A.R.R.R. Roberts schreibt als Don Brine: The Va Dinci Cod von A.R.R.R. Roberts schreibt als Don Brine

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2005 . 352 Seiten. ISBN-10: nicht vorhanden, ISBN-13: nicht vorhanden.

'A.R.R.R. Roberts schreibt als Don Brine: The Va Dinci Cod' ist erschienen als

Das meint Krimi-Couch.de: »Tod durch Kabeljau«

Krimi-Rezension von Thomas Kürten

Wasser auf die Mühlen aller Kritiker eines Dan Brown: Im angelsächsischen Sprachraum sind bereits mehrere Parodien auf die Bestseller des Amerikaners erschienen, insbesondere auf seinen größten Erfolg »The Da Vinci Code« (in Deutschland: Sakrileg). Bei A.R.R.R. Roberts, der unter dem Pseudonym Don Brine schreibt, heißt das dann »The Va Dinci Cod« und ist eine wirklich köstliche Persiflage u.a. auf Schreibweise, Wortschatz und Handlungsaufbau des Amerikaners. Aber es sei gewarnt, auch die Leser kommen beim schwarzen Humor des Briten nicht gut weg.

Nur noch einmal rasch ein paar Worte zur bisherigen Bibliografie des Autoren, über den sich A.R.R.R. Roberts so köstlich amüsiert: Dan Brown hat bislang vier Romane geschrieben und jeder einzelne ist ein Megabestseller geworden. Sein Werk wurde bereits in mehr als 40 Sprachen übersetzt und heizt weltweit Diskussionen an. Natürlich auch auf der Krimi-Couch. Dabei sah es anfangs gar nicht so lustig für Brown aus. Für seinen ersten Roman fand Brown keinen Verlag. Als eBook konnte »Digital Fortress« (dt. »Diabolus«) dennoch in den USA Lesercharts erobern. Der Nachfolger »Deception Point« (dt. Meteor) wurde dann gedruckt, floppte jedoch zunächst. Erst mit »Angels & Demons« (dt. Illuminati) erregte er Aufmerksamkeit, da sich die katholische Kirche erstmals öffentlich gegen die von vielen Lesern als Tatsache hingenommene Geschichtsinterpretation Browns. Illuminati war in der Folge sein erster Nr. 1 Bestseller. Überwältigend war dann die Aufnahme des »Da Vinci Codes« auf dem Buchmarkt, der erst dafür sorgte, dass auch die drei Vorgänger weltweit die Bestsellerlisten stürmten. Bei diesem Erfolg und der immer wieder aufflammenden Kritik an den schriftstellerischen Qualitäten Browns darf man sich nicht wundern, dass es Trittbrettfahrer gibt, die ein Stück vom Kuchen abhaben wollen.

Ein besonderer Fisch

Kurz zum Inhalt: Der notgedrungene Held Robert Donglan wird vom listigen Inspector Tash von Scotland Yard aus dem Schlaf gerissen. In der National Gallery liegt mit einem riesigen Kabeljau (engl. Cod) im Hals der tote Museumsdirektor Jacques Sauna-Lurker, der unmittelbar vor seinem Tod rätselhafte Botschaften niedergeschrieben hat. Donglan wird zum Tatort gebracht, da er ein berühmter Anagrammatologe ist. Während er noch über dem merkwürdigen Satz »The chatholic curch had me murdered« und seiner tiefgründigen Bedeutung grübelt, erscheint aus dem Nichts die charmante Surité-Agentin Sophie Nudivue, die ihn vom Tatort weglockt. Sie weiß nämlich, dass Tash Donglan nur zum Tatort gebracht hat, um ihn anschließend zu verhaften. Auf jeder Schuppe des Fisches sind nämlich Donglans Fingerabdrücke. Offenbar läuft eine Verschwörung gegen Donglan. Werden Donglan und die bezaubernde Nudivue die Verschwörer rechtzeitig enttarnen? Können sie verschiedene andere Codes knacken, die Sauna-Lurker im Todeskampf noch schnell angefertigt hat? Und hat ihre junge Liebe eine Chance?

Dan Brown enttarnt!!!

Roberts hat eine Unmenge von Steilvorlagen in Browns Sakrileg gefunden und sie treffsicher verwandelt. Angefangen mit der vielfach kritisierten »Fact«-Page (Originalton Roberts: »Sogar alle Witze in diesem Buch sind Tatsachen und tatsächliche Witze sind ganz allgemein auch viel besser als fiktive Witze«), über die Beschreibung von Orten und Plätzen wie beispielsweise London, die er vollumfänglich aus einem Lexikon abgeschrieben haben dürfte, über die sehr gestelzten Dialoge (Donglan sagte, Nudivue antwortete, Donglan sagte...), hin zur Beschreibung seiner Hauptfiguren, die ihm am besten gelingt, indem er sie mit dem Aussehen eines Schauspielers vergleicht (ohne damit den Regisseur beeinflussen zu wollen, der sein Buch verfilmen wird). Überdies beweist der Autor mit jedem Kapitelabschluss, wie sehr sich Dan Brown bei seinen Cliffhanger-Enden aus der Schatzkiste eines Anfängerkurses für kreatives Schreiben bedient.

Aus Robert Langdon wird Robert Donglan, aus Jacques Sauniere wird Jacques Sauna-Lurker, aus Sophie Neveu wird Sophie Nudivue. Es geht um Leonardo da Vincis Schwester Eda Vinci, eine hochtalentierte Malerin, die in Wahrheit viel talentierter war als ihr berühmter Bruder. Ihr berühmtestes Werk ist die Mona Eda, deren Kopie Mona Lisa im Pariser Louvre steht. Und es geht um den geheimnisvollen Geheimbund Conspiratus Opi Dei, oder auch kurz C.O.D., der durch die zahlreichen Hinweise in Eda Vincis bislang unentdeckten Werken enttarnt zu werden droht. Typisch britischer Humor, an Skurrilität schwer zu überbieten und sich in ein Finale steigernd, dass sogar den berühmten Hubschrauberabsprung eines Robert Langdon aus Illuminati an Slapstick übertrifft. Für Browns verbissene Kritiker ein Muss, hier können auch sie mal wieder lachen. Und wer sich beim Griff nach der Englischen Originallektüre schlicht vertan hat, wird kaum merken, dass er im falschen Roman gelandet ist.

Nur auf eine Übersetzung ins Deutsche wird man dann wohl vergebens warten, weil dann wahrscheinlich doch zu viel Wortwitz abhanden kommen wird.

Ihre Meinung zu »A.R.R.R. Roberts schreibt als Don Brine: The Va Dinci Cod«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Microx zu »A.R.R.R. Roberts schreibt als Don Brine: The Va Dinci Cod« 31.07.2006
Ich habe gerade etwas nachgeforscht und tatsächlich gibt es bereits eine deutsche Übersetzung. Die deutsche Version heißt "Sapperlot! - Die Va-Dinci-Verschwörung von Don Brine" Laut den Kritiken die ich lesen konnte soll es jedoch nicht so der Brüller sein. Vielleicht stimmt es. Manche englischen Anspielungen lassen sich nicht ins deutsche übersetzten. Ich will es jedoch wissen und springe erst mal ins kalte Wasser.
Microx zu »A.R.R.R. Roberts schreibt als Don Brine: The Va Dinci Cod« 31.07.2006
Ich hoffe, dass es dennoch eine deutsche Übersetzung geben wird. Ich liebe A.R.R.R. Roberts ersten drei Parodien. Egal ob etwas Wortwitz verloren geht. Ich bin süchtig nach seinen Büchern und das hier will ich auch auf deutsch haben. Falls es jedoch dennoch nicht übersetzt wird muss ich wohl doch mein Englisch ein wenig auffrischen und zu diesem Buch noch ein Wörterbuch kaufen...schnief
Ihr Kommentar zu A.R.R.R. Roberts schreibt als Don Brine: The Va Dinci Cod

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: