Das Rachespiel von Arno Strobel

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2014 bei Fischer.

  • Frankfurt am Main: Fischer, 2014. ISBN: 978-3-596-19694-4. 384 Seiten.

'Das Rachespiel' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

»Erfüllst du deine Aufgabe, kommt er frei. Erfüllst du sie nicht, wird er sterben.« Frank Geissler glaubt an einen Scherz, als er die Website aufruft: Ein Mann, nackt, am Boden festgekettet, in Todesangst. Daneben ein Käfig voller Ratten, unruhig, ausgehungert. Frank kann den Mann retten, heißt es. Aber nur wenn er Teil des »Spiels« wird und seine erste Aufgabe erfüllt. Angewidert schließt er die Website, doch kurz darauf ist der Mann tot. Und Frank beginnt zu zweifeln. Hätte er dem Unbekannten helfen können? Hätte er nicht sofort die Polizei informieren müssen? Aber es ist zu spät. Und nicht nur für den Toten. Auch Frank ist schon mittendrin. Mittendrin in einem Spiel, in dem er einer der Vier ist, einer der vier Kandidaten, für die es um alles geht. Um ihr eigenes Leben. Aber auch um das Leben aller, die ihnen etwas bedeuten.

Das meint Krimi-Couch.de: »Showdown im Bunker unter der Eifel« 75°

Krimi-Rezension von Andreas Kurth

Viele Jahre liegt es zurück, dass Frank Geissler so etwas wie der Anführer einer Jugendbande war. Diese vergessen geglaubte Vergangenheit scheint ihn einzuholen, als er mit einer rätselhaften Aufgabe konfrontiert wird, die zunächst Belustigung, später aber Entsetzen bei ihm auslöst. Die von ihm zu lösende Aufgabe ignoriert er, wie seine zu diesem Zeitpunkt unbekannten Mitspieler ebenfalls. Daraufhin wird ihm eine Videosequenz zugespielt, auf der zu sehen ist, wie ein gefesselter Mann bei lebendigem Leibe von Ratten aufgefressen wird. Frank nimmt Kontakt zu seinen damaligen Mitstreitern auf – sie haben das gleiche Material bekommen. Das Quartett findet sich schließlich in einem Atombunker aus den Zeiten des Kalten Krieges wieder, wo sie verschiedene skurrile Aufgabe lösen sollen, um ihr eigenes Überleben und das ihrer Familien zu sichern. Ein tödliches Spiel mit ungewissem Ausgang beginnt.

Höchst unterschiedliche Charaktere

Der Titel des neuen Romans von Arno Strobel verrät früh, worum es hier geht. Aber obwohl schnell klar ist, dass Ereignisse aus der Vergangenheit für das grausame Spiel im dunklen Kerker die Ursache sind, sorgen die Dialoge der Protagonisten dafür, dass nur scheibchenweise die verhängnisvolle Aktion der damaligen Jugendbande rekonstruiert wird. Geschickt stellt Arno Strobel die höchst unterschiedlichen Charaktere der vier Eingeschlossenen dar. Frank selbst war einst der Anführer der vier 13-Jährigen. Inzwischen hat er Frau und Kind – und eine erfolgreiche Softwarefirma. Er ist nachdenklich, zuweilen ängstlich wie die anderen, mit zunehmender Dauer des Dramas aber wild entschlossen. Er entdeckt bei sich selbst Charakterzüge, die ihm eher fremd sind, sich aber immer mehr auszuprägen scheinen.

Manuela hat ebenfalls ein Kind, für das sie alles tun würde. Als einzige weibliche Person ist sie ebenfalls überaus ängstlich, hat mehr Probleme als alle anderen mit den Ratten im Bunker und sorgt für die nachdenklichen Momente in der Geschichte. Jens ist der klassische Opportunist, der sein Fähnchen mehrfach nach dem Wind hängt und wechselnde Koalitionen eingeht – sofern es ihm möglich ist. Torsten ist der klassische Rüpel, sehr zur Überraschung der anderen, die ihn aus ihrer Jugendzeit anders in Erinnerung haben. Er verbreitet zeitweise Angst und Schrecken in der Gruppe, und bis zum Finale ist nicht klar, wie weit er gehen wird, um sich und seine Familie zu retten.

Strobel schreibt auf den Punkt

Die zahlreichen Rückblicke in die Vergangenheit sorgen stets für neue Erkenntnisse beim Leser und erhöhen so auch die Spannung. Bei den gerne am Kapitelende verwendeten Cliffhangern ist stets unklar, ob sich die Situation verschärft oder entspannt. In psychologischer Hinsicht zieht Arno Strobel bildlich gesprochen die Schraube immer weiter an – ohne dabei zu überdrehen. Dabei kommt ihm sein klarer, prägnanter Schreibstil zu Gute. Die ziemlich authentisch gestalteten Protagonisten sorgen für eine gut nachvollziehbare Handlung, und der völlige Verzicht auf unwichtige Nebenfiguren macht die ganze Geschichte angenehm lesbar. Strobel schreibt auf den Punkt, das Buch hat keine Längen und ist kurzweilig und unterhaltsam.

Dazu trägt bei, dass Arno Strobel mit einigen Ängsten spielt, die bei vielen Menschen unter der Oberfläche lauern dürften. Die Angst vor der Dunkelheit, vor dem Ungewissen, vor den allgegenwärtigen Ratten – und die Angst um die Familie und das eigene Leben. Die Beschreibung der Situation im Bunker, einschließlich der zunehmenden Spannungen und des gegenseitigen Misstrauens, ist für den Leser gut nachvollziehbar. Die Rückblicke in die Vergangenheit werden dosiert eingesetzt, bis zum Finale, wo ein längerer Abschnitt für die endgültige Aufklärung sorgt. Das Finale ist für mich dann durchaus noch überraschend ausgefallen. Ein lesenswerter, erfrischend kurzer Thriller.

Andreas Kurth, März 2014

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Seacloud zu »Arno Strobel: Das Rachespiel« 27.02.2017
Im Gegensatz zu einigen hier fand ich "Das Rachespiel" von Arno Strobel sehr spannend und flüssig zu lesen. Von der Auflösung war ich überrascht, obwohl ich dazwischen schon mal kurz den Verdacht hatte, wer hinter allem stecken könnte. Das Ende fand ich zwar etwas holprig, aber insgesamt lautet mein Fazit: Ziemlich gut gelungener Krimi von Arno Strobel (daher auch 95° von mir), den ich jedenfalls besser fand als "Der Trakt", von dem ich ein bisschen enttäuscht war.
Carolina zu »Arno Strobel: Das Rachespiel« 01.08.2016
Ich habe die Kommentare nur bis zu dem von Klappspaten gelesen und freue mich sagen zu können: diesen Kommentar kann ich nur unterschreiben!!
Das war mein erstes und sicher letztes Buch des Herrn Strobel! Ein richtiger Schmarrn, wie man auf gut bairisch sagen kann.
Seit 50 Jahren lese ich mich quer durch die Kriminalliteratur von Agatha Christie bis Adler Olsen und habe weder amerikanische, noch skandinavische und selbstverständlich auch deutsche Autoren nicht ausgelassen.
Aber die Art wie Strobel Spoannung erzeugen will ist einfach abstoßend. Außerdem sind in dem Konstrukt auch logische Fehler und am Schluß geht gar nichts mehr auf -open end.
Nadine zu »Arno Strobel: Das Rachespiel« 18.11.2015
Dies war der erste Strobel Roman, den ich gelesen habe und leider muss ich sagen, dass er mir nicht besonders gut gefallen hat.
Zum einen liegt es daran, dass er mich von vorneherein an eine Mischung aus mehreren mir bekannten Geschichten erinnert hat. Das soll kein Plagiatsvorwurf sein!
Meiner Meinung nach lebt der Roman hauptsächlich von der Spannung. Die Charaktere sind mir etwas zu stereotyp und mir war es nicht möglich, mich auch nur mit einem von ihnen zu identifizieren. Dazu gingen sie nicht genug in die Tiefe.
Wie hier bereits geschrieben wurde, ist das Ende für geübte Thrillerfans absehbar. Im Prinzip habe ich nur weitergelesen, um meine Theoriebestätigt zu sehen.
Ob ich noch einmal einen Strobel-Roman lese, weiß ich noch nicht.
Ob ich eine Leseempfehlung geben soll, weiß ich nicht. Mir waren die Charaktere zu flach und die Handlung zu vorhersehbar.
Ein bisschen tut es mir Leid, dass meine Kritik nicht so gut ausfällt, aber ich kann es leider nicht ändern.
Silke Pruemper zu »Arno Strobel: Das Rachespiel« 27.10.2014
Klasse Buch, wer danach den Bunker besichtigt wird, so wie ich, wird erstaunt sein wie betailgetreu er schreibt. Gänsehaut bei der Begehung.Klasse Arno,weiter so!Ich freu mich riesig auf die nächsten Bücher.Hoffe nur die Spannung bleibt bei weiteten Büchern erhalten.Premierenlesungen in Aachen wären schön.
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Petra S-B zu »Arno Strobel: Das Rachespiel« 19.07.2014
Mein Drittes Strobel-Buch. Die Idee die heutigen Ereignisse an die Jugendereignisse zu koppeln - klasse. Der Bunker als Ort der Handlung - klasse. Die nahezu absolute Dunkelheit - klasse. Das Ende, die Auflösung wer hinter all den Ereignissen steckt - klasse. Ich habe bis zum Ende gerätselt und jeden verdächtigt. Einfach toll das Buch.
Nun wird es Zeit auch noch "Das Wesen" und "Der Trakt" zu lesen!
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wendelin zu »Arno Strobel: Das Rachespiel« 08.05.2014
Frank Geissler glaubt an einen Scherz, als er die Website aufruft: Ein Mann, nackt, am Boden festgekettet, in Todesangst. Daneben ein Käfig voller Ratten, unruhig, ausgehungert. Frank kann den Mann retten, heißt es. Aber nur wenn er Teil des »Spiels« wird und seine erste Aufgabe erfüllt. Angewidert schließt er die Website, doch kurz darauf ist der Mann tot und Frank ist schon mittendrin. Mittendrin in einem Spiel, in dem es um alles geht. Um das eigenes Leben. Aber auch um das Leben aller, die ihnen etwas bedeuten.

Ich bin ein Fan von Arno Strobel, aber „Das Rachespiel“ konnte mich nicht überzeugen. Unlogischer Aufbau, schwache Protagonisten und eine Geschichte, die weder neu, noch besonders originell ist. Nur die Rückblenden in die Kindheit hatten etwas vom gewohnten Flair. Spannung kam leider auch nur an ganz wenigen Stellen auf. Schade eigentlich, denn Strobel kann es besser.
2 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
OmaInge zu »Arno Strobel: Das Rachespiel« 07.04.2014
Das Buch ist sehr spannend geschrieben und liest sich recht flüssig.
Der Personenkreis ist angenehm überschaubar und doch so unterschiedlich in den Charakteren.

Lediglich die Schlußszene des Buches, ist für mich ziemlich enttäuschend gewesen.Als ob der Autor nur noch irgendwie fertig werden wollte !?
Schade, denn das gibt bei mir ordentlich Punktabzug!

Meine Bewertung: 80 Grad
Klappspaten zu »Arno Strobel: Das Rachespiel« 20.03.2014
Dunkelheit und ein wenig Getrappel von Rattenpfoten, gruselig fand ich an diesem Buch allenfalls wie dümmlich die Aufgaben waren, die die Protagonisten erfüllen sollten, um aus dem finsteren Atombunker entkommen zu können.Arno Strobel hat sich hier eine ultralight Version von Saw ausgedacht, gut konsumierbar für ein anspruchsloses Publikum, angereichert mit ein wenig Küchenpsychologie, denn wir werden ja alle zum Tier, wenns ums nackte Überleben geht.
Merken muss man sich die Namen von nur vier Figuren, die schön in Stereotypen eingeteilt sind und wer am Ende von der Auflösung überrascht wird, kann sich glücklich schätzen, wie krimitechnisch unverdorben sein Gemüt noch ist.Natürlich haben auch solche Bücher ihre Berechtigung, und immerhin ist Rachespiel gut lesbar, aber am gruseligsten finde ich den Gedanken, dass so viele Leser meinen, dieser Thriller sei ein Highlight der deutschen Kriminalliteratur.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
stefan zu »Arno Strobel: Das Rachespiel« 04.03.2014
Frank bekommt einen Brief mit einem Hinweis auf eine Internetseite, die er am nächsten Morgen Punkt 12 Uhr öffnen soll. Werbung, denkt er sich. Trotzdem hat ihn die Neugier gepackt. Als er zum fraglichen Zeitpunkt die Seite öffnet, ist dort ein gefesselter nackter Mann zu sehen, neben ihm ein Käfig mit unzähligen ausgehungerten Ratten. Frank kann den Mann retten, wenn er Teil eines Spieles wird. Doch das will er nicht und am nächsten Tag ist der Mann tot.

Auch hier wieder viel Spannung beim lesen gehabt, leider, aus meiner Sicht zumindest, der bisher schwächste Strobel
Frank Bermpohl zu »Arno Strobel: Das Rachespiel« 17.02.2014
Das war ein Buch der Extraklasse. Spannend und gut erzählt, so wie es sein muss, aber es leider zu selten gibt. Da ich das angebotene Du vom Autor gerne annehme, sage ich jetzt: Arno, ich freue mich auf Dein nächstes Buch und danke Dir für dieses Buch. Und natürlich auch für alle davor. Kann es kaum noch erwarten bis zum nächsten Jahr, aber Vorfreude ist bekanntlich die Schönste.

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