Schweigegelübde von Barbara Bierach

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2018 bei List.
Ort & Zeit der Handlung: Irland / Sligo, 2010 - heute.
Folge 2 der Emma-Vaughan-Serie.

  • Berlin: List, 2018. 269 Seiten.

'Schweigegelübde' ist erschienen als E-Book

In Kürze:

Emma Vaughan, Inspector bei der Mordkommission in Sligo, an der verregneten irischen Nordwestküste, muss sich in ihrem zweiten Fall nicht nur mit ihrer Vergangenheit, sondern auch mit den Geistern der Gegenwart auseinandersetzen. Ein alter, nicht gelöster Fall scheint ihr beruflich das Genick brechen zu können, und zu allem Überfluss schickt ihr Boss sie zu einem Drogenscreening ins Krankenhaus. Doch der Chefarzt ist mehr an der Kommissarin als an der Patientin Emma interessiert: In letzter Zeit sterben auffällig viele Patienten. Emma beginnt zu ermitteln, aber niemand scheint ihr Auskunft geben zu können oder zu wollen. Als es zu einem weiteren Mord kommt, ist Emma klar, dass sie es mit einem alten Bekannten zu tun hat.

Ihre Meinung zu »Barbara Bierach: Schweigegelübde«

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TochterAlice zu »Barbara Bierach: Schweigegelübde« 11.04.2018
Die Mörderjägerin von Sligo: Das ist Ermittlerin Emma Vaughan, auch wenn sie im Moment ein bisschen schwächelt, nicht ohne eigene Schuld: ihren letzten Fall hat sie in den Sand gesetzt und ihr Chef meint zu wissen, dass das Drogenscreening, zu dem sie sich auf sein Geheiß ins örtliche Krankenhaus begeben muss, die Auflösung bringen wird. Und leider weiß Emma, dass dies der Wahrheit entspricht. Im Krankenhaus allerdings stößt sie auf eine wahre Mordserie, die zudem Zusammenhänge zu einem früheren Fall aufweist.

Wie der erste Fall, Lügenmauer ist dies eindeutig eine Lektüre für Krimifreunde, die das Besondere, Atmosphärische lieben, vielleicht auch einen etwas fremd anmutenden Touch. All das wird hier geboten, denn die Reihe der deutschen Autorin Barbara Bierach spielt im irischen Sligo, wo sie sich bestens auskennt - die irische Kleinstadt ist nämlich seit einigen Jahren ihr Wohnort. Den sie aufs Eindringlichste zu beschreiben vermag, ebenso wie ihre Figuren ganz besonders authentisch rüberkommen. Beschreibungen sind also eine ganz klare Stärke der Autorin und machen diesen Band zu einer empfehlenswerten Lektüre für Leser, die Krimis der besonderen Art mögen und sich gerne nebenher ein paar historische bzw. gesellschaftspolitische Infos "draufschaufeln". Auch wenn das Ende ebenso wie bei "Lügenmauer", dem ersten Band, aus meiner Sicht ausgesprochen überraschend und für einen Krimi durchaus unkonventionell war, geht das zeitweise auf Kosten der Spannung. Denn die eigentlichen Todesfälle in "Schweigegelübde" sind nicht allzu spektakulär.

Die charismatische Polizistin Emma Vaughan, die zwar irische Wurzeln hat, aber in New York aufwuchs, ist auf jeden Fall ein großer Gewinn für die internationale Krimi- und Ermittlerlandschaft. Eine ungewöhnliche Frau, die in Irland oft aneckt, sich überall durchkämpfen muss, an den richtigen Stellen aber durchaus Diplomatie walten lässt und vieles aus einer Perspektive sieht, aus der auch die meisten Leserinnen es wahrnehmen werden - also eine Identifikationsfigur, die mich auf eine baldige Fortsetzung einer möglichen neuen Krimireihe hoffen lässt. Eine Reihe, der auch die ein oder andere humorvolle Sequenz nicht fehlt!
StephanieP zu »Barbara Bierach: Schweigegelübde« 08.04.2018
Emma Vaughan arbeitet bei der Mordermittlung. Eines Tages wird sie von ihrem Vorgesetzten zu einem Drogentest ins Krankenhaus geschickt. Der dortige Chefarzt berichtet Emma von auffällig vielen Sterbefällen unter den Patienten. Emma beginnt zu ermitteln, was sich allerdings sehr schwierig gestaltet, da ihr niemand Auskunft gibt. Als ein weiterer Mord geschieht wird Emma klar, dass der Täter ein alter Bekannter ist.

Barbara Bierachs Schreibstil ist flüssig und einfach zu lesen. Die Autorin kann zwar schnell Spannung aufbauen, allerdings leider nicht durchgehend halten. Als Leser hat man den Eindruck, dass die Autorin versucht mehrere Fälle in einem Buch zu vermischen. Dies hat zur Folge, dass kein einziger der Fälle wirklich spannend ist. Ganz im Gegenteil sind vor allem die Mordfälle im Krankenhaus sehr vorhersehbar. Ebenso waren der Täter im Krankenhaus und sein Motiv keine wirkliche Überraschung.

Die einzelnen Protagonisten sind authentisch. Besonders sympathisch war mir Emma Vaughan. Dies lag nicht zuletzt daran, dass auch auf Emmas Privatleben eingegangen wird, ohne, dass dies Überhand gewinnt. Im Großen und Ganzen finde ich die Bezüge zum Privatleben gelungen, allerdings war es mir gemischt mit den Kriminalfällen etwas zu viel undterschiedliches.

„Schweigegelübde“ ist der zweite Teil rund um Emma Vaughan. Im aktuellen Band wird immer wieder Bezug auf den Vorgänger genommen. Da ich den ersten Teil nicht kenne, wurde mein Lesefluss dadurch immer wieder beeinträchtigt, da ich die Hinweise auf den vorherigen Band zum Teil nicht komplett verstanden habe. Aber im Großen und Ganzen bin ich dennoch gut in die Handlung gekommen und konnte ihr beinahe problemlos folgen.

FAZIT:
„Schweigegelübde“ konnte mich persönlich leider nicht komplett überzeugen. Meiner Meinung nach wurden zu viele Fälle und zu Emmas Privatleben in einem Buch eingebaut. Aus diesem Grund konnte die Spannung nicht durchgehend gehalten werden. Ich vergebe 3 Sterne!
Büchermaulwurf zu »Barbara Bierach: Schweigegelübde« 27.03.2018
Leider nur mäßig spannend und vorhersehbar

„Schweigegelübde“ ist bereits der zweite Band mit der irischen Polizistin Emma Vaughan aus Sligo/Irland.
Ein befreundeter Arzt bittet sie diesmal um Hilfe, denn im Sligo General Hospital geht ein Todesengel um, der schon einige Opfer gefordert hat. Außerdem holt sie ein alter ungelöster Fall wieder ein.

Man kann den zweiten Band sehr gut lesen, ohne den ersten zu kennen. Im zweiten Band wird der ungelöste Fall aus Band eins in einem Nebenstrang wieder aufgegriffen und man erfährt soviel darüber, dass es sich erübrigt, den ersten Band noch zu lesen. Man sollte also am besten die Reihenfolge einhalten und mit dem ersten Band beginnen.

Emma ist eine sympathische Ermittlerin, die im Privatleben allerdings mit vielen Problemen zu kämpfen hat. Als Frau muss sie sich unter überwiegend männlichen Kollegen bei der Polizei behaupten. Das sie Protestantin und noch dazu geschieden und alleinerziehend ist, macht die Sache nicht einfacher im streng katholischen Irland. Nach einem Unfall leidet sie an chronischen Schmerzen und nimmt starke Schmerzmittel (eigentlich zu viele). Deswegen schickt sie ihr Chef zum Drogenscreening ins Krankenhaus. Sorgen bereiten ihr außerdem ihr halbwüchsiger Sohn und ihr Exmann, der wegen seiner Beziehungen zur IRA im Untersuchungsgefängnis sitzt. Nicht nachvollziehen konnte ich allerdings ihre Schmerzmittelsucht (und dass sie beschlagnahmte Tabletten in der Asservatenkammer entwendet) und ihre Alleingänge.

Im Buch werden unabhängig voneinander zwei Fälle ermittelt bzw. gelöst.
Einmal der aktuelle Fall des Todesengels im Krankenhaus. Hier ermittelt das ganze Team und der Täter steht nach ca. 200 Seiten fest. Die Auflösung war jedoch keine Überraschung für mich, hatte ich doch recht früh einen Verdacht, der sich dann auch bestätigte. Mir ging das ein bisschen zu schnell und abrupt, überraschende Wendungen Fehlanzeige.
Auf den letzten 70 Seiten ging es dann nochmal um den alten Fall von Emma (hier ermittelt sie alleine),wobei es bei diesem zu einer überraschenden Wendung kam und die Spannung doch noch einmal anstieg.
Der alte Fall und dessen Auflösung hat mir damit deutlich besser gefallen, als der Todesengelfall, in dem der Täter zu früh zu erahnen war und damit die Spannung verloren ging.

Mein Fazit:
„Schweigegelübde“ ist ein netter Irlandkrimi für zwischendurch, der jedoch vorhersehbar und nur mäßig spannend ist und mit wenig Überraschungen aufwartet. Die irische Atmosphäre und die Auflösung des alten Falls machen jedoch einiges wieder gut.
Barbara62 zu »Barbara Bierach: Schweigegelübde« 26.03.2018
Mit Emma Vaughan, Inspector bei der irischen Polizei im 25 000 Einwohner-Städtchen Sligo an der Westküste, möchte man nicht tauschen. Die alleinerziehende Mutter eines Teenagers hat es schwer, Beruf und Erziehung unter einen Hut zu bringen. Ihr Ex-Mann, von dem sie sich aufgrund häuslicher Gewalt längst hat scheiden lassen, sitzt wegen seiner Vergangenheit bei der IRA in Untersuchungshaft und es droht eine Anklage wegen Terrorismus. Ihm verdankt sie auch ihre Schmerzmittelabhängigkeit, denn die Folgen eines Autounfalls zehn Jahre zuvor bekämpft sie regelmäßig mit Oxycodon, einem verschreibungspflichtigen Medikament, das sie sich auch schon illegal aus der Asservatenkammer beschafft hat. Das ausstehende Ergebnis eines von ihrem Chef angeordneten Drogentests schwebt daher wie ein Damoklesschwert über ihr. Zu allem Überfluss interessiert ihr Kollege James Quinn sich mehr für die junge Empfangssekretärin als für sie und der ungelöste sogenannte Fitzpatrick-Mord an einem protestantischen Vikar, Gegenstand von Band eins, "Lügenmauer", hat ihr Kritik und eine Strafversetzung eingebracht. Doch wenigstens die wird aufgehoben, als aus dem Sligo General, dem örtlichen Krankenhaus, ein Hinweis auf verdächtige Todesfälle kommt. Acht Patienten sind dort innerhalb kurzer Zeit ohne diesbezügliche Vorerkrankung an Herzversagen gestorben. Schnell erhärtet sich der Verdacht, dass ein Todesengel am Werk ist, und Emma darf in die Detective Unit zurückkehren.

Ich hatte mich aufgrund eines vergangenen und eines bevorstehenden Irland-Urlaubs besonders wegen des landeskundlichen Flairs für diesen Krimi entschieden. Da die Autorin Barbara Bierach in Sligo lebt, hatte ich auf viel Lokalkolorit gehofft und bin in dieser Beziehung voll auf meine Kosten gekommen. Landschaftsbeschreibungen, teils ernsthafte, teils komische Beobachtungen über die Eigenheiten der Iren und die Nachwirkungen der unruhigen Vergangenheit des Landes spielen neben der Krimihandlung eine zentrale Rolle in diesem komplexen Buch. Die Ermittlerin Emma Vaughan, eine Frau, die mit beiden Beinen auf dem Boden steht, die nichts von Esoterik hält, auch mal unkonventionell arbeitet, gegen Dienstvorschriften verstößt, und der Menschen wichtiger sind als Fallstatistiken, war mir von Anfang an mit all ihren Schwächen sympathisch.

Es klingt vielleicht seltsam, aber die im Verlagstext im Vordergrund stehenden Krankenhausmorde hatten für mich keine zentrale Bedeutung, zumal ich die Auflösung schon relativ früh erahnt habe. Viel interessanter war der ungelöste Fitzpatrick-Mord, dessen Motiv tief in die Abgründe der 1960er-Jahre zurückreicht und ein tragisches Stück irischer Geschichte enthüllt. Die diesbezüglichen Ermittlungen führen im letzten Drittel des Krimis zu einer dramatischen Zuspitzung, viel mehr als die Mordserie im Krankenhaus. Obwohl ich erst mit diesem zweiten Band in die Serie eingestiegen bin, konnte ich diesem Handlungsstrang problemlos folgen. Ich werde nun aber Band eins nachholen und bin auch in Zukunft gerne wieder in Sligo dabei.
HexeLilli zu »Barbara Bierach: Schweigegelübde« 21.03.2018
Nach dem Krimi Lügenmauer nun der zweite Fall für die Mordkommission in Sligo (Irland).
Da Emma Vaughan nach einem schweren Autounfall immer noch starke Schmerzmittel nimmt, wird sie von ihrem Chef zu einem Drogentest ins Krankenhaus geschickt. Hier sterben in letzter Zeit ungewöhnlich viele Patienten an einem hoch dosierten Herzmittel.
Schönes Cover mit Landschaft und dem Zusatz Irland Krimi, gefällt mir gut. Der Anfang des Buches begann sehr vielversprechend. Für mich brauchte Emma allerdings viel zu lange um den Täter zu überführen. Mit etwas Nachdenken hätte sie es wesentlich eher geschafft. Aber mit Denken hat sie es scheinbar nicht so. Weshalb will sie sonst den noch nicht abgeschlossenen Fall im Alleingang lösen. Wie kann sie nur glauben einen mehrfach Mörder alleine zu überführen?
Diese Seiten fand ich eigentlich nur noch langatmig. Hat hier die Autorin gemerkt dass das Buch noch nicht genug Seiten hat? War mir zu Anfang die Hauptfigur noch sympathisch hätte ich sie später einfach nur noch schütteln mögen.
Der Schreibstiel hat mir sehr gut gefallen, flüssig zu lesen.
Ich denke wir werden noch mehr von Emma hören und lesen.
MissNorge zu »Barbara Bierach: Schweigegelübde« 21.03.2018
Band 2 mit Emma Vaughan, Inspector bei der Mordkommission in Sligo (irische Nordwestküste)
Der Irland-Krimi beginnt spannend, doch leider wird einem ziemlich früh klar gemacht, durch vielerlei Hinweise, wer der Täter ist. Durch diese Tatsache hat sich der Plot danach nur noch wie ein Ermittler-Roman gelesen. Ein Fall abgeschlossen, der nächste Fall her. Toll finde ich, das die Autorin das irische Lebensflair gut beschrieben hat. Da bekommt man sofort Lust die Koffer zu packen und auf die Grüne Insel zu reisen. Emma Vaughan selbst, bleibt mir immer etwas fremd und kühl. Sie hat es auch nicht leicht als alleinerziehende Mutter eines Teenager-Sohnes, mit Vollzeitjob und mit einem Ex-Mann an der Backe, der aufgrund seiner IRA-Vergangenheit vorerst im Knast sitzt. Von ihrem Tablettenkonsum ganz zu schweigen. Der Schreibstil ist wieder gut und flüssig zu lesen, aber Band 1 "Lügenmauer" hat mir einen Ticken besser gefallen.
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