Totenfrau von Bernhard Aichner

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2014 bei btb.
Folge 1 der Brünhilde-Blum-Serie.

  • München: btb, 2014. ISBN: 978-3-442-75442-7. 448 Seiten.
  • München: btb, 2015. ISBN: 978-3-442-74926-3. 464 Seiten.
  • [Hörbuch] München: Der Hörverlag, 2014. Gesprochen von Christian Berkel. ungekürzte Lesung. ISBN: 3844514155. 1 CDs.

'Totenfrau' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

Blum ist Bestatterin. Sie ist liebevolle Mutter zweier Kinder, sie besticht durch ihr großes Herz, ihren schwarzen Humor und ihre Coolness. Blum fährt Motorrad, sie trinkt gerne und ist glücklich verheiratet. Blums Leben ist gut. Doch plötzlich gerät dieses Leben durch den Unfalltod ihres Mannes, eines Polizisten, aus den Fugen. Vor ihren Augen wird Mark überfahren. Fahrerflucht. Alles bricht auseinander. Blum trauert, will sich aber mit ihrem Schicksal nicht abfinden. Das Wichtigste in ihrem Leben ist plötzlich nicht mehr da. Ihr Halt, ihr Glück. Durch Zufall findet sie heraus, dass mehr hinter dem Unfall ihres Mannes steckt, dass fünf einflussreiche Menschen seinen Tod wollten. Blum sucht Rache. Was ist passiert? Warum musste Mark sterben? Als sie die Antworten gefunden hat, schlägt sie zu. Erbarmungslos. Warum sie das tut? Warum sie dazu fähig ist? Die Antwort darauf liegt Jahre zurück. 

Das meint Krimi-Couch.de: »Ein Fotograf, ein Priester, ein Jäger, ein Koch, ein Clown...« 87°Treffer

Krimi-Rezension von Jürgen Priester

. …und Blum

Blum ist Blum. Kann nicht anders. Blum ist weiblich. Blum hasst ihren Vornamen, wie sie auch ihre Adoptiveltern gehasst hat. Allem hat sie sich zur rechten Zeit entledigt. Konsequent. Kompromisslos. Blum ist Ehefrau und Mutter. Glücklich, stolz, kompetent. Blum fühlt sich sicher, bis eines Morgens ihre heile Welt zusammenbricht.

Der österreichische Autor Bernhard Aichner ist ein Mann des klaren Wortes, des prägnanten Satzes, der einfachen Beschreibung. Sein stilistischer Minimalismus wird besonders in den Dialogen deutlich, die oft nur aus ein, zwei Worten im Wechsel bestehen, aber es bedarf auch nicht vieler Worte, wenn man die richtigen findet. Aichners Prosa fordert die Fantasie des Lesers und die provozierten Bilder stellen sich wie von selbst ein.

Der Rezensent kannte Bernhard Aichner bislang nicht, hatte aber über dessen Max-Broll-Reihe gelesen. Der bekannte Krimi-Kritiker Tobias Gohlis schrieb dazu: »Bei Bernhard Aichner balanciert das Lachen so nahe am Tod, dass es wie ein Heulen klingt, das gleich in Kichern umschlagen wird.« Noch ein Autor mit dem in den meisten Fällen polarisierenden, alpenländischen Humor? – fragte sich der Rezensent skeptisch. Totenfrau jedenfalls ist frei von irgendwelchen humoristischen Einlagen, doch in manchen Szenen kann Humor ein Rettungsanker für den geschockten Leser sein. Erinnerungen an Jeff Lindsays »Dexter-Morgan-Reihe« werden wach.

Der Klappentext verspricht eine außergewöhnliche Protagonistin in einem nicht alltäglichen Beruf, die, aus dem Kokon der familiären Sicherheit gerissen, ihren Rachegelüsten frönt. Nach der atemraubenden Lektüre kann man nur feststellen, mit Totenfrau ist Aichner ein Thriller-Highlight gelungen.

Blum (ihr Vorname ist Brünhilde – der Leidenschaft ihres Stiefvaters für deutsche Sagengestalten geschuldet) hat das Bestattungsinstitut ihrer verstorbenen Adoptiveltern übernommen und führt es zusammen mit einem Assistenten. Von Kindesbeinen an ist Blum mit diesem anspruchsvollen Gewerbe konfrontiert worden, was deutliche Spuren bei ihr hinterlassen hat. Blums Ehemann Mark arbeitet bei der Kripo in Innsbruck. Als er sich eines Morgens auf seinem Motorrad auf den Weg zur Arbeit begibt, wird er frontal von einem Jeep gerammt und erliegt seinen schweren Verletzungen. Der Fahrer des Wagens kann sich unerkannt aus dem Staub machen. Da die eingeschaltete Polizei keine anderen Hinweise hat, geht sie von einem Unfall mit Fahrerflucht aus. Das Fluchtfahrzeug kann nicht näher identifiziert werden.

Mit Marks Tod gerät Blums Leben völlig aus den Fugen. Allein die Existenz ihrer Töchter rettet sie vor einem finalen Absturz. Erst Wochen später fühlt sie sich in der Lage, die Sachen ihres Mannes in seinem Arbeitszimmer durchzugehen. Dabei stößt sie auf Gesprächsaufzeichnungen zwischen ihm und einer unbekannten Dunja, in denen diese ihre Leidensgeschichte erzählt. Unfähig, die Bedeutung dieser Gespräche zu erfassen, versucht Blum, mit Dunja Kontakt aufzunehmen. Als es ihr gelingt und Dunja ihre Anschuldigungen glaubhaft untermauern kann, ahnt Blum, dass Marks Tod alles andere als ein Unfall war. Männer mit Masken trieben ihre perversen Spiele und fürchten sich vor einer Bloßstellung.

Die besten und spannendsten Thriller sind doch die, die man wie einen Zug besteigt, ohne zu wissen, in welche Richtung die Reise geht. Aichners Totenfrau gleicht einem Höchstgeschwindigkeitszug, der den Reisenden in einen rauschähnlichen Zustand versetzt, ausgelöst durch ein Wechselbad der Gefühle. Zuerst bangt man um die körperliche Unversehrtheit der Protagonistin. Dazu gesellt sich bald die Furcht vor ihren unkalkulierbaren Energien, und am Ende findet man sich an einem Zielpunkt wieder, der einerseits Befriedigung verschafft, andererseits jedoch die eigene moralische Kompetenz in Frage stellt. Aichner hat die Handlung virtuos komponiert, mit kurzen Vor- und Rückblenden, mit traumartigen Sequenzen und Szenen, deren Harmlosigkeit nur in den Abgrund führen kann (Tarantino lässt grüßen). »Tit for Tat« kann zu einem grausamen Spiel ausarten.

In seiner Max-Broll-Reihe ist es ein Totengräber, in Totenfrau spielt eine Bestattungsunternehmerin die Hauptrolle. Man kann dem Autor einen Hang zum Morbiden nicht absprechen. Für den Hintergrund des vorliegenden Romans hat Bernhard Aichner ein halbes Jahr als Aushilfe in einem Beerdigungsinstitut gearbeitet. Die gewonnenen Erkenntnisse zeigen sich in der Schilderung der atmosphärischen Kühle des sogenannten Vorbereitungsraums oder der diversen Techniken der Reinigung und Präparation von Leichen. Da ist manche Tätigkeit dabei, deren Ablauf man gar nicht so detailliert beschrieben haben möchte. Man kann gut nachempfinden, mit welchen Problemen Blum als Kind zu kämpfen hatte.

Wie der btb-Verlag mitteilt, sind die Rechte an Aichners Roman schon in mehrere Länder verkauft worden, was durchaus nachvollziehbar ist, kann man ihn doch zu den ersten Thriller-Highlights des noch jungen Jahres zählen. Mit dem Express-Fahrstuhl geht es in die Abgründe des Lebens. Die Dynamik, die durch Aichners präzisen Schreibstil entsteht, sucht ihresgleichen. Eine Empfehlung an alle Thriller-Fans, die auf Tempo und Spannung stehen und nicht allzu zartbesaitet sind.

Jürgen Priester, März 2014

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Mag. Michael Pammer zu »Bernhard Aichner: Totenfrau« 13.07.2017
grausama,spannend,manchmal klischeehaft.ab Mitte des Buches konnte ich mir vorstellen, wie und wen sich Blum rächt.Trotzdem ist der Schluss überraschend.weniger Dramtik beim Rächen wäre realistischer gewesen, auch das niemand die Täter(in) der Morde sucht, geht an der Realität vorbei. ein bisschen Sex darf natürlich nicht fehlen. Der Beruf der Blum lässt ihre Rachemorde glaubwürdiger erscheinen.Gegen schluss ist eine Passage, in der Blum und Reza als ermordete Opfer auftauchen. Das habe ich nicht verstanden, den sie vollzieht den letzten Racheakt. Trotz Klischees und voraussehbarerem Ende, fand ich die Geschichte spannend und grausam. Gut gemacht und nicht verwirrend.Die Sorache mit kurzen Sätzen finde ich gut
tengel zu »Bernhard Aichner: Totenfrau« 06.06.2017
Habe Totenfrau als Hörbuch 'genossen' und muss schon sagen, dass es eines der spannendsten der letzten Zeit war, die ich gehört habe - und ich höre viele. Der Schreibstil ist tatsächlich gewöhnungsbedürftig, hat mir schlussendlich doch zugesagt bzw. ich habe mich daran gewöhnt. Auch Blum ist mir im laufe der Trilogie ans Herz gewachsen, wenn gleich auch mit schlechtem Gewissen.
Totenfrau ist mit Sicherheit nichts für 'empfindliche' Gemüter. Es geht schon gut ab darin, teilweise auch sehr beklemmend das Ganze. Die Geschichte ist heftig. Aber wie gesagt, wenn ich schon mal eine Autobahnausfahrt verpasse, dann will das was heißen...
trafik zu »Bernhard Aichner: Totenfrau« 23.04.2017
Es war mein erstes Buch von Bernhard Aichner. Im Vorfeld wurde dieses Buch hoch umjubelt. Ich kann nicht sehr viel positives berichten.
Der Schreibstil: Na Ja!
Sehr viele sinnlose Dialoge, die noch dazu zwei bis dreimal wiederholt werden. Völlig daneben.
Die Spannung: Mittelmässig bis keine.
Nur ein Thriller mit sehr viel Blut und vielen Toten. Die Hauptfigur gehört ja selber ins Krankenhaus und ins Gefängnis.
Diese Jubelschreie im Vorfeld verstehe ich überhaupt nicht. Schade, daß der derzeit erfolgreichste Autor aus Österreich einen solchen Mist schreibt. Als Österreicher darf ich dies sagen.
juancho78 zu »Bernhard Aichner: Totenfrau« 07.04.2017
um das als krimi zu bezeichnen, eindeutig zu wenig charakter und handlung, einfach ein blutiger thriller, extrem spannend geschrieben ja, aber zugleich auch lästig der stil. außerdem ist von anfang an klar, wer jetzt der "oberböse" ist... ziemlich billig alles zusammen, werd von aichner kein weiteres buch lesen
W. Danninger zu »Bernhard Aichner: Totenfrau« 29.03.2017
Über den Inhalt mag man streiten; Allerdings nicht, dass er so durchsichtig ist, dass man schon nach kurzem weiß, wer der "ganz Böse" ist und wie die Geschichte ablaufen wird.
Wenn dann gegen Ende auch für jeden klar ist, dass nun nur nach dieser "ganz Böse" beseitigt werden muss, wird zur Steigerung der Spannung ein kleines Kapitel eingeschoben, in dem sich die "Heldin" aussichtslos in dessen Gewalt befindet. Aber es gibt nun keinerlei Auflösung, wie sie freikommt, ob dies ein Alptraum war o.ä.; das dürfte dem Autor zu schwierig gewesen sein. Es geht einfach wie erwartet weiter bis zum Ende.
Zum Stil kann ich nur sagen: vergleichsweise ist der Stil der Bildzeitung hochwertig.
Zusammengefasst: das schlechteste Buch, das ich seit Jahren gelesen habe.
Alex zu »Bernhard Aichner: Totenfrau« 28.03.2017
Ich mag den Schreibstil von Aichner ungemein: kurze und knappe Dialoge - manchmal nur wenige Worte.

Seit langem einmal wieder eine Geschichte und eine Protagonistin die mich wirklich auf Dauer fesseln konnte, ohne sich in übermässig grausigen Details zu ergehen.

Auch wenn man so manches Mal Blum schütteln möchte und sich fragt, warum sie gerade DIESE Entscheidung getroffen hat, nimmt die Geschichte immer wieder eine unerwartetet Wendung, ohne konstruiert zu wirken.

Mein erstes Aichner Buch - und bestimmt nicht mein letztes !
Celine naujeck zu »Bernhard Aichner: Totenfrau« 07.01.2017
Ich finde die Bücher von Bernhart Aichner wirklich wunderbar geschrieben. Es lässt auch sehr viel Platz fü die menschliche Fantasie. Wir nehen das Buch auch zurzeit als s
Schullektüre durch und jeder einzelne der Klasse kann nur positives feedback dazu abgeben. Falls es einigen dennoch nicht gefallen sollte schlage ich vor einfach sich ein anderes Buch auszuwählen. Lg
Birne W. zu »Bernhard Aichner: Totenfrau« 18.10.2016
Noch nie ein Buch gelesen, das psychologisch so daneben ist. Die Figuren haben null Charakter oder Entwicklung.Der Schreibstil ist wie ein schulaufsatz.Der Plot ist hanebüchen.
Die Beschreibung der Morde wie in einer Boulevardzeitung.
Wirklich sehr schlecht...wenn nicht am Rande zum Schwachsinn...
Peinlich ist auch das selbstbeweihräuchernde Interview des Autors am Ende...wie in einer schlechten Illustrierten.
Gunthilde Muetzel zu »Bernhard Aichner: Totenfrau« 02.08.2016
In der heutigen Zeit von Terror und Rassismus gibt es schon genug Blut, Gräuel und Erbarmungslosigkeit da muß man nicht noch so ein entsetzliches Buch schreiben. Ich habe schon viele Krimis gelesen und auch Thriller, aber das buch habe ich nach zwei drittel text in den Müll geworfen. Es ist wirklich schrecklich.
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Carolina zu »Bernhard Aichner: Totenfrau« 24.07.2016
Der karge Schreibstil macht das Buch offensichtlich außergewöhnlich. Und die Begeisterung des Autors für grausliche Schilderungen der Aktivitäten der Brünhilde Blum.Alles ganz sicher nicht mein Geschmack! Ich habe in den letzten 50 Jahren alles an Kriminalromanen gelesen was es gab und gibt. Nicht alles hat mir gefallen, aber so einen Schmarrn hab ich noch nie gelesen.Das Buch ist gewaltsam auf originell geschrieben, was läßt ein Autor sich nicht alles einfallen um aus der Masse herauszustechen!Ich werd sicher die anderen Bücher de
s Autors nicht lesen und was er mit der Blum ansellen wird ist mir sowas von egal!
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