Das Zeichen der Vier von Arthur Conan Doyle

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1890 unter dem Titel The sign of the Four, deutsche Ausgabe erstmals 1902 bei Lutz.
Ort & Zeit der Handlung: , 1870 - 1889.

  • London: Lippincott, 1890 unter dem Titel The sign of the Four. 239 Seiten.
  • Stuttgart: Lutz, 1902. Übersetzt von Richard Gutschmidt. 239 Seiten.
  • Bern: Scherz, 1948. Übersetzt von ?. 184 Seiten.
  • Hamburg: Blüchert, 1961. Übersetzt von Tatjana Wlassow. 188 Seiten.
  • Frankfurt am Main; Berlin: Ullstein, 1970. Übersetzt von Tatjana Wlassow. 164 Seiten.
  • Bern; München; Wien: Scherz, 1985. Übersetzt von Renate Wyler. ISBN: 3-502-51038-5. 140 Seiten.
  • Zürich: Haffmanns, 1988. Übersetzt von Leslie Giger. ISBN: 3-251-20027-5. 164 Seiten.
  • Zürich: Haffmanns, 1989. Übersetzt von Leslie Giger. ISBN: 3-251-01059-X. 164 Seiten.
  • Zürich: Haffmanns, 1990. Übersetzt von Leslie Giger. ISBN: 3-251-20101-8. 164 Seiten.
  • Bern; München; Wien: Scherz, 1998. Übersetzt von Renate Wyler. ISBN: 3-502-51668-5. 140 Seiten.
  • Zürich: Kein und Aber, 2005. Übersetzt von Leslie Giger. ISBN: 303695144X. 164 Seiten.
  • Frankfurt am Main; Leipzig: Insel, 2007. Übersetzt von Leslie Giger. ISBN: 978-3458350149. 196 Seiten.
  • [Hörbuch] Frechen: Delta Music, 2005. Gesprochen von Peter Lieck. ISBN: 3865381154. 4 CDs.

'Das Zeichen der Vier' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Vier Jahre nach dem rätselhaften Verschwinden ihres Vaters hat Mary Morstan anonym ein Geschenk erhalten: eine sehr große, prächtige Perle. Dies hat sich Jahr für Jahr wiederholt. Doch nun ist die Aufforderung an sie ergangen, sich noch am selben Abend mit dem unbekannten Spender vor dem Lyceum Theatre zu treffen. Holmes und Watson willigen ein, Miss Morgan zum geheimnisvollen Rendezvius zu begleiten. Und damit beginnt die Suche nach dem unermeßlichen, doch todbringenden Agra-Schatz, die mit einer nächtlichen Verfolgungsjagd auf der Themse ihren Höhepunkt.

Das meint Krimi-Couch.de: »Eine überzeugende Leichtigkeit, die allen Pastiches fehlt« 85°Treffer

Krimi-Rezension von Michael Drewniok

Sherlock Holmes in The Sign of the FourHerbst 1888  London im Nebel, selbst das Verbrechen rührt sich nicht. Gelangweilt tröstet sich der Beratende Detektiv Sherlock Holmes mit dem Inhalt seines Kokainfläschchens, als ihn endlich ein neuer Fall schlagartig zur Abstinenz bringt: Der jungen Mary Morstan wird schon seit sechs Jahren an jedem Geburtstag eine wertvolle Perle zugeschickt. Nun hat sich der bisher anonym gebliebene Wohltäter an sie gewandt und lockt mit Informationen über das Schicksal ihres vor Jahren verschollenen Vaters. Captain Morstan, der in Indien stationiert gewesen war, habe dort einen enormen Schatz gefunden, um den er und damit auch seine Tochter freilich geprellt worden seien. Nun sei der Tag der Gerechtigkeit gekommen.

Dem Treffen möchte Mary verständlicherweise nicht ohne Beistand beiwohnen. Holmes, den die verwickelte Vorgeschichte fasziniert, erklärt sofort seine Unterstützung. Dr. John Watson, sein Freund, Chronist und inoffizieller Assistent, steht ihm zur Seite, zumal er sich auf den ersten Blick in die neue Klientin verliebt hat. Die Spur führt das Trio zunächst zum exzentrischen Thaddeus Sholto, der sich als Sohn des Mannes zu erkennen gibt, der Captain Morstan einst nicht nur betrogen, sondern auch umgebracht hat. Des auf diese Weise ertrogenen Schatzes konnte sich der alte Sholto freilich nicht lange erfreuen: Außer Morstan waren noch andere eingeweiht gewesen – wie viele dies waren, ließ sich einem Zettel entnehmen, der sich bei der Leiche des von Verfolgungsängsten getriebenen und vor seiner Zeit verstorbenen Sholto fand: »Das Zeichen der Vier« stand dort geschrieben.

Ein Mann mit Holzbein und ein Urwelt-Zwerg

Sherlock Holmes in Das Zeichen der VierSeither hütet Thaddeus’ vom väterlichen Geiz infizierte Bruder Bartholomew den Schatz. Geerbt hat er allerdings auch dessen unheimlichen Verfolger: einen Mann mit Holzbein und einen Urwelt-Zwerg, der mit vergifteten Blasrohrpfeilen schießt. Dieses mörderische Duo hat den unglücklichen Bartholomew schon gefunden, als Mary Morstan mit ihren Begleitern im Sholto-Haus auftaucht, um Gerechtigkeit und ihren Anteil zu fordern. Da die Polizei wie immer hilflos im Kreise tappt, setzt Holmes die Suche fort. Es entspinnt sich eine Jagd kreuz und quer durch die verwinkelten Gassen des viktorianischen London, welche die bekanntlich beachtlichen Geisteskräfte des großen Detektivs aufs Äußerste beansprucht und in einer tollkühnen Verfolgung per Dampfboot über die nächtliche Themse gipfelt …

Kaum drei Jahre liegen zwischen »Das Zeichen der Vier« und Eine Studie in Scharlachrot, dem ersten Roman um Sherlock Holmes und Dr. Watson. In dieser Zeit hat Verfasser Arthur Conan Doyle ganz offensichtlich eine Menge in Sachen Plotentwicklung und Handlungsführung gelernt. Während »Eine Studie ...« praktisch in zwei separate, nur notdürftig miteinander verbundene Segmente zerfiel, erzählt »Das Zeichen der Vier« tatsächlich eine klassische Geschichte mit Anfang, Hauptteil und Schluss.

Doyle geht auf Nummer Sicher und stellt für jene Leser, die »Eine Studie ...« bereits vergessen haben, noch einmal Sherlock Holmes und die Kunst der kriminalistischen Deduktion vor. Das gelingt ihm erneut meisterlich, zumal es mit der erstaunlichen, von fanatischen Sherlockisten nicht gern in den Vordergrund gestellten Eröffnung einhergeht, dass Mr. Holmes ein Fixer ist. Um 1890 war dies verpönt, aber nicht strafbar, obwohl Dr. Watsons mahnende Worte verraten, dass man um die schädlichen Nebenwirkungen der Droge schon wusste.

Sherlock Holmes in The Sign of the FourAber dann betritt Mary Morstan die Szene, und das Spiel – so Holmes – beginnt. Auch dieses Mal bringt tief in der Vergangenheit wurzelndes Unrecht die Dinge ins Rollen, aber die Handlung verharrt ganz im Hier und Jetzt – ein doppeltes Vergnügen aus heutiger Sicht, denn Doyle glänzt mit stimmungsvollen Impressionen aus der viktorianischen Themse-Metropole, die für ihn alltägliche Lebensstätte war. Dieses Zeitzeugenschaft verleiht den »echten« Holmes-Romanen jene überzeugende Leichtigkeit, die den unzähligen Pastiches der Zukunft in der Regel abgeht.

Noch etwas hat sich geändert: »Im Zeichen der Vier« nimmt den Leser mit auf eine ebenso ausgedehnte wie turbulente, gut getimte Verfolgungsjagd durch den Mittelteil. Hier gibt es keine Verzögerungen, sondern klug gesetzte Verschnaufpausen, in denen uns Doyle wie nebenbei wichtige Informationen liefert, bevor es mit frischer Kraft weitergeht. Das Finale auf der Themse ist sogar Action pur, wie sie Hollywood nicht dramatischer in Szene setzen könnten.

In letzter Minute Rückfall in alte Sünden

In letzter Minute fällt Doyle dann doch in alte Sünden zurück. Er lässt den gefassten Schurken langatmig die Geschichte des Agra-Schatzes erzählen, statt diese ebenfalls nach und nach in die Handlung einfließen zu lassen, und nimmt dieser dadurch die Dynamik, mit der sie bisher vorangetrieben wurde. Immerhin macht es Doyle kurz und beweist zu guter Letzt einen gut entwickelten Sinn für seifenoperliche Happy-Ends, als er Dr. Watson seine Verlobung und anstehenden Auszug aus der Baker Street Nr. 221b verkünden lässt: ein gelungener Cliffhanger, der neugierig werden lässt, was nun aus unseren Detektiven wird.

Sowohl Sherlock Holmes als auch Dr. Watson haben bereits zu jener Form gefunden, die sie unsterblich werden ließ. Das Zusammenspiel ist harmonisch und lässt wiederum erkennen, dass Watson weit mehr als der an Lesers Statt staunende Depp und Holmes’ Wasserträger ist; wieso hätte ihn der Detektiv wohl sonst postwendend für einen neuen Fall zwangsrekrutiert, als der gute Doktor sich in der Baker Street blicken ließ? Trotz aller gebotenen viktorianischen Gefühlskühle lässt Doyle zudem immer wieder durchscheinen, dass Sherlock Holmes beileibe keine Denkmaschine, sondern ein komplexer Charakter mit zwar sorgsam verborgenen, aber sicherlich präsenten Emotionen ist; diesen Aspekt nahm er später hin und wieder übrigens wieder zurück, wenn es einer Geschichte dienlich war. (Doyle nahm es mit der Kohärenz oder der Chronologie seiner Holmes-Saga übrigens nicht annähernd so genau wie ihre fanatischen Anhänger.)

Doyle nimmt die Chronologie nicht ganz so ernst

Sherlock Holmes in The Sign of the FourRecht lebensecht wirkt auch der holzbeinige Übertäter Small (der sicherlich Züge des legendären Long John Silver aus Robert Louis Stevensons »Treasure Island«/»Die Schatzinsel« von 1883 trägt), der konsequent sein Schurkenspiel treibt und sich ohne Reue als guter Verlierer zeigt, dem sogar seinen sittenstrengen Häschern widerwillige Anerkennung zollen. Mit der Figur des Insulaners Tonga entlarvt sich Doyle unfreiwillig als typischer Repräsentant des britischen Empires, dessen göttliche Mission es ist, sich die Welt untertan zu machen, die ausserhalb des Mutterlandes nur von Wilden, Heiden, Hunnen und »schwarzen Teufeln« bevölkert wird, welche ohne strenge Führung ohnehin nichts Rechtes mit ihr anzufangen wissen.

Miss Morstan neigt zwar in kritischen Situation zu Ohnmachtsanfällen (wie es sich einer Lady ziemt), aber sie ist trotzdem nicht das typische Doylesche Weibchen, das Hände ringend primär vor irgendwelchem Ungemach gerettet werden muss, sondern verfügt über Willensstärke und Köpfchen, wie sogar Sherlock Holmes, der unverbesserliche Chauvinist, widerwillig eingesteht. Athelny Jones gibt den aufgeblasenen, unbelehrbaren Polizisten, in dessen Anwesenheit das Licht des Meisters Holmes um so heller strahlt; Doyle spricht hier auch der zeitgenössischen Öffentlichkeit aus der Seele, die nicht vergessen hatte, dass die ohnehin kaum für ihre kriminalistischen Leistungen bekannte Polizei erst vor etwa einem Jahr, im Spätherbst 1888, den Serienmörder Jack the Ripper nicht fassen konnte.

Ihre Meinung zu »Arthur Conan Doyle: Das Zeichen der Vier«

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benfi zu »Arthur Conan Doyle: Das Zeichen der Vier« 04.07.2012
Der zweite Roman um die Spürnase Sherlock Holmes und seinen Mitbewohner Dr. Watson bringt einige neue Facetten um die beiden Charaktere mit sich, wie zum Beispiel Holmes' Kokaingenuß. Ansonsten ist dieser eigentlich interessante und spannende Kriminalfall nach derselben Schablone wie der Erstling 'Eine Studie in Scharlachrot' aufgebaut. Der Einführung in den Fall folgen die Taten des Detektives bis hin zur Aufklärung und im zweiten Teil wird die abenteuerliche Geschichte des Täters erzählt. Wie erwähnt ist die Geschichte spannend und die Herangehensweise an der Aufklärung durch Sherlock Holmes liest sich wieder einmal vorzüglich, aber dies bekannte Schema lässt diesen Krimi doch hinter dem Erstling des Autors Sir Arthur Conan Doyle stehen! 80°
rolandreis zu »Arthur Conan Doyle: Das Zeichen der Vier« 11.08.2011
Auch hier wieder der klassische Aufbau des Buches. Erst der Fall gegliedert in "Um was geht es" und dann die Ermittlungen von Holmes und Watson. Im letzten Drittel dann wieder die Hintergründe zum Fall. Trotz allem ein Klassiker den man schnell lesen kann (154 Seiten). Von mir gibt es 75 Punkte für dieses Buch.
Nomadenseele zu »Arthur Conan Doyle: Das Zeichen der Vier« 14.11.2010
Im Gegensatz zur *Studie in Scharlachrot* wirkt Sherlock Holmes wesentlich lebendiger: Er nimmt aus Langeweile Kokain und Morphium, seine Stimmungen wechseln zwischen schlechtgelaunt und gelangweilt zu himmelhochjauchtzend; sein Hobby Boxen findet während der Ermittlungen Erwähnung, ebenso seine Verwandlungskünste. Auch die Handlung ist dieses Mal wesentlich rasanter mit zwei Verfolgungsjagden, natürlich kommen auch die Straßenkinder wieder zum Einsatz.

Ich verstehe allerdings nicht, warum gegen Ende der Gefangene noch einmal vom Polizeirevier in die Baker Street gebracht wird, um dort seine Geschichte zu erzählen. Zwar geschieht dies immerhin in einer Binnenhandlung und nicht ganz so langweilig wie beim Erstling, hätte aber trotzdem nicht sein müssen.

Zur Insel Ausgabe:
Graphiken sind wieder keine enthalten, wie bei der Studie gibt es ein Glossar im Anhang. Die Leimung ist so schlecht, dass das Buch nach einem Mal lesen schief ist.

Fazit:
Unterhaltsamer als der erste Teil, aber nicht überragend.
Susannah zu »Arthur Conan Doyle: Das Zeichen der Vier« 02.11.2010
London, 1888. In der Baker Street bei Sherlock Holmes und Dr. John Watson erscheint Mary Morstan, die mit einer zunächst unscheinbaren Geschichte aufwartet. Seit dem Verschwinden ihres Vaters erhält sie zu jedem Geburtstag eine Perle - und vor wenigen Wochen erreicht sie ein Schreiben mit dem Versprechen, ihr Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Was für den Meisterdetektiv zunächst plausibel, ja geradezu banal wirkt, entwickelt sich dennoch zu einer Herausforderung: ein Toter in einem verschlossenen Zimmer und ein verschwundener Schatz zwingen selbst Holmes, zu Höchstform aufzulaufen. Doch nie scheint sich der seltsame beratende Detektiv wohler zu fühlen, als im Angesicht des Rätsels ...

Schlägt "Eine Studie in Scharlachrot" um Längen - und das, obwohl der Vorgänger schon beeindruckend konnte. "Das Zeichen der Vier" lässt sich beileibe nicht in einem Rutsch lesen - und dennoch musste ich mich zwingen, das Büchlein zur Seite zu legen, um selbst über die mysteriösen Geschehnisse nachzudenken. Herrlich die Szene, in der Holmes und Watson mit einem Spürhund durch Londons Umgebung wandern. Gruselig der Moment, in dem die Leiche im verschlossenen Zimmer gefunden wird. Doyles Geschichten um den berühmtesten Detektiv der Welt sind legendär - "Das Zeichen der Vier" beweist einmal mehr, warum.
Stefan83 zu »Arthur Conan Doyle: Das Zeichen der Vier« 21.11.2008
Um es gleich vorneweg zu sagen: Alle nachfolgenden Bewertungen in dieser Rezension sind größtenteils unter dem völligen Verlust der Objektivität entstanden, denn Sir Arthur Conan Doyles Werke bleiben für mich, trotz ihrer durchaus auch von mir anerkannten Schwächen, das Non-Plus-Ultra des klassischen englischen Detektivromans.

Das liegt in erster Linie darin begründet, dass es diese Holmes-Bücher sind, die meine Lust am Lesen und insbesondere am Kriminalroman geweckt haben. So soll man es mir also bitte nachsehen, wenn die sonst von mir angestrebte rationale Beobachtung eines Romans beim vorliegenden Buch, „Das Zeichen der Vier“, ein wenig unter nostalgischen Gefühlen gelitten hat.

Sir Arthur Conan Doyles zweiter Roman um den einzigen beratenden Detektiv der Kriminalgeschichte war auch mein zweites Buch von ihm. Und wohl auch das, das den meisten Eindruck auf mich gemacht hat. Nie werde ich den Anfang vergessen und meine Überraschung, ja Bestürzung, als ich feststellte, dass Sherlock Holmes der Kokain-Sucht verfallen ist. Diese Szene, in der er mit „weißen, schlanken Fingern“ die Spritze aus dem Saffiankästchen hervorholt und sich die Nadel in die Vene setzt, hat nicht nur mein vorheriges Bild vom großen Detektiv völlig über den Haufen geworfen, sondern ihn auch derart geheimnisvoll und einzigartig gemacht, dass ich allen Werken mit ihm schlichtweg verfallen bin.

War „Eine Studie in Scharlachrot“ noch in vielen Dingen wenig ausgereift und in zwei separate, irgendwie nicht recht zueinander passende Handlungssegmente geteilt, liest sich „Das Zeichen der Vier“ wie aus einem Guss. Verzögerungen, langatmige Ausführungen? Fehlanzeige. Gekrönt wird das Ganze von einer in sich stimmigen, mysteriösen Story, dessen Inhalt schnell angerissen ist:

Mary Morstan, Tochter des verstorbenen Captain Morstan, der lange Jahre in Indien stationiert war, erhält seit Jahren an jedem Geburtstag eine wertvolle Perle. Stets wird sie ihr anonym zugeschickt, ohne nähere Erklärung. Nun, im nebligen Herbst des Jahres 1888 (zur gleichen Zeit also, als ein Mann namens Jack the Ripper im East Ende wütete), lockt der unbekannte Wohltäter mit Informationen um die näheren Umstände des Todes ihres Vaters. Mary Morstan wendet sich mit diesem Rätsel an Sherlock Holmes und seinen getreuen Freund Dr. Watson (Letzter verliebt sich auf den ersten Blick in die Klientin), damit diese zwei ihr bei der Ergründung der Geheimnisse beiwohnen. Gemeinsam macht man sich in tiefster Nacht auf und folgt der Spur zum exzentrischen Thaddeus Sholto, dem Sohn des Mannes, durch den nicht nur Mary Morstans Vater ihren Tod fand, sondern der sie auch bis zuletzt um den Anteil an einem riesigen Schatz gebracht hat. Eines Schatzes, der seit Jahren von einem geheimnisvollen, von Rache beseelten Mann gesucht wird, der nach dem Tode des alten Sholtos eine Nachricht hinterlassen hat. Ein Zettel unterschrieben mit „Das Zeichen der Vier“.

Wen das alles bis hierhin unberührt und kalt gelassen hat, darf stattdessen getrost zu einem Mainstream-Schinken der Neuzeit greifen. Alle die aber nur diese kurze Einführung bereits neugierig gemacht hat, werden von einem packenden Plot belohnt, der mit einer finalen Dampfboot-Verfolgungsjagd auf der Themse gekrönt wird, die Hollywood nicht besser hätte in Szene setzen können.

Insgesamt gehört „Das Zeichen der Vier“ für mich zu den Glanzlichtern der englischen Kriminalliteratur und ist gleichzeitig wohl eines der besten Werke aus Doyles Feder. Es bringt nicht nur die viktorianische Themse-Metropole schaurig, düster und stimmungsvoll zu Papier, sondern überzeugt auch mit einer Leichtigkeit, die kein anderes Werk dieser Zeit (und erst recht keine Nacherzählung) erreicht hat. Ein absoluter Klassiker, der für alle Zeiten einen Sonderplatz in meinem Bücherregal einnehmen wird.
14 von 18 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Angie zu »Arthur Conan Doyle: Das Zeichen der Vier« 23.03.2008
ich les das buch grad,... aber es is voll toll, also mir gfallts voll^^
ich werds aujedenfall fertig lesen!!!
naja, ich kann es nur weiter empfehlen...
und noch was, ich find Sir Arthur Conan Doyle schreibt ure gut, es wird nie fad bei ihm, es passietr immer was, das begeistert mich persönlich am meisten!!!
0 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Isabel zu »Arthur Conan Doyle: Das Zeichen der Vier« 20.10.2006
"das zeichen der vier" ist in meinen augen eine der besten holmes geschichten überhaupt. das ende ist klassisch für die holmes-romane, also eine lange geschichte aus sicht des täters. ich finde diesen stil nicht so mitreißend, da etwas die abwechslung fehlt, aber das ist geschmackssache.
imgegensatz zu anderen kommentatoren war ich von holmes dogensucht weder überrascht noch schockiert, da es sich sehr gut ins bild des charakters einfügt (außerdem ist es angesichts seines intellektes nachvollziehbar).
die beste stelle im ganzen buch und vielleicht auch in den werken doyles sind die letzten zeilen des "zeichens der vier".
'The divison seems rather unfair,' I remarked. 'You have done all the work in this business. I get a wife out of it, Jones gets the credit; pray what remains for you?' 'For me,' said Sherlock Holmes, 'there still remains the cocaine-bottle.' And he stretched his long, white hand up for it.
in dieser bewegenden passage wird trotz ihrer kürze der geist des sherlock holmes auf den punkt gebracht.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Myrlin zu »Arthur Conan Doyle: Das Zeichen der Vier« 16.09.2005
Wer einmal ein Holmes- (oder Doyle-)Fan geworden ist, braucht immer wieder seine Droge - wie der Meisterdetektiv selbst. Im Gegensatz zum nach meiner Meinung überbewerteten "Hund der Baskervilles" ist das eine der besten Holmes-Geschichten.
Adrian Lauber zu »Arthur Conan Doyle: Das Zeichen der Vier« 01.07.2005
Gut gemacht, Sir A.C. Doyle. War die "Studie in Scharlachrot" schon ein netter Anfang, so haben Sie hier doch schon deutlich mehr gezeigt!
"Das Zeichen der Vier" zählt mit zu meinen liebsten Werken über Sherlock Holmes und Dr. Watson. Nicht nur, dass wir Einblicke in das zeitgenössische Großbritannien gewinnen und am Ende eine spannende Geschichte über die Jagd nach dem Schatz im indischen Agra zu lesen bekommen, so ist auch der eigentliche Fall wesentlich spannender geschrieben als noch "Eine Studie in Scharlachrot".
Wirklich lang und ausführlich ist dieses Buch auch nicht, aber Conan Doyle war eben mehr ein Mann der Short Stories. Das sieht man schon daran, dass nur 4 Romane von Holmes und Watson handeln und im Gegensatz dazu 56 Kurzgeschichten. Aber was soll's?
Das längste ist ja nicht immer das beste. Ich liebe nicht nur Romane, sondern Conan Doyles kürzere Geschichten ebenso und "Das Zeichen der Vier" ist eine der besten, die er geschrieben hat.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Pascal zu »Arthur Conan Doyle: Das Zeichen der Vier« 17.06.2005
Am meisten beeindruckt haben mich die ersten Zeilen und das Ende des Buches. Holmes ist ein Junkie. Wow, das steht wohl nur in den originalen Übersetzungen.
Auch sehr lustig, die Schusswunde von Watson. In der „Studie in Scharlachrot“ noch die Schulter, jetzt das Bein!

Vom Hocker hat mich auch dieser Fall nicht gerissen. Mehr fesselt mich die Sprache und die gesellschaftlichen Begebenheiten dieser Zeit.

Eine nette Abwechslung des Lesestoffes.

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