Die Rache des glücklichen Mannes von Arto Paasilinna

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1997 unter dem Titel Onnellinen mies, deutsche Ausgabe erstmals 2002 bei Lübbe. 200 Seiten. ISBN-10: 3-404-92118-6, ISBN-13: 978-3-404-92118-8.
Ort & Zeit der Handlung: Finnland, 1990 - heute.

'Die Rache des glücklichen Mannes' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Der Brückenbaumeister Akseli Jaatinen soll in der finnischen Provinz eine Brücke bauen. Jaatinen ist auf den ersten Blick kein Sympathieträger auf jeden Fall nicht bei der Dorfprominenz. Die hält ihn einmal für einen ausgemachten Faulpelz, ein anderes Mal für einen grässlichen Sklaventreiber. Badet Jaatinen nackt im Fluss, wird er wegen unsittlichen Verhaltens vom Dorfprobst gerügt. Badet er nicht, ist das noch viel schlimmer. Er kann es keinem Recht machen. Doch Jaatinen weiß sich zu wehren. Durch einen raffinierten Trick lässt er sich zum Gemeindevorsitzenden wählen und hat das Dorf bald fest in seiner Hand …

Das meint Krimi-Couch.de: »Typisch finnischer Humor« 61°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Der Brückenbauingenieur Akseli Jaatinen wird mit dem Bau einer Brücke in der finnischen Provinz beauftragt. Bei seinen Arbeitern ist er sehr beliebt, und die Arbeit geht mehr als zügig voran. Bei der Dorfprominenz jedoch stößt Jaatinen auf Ablehnung und Schwierigkeiten. Lässt er seinen Arbeitern Freiraum, so wird ihm Verbrüderung vorgeworfen. Geht die Arbeit schnell voran, so gilt er als Sklaventreiber.

Der Gemeindevorsteher Jäminki, Baumeister Kainulainen, der Probst Roivas und Kommissar Kavonkulma werfen dem Ingenieur, wo immer es geht, Knüppel zwischen die Beine, doch dieser lässt sich nichts gefallen. Zur Eskalation kommt es, als Jaatinen auf dem Mittsommerfest mit der schönen Gemeindesekretärin flirtet. Es entwickelt sich ein heftiger Streit und Jaatinen wird kurzerhand ins Gefängnis gesteckt und verprügelt.

Als Jaatinen dann auch noch die Frau des Schuldirektors verführt, ist das Maß voll. Er wird bei der Verkehrsbehörde angeschwärzt und verliert seinen Job. Trotz allem gelingt es ihm noch, das Bauwerk planmäßig fertig zu stellen.

Und dann schlägt er mit raffinierten Tricks zurück. Als er erfährt, dass die Gemeinde ein Wasser- und Abwassernetz sowie eine Kläranlage bauen will, beteiligt er sich unter seinem eigenen Namen an der Ausschreibung in dem festen Wissen, dass man ihm niemals den Auftrag erteilen wird. Zusätzlich reicht er jedoch ein wesentlich teureres Angebot unter dem Namen seiner bereits vorher gegründeten Firma »Nordische Beton und Lehm« ein, dass dann auch den Zuschlag erhält.

Nach und nach gelingt Jaatinen geschickt die Rache an jedem einzelnen seiner Feinde und schon bald hat er das gesamte Dorf in seiner Hand und zieht die Fäden, wie er will.

Mit typisch finnischem Humor, wie man ihn z.B. aus Kaurismäkis Filmen kennt, schildert Paasilinna die Geschichte eines einfachen und sympathischen Mannes, der als Außenstehender in die bestehende festgefügte Dorfgemeinschaft eindringt. »Die Rache des glücklichen Mannes« ist in keiner Weise Kriminalroman, sondern eine Abrechnung mit der finnischen Gesellschaft, in der sich beide Seiten mit mehr oder weniger bösartigen Tricks gegenseitig zu übertreffen suchen.

Mit seiner Satire zeigt der Autor deutlich die Geschäftspraktiken in der Politik auf. Die hier im Kleinen gezeigte Vorgehensweise mit dem langsamen planvollen Aufbau von einzelnen Personen und der Beeinflussung des Volkes mit einfachsten Mitteln lässt sich problemlos auf die große Politik projizieren.

Ich muß jedoch zugeben, nach dem Lesen der Klappentexte und einiger Kritiken von Paasilinnas Büchern hatte ich mir wesentlich mehr erwartet. Von »skurrilen Gestalten und finsterschwarzem Humor« lässt sich nur in Ansätzen etwas erahnen. Der finnische Autor erzählt eine nette Geschichte mit Don-Camillo-ähnlichen Zügen, mehr aber auch nicht. Zu glatt läuft alles, was sein Protagonist anpackt. Die wenigen Stolpersteine, die man ihm in den Weg legt, lassen zu keinem Zeitpunkt wirklich Spannung aufkommen.

Etwas interessanter wird es erst gegen Ende, als der bis dahin nur positive Jaatinen auch ein paar negative Züge verpasst bekommt. Doch der Wandel zum Macho fällt viel zu harmlos aus, um den Einfluß von zu viel Macht auf den Charakter eines Menschen deutlich aufzeigen zu können.

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Emilia L. zu »Arto Paasilinna: Die Rache des glücklichen Mannes« 19.02.2005
Ich wurde gern dazu eins sagen: es hat mir naturlich gefallen, doch zugegeben , im Vergleich mit ,,das Jahr des Hasen,, war das eher einfallslos. Aber trotzdem war es amusant, wie jeder seiner(artos)
Bucher, nicht wahr?
Gerd Scherm zu »Arto Paasilinna: Die Rache des glücklichen Mannes« 30.05.2003
Hervorragende Story, packend erzählt. Ein Lesevergnügen!
1 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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