! Und das obwohl ich normalerweise ein absoluter Schnellleser bin und 900 auch gerne mal in zwei Wochen verschlinge! Das ich doch solange gebraucht habe, liegt an der großen Komplexität dieses Buches! 2012 ist kein Roman, den man mal eben zum Entspannen nach der Arbeit lesen kann. Um den vielen teilweise hoch wissenschaftlichen Abschnitten folgen zu können, braucht es einiges an Kozentration und Ausdauer, die mir oft nach einem anstrengenden Arbeitstag gefehlt haben. Trotz allem kann ich das Buch nur empfehlen, es bietet wunderbare Einblicke ins Mayaleben und gerade die letzten Seiten bringen auch den Leser über unsere heutige Zeit zum grübeln! Etwas erstaunt war ich über das aprupte Ende, aber da die letzten 200 Seiten doch recht spannend waren, freu ich mich, trotz der schweren Kost, schon jetzt auf den zweiten Band!
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