Riskante Rückkehr von Barry Eisler

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2006 unter dem Titel The last assassin, bei G. P. Putnam’s Sons.
Ort & Zeit der Handlung: USA / New York, 1990 - 2009.
Folge 5 der John-Rain-Serie.

  • New York: G. P. Putnam’s Sons, 2006 unter dem Titel The last assassin. 338 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Fischer, 2009. ISBN: 978-3-596-17644-1. 358 Seiten.

'Riskante Rückkehr' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

John Rain ist geschockt: Seine frühere Geliebte Midori soll in New York leben und ein Kind von ihm haben. Der Auftragskiller wittert eine Falle. Als er trotzdem dort auftaucht, bringt er Mutter und Kind in höchste Gefahr, denn seine Feinde warten schon auf ihn. Nur die attraktive Mossad-Agentin Delilah kann ihm jetzt helfen. Doch sie weiß: Wenn sie ihm hilft, wird sie ihn verlieren.

Das meint Krimi-Couch.de: »It’s a Hard Men\'s World« 80°

Krimi-Rezension von Wolfgang Franßen

Viele Autoren bemühen sich ihren Helden ein unverwechselbares Charisma zu verleihen, doch die wenigstens schaffen es, Charaktere so zu entwickeln, die sie abseits eines Police officers und seines desolaten Familienlebens samt Alkoholproblem eine Gestalt annehmen, die für sich steht, die länger als ein, zwei Romane hält, zu dessen dritten Aufguss der Leser nur greift, weil er sich einen raffinierten Fall erhofft.

Um Barry Eislers John Rain steht es nie gut. Am Ende tut sich zwar immer ein Silberstreifen am Horizont für ihn auf, aber erreicht er ihn auch? Als Tokio Killer gestartet, der sich auf die sanfte Art zu töten verstand, sich mit einer Vorliebe für Whiskey und Jazz als markanter Vertreter seiner Zunft auszeichnete, ist in dem fünften auf Deutsch erschienen Thriller Riskante Rückkehr ein Getriebener geworden. Seine Kunst, sich unsichtbar zu machen, Morde als natürliche Tode zu hinterlassen, hat gelitten. Er muss sich zunehmend auf das moderne Waffenarsenal verlassen.

»...und wir küssten uns wie zwei Ertrinkende, die wieder auftauchen und gierig nach Luft schnappen.«

Von der Art ist John Rains Leben. Zwischendurch taucht er auf und versinkt wieder im Chaos. Eigentlich ist John Rain zum Sterben verurteilt. Er wäre sicherlich längst tot, wenn er lange genug stehen bleiben würde, um ein Ziel zu bieten.

Halb Amerikaner, halb Japaner hat er sich dafür entschieden, sich zu verleugnen, sein Äußeres dem Osten anzupassen, wobei der Kopf stets westlich bleibt, trotz allem fernöstlichem Trainings im berühmten Kodokan International Judo Center in Tokio.

Schrödingers Katze – weder tot noch lebendig

Man muss mehrere Thriller von Barry Eisler gelesen haben, um zu wissen, dass John Rain zwar ein Einzelgänger ist, dass sein Leben aber immer wieder eine kleine Gruppe Menschen streift, die ihm verbunden sind. Nicht zuletzt Midori, seiner großen japanischen Liebe, zudem Jazzpianistin und mit dem Makel behaftet, dass Rain als Tokio Killer ausgerechnet ihren Vater ermorden musste. Was sie ihm verständlicherweise nicht ganz verziehen hat.

In Riskante Rückkehr erfährt John Rain nun, dass er mit Midori einen Sohn hat und dass die beiden ins Fadenkreuz von Yamaotos Rachsucht gerückt sind. Ausgerechnet dieser japanische Politiker – korrupt, mit der Yakuza verbandet, der sogar illegale Geschäfte mit den chinesischen Triaden treibt – geht davon aus, dass sich Rain an ihm rächen wird, weil Yamaoto dessen Freund Harry im zweiten Thriller hat ermorden lassen.

Barry Eisler, der ehemalige Mitarbeiter der CIA, hat lange in Japan gelebt, versteht es vortrefflich, seinen Helden zwischen den Welten zu demontieren. Das mit Spannung aufgeladene Chaos ist sein Metier. Am Anfang nehmen sich John Rains Pläne zumeist einfach aus. Im Verlauf der Geschichte entwickeln sich die Ereignisse dann leider nicht so, wie Rain es geplant hat. Am Ende geht es nur noch darum, den eigenen Hals aus der Schlinge zu ziehen.

Die Welt ist nun mal so, wie sie ist

Dabei geschieht es leider immer wieder, dass Menschen, die ihm nahestehen, in Gefahr geraten. Diesmal: die ihm entrückte Midori und die eifersüchtige Mossad-Agentin Delilah, die Rain gerne für sich in Anspruch nehmen würde. Eine schöner Wendung des Autors, dass sich ausgerechnet Delilah von Rain einspannen lässt, um der Mutter seines Sohnes durch ein waghalsiges Manöver zu helfen.
Das Leben könnte so schön sein. So einfach.

Barry Eisler hat eine gelungene Mischung aus politischem Sumpf, fernöstlicher Kultur, sanften, wie brutalen Tötungstechniken und freundschaftlichen Bindungen erfunden. Am Ende wird Rain gar einem Menschen aus dem Leben helfen, für den er eigentlich sein eigenes Leben opfern würde.

Ein sechster John-Rain-Thriller ist bereits abgeschlossen. Hoffen wir für den Tokio Killer, dass er seinen Streifen am Horizont zu fassen bekommt.

Wolfgang Franßen, Februar 2009

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M.Reinsch zu »Barry Eisler: Riskante Rückkehr« 21.11.2014
John Rain (der Tokio Killer), geniest sein Leben in Rio. Mit seiner ehemaligen Gegnerin Delilah (Auftragskillerin für amerikanische Geheimdienste) ist er eine mehr oder weniger feste Beziehung eingegangen und Aufträge nimmt er nur noch gelegentlich an.
In dieser „Entspannungsphase, erreicht Ihn eine Mitteilung seines alten Freundes Ishikura Tasuhiko (hohes Mitglied des Japanischen FBI): Seine ehemaligen Freundin Midori hätte ein Kind von Ihm geboren und lebe nun in New York. Völlig entgeistert reist John Rain nach New York nur um dort fest zu stellen, das sein alter Gegner Yamaoto Midori beschatten lässt um über Sie an Rain heran zu kommen. Während sich John mit den Schergen von Yamaoto herumschlägt und zu dem Schluss kommt, nur in dem er Yamaoto tötet wir er endlich Ruhe und Sicherheit für seine „neugefundene Familie“ finden, reist auch die eifersüchtige Delilah nach New York und verschlimmert die Lage, in dem Sie sich mit Midori triff um Diese ein zu schüchtern…
Als Leser ist man etwas durcheinander, wenn man nicht die ersten 4 Romane von Barry Eisler gelesen hat. Aber der Band kann auch für sich allein gelesen werden. Barry Eisler gewährt sehr tiefe Blicke in das Innere seines Helden und man lernt einiges Neues über diesen „eiskalten Killer“. Ganz nebenher werden auch viele lose Fäden aus den alten Romanen weiter geknüpft und so sieht man sich vielen Bekannten gegenüber und erlebt Ihre weiteren Verknüpfungen zu John Rain.
Der vorliegende Band ist eher ruhig, hat aber auch seien sehr gut choreografierten Kampfszenen und Eisler zeigt wieder einmal, wie viel er von all dem versteht, worüber er schreibt (Kampfsport, Japan, Yakusa usw.). Das in erster Person geschriebene Buch lässt den Leser sehr stark an seinem Protagonisten teil haben und so verschwindet man schnell zwischen den Seiten – wobei ich das Gefühl bekam, hier einen „Abschlussband“ in den Händen zu halten – aber band 6 ist schon auf dem Markt!
Fazit: Wieder ein sehr gelungener „Tokio-Killer“-Roman, der seinen Hauptprotagonisten fein seziert und dessen Innerstes präsentiert
Schrodo zu »Barry Eisler: Riskante Rückkehr« 21.05.2009
Als John Rain erfährt, dass seine Ex Freundin Midori ein Kind bekommen hat und er der Vater ist, reist er nach New York um seinen Sohn zu sehen. Durch dieses Treffen bringt er die beiden in Gefahr, da wie immer irgendein böser Bube hinter ihm her ist. Diesmal wieder der Triaden Chief Yamamoto.
Der fünfte Band um den einst lautlosen Killer John Rain beinhaltet wieder mal alles was zu einem spannenden Klassebuch gehört. Es ist einfach unglaublich wie Eisler es schafft über Jahre hinweg seinen Helden nicht langweilig erscheinen zu lassen. Auch in diesem Buch läuft es nach dem bewährten Muster. Erst wird die Lage auskundschaftet, dann geplant und anschließend umgesetzt. Bei Rain gibt es kein spontan. Alles wird durchdacht und genau das ist es was diese Bücher so spannend macht. Es ist mehr der Weg zum Ziel, als das Inferno selbst, das er anrichtet. Schade das nächste Buch kommt erst im März 2010 auf den Markt. Kaufen wird ich das dann auf alle Fälle.
Falcon zu »Barry Eisler: Riskante Rückkehr« 20.02.2009
Im fünften Band der Tokyo Killer Serie erleben wir wohl den emotionalsten John Rain seit je. Noch nie war die Zerrissenheit der geplagten Killerseele so sehr im Vordergrund.
Die Frage wem er vertrauen kann, seine ständige, ja fast paranoide Angst vor Feinden, und fehlende Freunde lassen Rain immer tiefer grübeln. Im vorliegenden Band geht es um das Verhältnis zu seiner früheren Geliebten Midori., und die sich daraus entwickelnden Schwierigkeiten
Dieses Verkettung der Ereignise kommt recht konstruiert daher. Eisler missbraucht sie gar um seine übliche Story drum herum aufzubauen. Daran schwächelt der Roman etwas.
Trotzdem gelingt es Eisler wieder dem Leser den Puls hochzujagen. Zu gut sind seine Aktionszenen, zu gut sind die Kampfszenen, zu gut sind die Nebenfiguren wie Dox, Deliah oder Tatsu. Zu gut sind auch seine exotischen Schauplätze und seine detaillierten Waffenbeschreibungen. Immer wieder findet er die Balance zwischen Aktionthriller und Leidensgeschichte.

John Rains Wesen, und wie er lernt sich langsam Freunde zu schaffen und anderen Menschen anzu vertrauen, ist im Band 4 jedoch viel subtiler und feiner dargestellt.

Wer noch nie einen John Rain Roman gelesen hat, sollte unbedingt damit anfangen. Am besten jedoch der Reihe nach.
aNDy zu »Barry Eisler: Riskante Rückkehr« 17.02.2009
Fast hätte ich nach dem fünften Teil gedacht es ist vorbei. Ich bin unglaublich erleichtert, dass schon ein sechster Teil fertig geschrieben ist! John Rain ist einfach der beste unter den Einzelgängern.
Spannende Geschichte, fremde Kulturen, ein gewisses Maß an Kompromißlosigkeit und Dox- das sind die Zutaten die ich so an dieser Reihe liebe.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
mase zu »Barry Eisler: Riskante Rückkehr« 20.01.2009
Das schönste am 5. Auftrag war für mich, dass ich exakt geliefert bekam, was ich von Eisler erwartet hatte. Auch im 5. Teil macht Eisler keine Experimente und spult sein gekonntes Repertoire ab. Erfüllte Erwartungen und Wiedererkennungswert sind sehr befriedigend.

Der Plot selbst läuft eigentlich immer nach dem gleichen Schema ab. Rains Auftrag läuft nicht ganz so einfach wie erwartet ab und so muss er sich mit seinem Partner Dox, der auch hier wieder auflockert und erheitert, und seinem Mossad-Liebchen den Weg „freischiessen“.

Ich werde mich wiederholen, wenn ich beschreibe, was mir am Tokio-Killer so gut gefällt. Es ist diese routinierte Gelassenheit eines Autors, der die Dinge über die er schreibt selbst kennt. Eislers Geschichte lebt nicht vom Actionkino mit lauten Explosionen oder wilden Verfolgungsjagden, sondern lässt sich die Protagonisten mit dem Problem der Ausführung des Auftrages auseinandersetzen. Es kommen zwar immer zahlreiche Morde vor, ab es steht das Auskundschaften im Vordergrund und nicht die blutende Leiche. Der Weg zum Mord ist das Ziel, nicht der Mord selbst.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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