Solo Hand von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 1994
unter dem Titel Solo Hand,
deutsche Ausgabe erstmals 2001
bei Unionsverlag.
Folge 1 der Evan-Horne-Serie.
- New York: Walker, 1994 unter dem Titel Solo Hand. 240 Seiten.
-
Zürich: Unionsverlag, 2001.
Übersetzt von Anke Caroline Burger.
ISBN:
3293201989. 240 Seiten. -
Zürich: Unionsverlag, 2008.
Übersetzt von Anke Caroline Burger.
ISBN:
978-3293204164. 240 Seiten.
'Solo Hand' ist erschienen als
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In Kürze:
Was tun, wenn man das, was man zuvor am liebsten gemacht hat, nicht mehr tun kann? Evan Horne geht dem Unfall nach, der seine rechte Hand verletzt hat die Hand, mit der er die unglaublichsten Jazzfiguren auf dem Klavier spielen konnte. Fast zufällig wird er in einen neuen Fall verwickelt. Er soll herausfinden, wer seinen Musikerfreund, den King of Soul Lonnie Cole, mit intimen Fotos erpresst. Der melancholische Detektiv wider Willen wühlt dabei im zwielichtigen Musik-Geschäft zwischen Los Angeles und Las Vegas eine Menge Dreck auf. Und da kommt ihm seine Vergangenheit zugute: Ohne Feeling und das richtige Timing geht nichts.
Das meint Krimi-Couch.de: »Alle Facetten des Jazz in einem Buch«
Krimi-Rezension von Thomas Kürten überspringen
Es ist eine seltene Mischung, die Bill Moody in seinen Romanen präsentiert. Aber was liegt näher, wenn ein Autor selber ein begeisterter Jazzer ist, als dass er seinen Romanhelden im Musikermilieu ermitteln lässt? Und so hat der Amerikaner Moody in den 90er Jahren eine kleine, aber feine Romanreihe um einen verhinderten Jazzpianisten und Detektiv wider Willen gestrickt. Eine Reihe, die sowohl mit Kenntnisreichtum rund um das amerikanische Musik-Business, als auch mit interessanten Fällen überzeugen kann.
Evan Horne hat den Blues. Nach einem Autounfall ist seine rechte Hand, die Solo Hand eines Jazzpianisten, beschädigt. Ob er sie überhaupt noch einmal zum Klavierspiel einsetzen kann, wissen die Mediziner noch nicht. In dieser misslichen Lage erhält Horne einen Anruf von seiner Ex. Die ist inzwischen mit einem erfolgreichen Soulmusiker liiert, der mit pikanten homoerotischen Fotos erpresst wird. Der Erpresser fordert eine Million Dollar und einen ganz bestimmten Boten für das Schweigegeld: ausgerechnet Evan Horne.
Die geheimen Qualitäten des Pianisten
Der Erpresser kennt also anscheinend Evan Horne, aber womit er nicht rechnen konnte, ist dass Horne nun wissen will, wer von ihm verlangt, sich in diese gefährliche Rolle zu begeben. Und da die Weisungen des Erpressers die Einschaltung von Polizei strikt verbieten, will Evan erst mal nicht seinen Freund bei der Polizei um Rat fragen. Er beginnt, sich einmal die Anwälte und Produzenten, mit denen sich das Erpressungsopfer umgibt, genauer unter die Lupe zu nehmen. Zwischen L.A. und Las Vegas pendelnd kommt er dabei auch einem Betrug im großen Stil auf die Spuren. Bald wird einer seiner Gesprächspartner ermordet und spätestens nun kann Evan auch die Polizei nicht mehr aus seinen Ermittlungen raushalten.
Solo Hand ist der Auftakt der Evan-Horne-Reihe. Den Beifall, den Horne in diesem Roman nicht mehr für sein Klavierspielen bekommen kann, hat sich sein Erfinder Bill Moody verdient. Moody hat einen Weg gefunden, einen verhinderten Musiker glaubhaft zu einem Detektiv mutieren zu lassen. Ein Mensch mit Rhythmus im Blut, der zwar sein Geld inzwischen anders verdienen muss, der seine Leidenschaft für die Musik aber auch nicht leugnen kann. Durch sein Gefühlsleben erfährt der Leser die Magie des Jazz von den unterschiedlichsten Seiten, denn so pendelt der Unterton des Romans irgendwo zwischen Blues und Swing, Soul und Bebop, Dixie und Cool Jazz.
Der Feder des Autors ist ein sehr gelungener Roman entsprungen. Er bringt viele Facetten des Musikgeschäfts, Rivalitäten und Freundschaften in Solo Hand unter. Die Präsentation der Country-Musiker in Las Vegas ist dabei als humoristisch-entlarvender Beitrag besonders hervorzuheben, aber auch die Kritik an der Vermischung von Stilarten auf dem Opferaltar des Kommerzes. Der Fall an sich wirkt authentisch, doch die Ermittlungsarbeiten kommen gerade in der Mitte des Romans gehörig ins stocken. Der Autor rettet die Untersuchungen seines Ermittlers durch einen Kunstgriff: einen neuen, zahlungskräftigen Auftraggeber. Dadurch beschert uns der Autor Versöhnung in Form eines fulminanten Finales mit einigen Überraschungen. Bei allem Lob, in den nachfolgenden Romanen bedarf es solcher Kunstgriffe nicht.
Thomas Kürten, Februar 2009
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| Bartensen zu »Bill Moody: Solo Hand« | 05.09.2008 |
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| Rolf.P zu »Bill Moody: Solo Hand« | 27.02.2008 |
| Hannelore zu »Bill Moody: Solo Hand« | 26.04.2004 |

